Deutschlands Küsten

    Dokumentation in 10 Teilen, Folge 1–10

    • Folge 1
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      Die Nordsee – Von Papenburg nach Bremerhaven (Folge 1) – © arte

      Die Reise entlang der deutschen Küsten beginnt mit einem Besuch der Papenburger Meyer-Werft. Die junge Schweißerin Friedericke Brandt baut hier voller Stolz an einem großen Kreuzfahrtschiff mit. Mit der „Celebrity Equinox“, einem frisch getauften Luxusliner, lässt sich das Filmteam durch das Ems-Sperrwerk lotsen. Anschließend fliegt es über Emden bis zur westlichsten deutschen Insel Borkum, deren endlose Sandstrände ein Paradies für Kitebuggyfahrer sind. Mit dem Wattführer Kurt Knittel geht es durch das trocken gefallene Watt Richtung Norderney. Und im Städtchen Norden demonstriert Anke Zimmer eine original ostfriesische Teezeremonie.

      Obwohl die ostfriesischen Inseln bei Ebbe sogar zu Fuß erreicht werden können, sind sie durch die Gezeiten isoliert. Wer eine Fähre verpasst, muss schon mal sechs Stunden auf die nächste Flut warten. Einzige Alternative sind Flugzeuge. Pilot Jan-Lüppen Brunzema versorgt mit seiner Cessna die Inselbewohner mit allem, was sie zum Leben brauchen. Täglich legt er 30 Starts und Landungen hin – bei jedem Wetter.

      Weiter geht es entlang der Deiche und Kanäle. Aus der Luft lässt sich beobachten, wie zahlreiche Schafe mit spitzen Hufen unermüdlich die Deichnarben fest trampeln. Die Kräne ragen im Hafen von Bremerhaven steil in die Höhe – 50 Millionen Tonnen Ware, mehr als New York oder Le Havre, schlägt der Hafen jedes Jahr um. Vor der imposanten Kulisse des mit fünf Kilometern längsten Containerterminals der Welt endet die Reise entlang der ostfriesischen Küste. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 03.05.2010 arte
    • Folge 2
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      Die Nordsee – Von Bremerhaven nach Hamburg (Folge 2) – © arte

      Janne Jobus ist Kranfahrerin im Bremerhavener Containerterminal. 40 Container verlädt sie von ihrer gläsernen Kanzel in luftiger Höhe pro Stunde und manövriert die Laufkatze zentimetergenau. Währenddessen lässt sich Erhard Djuren auf einem Hundeschlitten zu seinen Reusen im Watt ziehen. Er ist einer der letzten Reusenkrabbenfischer an der Nordsee. Plötzlich wird das friedliche Watt von Hufgetrappel erschüttert. 150 Teilnehmer zählt das Pferderennen auf dem Duhner Watt. Begeistert beteiligt sich auch Ramona Kosche mit ihrem Halbblut Agatonango, selbst wenn der Parcours eine äußerst nasse und manchmal schlammige Angelegenheit ist.

      In Drochtersen begegnet das Kamerateam dem Schiffsbauer Sven von Reith, der Freifallboote baut. Alle großen Frachter führen diese orangefarbenen, extrem leichten Boote mit, die Stürze aus bis zu 50 Metern Höhe aushalten und schon unzähligen Menschen das Leben gerettet haben. Über die endlosen Plantagen des Alten Lands, dem größten Obstanbaugebiet Nordeuropas, geht es weiter. Eine Viertelmillion Tonnen Äpfel werden hier dank der fetten Böden jedes Jahr geerntet.

      Am noblen Blankenese vorbei führt die Reise nach Finkenwerder. Hier wird der A380, das größte Passagierflugzeug der Welt gefertigt. Und entlang der alten Kapitänshäuser in Övelgönne navigiert Hafenlotse Manfred Müller die großen Kähne durch gefährliche Strömungen. Hochkonzentriert gibt er von der Brücke seine Kommandos, Zentimeter für Zentimeter schiebt sich das jeweilige Schiff an die Pier. Mit Flugbildern der Speicherstadt und der Elbphilharmonie, einem neuen Wahrzeichen von Hamburg, endet diese Folge von „Deutschlands Küsten“. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 04.05.2010 arte
    • Folge 3
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      Die Nordsee – Von Hamburg nach St. Peter-Ording (Folge 3) – © arte

      Auftakt zur dritten Etappe der Reise entlang der deutschen Küsten ist ein Anflug auf den Nord-Ostsee-Kanal, den täglich mehr Schiffe passieren als den Panama- oder Suezkanal. Weiter nördlich beginnt der Nationalpark Wattenmeer. Eine einzigartige Welt, die zweimal am Tag ihr Gesicht verändert – bei Flut überspült, bei Ebbe fast vollständig ohne Wasser.

      Die Insel Trischen ist ein für Menschen gesperrter Brut- und Rastplatz für Seevögel. Nur die Biologin Janina Spalke lebt hier und untersucht die Brutzahlen ihrer gefiederten Inselmitbewohner. Für sieben Monate ist ihr einziger Kontakt zur Außenwelt das Versorgungsboot, das einmal in der Woche anlegt. Nur wenige Kilometer entfernt liegt mitten im Nationalpark Deutschlands die einzige Ölplattform, die Mittelplate, die drei Prozent des deutschen Erdölbedarfs liefert.

      Mit dem Katamaran Halunder Jet geht es nach Helgoland. Der Biologe Arne Malzahn forscht hier über Plankton, die Ursuppe der Ozeane, Anfang der Nahrungskette, aber auch Zeuge für die stetige Erwärmung der Nordsee. Auf dem Weg zurück zum Festland trifft das Kamerateam Kai Jesaitis auf seinem Krabbenkutter. Noch an Bord kochen er und Bootsmann Christoph die Nordseegarnelen ab, damit sie nicht verderben.

      Bei Dithmarschen baut Rainer Carstens auf 600 Hektar Kohl an. Wegen der fruchtbaren Böden, die dem Meer abgetrotzt wurden, war die Gegend schon immer beliebtes Bauernland. Der größte Teil der Kohlernte geht in die Sauerkrautproduktion. Bis auf die „Ackerpille“, eine extrazarte Kohlzüchtung von Carstens. Die genießt er persönlich am liebsten mit Buttersoße und Deichlammfilet.

      Im Nordseebad Sankt Peter-Ording findet sich Sand und Strand, soweit das Auge reicht, zwölf Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit. Hier liegt das Revier der Strandsegler. Mit Luftaufnahmen der berühmten Pfahlbauten endet die dritte Etappe entlang der deutschen Küsten. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 05.05.2010 arte
    • Folge 4
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      Die Nordsee – Von St. Peter-Ording nach den Hallingen (Folge 4) – © arte

      Am Leuchtturm Westerheversand sind bei Windstille die Schlickkrebse zu hören. Diesen geheimnisvollen Klang des Wattenmeeres liebt Lisa Thoms, eine von drei jungen Bewohnern am Leuchtturm, die hier ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.

      Mitten im Wattenmeer liegen die Halligen, kleine Inseln ohne Deiche. Die wenigen Häuser sind auf künstlich aufgeschüttete Erdhügel, sogenannte Warften, gebaut. Seit 20 Jahren leben Gudrun Matthiesen und ihr Mann Hermann mit Hühnern, Gänsen, Schafen, Rindern und Pferden auf Süderoog. Die Idylle scheint perfekt, doch irgendwann, das weiß jeder hier, wird das Meer höher steigen und alles mit sich reißen. Dann heißt es „Land unter“. Von der Wucht der Sturmfluten zeugt der alte Kirchturm auf Pellworm. Seit 1407 steht die Ruine als Fanal für die versunkene Stadt Rungholt.

      Husum, laut Theodor Storm die „graue Stadt am Meer“, ist der Heimathafen der „Ronja“, ein Segelewer, den John von Eitzen eigenhändig nach Vorlagen aus dem 19. Jahrhundert gebaut hat. Auf der Halbinsel Nordstrand lebt Georg Reynders, Pastor im Theresiendom, der 1634 auf einem Deich errichtet wurde. Reynders ist Altkatholik und gleichzeitig die wohl unkonventionellste Seele auf Nordstrand. Seit kurzem überträgt er seine Gottesdienste im Internet, um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken.

      20 Kilometer vor der Küste liegt die Hallig Hooge mit ihren Seehundbänken. Schon bei Sonnenaufgang sind die beiden Hochseekanutinnen Heidi Wehrmann und Andrea Kling mit der Strömung dorthin aufgebrochen. Ohne Scheu kommen Seehunde dicht an die Kajaks heran. Die größte Hallig ist Langeneß. Eine flache Welt im Meer, in der jeder jeden beobachten kann. Hier ist der Postschiffer Fiede Nissen die Nabelschnur zur Zivilisation. Er nutzt den von Langeneß zur Nachbarhallig Oland und von da zum Festland führenden Schienendamm durchs Wattenmeer. Bei Flut ist er nicht zu sehen. Natürlich kann es vorkommen, dass auf dem schmalen Gleis ein Waggon entgegenkommt. Dann gilt: Wer mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich hat, genießt Vorfahrt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 06.05.2010 arte
    • Folge 5
      Bild: arte
      Die Nordsee – Sylt, Föhr und Amrum (Folge 5) – © arte

      In Seebüll beginnt die fünfte Etappe der Reise entlang Deutschlands Küsten. Hier malte Emil Nolde seine schönsten Bilder, inspiriert durch seinen Blumengarten. Heute kümmert sich Gärtner Andreas Weber um das Erbe des Malers. Über den elf Kilometer langen Hindenburgdamm geht es nach Sylt, beliebteste Ferieninsel der Deutschen. Bei Ebbe werden die Anbaubänke der Sylter Royal sichtbar. Der Geschmack dieser Austern gilt als einzigartig. Weiter geht es über das Rote Kliff. Die 50 Meter hohe Steilküste ist gefährdet.

      Meter für Meter zieht sich das Land im Herbst unter dem Druck der Sturmfluten zurück. Den Sand, den das Meer fordert, holen sich die Sylter zurück und pumpen Millionen Kubikmeter wieder an den Strand. Im Süden von Sylt, bei Hörnum, arbeitet die Strandkorbmacherin Svenja Trautmann. Ihre Familie stellt die Körbe seit Generationen her. Heute gelangen Sylter Strandkörbe – in individueller Ausfertigung – in die ganze Welt.

      Auf der Nachbarinsel Föhr gibt es die typischen norddeutschen reetgedeckten Häuser. 30 Jahre hält das Reet, dann wird es brüchig, isoliert im Winter nicht mehr und muss ausgetauscht werden. Helga Wögens bewirtschaftet den einzigen Biomilchhof der Insel. Doch sie bewahrt sich neben der harten Arbeit Zeit für eine Leidenschaft, die Utersumer Trachtengruppe.

      Die Insel Amrum trägt an ihrer Westseite einen 15 Kilometer langen Schutzgürtel aus Sand, den sogenannten Kniepsand. Vom Tonnenlegerhafen legt Wolfgang Stöck mit seiner Crew täglich ab zur Inspektion der Leuchttonnen und Leuchttürme vor Amrum. „Die Menschen denken bei Seezeichen heute nur an die Romantik, vergessen aber, wie gefährlich die Küste heute noch ist“, sagt Stöck. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 07.05.2010 arte
    • Folge 6
      Bild: GEO Television
      Der Leuchtturm Westerheversand steht auf einer Warft vor dem Ort Westerhever. Er ist das Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt. – © GEO Television

      Deutschlands nördlichster Ostseezugang liegt in Flensburg. Von hier brachen die Segler im 18. Jahrhundert in die Karibik auf, um das flüssige Gold Westindiens zu holen, den Rum. Für Martin Johannsen hat das Zuckerrohrdestillat immer noch „etwas Anrüchiges, ein reines Seefahrergetränk“. Doch es hat sich zur begehrten und edlen Spirituose entwickelt. Die Johannsens beliefern die Gastronomie der Stadt und vertreiben ihre raffinierten Rumsorten über das Internet.

      In der Flensburger Förde strahlt Schloss Glücksburg. Das Wasserschloss spiegelt die Machtentfaltung der dänischen Könige und Herzöge von Schleswig-Holstein wider. Hausherrin ist heute Prinzessin Elisabeth. Sie hat das Schloss für Besucher geöffnet.

      Entlang der Küste der Halbinsel Angelns geht es bis zur Geltinger Birk. Hier leben die einzigen Wildpferde Norddeutschlands. Sie teilen sich das renaturierte Land mit wildlebenden Rindern und seltenen Amphibien.

      Die Landschaft der Ostseeküste zieht bis heute Künstler in den Bann. Täglich malt der Kunstprofessor Klaus Fußmann im Sommer an der Steilküste von Kronsgaard. Nur wenige Kilometer weiter befindet sich Arnis, die „Perle der Schlei“, mit 300 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands. Entlang der Schlei geht es tief ins Landesinnere nach Schleswig. Aus der Luft entdeckt man schnell den Wall der alten Wikingersiedlung Haithabu. Reinhard Erichsen ist einer der „Wikinger“, die hier im Sommer wohnen und die alten Zeiten zum Leben erwecken.

      Wieder quer durchs Land geht es nach Eckernförde zur Unterwassersuche nach leuchtenden Quallen. In riesigen Schwärmen suchen sie im Sommer die Strände heim und verderben so manchem mit ihrem brennenden Gift den Badespaß.

      Im Eckernförder Hafen liegt gerade eines der modernsten U-Boote der Welt: U-32. Karolin Peters ist neben 27 Männern die einzige Frau der Mannschaft. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 10.05.2010 arte
    • Folge 7
      Bild: arte
      Die Ostsee – Von Kiel nach Lübeck (Folge 7) – © arte

      Die Steilküsten an der Kieler Bucht sind noch immer geschätzte Landmarken für Schiffer. Von Schweden und Norwegen kreuzen täglich große Fähren durch die Kieler Förde. Eine der letzten Bastionen alter Seefahrtsromantik ist das Schiffercafé am Tiessenkai. Einmal in der Woche treffen sich hier Leute mit Fernweh, um beim Tango Argentino dem Alltag zu entfliehen.

      Südlich der Kieler Bucht beginnt die Halbinsel Wagrien. An der Steilküste von Stein lebt Birgit Rautenberg-Sturm, die einen besonderen Weg gefunden hat, die Geschichte der Küste als Druckgrafik zu erzählen. Sie verwendet Zinkplatten, die – eingenäht in Stoff – über Monate im Meer liegen. Rost, Algen und Salzwasser hinterlassen einzigartige Muster, die von der Künstlerin veredelt werden.

      Weiter geht es durch eine der schönsten Landschaften der Ostseeküste, die Holsteinische Schweiz, nach Gut Panker, seit dem Zweiten Weltkrieg die neue Heimat der Trakehner, einer alten Pferderasse aus dem ehemaligen Ostpreußen. Aus dem Helikopter ist Graswarder zu erkennen, eine mystische Lagunenlandschaft, gesäumt von reetgedeckten Häuschen. Landung ist auf Fehmarn, beim Leuchtturm Staberhuk. Abends versammeln sich hier Männer mit einem besonderen Jagdfieber. Stundenlang stehen die Fliegenfischer im Wasser und schwingen ihre Angel wie eine Peitsche. Und die Zwillingsbrüder Manfred und Jürgen Charchulla zeigen, wie man auf der idyllischen Insel den Kick der Geschwindigkeit findet. Als Surf-Opas unterrichten sie immer noch den Nachwuchs.

      Im Hubschrauber begleitet das Kamerateam den passionierten Segelflieger Klaus Grube entlang der Küstenlinie. Zwischenstopp ist der Niendorfer Hafen. Hier verkaufen Fischersfrauen in kleinen Buden fangfrische Meereschen, Steinbutt sowie Scholle und Johanna Orthmann ihre Töpferwaren. Von der Lübecker Bucht führt das letzte Stück der Etappe landeinwärts nach Lübeck, Stadt der sieben Türme. Im Rathaus ist die Pracht der Hanse und der reichen Pfeffers¿cke von einst noch zu spüren. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 11.05.2010 arte
    • Folge 8
      Bild: arte
      Die Ostsee – Von Lübeck bis nach Rostock (Folge 8) – © arte

      Im Lübecker Hafen liegt die „Lisa von Lübeck“, ein Dreimaster nach mittelalterlichem Vorbild. Weder Wrackfunde noch Baupläne gab es, an denen Charly Brüser und seine Mitstreiter vom Museumshafen sich beim Nachbau hätten orientieren können. Stolz bläht die Kraweel heute ihre Segel. In der Lübecker Bucht fahren heute die Skandinavienfähren in die Trave ein.

      Am Brodtener Ufer finden sich geheimnisvolle Blumen in der Brandung. Sie sind die Überreste von Seebestattungen, die hier regelmäßig stattfinden. Der Architekt Georg Conradi begleitet Menschen auf ihrer letzten Fahrt.

      Von Travemünde geht der Flug Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Nahe der Küste liegt Schloss Bothmer. Restaurator Andreas Baumgart versucht, unter den Farbschichten der Jahrhunderte das wahre Gesicht des Schlosses freizulegen. Nur wenige Kilometer weiter in Boltenhagen arbeitet Rettungsschwimmerin Elisa Kostyra, die vor den Gefahren der Ostsee durch Unterströmung warnt.

      Über Wismar geht es zum Salzhaff, dem Revier der draufgängerischen Kitesurfer. Etwas weiter nordöstlich liegt das Fischerdorf Rerik. Früh am Morgen herrscht im Hafen schon reges Treiben. Doch die Bestände sind minimiert, die Preise niedrig, so dass die Fischerei hier eine aussterbende Zunft ist. Auf dem Weg nach Osten erstrahlt das Seebad Heiligendamm als klassizistisches Gesamtkunstwerk. Schon im 18. Jahrhundert reisten Gäste sogar aus Russland an, um die Sommerfrische zu genießen.

      Letzte Station der Reise ist Rostock. Am Hafen bricht Berufstaucher Eyk-Uwe Pap zu einer schwierigen Unterwasseroperation auf. Er soll die Messstation Darßer Schwelle warten, mit der Daten zur Klimaveränderung gewonnen werden. Mit Luftaufnahmen der Nikolaikirche in Rostock endet die achte Folge von „Deutschlands Küsten“. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 12.05.2010 arte
    • Folge 9
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      Die Ostsee – Von Rostock nach Rügen (Folge 9) – © arte

      Aus der Luft mutet die Boddenlandschaft recht bizarr an, die die letzte Eiszeit hinterlassen hat. An der Steilküste von Wustrow sucht Jürgen Gründling seit seiner Kindheit nach Bernstein. Über die Jahrzehnte hat er ein gutes Gespür entwickelt, wo das Gold der Ostsee zu finden ist.

      Im Dörfchen Ahrenshoop treffen bis heute Tradition und Kunst aufeinander. Hier gibt es noch den alten Brauch des Tonnenschlagens. Die Dorfbewohner treten zu Pferd gegeneinander an, um ein Heringsfass zu zerschlagen. Das geht auf die Zeit zurück, als die Pommern Heringe als Steuern an die schwedischen Besatzer zahlen mussten.

      Die Hubschrauberreise entlang der Küsten führt weiter nach Prerow. Hier schnitzen die Brüder Roloff die traditionellen Darßer Türen. Die bunten Haustüren prägen das Bild der Dörfer auf dem Darß. Früher waren sie Statussymbole reicher Kapitäne.

      Am Abend sammeln sich in den Boddengewässern die Kraniche. Sie rasten hier auf dem Weg nach Süden. Im September, wenn Tausende von Kranichen den Himmel verdunkeln, zieht es die Ornithologin Silke Fregin nach Groß-Mohrdorf, um die großen und anmutigen Vögel zu beobachten.

      Weiter geht es zum Leuchtturm von Hiddensee, der den Schiffen auf der Ostsee von weitem den Weg weist. Und im Ozeaneum Stralsund stellt Kuratorin Nicole Kube ihr Lieblingsexponat vor, den Mondfisch. Diese seltene Fischart wird weltweit nur in zehn Aquarien ausgestellt.

      Rügen, die Insel der endlosen Sandstrände und berühmten Kreidefelsen, ist die letzte Etappe.

      Vom Fährhafen Sassnitz geht es auf der ältesten Fährverbindung nach Schweden. Sie verknüpft auch die Eisenbahnnetze zwischen Skandinavien und Zentraleuropa. Kapitän Volkmar Milzow befährt seit 20 Jahren die Strecke über die Ostsee nach Trelleborg. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 13.05.2010 arte
    • Folge 10
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      Die Ostsee – Von Rügen nach Usedom (Folge 10) – © arte

      Die letzte Etappe der Reise entlang von „Deutschlands Küsten“ beginnt in Prora auf Rügen. Hier wirft eine etwa 4,5 Kilometer lange Ruine aus der NS-Zeit ihre Schatten auf den Strand. Geplant war sie für 20.000 Urlauber als größte Ferienanlage der Welt. Doch aus dem staatlich geförderten Massenurlaub wurde nichts. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten gestoppt. Heute stehen die Gebäude unter Denkmalschutz und dürfen nicht abgerissen werden.

      Aus der Luft strahlen die weißen Häuser der Bäderarchitektur von Binz besonders hell. Hier versorgt ein schwäbischer Sternekoch seine Gäste mit fangfrischem Ostseefisch. Das hat ihm, seinem Strandrestaurant „niXe“ in Binz und der Insel Rügen den ersten Michelinstern eingebracht.

      Die Reiseroute führt weiter nach Süden. Ein Wasserlauf trennt Moritzdorf vom Nachbarort Baabe. Wer ans andere Ufer möchte, ist auf eine Fähre angewiesen.

      Der Dampfzug „Rasender Roland“, ein nicht nur bei Touristen beliebtes Verkehrsmittel, lässt eine andere Dimension des Reisens entdecken.

      Nur wenige Menschen kommen auf die Insel Vilm, die seit 1990 eine der Kernzonen des Biosphärenreservates Südost-Rügen bildet.

      Über den Greifswalder Bodden geht es weiter nach Lubmin, vorbei am einstigen Stolz der DDR-Energiewirtschaft, dem Kernkraftwerk Greifswald. Vor dem Kraftwerk wird ein schwedisches Wrack gehoben, das hier 1715 versenkt wurde und nun der Ostseepipeline zwischen Russland und Deutschland im Weg liegt.

      In Zinnowitz auf Usedom trainieren Katrin Holtwick und Ilka Semmler Beachvolleyball. Die beiden Profis erlebten kürzlich ihren größten Triumph, den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften. Mit dem majestätischen Flug der Seeadler, die auf der Insel Usedom überlebt haben, endet die letzte Etappe entlang „Deutschlands Küsten“. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 14.05.2010 arte

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