Am Galgen hängt die Liebe

    D 1960 (93 Min.)
    • Drama

    1944 in Griechenland. Die deutsche Wehrmacht hält das Land besetzt und kontrolliert es mit eiserner Hand. Griechische Partisanen, die angesichts der sich für Deutschland militärisch dramatisch verschlechternden Kriegslage Morgenluft wittern, liefern sich mit der Besatzungsmacht erbarmungslos harte Gefechte. Inmitten der schweren Scharmützel gerät das in einem etwas abgelegenen Haus am Stadtrand lebende alte Ehepaar Nikolaos und Marulja, das bereits den Sohn im unsinnigen Völkerhass verloren und die schöne Alka nach nur einem einzigen Tag als Ehefrau frühzeitig zur Witwe gemacht hat. Bald sitzen die beiden Alten zwischen sämtlichen Stühlen, da man als einzige Maxime Mitmenschlichkeit gegenüber Freund wie Feind gelten lässt. Aus tiefster Überzeugen widersetzen sie sich dem sinnlosen Töten und Völkerhass und zeigen im Rahmen einer ebenso lebensbejahenden und lebensgefährliche Initiative tiefe Menschlichkeit. Sie gewähren jedem bedürftigen Menschen, ob verletzt oder verängstigt, Obdach und unterscheiden nicht zwischen Freund und Feind. Jeder der an Nikolaos’ Tür klopft und Hilfe benötigt, ist ihm, der eine geradezu archaische, spöttische Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, aus tiefster Überzeugung willkommen. Seine Frau Marulja ist ein Gegenpol: sie poltert und schimpft unablässig, vor allem über die „Knallereien“ draußen vor der Haustür. Sein und Maruljas tief empfundener Glauben bedeutet auch, das Gastrecht als oberstes Gebot gegenüber jedermann anzuwenden, obwohl die alten Leute selbst nur das Nötigste zum Leben haben. Sie haben bereits verfolgten griechischen Partisanen geholfen, und jetzt stehen sie vor einer neuen Situation: Als zwei desertierende deutsche Soldaten -- einer von ihnen, der jüngere, durch einen Bauchschuss lebensgefährlich verletzt -- Schutz und Unterschlupf suchen, wird der griechische Partisanenführer Petros, der kurz zuvor selbst für einige Tage bei Nikolaos und Marulja Schutz fand, da er von den Deutschen gejagt wurde, auf sie aufmerksam. Petros setzt alles daran, seine deutschen Gegenspieler aufzuspüren. Derweil führt Alka den Humanismus ihrer Schwiegereltern fort. Sie versucht ihren Geliebten Alexandros, von dem sie ein Kind erwartet, dazu zu überreden, den Partisanenkampf aufzugeben und mit ihr das Land zu verlassen. Als dieser in die Hände der Deutschen gerät, ist sie es wieder, die leidenschaftlich um das Leben ihres Freundes fleht, als er im Rahmen von Geiselerschießungen gleichfalls hingerichtet werden soll. Petros will nach den erfolgten Geiselerschießungen schließlich mit seinen einstigen Lebensrettern abrechnen, der alte Nikolaos soll für seinen vermeintlichen „Verrat“ zur Rechenschaft gezogen werden. Der Alte soll für seine gelebte Mitmenschlichkeit mit dem Leben bezahlen und hängen. Da Marulja ohne ihren Mann nicht weiterleben will, hat sie nur noch einen letzten Wunsch: Sie will gemeinsam mit ihm in den Tod gehen und an seiner Seite zum Galgen gehen und sein Schicksal mit ihm teilen.

    Dieser Text basiert auf dem Artikel Am Galgen hängt die Liebe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

    Deutscher Kinostart21.10.1960

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