Tracks East Folge 139: Grönland auf der Suche nach sich selbst
Folge 139
139. Grönland auf der Suche nach sich selbst
Folge 139 (30 Min.)
„We need Greenland“, erklärt US-Präsident Donald Trump – und droht, man werde es „auf die eine oder andere Art“ bekommen. Plötzlich stehen die Menschen auf Grönland nicht mehr am Rand der Welt, sondern im Zentrum globaler Geopolitik. Eine Annäherung an die USA könnte den von vielen gehegten Wunsch nach Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark befördern. Gleichzeitig fühlen sich vor allem junge Menschen kulturell und politisch eher den liberalen Werten Europas verbunden als den Vereinigten Staaten. Welchen Weg wird Grönland einschlagen? Die grönländische Identität erlebt eine Renaissance: Die Sprache Kalaallisut prägt den Alltag, Kunst und Popkultur werden zum Ausdruck von Protest gegen die dänische Bevormundung.
Als Medium politischer Forderungen, kultureller Rückbesinnung und gesellschaftlicher Kritik spielt
besonders Musik eine zentrale Rolle. Die jungen Kalaallit erkunden ihre Wurzeln, rappen in der Landessprache und lassen sich vermehrt traditionelle Tattoos stechen. Zugleich werden die Schattenseiten sichtbar: Alkoholismus, Perspektivlosigkeit, soziale Brennpunkte und eine dramatisch hohe Suizidrate, vor allem unter Jugendlichen.
Wirtschaftlich steht Grönland an einem Wendepunkt: Der boomende Klimatourismus verspricht Einkommen und internationale Aufmerksamkeit, beschleunigt jedoch zugleich das Abschmelzen jener Gletscher, die die Reisenden anziehen. Zwischen Hoffnung auf Selbstbestimmung, globalem Interesse und ökologischen Widersprüchen droht das Land zerrieben zu werden. „Tracks East“ fragt: Wohin will die Jugend Grönlands? Wie definieren sie ihre Identität zwischen Inuit-Tradition und Popkultur, zwischen lokaler Kultur, den USA und Europa? (Text: arte)
Deutsche Streaming-PremiereMi. 25.03.2026arte.tvDeutsche TV-PremiereDi. 31.03.2026arte