Musikladen

    Musikladen

    D 1972–1984
    Deutsche Erstausstrahlung: 13.12.1972 ARD

    Als Nachfolger des legendären „Beat-Club“ startete Michael Leckebusch 1972 den „Musikladen“ im deutschen Fernsehen. Als Moderatorin wurde Uschi Nerke gleich von dem Vorgänger mit übernommen. Neu hinzu kam der beim Saarländischen Rundfunk tätige Radiomoderator Manfred Sexauer.

    Gleich vom Beginn unterschied sich die neue Musiksendung von ihrem Vorläufer durch eine betont lebendige Live-Studioatmosphäre, bei der – im Gegensatz zum Beat-Club – auch Musikrichtungen wie Jazz, Dixieland und Country sowie deutsche Liedermacher ihren Platz fanden. Bis Ende der 70er Jahre entwickelte sich der Musikladen jedoch mehr und mehr zum Tummelplatz europäischer Disco-Acts. Anfang der 80er Jahre wurden Videoclips in die Sendung integriert. Mit dem Titel „Do They Know It’s Christmas“ von „Band Aid“ schloss der Musikladen im November 1984 seine Pforten in der ARD.

    Der Nachfolger „Musikladen Eurotops“ startete nur wenige Monate später in einigen Dritten Programmen. (Text: RS)

    Fortsetzung als Musikladen Eurotops
    Fortsetzung von Beat-Club

    Musikladen auf DVD

    Musikladen im Fernsehen

    = Diese Sendung aufnehmen mit Save.TV – Ihre TV-Cloud.
    Sa
    10.12.00:05–00:55rbb101.10Folge 10
    00:05–00:55
    So
    01.01.23:30–00:15rbb271.27Folge 27 (The Best of ABBA)
    23:30–00:15

    Musikladen – Community

    bocanegro (geb. 1961) am 29.07.2014: er wird unvergessen bleiben, wir lieben ihn so wie er war, der Musikladen hat ihn berühmt gemacht. Ich habe alle Folgen damals gesehen und hoffe das man diese Kultsendung erstens nie vergisst und zweitens diese noch einmal im Fernsehen wiederholt. Es wäre sicherlich auch sein Wunsch gewesen.
    Sonja Dornia (geb. 1955) am 20.07.2014: Manfred Sexauer ist gestorben :-(
    Roger (geb. 1960) am 19.04.2014: Ja die bei Radio Bremen und der ARD haben es nicht mehr nötig, den Musikladen oder Beatclub zu wiederholen. Gut, auf EinsFestival laufen gerade Folgen von Hits á gogo - super, wo die meisten Folgen als verschollen gelten. Auf RBB war neulich Folge 50 von Musik aus Studio B - kein gerade bewegener Brocken, der uns da hingeworfen wurde. Anders bei ZDFKultur, wo Disco, Hitparade, Na sowas u.s.w. öfter wiederholt werden (Schleifen-Sendungen). Auf 3SAT die Thementage hatten leider fast immer den selben Inhalt. Die ZDF-Kultnächte könnten öfter gebracht werden. Am Besten wäre es, wenn man bei ZDFKultur und EinsFestival ausschließlich Kult-Musiksendungen bringen würde. Kabel Deutschland hat leider vor Jahren VH-1 gestrichen - dort liefen ausschließlich Kult-Clips - vorwiegend aus den 70er und 80er Jahren. Da habe ich die Aufzeichnungen quasi erst gestoppt, wenn meine Festplatten voll waren und ich neue besorgt hatte. Ich bin heute noch beim Sichten und Schneiden. Ich komme beim Schneiden nicht einmal bei den aktuellen Sendungen wie Disco hinterher. Hatte ich schon mal fertig - mit mühseligen Entfernen des Retro-Rahmens - und jetzt die neuen Wiederholungen seit 1. Januar ohne Retro-Rahmen müssen auch wieder geschnitten werden. Arbeit ohne Ende! Ich bin eben ein Jäger und Sammler. Mein Sohn meint: ich wäre ein Video-Messi und 70er-/80er Jahre Freak. Egal. War 'ne geile Zeit mit super Musik! Am schärfsten waren Glam-und Hard-Rock aber auch die Neue Deutsche Welle.
    rudolf (geb. 1988) am 10.04.2014: hallo rudy du sprichst mir voll aus dem herzen.die heutigen leute der tv-sender haben weder die eier noch das herz ,solche arschgeilen kultsendungen wie beatclub oder musikladen nocheinmal komplett zu bringen.schade drum,rudi aus wien.
    Greg Salinger (geb. 1967) am 09.12.2012: Hallo! Musikladen-Macher Leckebusch hat damals mit vielen Bands nur "Handschlag-Verträge" gemacht! Insbesondere bei Bands, die später "groß" wurden, gab es daher Probleme mit Zweit- verwertungen etc.! Schon die ersten Wiederholungen bei RB und RBB waren teilweise stark gekürzt. Da einige Folgen (wie die 58) aus lizenzrechtlichen Gründen inzwischen so massiv gekürzt werden müßten, macht eine Ausstrahlung keinen Sinn mehr! Gleiches gilt für die "Deutschen Musikladen" oder auch Folgen, die z. B. auf der Funkausstellung gesendet wurden. Die GoGos waren wohl mal in der NDR3 Talkshow und haben dort erzählt, was sie heute machen (Angie wollte z. B. einen Pferdehof auf einer Ostsee-Insel führen). Vielleicht wird diese Sendung ja auch mal in den Classics wiederholt? MFG

    Musikladen – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Titelmusik:

    Mood Mosaic: „A Touch of Velvet“

    Rolling Stones: „Rip This Joint“ (1972 – 1977)

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    45 minütige Popmusik-Show mit Uschi Nerke und Manfred Sexauer, Regie: Mike Leckebusch.

    Die Show war die Nachfolgesendung des Beat-Club und präsentierte aktuelle Bands und kommende Hits. Zu den Auftritten internationaler Musiker tanzten im Studio leicht bekleidete Go-Go-Girls. Viele spätere Weltstars hatten im Musikladen ihren ersten Fernsehauftritt in Deutschland, die meisten Titel gingen nach dem Auftritt gleich in die deutschen Charts. Am Beginn ihrer Karriere standen z. B. Bananarama, Blondie, O.M.D. und Kim Wilde. Rod Stewart war bereits ein Weltstar, kam aber trotzdem fünfmal.

    In den ersten Jahren hatte außer Rock und Pop auch Jazz einen festen Platz in der Sendung, es gab Cartoons von Heiner H. Hoier und schräge Witze von Insterburg & Co. samt Karl Dall, später von Schobert und Black. Erst Mitte der 70er Jahre wurde der Humoranteil reduziert (just als allmählich eine Welle anderer Shows aufkam, die Musik und Gags mischte, z. B. die Plattenküche).

    1977 gab sich der Musikladen den Untertitel „TV discotheque international“. Feste Rubrik war der „Oldie nach Wahl“, den sich die Zuschauer aus vier Vorschlägen aussuchen konnten und der dann in voller Länge gespielt wurde. Meistens waren das alte Ausschnitte aus dem Beat-Club.

    Uschi Nerke wurde 1979 von dem Discjockey AUWA alias August-Walter Thiemann abgelöst. In den 80ern sackte die Quote der einst sehr erfolgreichen Show rapide ab, vermutlich waren die Go-Go-Girls in die Jahre gekommen, jedenfalls war nach 90 Folgen Schluss. Kurz zuvor wurde noch Christine Röthig Sexauers neue Co-Moderatorin. Als letztes Lied lief das Video „Do They Know It’s Christmas“ von Band Aid.

    Viele internationale Künstler kamen immer wieder in den Musikladen: Boney M. gehörte mit 15 Auftritten fast zum festen Inventar, Showaddywaddy war mit zehn Songs zu sehen. Amanda Lear und Abba wurden für treues wiederholtes Erscheinen sogar mit je einem Special belohnt. Zusätzlich zur regulären Sendung liefen ab 1974 etliche Ausgaben namens „Musikladen extra“, die sich jeweils nur einer Band widmeten. Die markante Titelmusik wurde erst ab 1977 benutzt. Es war „A Touch Of Velvet, A Sting Of Brass“ von Mood Mosaic, das ab 1968 bereits der Vorgänger Beat-Club benutzt hatte.

    Die Show wanderte über verschiedene Sendeplätze, fast alle zur Primetime. Am häufigsten war sie mittwochs um 21.00 Uhr und später donnerstags um 21.45 Uhr zu sehen.

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