Beat-Club

    Beat-Club

    D 1965–1972
    86 Sendungen
    Deutsche Erstausstrahlung: 25.09.1965 ARD

    1965 ging zum ersten Mal eine Sendung über den Bildschirm, die inzwischen das Prädikat „legendär“ bekommen hat. Anfangs zwar noch unbeholfen, geschah seinerzeit Unerhörtes: die so genannte Beatmusik hielt Einzug in das deutsche Fernsehen, dank Michael Leckebusch.

    Als der Beatclub im Herbst 1972 nach 86 Sendungen eingestellt wurde, nahmen viele Fans Abschied von einem Teil ihrer Jugend. Oft sind seither Highlights der Show in anderen Programmen aufgetaucht, wurden Oldie-Paraden und Rückblicke damit aufgeputzt. Aber in mehr als drei Jahrzehnten ist der Wunsch der Zuschauer nicht verstummt, den ganzen Beatclub einmal wiederzusehen, mit den Großen der Rockgeschichte, die sich damals im Bremer Fernsehstudio einfanden, um live (!) zu spielen, mit Uschi Nerke und Dave Lee Travis und mit all den Marotten einer vermeintlichen Jugendrevolte.

    Einiges Bildmaterial ist leider nicht mehr sendbar oder Senderechte sind verfallen. (Text: RBB Berlin)

    Fortsetzung als Musikladen

    Beat-Club auf DVD

    Beat-Club – Community

    froschi am 24.07.2008: Hallo liebe Beatfans! Ich bin Studentin und schreibe eine Hausarbeit über Jugendsendungen in den 60 und 70er Jahrenin BRD und DDR und habe nun schon herausgefunden, dass der Beatclub eine bekannte Jugendsendung war. Vielleicht könntet ihr mir sagen, wie der Beatclub eure damalige Jugendkultur beeinflusste und was so typische Merkmale der Sendung waren. Ich würde mich sehr über Antworten freuen...MfG
    Frank (geb. 1962) am 30.05.2008: Nach meinem letzten Kontakt mit Jörg Sonntag, dem verantwortlichen Redakteur bei Radio Bremen, wird er sich um die Beiträge des Beat Clubs , die wegen der Länge (Teilweise 10 Minuten) oder ausgefallenere Titel in seiner Sendung Vinyl kümmern . Erste Zuschaueranfragen werden am 02-07-08 auf Eins festival in Vinyl - Requests gesendet. Auch werden weiterhin selten oder noch gar nicht gesendete Titel in Vinyl gesendet (Premieren und Masterpieces).

    Ausserdem freut er sich wirklich über Feedback zu den Sendungen. E-Mail Adresse von Ihm ist auf der RB-Website zu finden. Wer also Wünsche hat, sollte ihm eine Mail senden
    Stefan (geb. 1967) am 22.03.2008: Der Beat Club hat jeden Samstag von 13 - 15 Uhr sein Comeback im Radio-Bremen-Hörfunkprogramm "Bremen EINS". Moderatorin ist wieder Uschi Nerke. "Bremen EINS" ist folgendermaßen empfangbar: über die UKW-Frequenzen 93,8 (Bremen), 89,3 (Bremerhaven), in mehreren Kabelnetzen (bitte Nachfrage bei Kabel Deutschland), über Satellit ASTRA digital und im Internet per Live-Stream http://www.radiobremen.de/bremeneins/
    Berni (geb. 1952) am 26.01.2008: der BEAT CLUB ist Kult und sollte in den 'Original Sendungen' wiederholt werden.
    Die Beat-(My-)Generation wartet schon ewig darauf
    Jürgen aus Thüringen (geb. 1956) am 08.07.2006: Der Beat-Club war eine echte Kultsendung, besonders im Osten.
    Ich erinnere mich noch ganz genau an den Liveauftritt von "The Who", als am Ende von "My generation" zuerst die Verstärkerboxen, dann die Gitarren und schließlich die Studioeinrichtung darn glauben mußten; tumultartige Szenen, die heute nicht mehr auf den DVD's zu sehen sind. Das war ein echter Skandal, weil niemand die Sendung unterbrochen hatte und alles live ausgestralt wurde.
    Waren wir eigentlich damals anders als unsere Kinder heute?

    Beat-Club – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Popmusikshow mit Uschi Nerke und Live-Auftritten angesagter Bands.

    Es begann mit einer Warnung und einer Entschuldigung: Der damalige Hörfunksprecher Wilhelm Wieben, 30 Jahre jung, aber korrekt im Anzug mit Krawatte, sagte an: „Guten Tag, liebe Beat-Freunde. Nun ist es endlich so weit. In wenigen Sekunden beginnt die erste Show im Deutschen Fernsehen, die nur für euch gemacht ist. Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis: Es ist eine Live-Sendung mit jungen Leuten für junge Leute.“

    Die Show lief einmal im Monat am Samstagnachmittag, war eine halbe Stunde lang und wurde vor 500 Live-Zuschauern aus einem Garagenstudio in Bremen gesendet, das mitten in einem Wohngebiet lag. Dies brachte der Show Ärger mit lärmbelästigten Nachbarn ein, die die Polizei riefen. In den ersten Monaten fingen Nerke und Regisseur Michael Leckebusch noch tourende Bands ab, hauptsächlich Gruppen aus Großbritannien, und zerrten sie in ihre Sendung. Vor allem beim jungen Publikum schlug die Sendung sofort ein, und der Erfolg sprach sich herum, so dass nun auch große Stars in die kleine Garage kamen, darunter Joe Cocker, die Rolling Stones, die Hollies, The Who oder Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich. Nerke, die zu Beginn der Reihe 21 Jahre alt war und noch studierte, hatte bereits Schlager gesungen und setzte nun mit ihrer Kleidung einen modischen Trend: High Heels und Miniröcke wurden in ganz Deutschland populär. Ab Herbst 1968 wurde die Sendezeit wegen des großen Erfolgs auf eine Stunde verdoppelt, zur Musik kamen Beiträge und Umfragen zu aktuellen Themen. Die Jugendredaktion des WDR beteiligte sich ab jetzt an der Sendung von Radio Bremen. Ab 1970 kam die zur Musik passende poppige Optik endlich in vollem Ausmaß zur Geltung, da seitdem in Farbe gesendet wurde.

    Vorbild der Show war das britische Format „Ready, Steady, Go!“. Das deutsche Konzept hatte Leckebusch mit Gerd Augustin entwickelt, damals Discjockey im Bremer Twen-Club. Augustin war in den ersten sieben Sendungen Co-Moderator von Uschi Nerke. Auch später hatte sie häufig erfahrene Männer an ihrer Seite: Dave Lee Travis, damals beim Piratensender „Radio Caroline“ und später bei der BBC, Dave Dee von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich sowie den BFBS-Moderator Eddie Vickers.

    Titelmusik war zunächst „Rinky Dink“ von Sounds Incorporated, ab 1968 „A Touch Of Velvet, A Sting Of Brass“ von Mood Mosaic. Zusätzlich zu den regulären Ausgaben wurden Specials gesendet, die sich jeweils mit nur einer Band oder einem Star befassten. Nachfolgesendung wurde der Musikladen.

    Auch interessant …