Staffel 1, Folge 1–4

    • Staffel 1, Folge 1
      Die meisten Plantagen in der Ardèche sind Hanglagen. Das Sammeln der Maronen ist auch heute noch Handarbeit. – Bild: Steve Kfoury
      Die meisten Plantagen in der Ardèche sind Hanglagen. Das Sammeln der Maronen ist auch heute noch Handarbeit. – Bild: Steve Kfoury

      Esskastanien werden in der Ardèche seit Jahrhunderten angebaut, manche Bäume sind bis zu 400 Jahre alt. Früher waren die Früchte ein Grundnahrungsmittel, heute gilt die Marone in Frankreich als Delikatesse. Allein in der Ardèche soll es 65 verschiedene Sorten geben. Die Arbeit der Kastanienbauern ist mühselig. Von der Marone allein leben können nur wenige. Pierre-Thibaut Louche aus Laval-d’Aurelle hat deshalb noch einen zweiten Beruf: Schafzüchter. Die Tiere weiden das ganze Jahr unter den Bäumen und halten die Parzellen sauber. Nur zur Ernte dürfen sie dort nicht bleiben, denn sie lieben Maronen und würden die Früchte fressen. Auch im Haushalt der Familie Louche findet die Esskastanie ihren Weg auf den Speiseplan: als Mehl im Kuchen, gegrillt oder auf verschiedene Arten eingelegt, als Beilage oder in Soßen. Seit einigen Jahren macht den Maronenbauern ein importierter Schädling aus Asien zu schaffen, ein nur knapp drei Millimeter großes Insekt mit Riesenwirkung. Viele Plantagen sind befallen. Das bedeutet bis zu 80 Prozent Ernteausfälle. Erst vor kurzem hat ein japanischer Forscher den natürlichen Feind der Gallwespe entdeckt, die Torymus sinensis. Diese winzige Wespe frisst die Larven der Gallwespe. Auf rund 34.000 Hektar Land wachsen in der Ardèche Kastanienbäume, doch nur 6.000 Hektar werden bewirtschaftet. Der Rest ist verwildert. Dabei ist die Nachfrage nach Esskastanien aus der Ardèche groß. Vom gestiegenen Appetit auf Esskastanien könnte die gesamte Region profitieren, aber nur wenige wagen den mühevollen Maronenanbau. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 03.06.2017 arte
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    • Staffel 1, Folge 2
      Die Erntezeit der violetten Artischocke ist kurz: von Anfang April bis Mitte Mai. – Bild: Planet TV / Doc.station
      Die Erntezeit der violetten Artischocke ist kurz: von Anfang April bis Mitte Mai. – Bild: Planet TV / Doc.station

      Die violette Artischocke ist eine Spezialität der Lagune von Venedig, einer einzigartigen Landschaft zwischen Festland und Meer. Vor allem die allerersten Knospen der Artischocke, die zarten Castraure, reißen die Venezianer den Händlern aus der Hand. Auf die überregionalen Märkte schafft es diese Delikatesse fast nie. Angebaut wird die Pflanze auf der Laguneninsel Sant’Erasmo. Autorin Emanuela Casentini hat hier die Brüder Finotello besucht. Als sie vor 20 Jahren den Hof ihrer Eltern übernahmen, schien Landwirtschaft kaum noch profitabel zu sein. Aber seit die Brüder gemeinsam mit den anderen Bauern der Insel eine Genossenschaft gründeten, Sortenschutz beantragten und die professionelle Vermarktung vorantrieben, geht es mit der lokalen Spezialität bergauf. Die Brüder Finotello betreiben erfolgreiche Direktvermarktung mit dem Boot. Und falls jemand nicht weiß, was man mit Artischocken alles machen kann Carlo Finotellos Ehefrau Cosetta hat die besten Rezepte der Insel in einem Buch gesammelt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 10.06.2017 arte
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    • Staffel 1, Folge 3
      Ein alter Baum kann bis zu sieben Meter hoch werden. Um die Bühler Zwetschge zu ernten, braucht man dann sehr lange Leitern. – Bild: arte
      Ein alter Baum kann bis zu sieben Meter hoch werden. Um die Bühler Zwetschge zu ernten, braucht man dann sehr lange Leitern. – Bild: arte

      Die Bühler Zwetschge vom Rand des Schwarzwalds ist ein Star mit Abstiegssorgen: Einst war sie ein Exportschlager. Doch heute geht die Ernte dramatisch zurück, neue Züchtungen drängen auf den Markt. Anders als die „praktischen“ neuen Sorten trägt die Bühler Zwetschge erst im achten Jahr Früchte. Wegen der Höhe der Bäume ist sie schwer zu ernten. Aber sie hat auch viele Liebhaber, darunter Obstbauern, Gourmets und Slow-Food-Aktivisten. Wird es ihnen gemeinsam gelingen, die „Blaue Königin“ vor dem Aussterben zu retten? Emanuela Casentini und ihr Team haben die Menschen besucht, denen die Bühler Zwetschge viel bedeutet. Siegfried Huber ist Förster, der Obstanbau ist nur Nebenerwerb. Auf der Wiese vor seinem Haus stehen noch 70 Bühler Bäume, die schon seine Großeltern gepflanzt hatten. Immer wieder denkt auch er darüber nach, die wenig lukrativen mächtigen Bäume „einfach umzumachen“. Doch wenn die alljährliche Zwetschgenernte naht, nehmen er und seine Frau sich Urlaub, und auch Kinder und Freunde helfen mit. Auch wenn der Verdienst gering ist, sind alle in dieser Region stolz auf ihre Bühler Zwetschge. Und schätzen alles, was man aus ihr machen kann, vom Obstbrand bis zum Kuchen und zum Pflaumensoufflé. Und seit kurzem ist auch die Slow-Food-Stiftung auf die Zwetschge mit dem köstlichen, leicht bitteren Nachgeschmack aufmerksam geworden. Sie wollen sie in ihre „Arche des Geschmacks“ aufnehmen und entsprechend bewerben. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 17.06.2017 arte
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    • Staffel 1, Folge 4
      Manuel Esclapez leitet die Saftfabrik der Kooperative. 400 Granatapfelbauern haben sich zusammengeschlossen und vermarkten so den Saft aus ihren Früchten. – Bild: Planet
      Manuel Esclapez leitet die Saftfabrik der Kooperative. 400 Granatapfelbauern haben sich zusammengeschlossen und vermarkten so den Saft aus ihren Früchten. – Bild: Planet

      Manual Rino, genannt Trino, ist seit fast 40 Jahren Granatapfelbauer. Ende September bis Anfang November ist Erntezeit. Die Früchte werden in Handarbeit vom Baum gepflückt, denn eine Maschine hat dafür nicht das nötige Feingefühl. Behutsam werden die Granatäpfel in die Kiste gelegt, nicht geworfen. Reißt die Haut, verfault das Innere. Die Frucht ist tief in der Geschichte der Region verwurzelt. Das zeigen archäologische Funde von karbonisierten Granatäpfeln aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Auch in der Küche hat die Frucht ihren festen Platz auf der Speisekarte und erweist sich als überraschend vielseitig. Liebesfrucht der Götter, Symbol für Fruchtbarkeit und Schönheit, Quell ewiger Jugend um kaum eine andere Pflanze ranken sich so viele Mythen und Legenden wie um den Granatapfel. Heute gilt er als wahre Wunderwaffe gegen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, Bluthochdruck und Krebs. In den letzten Jahren hat sich auch die Medizin mit der Wirkung des Granatapfels auf die Gesundheit beschäftigt. Autor Marcus Fischötter besucht den Ernährungswissenschaftler Fernando Roche von der Universität in Elche. Der untersucht derzeit, ob der Granatapfel das Fortschreiten von Alzheimer bremsen kann. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 24.06.2017 arte
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