Kukeri, die Geisterjäger von Bulgarien
Folge 681 (51 Min.)
Margaretha Urlachki (re.) zelebriert das Kukeri-Ritual mit ihrem Großvater Vancho (li.).Bild: MedienKontor/Roland WagnerIhre Erscheinung wirkt wie ein Spuk: imposante Gestalten, vollkommen in wuchtige Ziegen-Felle gehüllt, stumm, gesichtslos, unheimlich. Auf einmal springen sie auf, kreisen um die eigene Achse, breiten die Arme aus, schwingen und federn, in einem sich steigernden Rhythmus. Die langen Tierhaare peitschen durch die Luft. Der Klang von massiven Glocken verschmilzt zu einem hypnotischen Geläut. „Kukeri“ heißt das heidnische Ritual. Zu jedem Jahresanfang erwacht es neu. Und in letzter Zeit erlebt Kukeri sogar eine Renaissance, zunehmend in der jungen Generation. Auch immer mehr Frauen wie Margaretha zieht das ursprünglich männerdominierte Ritual an.Ihr Vater hat der jungen Frau die Verantwortung übertragen, die Kukeri-Tradition in der Familie fortzuführen. Wiederum versucht sie, Mädchen wie die achtjährige Michi dafür zu begeistern. Und junge, ins Ausland ausgewanderte Männer wie Todor kommen jeden Winter in die Rhodopen-Berge zurück, um während des Surwa-Fests die bösen Geister aus ihrem Dorf zu vertreiben und Gutes zu beschwören. Für sie alle bedeutet Kukeri weitaus mehr als Tradition. Das Ritual aus vorchristlicher Zeit ist Bestandteil ihrer heutigen Identität. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Sa. 29.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 arte Kanada: Frauenpower im Helikopter
Folge 682 (52 Min.)Cassandra Dupont ist eine von 150 Hubschrauberpilotinnen in Kanada. Die restlichen 2.850 Hubschrauberpiloten sind alle Männer.Bild: MedienKontor/Philippe Mc GawKanada hat die weltweit größte Pilotendichte, trotzdem sind nur fünf Prozent davon Frauen. Cassandra Dupont, Mariam El Jundi und Leslie Coolen gehören zu dieser noch immer kleinen Elite. Sie sind im ganzen Land unterwegs, um Einsätze mit Ingenieuren, Klima- und Umweltforschern sowie Geologen in den entlegenen Regionen Kanadas zu fliegen. Gerade im Winter, bei bis zu minus 40 Grad Celsius, sind die Einsätze hart und gefährlich: „Es gibt niemanden, der einem sagt, was man tun soll. Wenn man an sehr abgelegene Orte fliegt, ist man der Gefahr noch mehr ausgesetzt.Die Rettungskräfte können dann sehr weit entfernt sein, falls etwas passiert“, sagt Cassandra. Sie übernimmt zahlreiche Aufträge für eine Eisenbahngesellschaft am Standort Mont Wright, auf dem Breitengrad von Südgrönland. Mariam El Jundi ist eine erst 26-jährige Pilotin, sie stammt aus Calgary und ist jetzt im Norden von British Columbia stationiert. Leslie Coolen gilt mit ihren 4.000 Flugstunden als Pionierin unter den Hubschrauberpilotinnen – vor zwei Jahren hat sie ihre Zulassung für den Sikorski S 61 erhalten. Von Inuvik, der letzten größeren Siedlung vor den eisigen Weiten der Arktis, startet sie mit einem Biologen auf eine Erkundungsmission der Wolfspopulation. In dieser von Menschen völlig unberührten Landschaft und auf durch Schneemassen undefinierbarem Untergrund zu landen, ist eine echte Herausforderung. Doch für sie gibt es nichts Schöneres: „Es gibt Momente beim Fliegen, in denen man in den Sonnenuntergang am Horizont blickt und denkt: Ich habe so viel Glück.“ (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Sa. 05.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 12.09.2026 arte Die Rückkehr der Fischotter
Folge 683 (35 Min.)In Schleswig-Holstein werden immer mehr verwaiste Fischotter gefunden, deren Mütter durch Wildunfälle umgekommen sind – was die traurige Begleiterscheinung einer eigentlich positiven Entwicklung ist: Die Fischotter kehren nach Deutschland zurück. Über Dänemark, Polen, Tschechien breiten sich die Wassermarder wieder weiter Richtung Süden und Westen aus. Auf ihren Wanderungen werden ihnen dabei häufig Straßen zum Verhängnis. Nur der Umbau von Brücken mit Durchlässen und Stegen unter den Straßen kann das verhindern. Zudem ist die Rückkehr der Fischotter eine Entwicklung, die nicht allen gefällt.Gerade die Besitzer großer Fischteiche stehen oft einem Problem gegenüber, denn die wendigen und flinken Fischotter sind ausgezeichnete Jäger und können einen Teichbestand bis an die Existenzgrenze reduzieren. Hier ist die Politik gefragt: Hilfe und Ausgleichszahlungen sind nötig, denn Fischotter stehen unter strengem Schutz. Umso wichtiger ist es, dass Mensch und Tier da, wo Lebensraum und Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen, Lösungen gefunden werden. Christian Erdmann beschränkt sich derweil auf die Aufzucht der verwaisten Otter. Eine Herausforderung ist es, für diese Tiere Partner zu finden, denn gerade in den ersten Monaten sind Fischotter auf gleichaltrige Gesellschaft angewiesen. So unversöhnlich, wie sich Fischotter als Erwachsene gegenüberstehen, so dringend brauchen sie anfangs Gefährten. Die Suche nach Gesellschaft für ein Jungtier namens Felix ist daher besonders wichtig, damit auch er nach einem Jahr als starker und überlebensfähiger Otter wieder ausgewildert werden kann. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 27.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 04.10.2026 arte
