Spiel ohne Grenzen

    Spiel ohne Grenzen

    EU 1965–1999
    Deutsche Erstausstrahlung: 26.05.1965 ARD
    Englischer Titel: It's A Knockout / Französischer Titel: Jeux Sans Frontiers

    In „Spiel ohne Grenzen“ traten die Mannschaften mehrerer Nationen gegeneinander an und ermittelten in allerlei verrückten und lustigen Spielen den Sieger. Moderatoren waren u.a. Camillo Felgen und Dr. Erhard Keller. (Text: Roberto)

    Neue Version als Deutschland Champions

    Spiel ohne Grenzen – Community

    Tom (geb. 1965) am 22.08.2015: Erfunden hat das Ganze Guy Lux, der die Sendung für Frankreich dann auch viele Jahre moderierte. Wenn jemand Interesse an ein paar Daten zu Spiel ohne Grenzen hat, kann man sich gerne bei mir melden. e-mail: ricklongpre@web.de .
    Susanne am 13.03.2015: Wer hat die Spiele zu "Spiel ohne Grenzen " erfunden ? Kann man die Sendung noch irgendwo ansehen? Vielen Dank im Voraus.
    matthias leuchter am 15.07.2014: Das waren noch Zeiten, kein Haendy kein Laepptop ,da wurde Fettnoch mit O geschrieben. Und die zeit war nicht so Stresieg.
    Friedhelm (geb. 1963) am 09.12.2012: Ich kann mich noch daran erinnern,das Spiel ohne Grenzen einmal in meinem Heimatort,direkt neben dem Haus in dem wir wohnten statt fand.Wir konnten direkt auf den Sportplatz schauen,wo es statt fand.Heute ist dieser Sportplatz weg und Wohnhäuser stehen jetzt dort.Ich fand dieses "alte Konzept" der Völkerverständigung und dem gemeinsamen fairen Wettkampf besser,als das was dann als "neues Spiel ohne Grenzen" deklariert wurde.
    Nouri Streichert (geb. 1973) am 15.11.2009: Bitte mehr von den alten Folgen. Oder noch besser: Endlich neue Folgen! Für jeden ..... haben die öffentlich-rechtlichen Geld! Aber so was gutes verstaubt im Archiv

    Spiel ohne Grenzen – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    90 minütige Sommer-Spielshow mit Camillo Felgen.

    Mannschaften aus verschiedenen deutschen Städten kämpfen samstags nachmittags gegen 15.00 Uhr in witzigen und actionreichen Wettbewerben gegeneinander. Es geht darum, für seine Stadt zu gewinnen und das Team in eine nächste Runde zu bringen. Die Sieger kämpfen in einer weiteren Show mittwochs um 21.00 Uhr im internationalen Wettbewerb gegen Städteteams aus anderen europäischen Ländern.

    Anfangs waren jeweils fünf, später acht Länder in diesen Finalspielen vertreten. Am Ende jedes Sommers gab es zudem eine große Endausscheidung und einen Gesamtsieger. Schon 1965 betrug das Preisgeld für die entsprechende Stadt 40 000 DM.

    Bei den Wettbewerbsspielen war Wasser häufigster Bestandteil, auch Schmierseife kam auffallend oft zum Einsatz. Die Kandidaten mussten Geschicklichkeitsspiele bewältigen, meist auf Zeit, in denen oft die Gefahr bestand, auszurutschen oder ins Wasser zu fallen. Mitspieler schossen sich gegenseitig mit Wasserpistolen ab, mussten Haltung auf einem schnellen Karussell bewahren, Hindernislauf auf Schmierseife machen, Gleichgewicht auf Mühlrädern halten etc. Die Spieler trugen entweder Badekleidung oder große, bunte Kostüme, die sie bei der Bewältigung der gestellten Aufgaben zusätzlich behindern sollten. All diese Hindernisse waren effizient und führten bei den Teilnehmern zu Prellungen, Schürfwunden, Sehnenrissen, Rippenbrüchen und Schädelverletzungen. Ab 1971 wurde die Show entschärft, dennoch hieß es noch 1973 in einer Regieanweisung: „Wer hinfällt und sich verletzt, muss aus dem Bild kriechen; wir wollen keine Leidenden sehen.“

    Spiel ohne Grenzen fand im Freien statt, meist auf einem Marktplatz oder in einem Stadion, was die Wasserplantscherei erlaubte. Die Sendung beruhte auf einem nationalen Städteturnier, das der Franzose Guy Lux entwickelt hatte und das schon in Frankreich unter dem Titel „Intervilles“ ausgestrahlt wurde. Die Weiterentwicklung zu Spiel ohne Grenzen geschah angeblich auf Initiative von Charles de Gaulle, der damit die internationale Annäherung vorantreiben wollte.

    Jedes Land stellte seine eigenen Moderatoren (Spielleiter) und Kommentatoren, sodass immer mindestens zwei Moderatoren die Show gemeinsam präsentierten. Der beliebte Radiomoderator Camillo Felgen von Radio Luxemburg wurde mit dieser Show auch als Fernsehmoderator ein bundesweiter Star. Eigentlich war Arnim Dahl als Spielleiter vorgesehen, der die Premiere auch noch leitete: als Einstieg gleich ein internationales Duell zwischen dem deutschen Warendorf und dem französischen Dax. Felgen war als Kommentator und Übersetzer dabei, auf französischer Seite moderierte Guy Lux. In der Sendung ging alles drunter und drüber, Dahl fühlte sich unwohl und machte einige Fehler. Es wurde dauernd zwischen den zwei Spielorten in Deutschland und Frankreich hin- und hergeschaltet, wenn in Frankreich gespielt wurde, kommentierte Deutschland und umgekehrt.

    Als wäre das noch nicht kompliziert genug, spielten beide Mannschaften je zur Hälfte in beiden Ländern. Dann gab es ein Spiel mit einem Trampolin, ein Kandidat lief vor einer Kuh davon, sprang über das Trampolin, die Kuh drauf – und kam nicht mehr herunter. Dahl und Felgen sahen sich mit einer hüpfenden Kuh konfrontiert und wussten nicht, was sie tun sollten. Felgen lachte sich kaputt. Das brachte ihm so viele Sympathiepunkte, dass er ab der zweiten Sendung zum Spielleiter befördert wurde. Er moderierte nun allein, 1968 kam ein gewisser Tim Elstner als Co-Moderator dazu (der kurze Zeit später als Frank Elstner berühmt wurde). 1973 trat Felgen nach 125 Sendungen ab, ein Jahr vor Elstner. Nachfolger wurden Erhard Keller, Marie-Luise Steinbauer, Manfred Erdenberger und Heribert Faßbender.

    Eine deutsche Stadt gewann das Gesamtturnier erstmals 1966: Eichstätt. Weitere Sieger aus Deutschland waren in den folgenden drei Jahren Duderstadt, Siegen und Wolfsburg, dann gewannen nur noch Ettlingen und Schliersee in den Jahren 1976 und 1977. In Deutschland wurde die Reihe 1980 nach 209 Ausgaben eingestellt. Frankreich und andere Länder bestritten den Wettbewerb (mit sechsjähriger Unterbrechung) noch bis 1999 weiter. Ab Juli 1989 versuchte die ARD im Sommer eine Neuauflage, in der nur deutsche Städte gegeneinander antraten, jetzt als Samstagabendshow um 20.15 Uhr. Michael Schanze moderierte vier mäßig erfolgreiche Ausgaben, dann war Schluss. Erst 2003 machte sich die Schmierseife wieder breit im deutschen Fernsehen: in Deutschland Champions.

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