Münchner Geschichten

    Münchner Geschichten

    D 1974

    Tscharlie, ein in die Jahre gekommener Berufsjugendlicher, wohnt bei seiner Oma in München. Er hält viel von sich und versucht seine diversen Existenzgründungsideen in die Tat umzusetzen (z. B. Betreuer einer Künstleragentur, systematische Wetterfolge durch Großcomputeranalyse und Erkundung diverser Reitställe, Produzent von Brettl-Komödianten und -musikern in der Wirtschaft der Eltern seiner Verlobten, Inhaber eines „Tschiens-Geschäfts“ [Tscharlie’s Tschiens] etc.).

    Die Episoden schildern ebenso den Zeitgeist Münchens in den siebziger Jahren (Bauspekulanten, die Tscharlies Oma aus der Wohnung schmeißen und Zimmer teuer an Ausländer weitervermieten wollen, Wohnungssuche der Oma in der neu erbauten Trabantenstadt, Besuch Tscharlies bei Freunden (Wirtschaftswunderprofiteure, die seinen Neid erwecken), Heiratsambitionen von Tscharlies Freundin, das gutbürgerliche Leben seines besten Freundes, eines Versicherungsangestellten. Tscharlie landet trotz aller anfänglichen Erfolge immer wieder auf dem Nullpunkt, da er es nicht auf die Reihe bringen will, mit seinen Existenzgründungen Erfolg zu haben. Eigentlich möchte er, dass alles so unbestimmt bleibt wie es ist. (Text: Michael Czerwinski)

    Münchner Geschichten auf DVD

    Münchner Geschichten – Community

    Stefan_G (geb. 1963) am 15.09.2016 21:22: Na logisch...
    thommy2 (geb. 1966) am 25.04.2016 18:30: Spielt im Jenseits weiter
    Mario am 31.03.2015: Helmut Dietl ist tot.
    Holger (geb. 1981) am 12.09.2014: Lonnie Donegan - Battle of New Orleans
    reinhard (geb. 1952) am 04.09.2014: Hs.Nr. 3 ggü der Gaststätte "Altdeutsche Weinstuben" heißt aber heute "Tattenbach"

    Münchner Geschichten – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    9 tlg. dt. Milieuserie von Helmut Dietl.

    Charly, Verzeihung: Tscharlie Häusler (Günther Maria Halmer) aus dem Münchner Stadtteil Lehel ist Ende 20 und stinkfaul, wäre aber gern stinkreich. Um sich seinen Traum zu finanzieren, als Cowboy nach Sacramento zu reiten, steigert er sich in absurde Geschäftsideen hinein, von denen er sich das große Geld verspricht. Er kurbelt die Tourismusbranche mit Negativwerbung an, entwickelt ein todsicheres System für Pferdewetten, zieht eine Kleinkunstbühne auf und eröffnet einen Jeans-Laden („Tscharlies Tschiens“).

    Natürlich funktioniert nichts davon. Geregelter Arbeit geht Tscharlie immer nur für kurze Zeit nach, bevor er entweder hinausgeworfen wird oder selbst kündigt, um frei zu sein. Potenzielle Zukünftige fragt der Hallodri, ob sie ihn denn finanzieren könnten. Auch das geht dementsprechend nie lange gut, und so lässt er sich von seiner Oma, Anna Häusler (Therese Giehse), aushalten. Sie lebt seit 30 Jahren in ihrer Wohnung, hatte dort früher einen Weißwarenladen, und außer ihr und Tscharlie wohnt jetzt noch ihr Untermieter Leopold Heinrich (Karl-Maria Schley) darin. Das Haus, das Herrn Fischhuber (Gustl Bayrhammer) gehört, ist wie viele Häuser des Viertels vom Abriss bedroht, doch Oma Häusler begegnet diesem Problem genauso kühl und gelassen wie dem Lotterleben ihres dreiviertelreifen Enkels und dem nervenden Geigenspiel ihres Untermieters.

    Tscharlies Freunde sind Gustl (Frithjof Vierock), Achmed (Towje Kleiner) und Max (Hans Brenner), auf weiblicher Seite hält nur Dauerfreundin Susi (Michaela May) nun schon seit Jahren zu ihm, sehr zum Missfallen ihrer Eltern Ruth (Ruth Drexel) und Erwin Hillermeier (Karl Obermayr), die das Wirtshaus „Sankt Anna Eck“ betreiben und denen Tscharlie zu unsolide ist. Gustl hat einen geregelten und langweiligen Bürojob, bewundert seinen Freund und ist natürlich bei jeder Riesensache, die Tscharlie plant, sofort dabei. Ebenso Achmed, auch wenn er etwas schwer von Begriff ist, und der halbseidene Max, der nie ein Problem in Problemen sieht und sie mit „Ois Chicago!“ („Alles Chicago“, im Sinne von „alles klar!“) abtut (ein Spruch, der dank der Serie in den Sprachgebrauch einging, ebenso wie Tscharlies viel gebrauchtes „Logisch!“).

    Mit nur neun Folgen schuf der damals völlig unbekannte Autor und Regisseur Helmut Dietl einen Dauerbrenner, der im Lauf der folgenden zehn Jahre fünfmal wiederholt wurde. Das werden Serien zwar inzwischen oft innerhalb eines Jahres, damals war es aber außergewöhnlich. Dietl drehte später weitere Fernsehklassiker wie Monaco Franze – Der ewige Stenz und Kir Royal sowie Kinohits wie „Schtonk“ und „Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief“.

    Der ebenfalls unbekannte Günther Maria Halmer wurde zum Star und bemühte sich danach viele Jahre lang, das Tscharlie-Image loszuwerden.

    Die einstündigen Folgen liefen im regionalen Vorabendprogramm. Die Serie ist komplett auf DVD erhältlich.

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