Abdessattar Ben Moussa / Dschihadisten: Soll Frankreich Franzosen bombardieren? Tunesien: Ein Nobelpreis für die Demokratie Der Friedensnobelpreis ging in diesem Jahr an das Quartett für „den nationalen tunesischen Dialog“. Die Vermittlergruppe besteht aus den wichtigsten Akteuren der historischen Zivilgesellschaft Tunesiens: der Gewerkschaft und Anführerin im Kampf für die tunesische Unabhängigkeit UGTT, der Arbeitgebervertretung UTICA, dem nationalen Anwaltsverein und der tunesischen Liga für Menschenrechte LTDH. Das Nobelpreis-Komitee begründete seine Entscheidung damit, dass „das Quartett einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer pluralistischen Demokratie nach der Jasminrevolution im Jahr 2011 geleistet habe“. Wir empfangen heute Abend den Präsidenten der tunesischen Liga für Menschenrechte und Friedensnobelpreisträger 2015 Abdessattar Ben Moussa zu einem exklusiven Gespräch. Dschihadisten: Soll Frankreich Franzosen bombardieren? Bei den französischen
Luftangriffen gegen den IS in Syrien sollen französische Dschihadisten getötet worden sein. Frankreich rechtfertigt seine Einsätze mit der UN-Charta, die im Fall „eines bewaffneten Angriffs, das naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ anerkennt. Während die französische Regierung einerseits eine Kampagne zur Vorbeugung des Engagements junger Franzosen für den Dschihad in Syrien startet, werden mehrere Fragen aufgeworfen, vor allem in Bezug auf die Legitimität des französischen Militäreinsatzes und den eventuellen Entzug der Staatsbürgerschaft für französische Terroristen. Darf ein Staat seine Staatsbürger im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus töten? Um darüber zu diskutieren, geben wir heute Abend dem Journalisten bei der Tageszeitung L’Opinion und Experten für Verteidigungsfragen Jean-Dominique Merchet, dem Abgeordneten und Landessekretär der PS für Verteidigungsfragen Eduardo Rihan Cypel und der Präsidentin von Amnesty International France Geneviève Garrigos das Wort. (Text: arte)