Die Männer vom Berg

    Doku-Soap in 8 Teilen, Folge 1–8

    • Folge 1 (25 Min.)
      Bild: MDR
      Der Start (Folge 1) – © MDR

      Das Erzgebirge in der Region Niederschlag/Bärenstein war reich an Bodenschätzen: Silber, Kobalt, Blei, Zinn und Uran. Doch irgendwann war die Ausbeute nicht mehr groß genug – und mit dem Ende der DDR kam auch das Ende des Bergbauunternehmens Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut. Tausende Bergleute wurden arbeitslos, der Landstrich verlor zehn bis zwanzig Prozent seiner Bevölkerung. Vor zwanzig Jahren drohte die Bergbau-Tradition im Erzgebirge auszusterben. In Niederschlag bei Bärenstein im Erzgebirge fangen zwölf Männer im Herbst 2010 noch einmal ganz neu an – im ersten Bergwerk, das seit vierzig Jahren in Deutschland neu eröffnet wird. In 300 bis 1.000 Metern Tiefe lagern dort große Mengen an Fluss- und Schwerspat – das Mineral ist mittlerweile ein begehrter Rohstoff. Drei Millionen Tonnen vermutet Prof. Wolfgang Schilka, der Leiter des Projekts, in den Tiefen des Gebirges. – Oktober 2010 in Niederschlag im Erzgebirge: Ein großer Knall – das erste deutsche Bergwerk seit vierzig Jahren ist eröffnet. Doch bald bricht der Winter ein. 44 Meter hat der Bagger bisher geschafft. Langsam, in kleinen Abschnitten, geht es weiter. Jede Schicht schafft einen Meter – also werden es drei am Tag. Nach jeder Sprengung muss der Berg gesichert werden, indem Beton gespritzt wird. Der feine Staub kann sich in der Lunge absetzen, deshalb arbeiten die Bergleute mit Masken und in voller Schutzmontur. Mittlerweile hat der Winter Einzug gehalten. Minus 23 Grad herrschen. Noch sind die Männer nicht in den tieferen frostfreien Regionen angekommen. Ständig friert das Wasser ein – die Bergleute müssen permanent ihre Arbeitsgeräte enteisen … (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 06.09.2012 MDR
    • Folge 2 (25 Min.)

      April 2011. Seit Kurzem arbeiten die Bergmänner auf Leistung. Wenn sie sechzig bis achtzig Meter im Monat schaffen, gibt es mehr Geld. Aber das zu erreichen ist nicht leicht. Dann passiert es: Das Einsteckende des Bohrers bricht ab. Im Materiallager findet sich kein passendes Ersatzteil. Es muss beim Hersteller in Schweden bestellt werden. Das bedeutet eine unfreiwillige Pause von mehreren Tagen. Projektleiter Wolfgang Schilka trifft sich mit Volker Calruß von der Nickelhütte Aue. Dort soll der abgebaute Flussspat aufbereitet werden. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Eine Halle wird umgebaut. Mit der Aufbereitung des erzgebirgischen Flussspats betritt die Nickelhütte Neuland. (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 13.09.2012 MDR
    • Folge 3 (25 Min.)

      Für die Männer im Bergwerk Niederschlag beginnt der Mai mit Warten – auf ein neues Einsteckende. Zwar hat die Firma das Ersatzteil bis nach Dresden geliefert, doch von dort geht es nicht weiter. Die Männer sind frustriert. Jeder Tag Stillstand bringt Rückstand. Einige Wochen später. 353 Meter sind die Männer schon in den Berg eingedrungen. Den Fichtelbergbahntunnel haben sie schon unterquert – jetzt nehmen sie Kurs auf den alten Stalinschacht. Die Männer arbeiten in Sonderschichten – um die verlorenen vier Tage aus dem Mai aufzuholen. Je tiefer die Männer sich in den Berg vorarbeiten, umso länger wird der Transportweg nach draußen. (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 20.09.2012 MDR
    • Folge 4 (25 Min.)

      Sommer 2011: 500 Meter sind die Männer in den Berg vorgedrungen. Außerdem haben sie den alten Stalinschacht wieder geöffnet – auch dort sind sie 200 Meter weit gekommen. Noch ein Jahr, schätzt Projektleiter Wolfgang Schilka, und die erste Tonne Flussspat kann gefördert werden. In der Nickelhütte laufen die Vorbereitungen für die Weiterverarbeitung des Spats auf Hochtouren. Der erzgebirgische Spat weist eine Besonderheit auf: Er ist besonders eng mit den anderen Gesteinsarten verwoben – eine saubere Trennung ist deshalb unabdingbar. Die Männer graben sich immer tiefer in den Berg. Doch dann tauchen plötzlich Gerüchte auf. Die Finanzierung des gesamten Projekts stehe auf der Kippe. Hinter verschlossenen Türen finden Gespräche statt. Wird es weitergehen in Niederschlag/Bärenstein? (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 28.09.2012 MDR
    • Folge 5 (25 Min.)

      Das Flussspat-Projekt mit dem Bergwerk steht auf der Kippe, aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den Gesellschaftern. Nun hat das Bergwerk nur noch einen Eigentümer: die Nickelhütte Aue. Deren Geschäftsführer Volker Calruß gelang es, die Banker von dem Vorhaben zu überzeugen. Flussspat ist nach wie vor ein begehrter Rohstoff – Tendenz steigend. Die weitere Finanzierung ist gesichert. Die Bergmänner haben dennoch weitergearbeitet – 24 Stunden am Tag. 65 bis 70 Meter pro Monat graben sich die Bergleute tiefer in den Berg. Die nächste wichtige Station ist der Stalinschacht – der soll geöffnet werden, um den Wasserspiegel in der Grube zu senken. Doch im Stalinschacht lauert eine böse Überraschung: In der seit 1953 geschlossenen Uranerz-Grube ist die Radonkonzentration enorm hoch. Ein neuer Zugang zur Entwässerungsstelle muss gefunden werden. Durch das Radon steigt die Radioaktivität im Stollen. Dann wird es Winter, und neue Herausforderungen stehen an: Die Zufahrt zur Grube ist noch nicht fertig. Der Lkw eines Zulieferers steckt fest. Statt im Berg zu graben, schleppen die Männer die Zugmaschine und den Hänger mit schwerem Gerät vom Hof. (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 04.10.2012 MDR
    • Folge 6 (25 Min.)

      Kurz vor Weihnachten fällt Schnee. Damit die LKW nicht steckenbleiben, leisten die Bergmänner auch den betriebseigenen Winterdienst. Die letzte Schicht im Jahr, die Mettenschicht, wird bei den Bergmännern gefeiert. Mit der Jahresbilanz sind die Bergmänner zufrieden. Sie stehen in der Rampe bei 500 Metern. Eine Rampe ist ein geneigter, geradlinig oder spiralig verlaufender Grubenbau. Rampen sind so angelegt, dass sie mit Großtechnik wie Fahrladern, Muldenkippern oder normalen Lkw befahren werden können. (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 11.10.2012 MDR
    • Folge 7 (25 Min.)

      Es ist mittlerweile Sommer 2012: Die Arbeit der Bergmänner geht voran, das Bürogebäude steht. Die Männer der Grubenwehr – der Freiwilligen Feuerwehr des Berges – sind jene, die einfahren, wenn die anderen flüchten, die ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn es im Berg brennt. Wer dabei sein will, muss topfit sein. Zwei Jahre sind vorbei, in denen nur Geld ausgegeben wurde. Gelingt es, den Schatz zu heben? Werden die Männer beweisen können, dass sich der Bergbau im Erzgebirge wieder lohnt?

      (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 18.10.2012 MDR
    • Folge 8 (25 Min.)

      Projektleiter Prof. Wolfgang Schilka steht auf gefährlichem Boden. Viele Jahre wurde hier im Erzgebirge Uranerz abgebaut – das ganze Gebiet ist unterhöhlt. Im schlimmsten Falle könnte der ganze Schacht zusammenbrechen, so der Geologe. Unter der Erde sprengen die Bergleute weiter. Am gefährlichsten ist der Vortrieb. Der Bergmann an der Spitze muss das Gestein sichern. Die Bergleute brauchen ein gutes Gehör – klingt es hohl oder dumpf, ist der Stein locker. Die Männer kommen nicht so schnell voran, wie sie sich das wünschen; das Gestein enthält Störungen, und sie müssen eine zehn Meter hohe Halle absichern – für eine erste Aufbereitung des Spats. Meter für Meter graben sich die Bergleute der begehrten Flussspatlagerstätte entgegen. Der Rohstoff ist 800 bis 900 Millionen Euro wert und bringt Arbeit für gut dreißig Jahre. „Christiane“ heißt einer der Hunts – der Wagen, mit dem das Gestein transportiert wird. Benannt wurde er nach Christiane Altfeld-Böhm. Ohne sie wäre das Projekt 2011 gescheitert. Sie überzeugte ihren Lebensgefährten Eckhard Jacob, Geld in das Flussspatprojekt zu stecken – eine Investition im Millionenbereich. Das Investoren-Paar aus dem Ruhrgebiet sieht sich aber nicht nur am Stollen um. Sie lassen sich auch von Volker Calruß die im Bau befindliche Aufbereitungsanlage in der Nickelhütte zeigen. Dass hier bald 40 Leute arbeiten, macht sie sichtlich zufrieden. Auch im Bergwerk in Bärenstein/Niederschlag gibt es dann weiter Arbeit für 20 bis 25 Bergleute. Jede Menge Gäste kommen in diesen Tagen ins Bergwerk. Nicht nur die Geldgeber, auch die Kollegen aus dem Marmorbergwerk ganz in der Nähe sind neugierig. Doch noch ist es nicht geschafft. Der Wasserspiegel in der Grube ist zu hoch – vier Meter höher, als dass man in den Gang fahren könnte. Trotzdem: Weihnachten sind sie am Spat, im Februar stehen die Aufbereitungsmaschinen, und der Probebetrieb beginnt. (Text: MDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 25.10.2012 MDR

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