bisher 2 Folgen

  • Folge 1
    Steuern auf Arbeit, Konsum, Erbe – der Staat verspricht ein gerechtes System. Also: Starke Schultern tragen viel, schwache Schultern tragen wenig. Doch geht dieses Versprechen auf? Die Vermögensteuer ist seit fast 30 Jahren ausgesetzt. Auch die Erbschaftsteuer bringt nicht viel ein, weil ein großer Teil gar nicht besteuert wird – dafür sorgen jede Menge Ausnahmen. Steuern auf Alltagskonsum dagegen sind immer weiter gestiegen. Wie nehmen Personen mit unterschiedlich hohem Einkommen ihre Situation selbst wahr, und wie ordnen Expertinnen und Experten sie ein? Wer zahlt wie viel Steuern? Und wie ist die Steuerlast tatsächlich verteilt? Auf der Suche nach gerechten Steuern begleitet die Doku Menschen aus unterschiedlichen Einkommensgruppen in deren Alltag: ein Angestellter mit kleinem Budget, eine Familie mit durchschnittlichem Einkommen und einen Unternehmer. Sind es tatsächlich die Besserverdienenden, die den Staat finanzieren? Deutschland sollte in Zukunft „mehr Steuerpolitik machen für die sogenannte untere Mittelschicht, im Prinzip für die unteren 50 Prozent der Einkommensverteilung“, erklärt Sebastian Eichfelder, Professor für Steuerlehre an der Uni Magdeburg. „Die haben von der Steuerpolitik der letzten 20 Jahre nicht so richtig profitiert“. In Zeiten des Fachkräftemangels sei es das Gebot der Stunde, „die Steuerbelastung auf den Faktor Arbeit zu reduzieren“. Auch Nadine Riedel, Professorin für Wirtschaftspolitik an der Uni Münster, fordert mehr steuerliche Anreize für Erwerbstätige: „Wie viel Einkommen hat jemand nach Steuern in der Tasche, der zu einem niedrigen Lohn arbeitet im Vergleich zu jemandem, der nicht arbeitet und Sozialleistungen in Anspruch nimmt?“ Aber auch am oberen Ende sieht Riedel Gerechtigkeitslücken im Hinblick auf „Menschen, die hohe Kapitaleinkommen erhalten und relativ niedrig besteuern müssen“. (Text: Phoenix)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 25.11.2024 ZDF
  • Folge 2 (45 Min.)
    Wir stecken mitten in der Energiewende. Lange ging es nur um den Ausbau erneuerbarer Energien. Jetzt schiebt sich eine andere Frage in den Vordergrund: Wer zahlt den Preis dafür? Daten zeigen: Die Zustimmung zur Transformation sinkt besonders bei Haushalten, die unter Kostendruck stehen. Viele spüren es an ihrer Strom- und Heizrechnung: Der Umbau zur Klimaneutralität wird maßgeblich durch private Haushalte finanziert. Die Energiewende ist die Hauptursache, warum Deutschland aktuell den höchsten Strompreis in Europa hat – ein Problem für Unternehmen und Verbraucher. Für viele ist das inzwischen sogar die neue soziale Frage. „Transformationen haben Verteilungseffekte“, erklärt Andreas Goldthau von der Willy Brandt School of Public Policy in Erfurt, „es gibt Verlierer und es gibt Gewinner. Und Verlierer sollten nicht alleine dastehen, und Gewinner sollten nicht alles abschöpfen. Der Wohlfahrtsstaat hat eine wichtige Rolle zu spielen. Und all das muss zusammengreifen, sonst gelingt die Wende nicht.“ Die Doku zeigt mit exklusiven Berechnungen der Hochschule Bochum am Beispiel von drei Haushalten: Der CO2-Preis trifft besonders Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen, die nicht einfach auf E-Auto oder selbst produzierten Solarstrom umsteigen können. Brigitte Knopf vom Berliner Thinktank Zukunft KlimaSozial kritisiert eine „Förderpolitik mit der Gießkanne“ wie beispielsweise beim bisherigen Umweltbonus für Elektroautos, „wo wir dann gesehen haben, dass obere Einkommen viel mehr davon profitiert haben.“ Eine Untersuchung von Brigitte Knopf macht klar, dass vor allem Haushalte mit Eigenheim und höherem Einkommen, die in nachhaltige Technologien wie Wärmepumpe oder Solardach investieren können, Zuschüsse bekommen haben. Lediglich rund 14 Prozent der Ausgaben hatten explizit einen sozialen Fokus. Die Doku sucht nach Lösungsansätzen und schaut sich an Beispielhaushalten an, wie eine Umverteilung der Lasten aussehen könnte. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 ZDF
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