• Folge 679 (32 Min.)
    Ida Svendsen erinnert sich noch gut daran, wie sie als Kind von den Dächern in große Seegrashaufen sprang. Damals hätte sie nicht geahnt, dass der angespülte Tang einmal zu ihrem Lebensinhalt werden würde. Ihre Heimatinsel Læsø ist mit weniger als 2.000 Einwohnern die am dünnsten besiedelte Gemeinde Dänemarks. Wie alle Inseln ist auch Læsø den Wetterkapriolen von Regen und Sturm ausgesetzt. Abgelegen von der Zivilisation, behalfen sich die Menschen seit jeher selbst und nutzten die natürlichen Gegebenheiten, um ihre Häuser zu bauen und zu erhalten. Angeschwemmtes Seegras war dabei ein beliebtes Baumaterial: Es lag zuhauf an den Stränden, bot hervorragenden Schutz und isolierte die Häuser zudem effektiv. Außerdem gilt es als äußerst langlebig – einige Seegrasdächer auf der Insel existieren bereits seit mehr als 300 Jahren. Doch auch die Tangdächer benötigen Pflege und regelmäßige Reparaturen. Dafür verantwortlich ist Henning Johansen. Seit 20 Jahren repariert er marode Dächer und deckt neue ein. Gelernt hat er das Handwerk nie – stattdessen hat sich der Autodidakt die Technik mit Hilfe alter Filmaufnahmen angeeignet. Heute ist er Idas Chef, und sie hofft, eines Tages in seine Fußstapfen treten zu können. Beide arbeiten bereits als eingespieltes Team zusammen. In den kommenden Jahren könnten ihre Aufträge weiter zunehmen, denn auf Læsø hat man bei der Unesco einen Antrag gestellt, die Seegrasdächer als Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 21.03.2026 arte
  • Folge 680 (32 Min.)
    Die klimatischen Verhältnisse setzen den Cannabisbauern im Norden Marokkos zu – alle haben mit dem Wassermangel zu kämpfen, er verschärft die ohnehin große Konkurrenz unter den Bauern. In Azila, einem Dorf, das ausschließlich vom Drogengeschäft lebt, dürfen die Bauern Cannabis zwar anbauen, aber nicht damit handeln. Im Rif-Gebirge leben schätzungsweise 300.000 Familien vom Cannabisanbau, die meisten davon in Armut – die besten Anbau-Lagen gehören einigen Großbauern, die das Geschäft zunehmend kontrollieren. Jeder ist des anderen Feind, wer illegal handelt, läuft Gefahr, im Gefängnis zu landen. Viele hier sind für die Legalisierung, um der allgegenwärtigen Angst zu entkommen. Doch das Legalisierungsprogramm der Regierung steckt in Schwierigkeiten, denn weniger Bauern als erhofft schießen sich ihm an. Cannabis verlor seinen zweifelhaften Ruf durch die therapeutische Wirkung bei zahlreichen Krankheiten. Die Hanf-Pflanze enthält mehr als hundert Cannabinoide, das Bekannteste ist THC. Es verändert Wahrnehmung, Konzentration und Zeitgefühl, kann aber auch psychische Probleme auslösen. CBD dagegen wirkt beruhigend, entspannend und entzündungshemmend und hat keine berauschende Wirkung. Für die legale pharmazeutische Produktion gelten verbindliche Regeln und hohe Standards, es gibt strenge Kontrollen, was viele Farmer abschreckt. Vor allem das Misstrauen gegenüber dem Staat sitzt tief: Willkür und Korruption sind an der Tagesordnung. Für Bestechung empfängliche Polizisten verdienen gut mit am illegalen Geschäft und unterlaufen nicht selten die Legalisierung. In diesem Spannungsfeld erleben wir die Auseinandersetzungen pro und contra Legalisierung sogar innerhalb von Familien. (Text: arte)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 28.03.2026 arte

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