bisher 163 Folgen, Folge 145–163
145. Einsamkeit – Die stille Krise
Folge 145 (30 Min.)
Immer mehr junge Menschen leiden unter Einsamkeit.Bild: Cottonbro Studio/PexelsNoch nie waren junge Menschen so vernetzt und trotzdem fühlen sie sich so allein. Studien zeigen: Besonders die Generation Z leidet unter Einsamkeit. Politische Krisen, wirtschaftliche Unsicherheit und digitale Lebenswelten verändern Beziehungen und Gemeinschaft. Ist Einsamkeit ein individuelles Problem – oder ein Symptom unserer Gesellschaft? In Peking begleitet Tracks East die junge Sozialpädagogin Qingye, die sich einer ungewöhnlichen Herausforderung stellt: 100 Begegnungen mit sogenannten Dazi – Freizeitpartnern für einzelne Aktivitäten. Auf Deutsch heißt Dazi in Partner oder Begleiter. Wer im hektischen Alltag in China keine Zeit findet, Freundschaften zu pflegen, kann so auf ganz pragmatische Weise Kontakte knüpfen.Ohne Verpflichtungen, ohne Druck. In Ost- und Südosteuropa sind mehr junge Menschen von Einsamkeit betroffen als im Westen. Warum macht sich dieses Gefühl breit? Darüber sprechen der Musikproduzent Robert und die Künstlerin Beatrice. Unter dem Namen Trinkova entwirft sie Kleidung und Accessoires mit bitter-ironischen Botschaften wie „Alles ist wunderbar und niemand ist glücklich“. Die Warschauer Partyreihe Niedzielni (Sonntag) möchte ein Gegenmittel gegen die Vereinsamung sein. Die Idee ist simpel: Tanzen am Sonntagmorgen, Sonnenlicht statt Clubmuff, Kaffee statt Exzess. Kein Dresscode, kein Eintritt. Die Macher Damian und Miki wollen einen barrierearmen Raum schaffen, in dem sich leicht neue Kontakte knüpfen lassen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 06.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 arte 146. Afghanistan – Der Kampf der Frauen
Folge 146 (30 Min.)Bild: ArteFünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist das Leben in Afghanistan für viele zur täglichen Gratwanderung geworden. Besonders Frauen sind betroffen: Ein neues Strafgesetzbuch verschärft die Unterdrückung, Bildung und Arbeit bleiben ihnen weitgehend verwehrt. Doch trotz dieser Realität zeigen viele Afghaninnen beeindruckende Widerstandskraft. In Herat trifft „Tracks East“ auf eine Frau, die ihren Schönheitssalon nach dem Verbot ins Private verlagert hat. Heimlich empfängt sie Kundinnen und bildet andere junge Frauen aus – ein stiller Akt des Widerstands gegen das System. Und doch kann sie jederzeit von einer ihrer Kundinnen verraten werden. Auch wenn in Kabul, der Hauptstadt des Landes, die Situation für Frauen etwas freier ist, wie für die Schneiderin Humaira, sind sie gezwungen, neue Wege aus der Unterdrückung zu finden.Auch jenseits der Landesgrenzen ist Sicherheit keine Selbstverständlichkeit. Die 20-jährige Arezo, Angehörige der Hazara-Minderheit, flieht zu ihren Verwandten nach Pakistan. Als MMA-Kämpferin und junge Frau hat sie in Afghanistan keine Zukunft. Doch auch im Exil lebt sie in Angst vor Abschiebung und Gewalt. Es gibt in Europa nirgends so viele Afghaninnen und Afghanen wie in Hamburg. Hier setzen Künstler wie Farhad Samadzada, alias Farhot, ein Zeichen gegen Vorurteile. Mit Musik, die traditionelle Klänge aufgreift, erzählen sie von einer Kultur, die mehr ist als Krieg und Flucht. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 arte 147. Take Me to America – Die Macht der WM
Folge 147 (30 Min.)Bild: ArteWenn 2026 der Anpfiff zur Fußball-WM ertönt, wird das Turnier zur Bühne globaler Machtspiele. Nirgendwo trifft Politik und Sport so sehr aufeinander, wie im Rahmen der „unpolitischen“ Fußball-WM. „Tracks East“ begleitet Menschen, für die der Sport Identität und politisches Werkzeug zugleich ist. In Usbekistan erlebt der Fußball einen historischen Moment: Zum ersten Mal konnte sich das Land für die Fußball-WM qualifizieren – als einzige zentralasiatische Mannschaft 2026. Reporter Timur Karpov erklärt aus Taschkent, dass der Fußball-Hype in seinem Land kein Zufall ist: Präsident Shavkat Mirziyoyev erklärte Fußball zur Staatsangelegenheit – mit neuen Akademien, millionenschweren Investitionen und politischer Inszenierung als Symbol nationaler Stärke.In den USA hingegen steht die WM im Schatten harter Migrationspolitik. Während Donald Trump Einreisebeschränkungen verschärft, fürchten Communities mit Migrationshintergrund um ihre Sicherheit. Fans und Arbeiter protestieren gegen mögliche ICE-Einsätze. Jetzt drohen über 2.000 Angestellte des „SoFi Stadium““ in Los Angeles – mit acht Spielen einer der Hauptaustragungsorte der Fußball-WM – mit Streik, sollten ICE-Beamte im Rahmen der Spiele zum Einsatz kommen. Der unerwartete Hit zur WM kommt aus Sarajevo: Nach Bosniens Sieg gegen Italien landet die Band „Dubioza Kolektiv“ mit ihrem 15 Jahre alten Song „U.S.A.“ einen viralen Erfolg. Zwischen Satire und Sehnsucht spiegelt der Song die komplexe Beziehung eines Landes, das bis heute von den Folgen des Krieges geprägt ist. „Tracks East“ fragt: Wie politisch ist der Fußball wirklich – und wer nutzt ihn als Bühne? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 20.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 arte 148. Indien, zwischen Aufschwung und Fanatismus
Folge 148 (30 Min.)Schicke Hochhäuser neben Slums: Während die Mittelschicht in Indien wächst, bleiben große Teile der Bevölkerung abgehängt.Bild: ZDF / Zoshua Colah/UnsplashIn Indiens Metropolen wird der Aufschwung sichtbar: Malls und Bürotürme schießen empor, internationale Konzerne siedeln sich an, die Mittelklasse wächst. Doch die Gegensätze bleiben extrem: Gated Communities und Slums liegen oft nur wenige Meter auseinander. Sudheer Rajbhar kennt sich in beiden Welten aus: Mit seinem Label Chamar Studio stellt er bei der Art Miami und der Fashion Week in Delhi aus. Produziert werden seine angesagten Taschen in Dharavi, dem größten Slum Indiens. Hier hat Sudheer Rajbhar selbst lange gelebt. Er ist Dalit, gehört also der untersten Kaste in Indien an und hat es trotzdem nach oben geschafft. Modi ruft immer wieder zu einem Ende der Kasten-Diskriminierung auf. Gleichzeitig propagieren der Premier und seine Partei BJP die Idee eines Hindu-Nationalstaats.Muslime werden häufig verunglimpft. Über Bollywood-Filme und Popmusik sickert die Ideologie in die breite Gesellschaft. Der Sänger Prem Krishnavanshi macht Hindutva-Pop: Er verwandelt anti-muslimischen Hass in überdrehte Popsongs. Doch gegen die Diskriminierung, die auch immer wieder in Gewalt mündet, regt sich Widerstand. Die Rapperin Saniya MQ nutzt Musik und Poesie, um zu protestieren. Die muslimische Aktivistin Afreen Fatima musste erleben, wie das Haus ihrer Familie von Bulldozern plattgemacht wurde – sie vermutet dahinter eine Strafe für das politische Engagement ihres Vaters. Die Stimmen der beiden jungen Frauen erzählen vom Kampf um Gleichberechtigung. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 02.06.2026 arte 149. Israel – Auf ewig im Krieg?
Folge 149 (30 Min.)Straßenfotograf Shahar Dekel wurde schon dreimal zum Kriegsdienst eingezogen. Die Kamera nahm er mit.Bild: ZDF / Kobalt ProductionsIsrael lebt zwischen Alltag und Ausnahmezustand. „Tracks East“ über Menschen im Dauerkrieg. Journalist David Issacharoff begleitet Menschen, die mit den Widersprüchen eines Landes leben, das trotz des Krieges funktionieren muss. In Tel Aviv trifft „Tracks East“ den Streetfotografen Shahar Dekel. Sein Kibbuz nahe Gaza wurde am 7. Oktober 2023 zerstört; Freunde starben oder kämpfen bis heute mit Traumata. Dreimal wurde er seitdem eingezogen. Mit seiner Kamera dokumentierte er den Krieg. Nahe der libanesischen Grenze betreibt Nitzan Yulzari ein Café. Manchmal bebt dort der Boden von den Explosionen in der Ferne.Eigentlich wollte er mit seiner Familie nach Portugal auswandern. Jetzt steht die Entscheidung erneut bevor. Sein Café ist Treffpunkt und Rückzugsort zugleich – doch der Krieg begleitet ihn jeden Tag. Eine andere Perspektive zeigt die palästinensisch-israelische Journalistin Amal Ghawi. Auf Social Media spricht sie über Vertreibung, Diskriminierung und die Verengung des öffentlichen Diskurses. Sie berichtet auf Hebräisch und Arabisch. Für ihre Kritik wird sie von beiden Seiten angegriffen. „Tracks East“ zeigt ein Land, das erschöpft ist – und dennoch weitermacht. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 03.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 arte 150. Der Kampf der Ukraine um die Kultur
Folge 150 (30 Min.)Bild: ArteMusik und Kunst sind Teil eines Kampfes um Identität und Sichtbarkeit geworden. Welche Verantwortung tragen Kunstschaffende im Krieg? „Tracks East“ sucht Antworten auf diese Frage. Auf der Biennale di Venezia entzündet sich der Streit um Kunst und Neutralität. Die Rückkehr Russlands sorgt für Proteste. Kritikerinnen und Kritiker sprechen von Kultur-Washing, während andere auf die Freiheit der Kunst pochen. Kann Kunst in Zeiten des Krieges überhaupt neutral sein? Die Bildhauerin Zhanna Kadyrova zeigt im ukrainischen Pavillon ihre Skulptur „Sicherheitsgarantien“, die einst nahe der Front stand und heute durch Europa reist.Pianist Maksym Shadko ist anders als viele andere Musikerinnen und Musiker in der Ukraine geblieben. Er konzentriert sein Repertoire auf ukrainische Komponisten. Soldat und Saxophonist Andrii Barmalii ist Teil der Cultural Ukrainian Forces – eine Einheit innerhalb der ukrainischen Streitkräfte, deren Aufgabe es ist, Kultur an die Front zu bringen. Und beim Eurovision Song Contest nutzt die Ukraine die größte Pop-Bühne Europas, um ihr kulturelles Selbstverständnis einem Millionenpublikum zu vermitteln. Kultur ist in Kriegszeiten keine Nebensache und häufig mehr als Unterhaltung: Sie wird Teil des Widerstands. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 10.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 arte 151. Das Baltikum in Moskaus Visier
Folge 151 (30 Min.)Ignas Kukučionis sieht Chancen im neuen Truppenübungsplatz Litauens nahe der belarussischen Grenze – im Gegensatz zu vielen seiner Mitbürger aus Kapčiamiestis.Bild: MDR / Kobalt ProductionsDas Baltikum befindet sich aktuell in der gefährlichsten Sicherheitslage seit Ende des Kalten Krieges. Regelmäßig gibt es GPS-Störungen, Drohnen über sensibler Infrastruktur, beschädigte Unterseekabel und gezielte Desinformation. Mit hybriden Angriffen versucht Russland die baltischen Staaten und damit die Nato zu destabilisieren, ohne offiziell Krieg zu führen. In Narva, Estlands Grenzstadt zu Russland, erlebt die Bevölkerung die Spannungen unmittelbar. 95 Prozent der Einwohner sprechen Russisch. Zum „Tag des Sieges“ inszeniert Russland im benachbarten Iwangorod eine patriotische Großveranstaltung.Gemeinsam mit der Fotografin Maria Kopytova blickt „Tracks East“ auf eine Stadt zwischen europäischem und russischem Einfluss. Der Suwałki-Korridor zwischen Litauen und Polen gilt als eine der verwundbarsten Stellen der Nato. Sollte Russland diesen Korridor besetzen, wäre das Baltikum auf dem Landweg vom Rest der Nato abgeschnitten. Deshalb will Litauen ganz in der Nähe einen neuen Truppenübungsplatz bauen. Doch das Vorhaben sorgt bei den Bewohnern der kleinen Ortschaft Kapčiamiestis für Streit. In den letzten Jahren haben alle baltischen Staaten versucht, die Verwendung ihrer Landessprache unter russischsprachigen Bürgern zu fördern. Lettland steht dabei vor der größten Herausforderung, da jeder dritte der rund 1,8 Millionen Einwohner im Alltag Russisch spricht. In Riga trifft „Tracks East“ eine junge Galeristin und Clubbetreiberin, die ihre Sicht auf den Sprachkonflikt, der die lettische Gesellschaft spaltet, mit uns teilt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 24.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 arte 152. Russland – Unter Drohnen, unter Druck
Folge 152 (30 Min.)Bild: ArteTägliche Drohnenangriffe, Internetblockaden und verschärfte Visabestimmungen. Der russisch-ukrainische Krieg kommt diesen Sommer mit voller Härte zu seinem Verursacher zurück. Auch die Hauptstadt bleibt nicht mehr verschont. Ein anonymer ehemaliger Aktivist berichtet, wie sich Moskau in den letzten Monaten verändert hat. Es passt zu der zunehmend repressiven Politik, dass im ganzen Land neue Stalin-Denkmäler eingeweiht werden. Wie sehr die sowjetischen Muster in Russland zurückkehren, davon erzählt die „Memorial“-Mitgründerin Irina Scherbakova. Und auch wenn es scheint, dass der Widerstand in Russland mit aller Härte unterdrückt wird, beweisen zwei Schwestern, dass Widerstand in Sibirien noch möglich ist.Mit naiv anmutender, aber tiefgreifender Kritik an der patriarchalen Politik Moskaus halten die beiden Künstlerinnen der Gesellschaft den Spiegel vor – und begeben sie sich immer wieder in Gefahr, verhaftet zu werden. Einige Frauen in Russland, die täglich von viel Gewalt umgeben sind, suchen derweil Ablenkung bei einem erstaunlichen Social Media-Phänomen. Auf der Suche nach einem anderen Typ Mann haben sie eine Gruppe junger, muskulöser Männer in Deutschland entdeckt. Die Techno-Influencer tanzen jetzt im Internet für ihre neue Zielgruppe: russische Frauen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 28.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 arte 153. Sommer, Sonne, Sirenen: Urlaub im Krieg
Folge 153 (30 Min.)Bild: ArteRussinnen und Russen machen schon das vierte Jahr Urlaub in Kriegszeiten. Doch an der russischen Schwarzmeerküste treffen Propagandaversprechen und Realität immer stärker aufeinander. Der Krieg gehört dort mittlerweile zum Alltag – genauso wie schicke Hotels, Restaurants und Strände. Kurorte wie Tuapse werden regelmäßig von Drohnenangriffen getroffen, Industrieanlagen stehen in Flammen und Teile der Küste sind durch ausgelaufenes Öl belastet. Was einst weit weg wirkte, kommt nun Stück für Stück nach Russland zurück – fast wie ein Bumerang.Auf der Krim dürfte es dieses Jahr im übertragenen Sinne „zu heiß“ werden. Also Sotschi? Wie Russen dort entspannen, während auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres gekämpft wird, findet ein Tracks East-Reporter heraus. Aus Angst, wegen seiner Arbeit für ausländische Medien festgenommen zu werden, bleibt er anonym. In der Türkei kippt derweil die Stimmung. Wohlhabende russische Zugezogene werden für die dramatische Wohnungskrise verantwortlich gemacht. Denn seit 2022 stiegen die Mieten enorm. Gleichzeitig bietet das „Kremlin Palace“ Hotel in Antalya Zuflucht und Ablenkung vor der russophoben Stimmung in der Türkei und Europa. In Nordkorea sind russische Touristen wiederum willkommen. Umgekehrt genauso. Während russische Touristen nach Nordkorea reisen, um an Kimchi-Kochkursen teilzunehmen, sollen die Nordkoreaner nicht zum Urlauben, sondern zum Kämpfen kommen. Exiljournalistin Masha Borzunova zeigt in einer Kolumne die aktuellen Anwerbeversuche beider Länder. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 arte 154. Wie das Netz uns manipuliert
Folge 154 (30 Min.)Während prorussische Influencer die Stadt Mariupol von ihrer vermeintlich besten Seite zeigen, verschweigt die Propaganda die Zerstörung.Bild: Ukrainisches InnenministeriumWenn Influencer im staatlichen Auftrag ihren Alltag zeigen, entsteht schnell ein persönliches und glaubwürdiges Bild. Was gezeigt wird, wirkt nahbar. Aber inwiefern werden propagandistische Botschaften über scheinbar ganz normale Social-Media-Accounts und Reisevideos verbreitet? Russland setzt auf ausländische Blogger zur Verbesserung des eigenen Images. Während der strafrechtlich verurteilte Manosphere-Influencer Andrew Tate feierlich in Moskau empfangen wird, wirbt Putin mit Aufenthaltspapieren für Influencer, die von „westlichen Werten“ genug haben.In den besetzen Gebieten in der Ukraine werden seit 2016 junge Creator ausgebildet, um prorussische Inhalte zu produzieren. Hier steht nicht die Besatzung im Fokus, sondern der Neubau ganzer Wohnblöcke – oftmals auf Trümmern und nicht geborgenen Leichen (wie im Fall des Theaters von Mariupol). Ohne TikTok wäre MAGA wohl nie so groß geworden. Mit gerade mal zwölf Jahren beginnt Steve Vilchez, rechten Influencern zu folgen. Trumps Aussagen zur Covid-Pandemie lassen ihn jedoch zweifeln – er studiert Chemie und kann die unwissenschaftliche Desinformation nicht hinnehmen. Er steigt aus der Bewegung aus. „Let me stand up like a Taiwanese“, rappt die taiwanesische Musikerin Yang Shu-Ya in ihrem Song „2045“. Darin stellt sie sich Taiwan als Kriegszone unter einer chinesischen Besatzung vor. Um die Annexion Realität werden zu lassen, greift China auch zu Propaganda in den sozialen Medien. Zum Beispiel mit Reise-Influencern, die sich die sogenannte „historische Wiedervereinigung“ wünschen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 19.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 25.07.2026 arte 155. Belarus – Im Land der Angst
Folge 155 (30 Min.)Bevor Maria Kolesnikowa zur Symbolfigur der belarussischen Opposition wurde, war sie professionelle Musikerin.Bild: Kobalt Productions / Kobalt ProductionsBelarus spielt im Ukraine-Krieg eine wichtige geostrategische Rolle. Das Land liegt zwischen Russland, der Ukraine und der Nato und ist deshalb für Moskau ein wichtiger militärischer Vorposten. Seit Ende Dezember sind dort atomwaffenfähige russische Raketen stationiert. Lukaschenko unterstützt Russland politisch und logistisch, versucht aber zu vermeiden, Belarus direkt zum Kriegsgebiet zu machen. Im Sommer 2026 machte das Lukaschenko-Regime den ukrainischen Grenzbewohnern ein ungewöhnliches Angebot. Es sollten vereinfachte Grenzübertritte aus ukrainischen Dörfern über die seit 2022 gesperrte Grenze möglich sein.Die ukrainische Bloggerin Hannusja geht mit „Tracks East“ Beeren sammeln im Grenzgebiet und berichtet von den Wunden, die der Krieg hinterlässt. Die Musikerin und Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikava wirbt für einen Dialog mit Belarus. Nach mehr als fünf Jahren im Straflager, kam sie dank eines Deals zwischen Donald Trump und Alexander Lukaschenko frei. Die belarussische Indie-Band Soyuz lebt im vergleichsweise sicheren Warschauer Exil und blickt dennoch mit Sorge in ihr Heimatland. Und der anonyme Künstler „Igor“ nimmt uns mit zu geheimen Konzerten und Ausstellungen in Minsk. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 23.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 arte 156. Free Party: Ist die Party wirklich vorbei?
Folge 156 (28 Min.)Deutsche Streaming-Premiere Do. 23.07.2026 arte.tv 157. Drohnenkrieg: Der Faktor Mensch
Folge 157 (30 Min.)Der Krieg in der Ukraine wird teilweise mit handelsüblichen Drohnen geführt. Sie sind billig, effektiv und tödlich.Bild: Kobalt Productions224 Tage, ohne Ablösung: So lange harrten drei Infanteristen in der sogenannten Todeszone aus, jenem Streifen entlang der Front, den die wachsende Reichweite der Drohnen unpassierbar machen. Über den Köpfen ununterbrochen das Surren der Drohnen, die jede Bewegung registrieren. Rauskommen ist unmöglich: Der Moment der Ablösung gilt als der tödlichste. Also verstecken und warten. Versorgt werden die drei allein von Maschinen – Munition, Wasser, Essen kommen auch über Drohnen und Bodenroboter.„Tracks East“ zeigt, was der Drohnenkrieg bedeutet, und fragt: Was macht das mit den Menschen in der Ukraine und in Russland, die ihm tagtäglich ausgeliefert sind? Da ist zum einen der Infanterist, der die Todeszone überlebt hat. Zum anderen ist der Drohnenpilot, der Hunderte Kilometer von der Front entfernt russische Shahed-Drohnen abwehrt, aus einem Büro heraus. „Tracks East“ trifft auch einen Ex-Kriegsdienstverweigerer, den ein Rekrutierungsteam der ukrainischen Rekrutierungsbehörde TZK (Territoriale Zentren für Personalgewinnung und soziale Unterstützung) auf offener Straße aufgriff und einzog. Jetzt arbeitet er als Programmierer für Bodenroboter und hofft, dass durch neue Technologien auch weniger Menschen an die Front müssen. In einem Dorf im Donbass nahe der Front, geschützt durch improvisierte Anti-Drohnen-Netze, schildern Bewohner ihren Alltag unter ständiger Bedrohung aus der Luft. Kurz nach den ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien wurde die lokale Tankstelle angegriffen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 30.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 arte 158. Ist der Westen besser als der Osten?
Folge 158 (30 Min.)In der EU gelten manche Länder als Vorbilder, während andere den Ruf haben, noch „aufholen“ zu müssen.Bild: Pexels/Dusan CvetanovicEuropa spricht oft von gemeinsamen Werten und dass alle Länder gleichberechtigt zur europäischen Identität angehören. Und doch haben viele Menschen in Ost- und Mitteleuropa das Gefühl, dass diese Gleichheit nicht immer so selbstverständlich ist. Manche Länder wirken wie Vorbilder, während andere als diejenigen gelten, die noch „aufholen“ sollen. Bestimmte Kulturen prägen das Bild des Kontinents, andere hingegen bleiben eher im Hintergrund. So entsteht der Eindruck einer unsichtbaren Ordnung innerhalb Europas – eine Hierarchie, die offiziell nicht existieren soll, aber im Alltag dennoch spürbar ist.Künstlerinnen wie „Pusik“ drehen den Spieß um und machen aus osteuropäischem Kitsch und Klischees einen Trend. Die Ästhetik der Nullerjahre, die oft den slawischen Alltag und die westeuropäische Konsumkultur vereinte, treibt sie auf die Spitze. Mit „Svetlana Del Rey“ schafft sie ein Alter Ego – die billige osteuropäische Kopie der amerikanischen Diva Lana Del Rey. In ihren Werken verwandelt sie die Träume, Unsicherheiten und Symbole, die mit der Integration Osteuropas in den Westen einhergingen, in eine neue Form digitaler Nostalgie und des Selbstausdrucks. Auch Gleb und Ivan aus Belarus bedienen sich an belarussischen Geschichten mit Cringe-Faktor und wandeln sie in ein Talkformat um. Aus dem Warschauer Exil heraus zerpflücken sie alles, was die regimetreue Medienwelt in Belarus zu bieten hat. Diese Ausgabe von „Tracks East“ zeigt, dass osteuropäische Kunst und Kultur es nicht nötig hat, den Westen nachzuahmen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 06.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 12.09.2026 arte 159. Die Gen Z und der Krieg – Sterben für den Staat?
Folge 159 (30 Min.)Bild: ArteWer ist bereit, im Kriegsfall zu kämpfen? Die 18- bis 29-Jährigen, die es am meisten betrifft, sind am wenigsten überzeugt. Schulstreiks, Festivals und Social-Media-Kampagnen richten sich in Deutschland gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Trotzdem gibt es sie inzwischen wieder in zehn Nato-Ländern. Was bringt junge Menschen dazu, im Kriegsfall zu kämpfen? Oder eben nicht? In Russland deutet derweil vieles auf eine bevorstehende zweite Mobilisierungswelle hin. In der Stadt Pensa wurden kürzlich ganze Stadtviertel abgeriegelt. Jedes Fahrzeug wurde angehalten, Papiere kontrolliert. Ausnahmslos. Männer, die keine gültigen Dokumente vorweisen konnten, sollten noch am selben Tag einen Vertrag beim Militär unterschreiben.Auch in der Ukraine ziehen sich Männer aus dem öffentlichen Leben zurück, meiden belebte Orte, U-Bahnstationen und Märkte, aus Angst vor der Zwangsmobilisierung. Ein Leben im Ausweichzustand: nicht geflohen, nicht eingezogen, nicht wirklich frei. Der Rapper HeXer aus Leipzig schuf mit seinem Song „Gewinner“ den viralen Hit, der sich kritisch mit der möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht auseinandersetzt. Sanata Doumbia-Milkereit widerspricht: Die Bundeswehr-Reservistin und Psychologin hält die Debatte für zu eng auf ein altes Pflichtmodell verkürzt. Es gehe längst nicht mehr um Zwang oder Freiwilligkeit allein, sondern um neue Formen von Verantwortung. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 13.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 19.09.2026 arte 160. Brasilien
Folge 160 (30 Min.)Der Designer Abacaxi (Mi.) möchte mit seinem Modelabel der Ästhetik und Kreativität der Favelas Anerkennung und Respekt verschaffen.Bild: AbacaxiFür westliche Touristen sind brasilianische Favelas zum Sehnsuchtsort geworden: TikToks und Reels vom Karneval, von Barber-Shops und Favela-Dachterrassen sind im Trend, genauso wie Shirts und Bikinis in den Nationalfarben Gelb und Grün. Unter Ex-Präsident Jair Bolsonaro erfuhren diese Farben eine Umdeutung – fortan galten sie als Symbol des Rechtspopulismus. Der Modedesigner Abacaxi kämpft gegen die Vereinnahmung an und trägt den Style der Favelas in die Welt – mit Stolz. Er selbst wuchs in einer Favela auf. „Für mich steht Brazilcore für die Freude und den Mut, zu zeigen, wer wir sind und woher wir kommen“, sagt er.Doch in den Favelas herrscht nicht nur Lebensfreude. Der Alltag ist geprägt von Gewalt. Im Oktober 2025 kam es in Rio de Janeiro zur tödlichsten Polizeirazzia in der Geschichte Brasiliens. Über 120 Menschen wurden getötet. Den Schusswechseln fallen immer wieder auch Unschuldige zum Opfer, wie die 24-jährige Kathlen Romeu und ihr ungeborenes Kind. Sie wurde 2021 von einer Polizeikugel getroffen. „Tracks East“ spricht mit ihrem Vater Luciano Gonçalves, der für Gerechtigkeit kämpft. Die Landwirtschaft Brasiliens stellt regelmäßig Export-Rekorde auf, sie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Land. Der Werbeslogan „Agrar ist Tech, Agrar ist Pop, Agrar ist alles“ tönt seit Jahren durch Brasiliens Medien. Agrarkonzerne fördern Rodeo- und Musikfestivals im ländlichen Brasilien. Dort wird Cowboy-Kultur und Farmer-Reichtum in protzigen Texten besungen, zu einer Mischung aus Rap, Funk und Country. „Agronejo“ heißt das Genre – und es hat Millionen von Fans. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 20.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 26.09.2026 arte 161. Tschechien
Folge 161 (30 Min.)Die rechtspopulistische Koalition unter Ministerpräsident Andrej Babiš stößt in Tschechien nicht nur auf Zustimmung.Bild: Czech Academy of ScienceIn Tschechien stellt die rechtspopulistische Koalition unter Ministerpräsident Andrej Babiš den bisherigen pro-europäischen Kurs des Landes grundlegend infrage. Das sorgt für wachsende Spannungen gerade auch in der Kulturszene. Doch Babiš Versprechen von günstigeren Mieten und Steuerentlastungen finden auch bei jüngeren Leuten Anklang. „Tracks East“ hört sich um bei Künstlern, Musikerinnen und Babiš-Anhängern. „Krtek“ – oder „Der kleine Maulwurf“ – hat es auf die Bildschirme in über 80 Ländern der Welt geschafft. Der Künstler Jakub Jansa hat den Maulwurf für die Biennale in Venedig neu bearbeitet und im Lichte der politischen Verhältnisse aktualisiert. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere So. 27.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 03.10.2026 arte 162. Wie mit Geschichte Politik gemacht wird
Folge 162 (35 Min.)Deutsche TV-Premiere Sa. 10.10.2026 arte 163. Nordkorea – Unterschätzte Macht?
Folge 163 (30 Min.)In Südkorea bereiten sich „Prepper“ auf einen Angriff aus dem Norden vor und halten Notfallausrüstung wie Karten und ein Radio bereit.Bild: Kobalt ProductionsAlte und neue Allianzen stärken Nordkoreas Einfluss. Das Land hat seine Beziehungen zu China und Russland deutlich ausgebaut. Im Juni 2026 empfing Kim Jong Un den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in Pjöngjang. Auch mit Wladimir Putin verbindet ihn eine enge strategische Partnerschaft. Gleichzeitig baut Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm weiter aus. „Tracks East“ fragt: Welche Bedeutung haben die neuen Bündnisse – und wie groß ist die Gefahr einer Eskalation auf der koreanischen Halbinsel? Die neue Nähe zwischen Russland und Nordkorea wird auch in Moskau sichtbar.Mehrere nordkoreanische Restaurants haben eröffnet. Dort treffen moderne Gastronomie und politische Symbolik aufeinander: An den Wänden hängen monumentale Darstellungen früherer nordkoreanischer Machthaber, auf den Bildschirmen läuft nordkoreanisches Fernsehen und auf den Tischen liegen Magazine aus Pjöngjang. Ein anonymer Reporter folgt den Spuren der Annäherung durch die russische Hauptstadt. Für Menschen in Südkorea ist die wachsende Rolle des Nordens beunruhigend. Sogenannte Prepper bereiten sich aus Angst vor einem nuklearen Angriff auf den Ernstfall vor. Das Leben nach der Flucht aus Nordkorea ist extrem herausfordernd. Aufgrund kultureller Unterschiede ist die gesellschaftliche Integration von Nordkoreanern in Südkorea sehr schwierig. Die Künstlerin Jeon Ju-ok floh im Alter von 17 Jahren aus Nordkorea und hielt ihre Gedanken und Erfahrungen in einem Tagebuch fest. Diese frühen Aufzeichnungen hat sie zu einem Comic verarbeitet. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 arte
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