bisher 170 Folgen, Folge 151–170
151. Das Baltikum in Moskaus Visier
Folge 151 (30 Min.)
Ignas Kukučionis sieht Chancen im neuen Truppenübungsplatz Litauens nahe der belarussischen Grenze – im Gegensatz zu vielen seiner Mitbürger aus Kapčiamiestis.Bild: MDR / Kobalt ProductionsDas Baltikum befindet sich aktuell in der gefährlichsten Sicherheitslage seit Ende des Kalten Krieges. Regelmäßig gibt es GPS-Störungen, Drohnen über sensibler Infrastruktur, beschädigte Unterseekabel und gezielte Desinformation. Mit hybriden Angriffen versucht Russland die baltischen Staaten und damit die Nato zu destabilisieren, ohne offiziell Krieg zu führen. In Narva, Estlands Grenzstadt zu Russland, erlebt die Bevölkerung die Spannungen unmittelbar. 95 Prozent der Einwohner sprechen Russisch. Zum „Tag des Sieges“ inszeniert Russland im benachbarten Iwangorod eine patriotische Großveranstaltung.Gemeinsam mit der Fotografin Maria Kopytova blickt „Tracks East“ auf eine Stadt zwischen europäischem und russischem Einfluss. Der Suwałki-Korridor zwischen Litauen und Polen gilt als eine der verwundbarsten Stellen der Nato. Sollte Russland diesen Korridor besetzen, wäre das Baltikum auf dem Landweg vom Rest der Nato abgeschnitten. Deshalb will Litauen ganz in der Nähe einen neuen Truppenübungsplatz bauen. Doch das Vorhaben sorgt bei den Bewohnern der kleinen Ortschaft Kapčiamiestis für Streit. In den letzten Jahren haben alle baltischen Staaten versucht, die Verwendung ihrer Landessprache unter russischsprachigen Bürgern zu fördern. Lettland steht dabei vor der größten Herausforderung, da jeder dritte der rund 1,8 Millionen Einwohner im Alltag Russisch spricht. In Riga trifft „Tracks East“ eine junge Galeristin und Clubbetreiberin, die ihre Sicht auf den Sprachkonflikt, der die lettische Gesellschaft spaltet, mit uns teilt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 24.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 arte 152. Russland – Unter Drohnen, unter Druck
Folge 152 (30 Min.)Bild: ArteTägliche Drohnenangriffe, Internetblockaden und verschärfte Visabestimmungen. Der russisch-ukrainische Krieg kommt diesen Sommer mit voller Härte zu seinem Verursacher zurück. Auch die Hauptstadt bleibt nicht mehr verschont. Ein anonymer ehemaliger Aktivist berichtet, wie sich Moskau in den letzten Monaten verändert hat. Es passt zu der zunehmend repressiven Politik, dass im ganzen Land neue Stalin-Denkmäler eingeweiht werden. Wie sehr die sowjetischen Muster in Russland zurückkehren, davon erzählt die „Memorial“-Mitgründerin Irina Scherbakova. Und auch wenn es scheint, dass der Widerstand in Russland mit aller Härte unterdrückt wird, beweisen zwei Schwestern, dass Widerstand in Sibirien noch möglich ist.Mit naiv anmutender, aber tiefgreifender Kritik an der patriarchalen Politik Moskaus halten die beiden Künstlerinnen der Gesellschaft den Spiegel vor – und begeben sie sich immer wieder in Gefahr, verhaftet zu werden. Einige Frauen in Russland, die täglich von viel Gewalt umgeben sind, suchen derweil Ablenkung bei einem erstaunlichen Social Media-Phänomen. Auf der Suche nach einem anderen Typ Mann haben sie eine Gruppe junger, muskulöser Männer in Deutschland entdeckt. Die Techno-Influencer tanzen jetzt im Internet für ihre neue Zielgruppe: russische Frauen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 28.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 arte 153. Sommer, Sonne, Sirenen: Urlaub im Krieg
Folge 153 (30 Min.)Bild: ArteRussinnen und Russen machen schon das vierte Jahr Urlaub in Kriegszeiten. Doch an der russischen Schwarzmeerküste treffen Propagandaversprechen und Realität immer stärker aufeinander. Der Krieg gehört dort mittlerweile zum Alltag – genauso wie schicke Hotels, Restaurants und Strände. Kurorte wie Tuapse werden regelmäßig von Drohnenangriffen getroffen, Industrieanlagen stehen in Flammen und Teile der Küste sind durch ausgelaufenes Öl belastet. Was einst weit weg wirkte, kommt nun Stück für Stück nach Russland zurück – fast wie ein Bumerang.Auf der Krim dürfte es dieses Jahr im übertragenen Sinne „zu heiß“ werden. Also Sotschi? Wie Russen dort entspannen, während auf der anderen Seite des Schwarzen Meeres gekämpft wird, findet ein Tracks East-Reporter heraus. Aus Angst, wegen seiner Arbeit für ausländische Medien festgenommen zu werden, bleibt er anonym. In der Türkei kippt derweil die Stimmung. Wohlhabende russische Zugezogene werden für die dramatische Wohnungskrise verantwortlich gemacht. Denn seit 2022 stiegen die Mieten enorm. Gleichzeitig bietet das „Kremlin Palace“ Hotel in Antalya Zuflucht und Ablenkung vor der russophoben Stimmung in der Türkei und Europa. In Nordkorea sind russische Touristen wiederum willkommen. Umgekehrt genauso. Während russische Touristen nach Nordkorea reisen, um an Kimchi-Kochkursen teilzunehmen, sollen die Nordkoreaner nicht zum Urlauben, sondern zum Kämpfen kommen. Exiljournalistin Masha Borzunova zeigt in einer Kolumne die aktuellen Anwerbeversuche beider Länder. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 arte 154. Wie das Netz uns manipuliert
Folge 154 (30 Min.)Während prorussische Influencer die Stadt Mariupol von ihrer vermeintlich besten Seite zeigen, verschweigt die Propaganda die Zerstörung.Bild: Ukrainisches InnenministeriumWenn Influencer im staatlichen Auftrag ihren Alltag zeigen, entsteht schnell ein persönliches und glaubwürdiges Bild. Was gezeigt wird, wirkt nahbar. Aber inwiefern werden propagandistische Botschaften über scheinbar ganz normale Social-Media-Accounts und Reisevideos verbreitet? Russland setzt auf ausländische Blogger zur Verbesserung des eigenen Images. Während der strafrechtlich verurteilte Manosphere-Influencer Andrew Tate feierlich in Moskau empfangen wird, wirbt Putin mit Aufenthaltspapieren für Influencer, die von „westlichen Werten“ genug haben.In den besetzen Gebieten in der Ukraine werden seit 2016 junge Creator ausgebildet, um prorussische Inhalte zu produzieren. Hier steht nicht die Besatzung im Fokus, sondern der Neubau ganzer Wohnblöcke – oftmals auf Trümmern und nicht geborgenen Leichen (wie im Fall des Theaters von Mariupol). Ohne TikTok wäre MAGA wohl nie so groß geworden. Mit gerade mal zwölf Jahren beginnt Steve Vilchez, rechten Influencern zu folgen. Trumps Aussagen zur Covid-Pandemie lassen ihn jedoch zweifeln – er studiert Chemie und kann die unwissenschaftliche Desinformation nicht hinnehmen. Er steigt aus der Bewegung aus. „Let me stand up like a Taiwanese“, rappt die taiwanesische Musikerin Yang Shu-Ya in ihrem Song „2045“. Darin stellt sie sich Taiwan als Kriegszone unter einer chinesischen Besatzung vor. Um die Annexion Realität werden zu lassen, greift China auch zu Propaganda in den sozialen Medien. Zum Beispiel mit Reise-Influencern, die sich die sogenannte „historische Wiedervereinigung“ wünschen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 19.07.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 25.07.2026 arte 155. Belarus – Im Land der Angst
Folge 155 (30 Min.)Bevor Maria Kolesnikowa zur Symbolfigur der belarussischen Opposition wurde, war sie professionelle Musikerin.Bild: Kobalt Productions / Kobalt ProductionsBelarus spielt im Ukraine-Krieg eine wichtige geostrategische Rolle. Das Land liegt zwischen Russland, der Ukraine und der Nato und ist deshalb für Moskau ein wichtiger militärischer Vorposten. Seit Ende Dezember sind dort atomwaffenfähige russische Raketen stationiert. Lukaschenko unterstützt Russland politisch und logistisch, versucht aber zu vermeiden, Belarus direkt zum Kriegsgebiet zu machen. Im Sommer 2026 machte das Lukaschenko-Regime den ukrainischen Grenzbewohnern ein ungewöhnliches Angebot. Es sollten vereinfachte Grenzübertritte aus ukrainischen Dörfern über die seit 2022 gesperrte Grenze möglich sein.Die ukrainische Bloggerin Hannusja geht mit „Tracks East“ Beeren sammeln im Grenzgebiet und berichtet von den Wunden, die der Krieg hinterlässt. Die Musikerin und Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikava wirbt für einen Dialog mit Belarus. Nach mehr als fünf Jahren im Straflager, kam sie dank eines Deals zwischen Donald Trump und Alexander Lukaschenko frei. Die belarussische Indie-Band Soyuz lebt im vergleichsweise sicheren Warschauer Exil und blickt dennoch mit Sorge in ihr Heimatland. Und der anonyme Künstler „Igor“ nimmt uns mit zu geheimen Konzerten und Ausstellungen in Minsk. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 23.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 arte 156. Free Party: Ist die Party wirklich vorbei?
Folge 156 (28 Min.)Deutsche Streaming-Premiere Do. 23.07.2026 arte.tv 157. Drohnenkrieg: Der Faktor Mensch
Folge 157 (30 Min.)Der Krieg in der Ukraine wird teilweise mit handelsüblichen Drohnen geführt. Sie sind billig, effektiv und tödlich.Bild: Kobalt Productions„Tracks East“ zeigt, wo der Drohnenkrieg am unerbittlichsten ist, und fragt: Was macht das mit den Menschen, die ihn tagtäglich erleben? An der Front, im Steuerzentrum und in der Stadt. 224 Tage, ohne Ablösung: So lange harrten die Infanteristen Jaroslaw (21) und Dmytro (36) in der sogenannten „Kill Zone“ aus – jenem Streifen entlang der Front, den die wachsende Reichweite der Drohnen unpassierbar macht. Über den Köpfen ununterbrochen das Surren der russischen Drohnen, die nach ihnen jagen. Eine Ablösung ist lange unmöglich – denn der Moment, in dem man sein Versteck verlässt und den Blicken der Drohnen preisgibt, gilt als der tödlichste.Noch immer reagieren sie angespannt bei surrenden Geräuschen. Versorgt werden die Soldaten in den Unterständen inzwischen komplett von Maschinen – Munition, Wasser, Essen kommen über Drohnen und Bodenroboter. Solche Bodenroboter programmiert Bogdan. Der IT-Spezialist aus Kiew setzt seine technische Erfahrung jetzt in einer Spezialeinheit ein und hofft, dass auch durch seine Arbeit und die neuen Maschinen bald weniger Menschen an die Front müssen. „Tracks East“ ist bei seinem ersten Kampfeinsatz dabei. Auch in der Abwehr retten Drohnen nun Leben. Denn jeden Tag fliegen hunderte russische Kamikaze-Billigdrohnen Richtung Ukraine. Abfangpiloten wie Topchyk versuchen diese zu zerstören, bevor sie die Städte erreichen – mit kleineren, noch billigeren Drohnen. Diese Seite des Abnutzungskriegs erklärt Tracks-East-Host Bella Khadartseva – und auch, warum trotz Abwehrdrohnen Kiew so ungeschützt ist wie schon lange nicht. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 30.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 arte 158. Ist der Westen besser als der Osten?
Folge 158 (30 Min.)In der EU gelten manche Länder als Vorbilder, während andere den Ruf haben, noch „aufholen“ zu müssen.Bild: Pexels/Dusan CvetanovicEuropa spricht oft von gemeinsamen Werten und dass alle Länder gleichberechtigt zur europäischen Identität angehören. Und doch haben viele Menschen in Ost- und Mitteleuropa das Gefühl, dass diese Gleichheit nicht immer so selbstverständlich ist. Manche Länder wirken wie Vorbilder, während andere als diejenigen gelten, die noch „aufholen“ sollen. Bestimmte Kulturen prägen das Bild des Kontinents, andere hingegen bleiben eher im Hintergrund. So entsteht der Eindruck einer unsichtbaren Ordnung innerhalb Europas – eine Hierarchie, die offiziell nicht existieren soll, aber im Alltag dennoch spürbar ist.Künstlerinnen wie „Pusik“ drehen den Spieß um und machen aus osteuropäischem Kitsch und Klischees einen Trend. Die Ästhetik der Nullerjahre, die oft den slawischen Alltag und die westeuropäische Konsumkultur vereinte, treibt sie auf die Spitze. Mit „Svetlana Del Rey“ schafft sie ein Alter Ego – die billige osteuropäische Kopie der amerikanischen Diva Lana Del Rey. In ihren Werken verwandelt sie die Träume, Unsicherheiten und Symbole, die mit der Integration Osteuropas in den Westen einhergingen, in eine neue Form digitaler Nostalgie und des Selbstausdrucks. Auch Gleb und Ivan aus Belarus bedienen sich an belarussischen Geschichten mit Cringe-Faktor und wandeln sie in ein Talkformat um. Aus dem Warschauer Exil heraus zerpflücken sie alles, was die regimetreue Medienwelt in Belarus zu bieten hat. Diese Ausgabe von „Tracks East“ zeigt, dass osteuropäische Kunst und Kultur es nicht nötig hat, den Westen nachzuahmen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 06.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 12.09.2026 arte 159. Die Gen Z und der Krieg – Sterben für den Staat?
Folge 159 (30 Min.)Bild: ArteWer ist bereit, im Kriegsfall zu kämpfen? Die 18- bis 29-Jährigen, die es am meisten betrifft, sind am wenigsten überzeugt. Schulstreiks, Festivals und Social-Media-Kampagnen richten sich in Deutschland gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Trotzdem gibt es sie inzwischen wieder in zehn Nato-Ländern. Was bringt junge Menschen dazu, im Kriegsfall zu kämpfen? Oder eben nicht? In Russland deutet derweil vieles auf eine bevorstehende zweite Mobilisierungswelle hin. In der Stadt Pensa wurden kürzlich ganze Stadtviertel abgeriegelt. Jedes Fahrzeug wurde angehalten, Papiere kontrolliert. Ausnahmslos. Männer, die keine gültigen Dokumente vorweisen konnten, sollten noch am selben Tag einen Vertrag beim Militär unterschreiben.Auch in der Ukraine ziehen sich Männer aus dem öffentlichen Leben zurück, meiden belebte Orte, U-Bahnstationen und Märkte, aus Angst vor der Zwangsmobilisierung. Ein Leben im Ausweichzustand: nicht geflohen, nicht eingezogen, nicht wirklich frei. Der Rapper HeXer aus Leipzig schuf mit seinem Song „Gewinner“ den viralen Hit, der sich kritisch mit der möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht auseinandersetzt. Sanata Doumbia-Milkereit widerspricht: Die Bundeswehr-Reservistin und Psychologin hält die Debatte für zu eng auf ein altes Pflichtmodell verkürzt. Es gehe längst nicht mehr um Zwang oder Freiwilligkeit allein, sondern um neue Formen von Verantwortung. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 13.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 19.09.2026 arte 160. Brasilien zwischen Gewalt und Lebensfreude
Folge 160 (30 Min.)Der Designer Abacaxi (Mi.) möchte mit seinem Modelabel der Ästhetik und Kreativität der Favelas Anerkennung und Respekt verschaffen.Bild: AbacaxiAuf Social Media sind brasilianische Favelas zum Sehnsuchtsort geworden: Videos von Partys und Barbershops dominieren die Feeds. Auch Outfits und Bikinis in Gelb und Grün sind schwer angesagt. Die Nationalfarben Brasiliens erfuhren unter Ex-Präsident Jair Bolsonaro eine Umdeutung, sie wurden zum Symbol des Rechtspopulismus. Der Modedesigner Abacaxi kämpft gegen diese Vereinnahmung. Mit seinem Label trägt er den Style der Favelas mit Stolz in die Welt: „Für mich steht ‚Brazilcore‘ für die Freude und den Mut, zu zeigen, wer wir sind und woher wir kommen.“ Doch in den Favelas herrscht nicht nur Lebensfreude.Der Alltag ist geprägt von Gewalt, von kriminellen Banden und der Polizei. Im Oktober 2025 kam es in Rio de Janeiro zur tödlichsten Polizeirazzia in der brasilianischen Geschichte. Mehr als 110 Menschen wurden getötet. Den Schusswechseln fallen immer wieder Unschuldige zum Opfer, auch abseits großer Einsätze. Wie die 24-jährige Kathlen Romeu: 2021 wurde die angehende Mutter von einer Polizeikugel getroffen. Bis heute kämpfen ihre Eltern für Gerechtigkeit. Über 300 indigene Völker gibt es noch in Brasilien – ihre Vorfahren haben den Kolonialismus und die Versklavung durch die Portugiesen überlebt. Seit Jahrtausenden leben sie nach der Prämisse, eins mit der Natur zu sein und dem Land nicht mehr Ressourcen zu entnehmen, als sie zum Überleben brauchen. Damit sind die Indigenen der Agrar- und Bergbauindustrie ein Dorn im Auge. Die Fotografin Natália Tupi hält ihre Kämpfe fest. Für „Tracks East“ trifft sie die einflussreiche Aktivistin Txai Suruí und besucht ein Schamanen-Fest der Guaraní-Gemeinschaft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 20.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 26.09.2026 arte 161. Tschechien am Scheideweg
Folge 161 (30 Min.)Die rechtspopulistische Koalition unter Ministerpräsident Andrej Babiš stößt in Tschechien nicht nur auf Zustimmung.Bild: Czech Academy of ScienceKlimaschutz, Ukraine-Hilfe, EU-Kurs: Bei fast allen großen Fragen schlägt Tschechien seit dem Regierungswechsel im Dezember 2025 einen radikaleren Ton an. Die rechtspopulistische Koalition unter Andrej Babiš bremst den bislang pro-europäischen Kurs des Landes. Die rechte Partei Motoristé sobě wurde erst 2022 gegründet und sitzt schon in der Regierung. Sie wurde vor allem von jungen Männern gewählt. Investigativjournalist Dávid Pásztor trifft Adam Sejna, der mit gerade mal 19 Jahren als Influencer in der rechten Szene Furore macht.Pásztor versucht zu verstehen, wie der Partei dieser bemerkenswerte politische Aufstieg gelingen konnte. Die erfolgreiche Indie-Sängerin Amelie Siba sorgt sich um die Kulturszene und den Rechtsruck in der Gesellschaft. Worauf sich viele einigen können: den Stolz auf den „Kleinen Maulwurf“, den Exportschlager des tschechischen Animationsfernsehens und das heimliche Kultursymbol des Landes. Der Maulwurf spielt eine zentrale Rolle im Projekt des Künstlers Jakub Jansa für die Biennale in Venedig. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 27.09.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 03.10.2026 arte 162. Helden oder Täter? – Der Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine
Folge 162 (35 Min.)Bild: ArteSeit eine ukrainische Militäreinheit sich „Helden der ukrainischen Aufstandsarmee“ (UPA) genannt hat, ist das Verhältnis zwischen Warschau und Kiew auf einem Tiefpunkt. Denn in Polen steht die historische UPA vor allem für die Massaker an polnischen Zivilisten in Wolhynien und Ostgalizien während des Zweiten Weltkriegs. Schätzungen zufolge wurden dabei bis zu 100.000 Menschen ermordet. In der Ukraine dagegen wird die UPA von vielen als Symbol des Unabhängigkeitskampfes verehrt: Ihre Kämpfer wollten einen eigenen ukrainischen Staat – während des Zweiten Weltkriegs und danach im Kampf gegen die sowjetische Herrschaft.„Tracks East“ begibt sich auf Spurensuche und begleitet in Wolhynien ein Team von polnischen und ukrainischen Forensikern, das Opfer der Massaker von 1943 exhumiert, damit sie eine würdige Bestattung erhalten. Mit dabei: Der Historiker Leon Popek, dessen Familie von den Bluttaten betroffen war. Auch Karolina Romanowskas Familie war von den Massakern betroffen. Sie setzt sich für Versöhnung ein und wendet sich gegen eine Instrumentalisierung der Wolhynien-Opfer für politische Zwecke. Fast alle Parteien im polnischen Sejm fordern von der Ukraine, die Verbrechen der UPA anzuerkennen und sich von Nationalistenführer Stepan Bandera zu distanzieren – andernfalls könne sie nicht Mitglied der EU werden. Kiew wiederum will sich nicht vorschreiben lassen, wie es den eigenen Unabhängigkeitskampf, die UPA und Bandera erinnern soll. Wer in Polen vor allem als Täter gilt, wird in der Ukraine von vielen als Kämpfer für die Unabhängigkeit verehrt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 04.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 10.10.2026 arte 163. Nordkorea – Kims Comeback?
Folge 163 (30 Min.)In Südkorea bereiten sich „Prepper“ auf einen Angriff aus dem Norden vor und halten Notfallausrüstung wie Karten und ein Radio bereit.Bild: Kobalt ProductionsNordkorea ist längst nicht mehr so isoliert, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Gegenteil: Kim Jong Un hat in den vergangenen Jahren neue Partner gefunden – und damit mehr Spielraum gewonnen. Vor allem die Beziehungen zu Russland sind deutlich enger geworden. Auch mit China sucht Pjöngjang wieder stärker die Nähe. Gleichzeitig treibt Kim sein Atom- und Raketenprogramm weiter voran. Das ist für ihn ein wichtiges Machtinstrument: Je stärker Nordkorea militärisch aufgestellt ist, desto schwieriger wird es für andere Staaten, Pjöngjang unter Druck zu setzen. „Tracks East“ fragt: Welche Bedeutung haben die neuen Bündnisse und wie groß ist die Gefahr einer Eskalation auf der koreanischen Halbinsel? Für Moskau ist Nordkorea vor allem wegen des Krieges gegen die Ukraine ein wichtiger Partner geworden.Die neue Nähe zwischen Russland und Nordkorea wird auch in Moskau sichtbar. Mehrere nordkoreanische Restaurants wurden eröffnet, immer wieder wird in Ausstellungen die enge Bindung glorifiziert. Ein anonymer Reporter folgt den Spuren der Annäherung durch die russische Hauptstadt. Eine Flucht aus Nordkorea ist extrem gefährlich. Der Künstlerin Jeon Ju-ok gelang sie mit 17 Jahren. Ihre Erfahrungen hielt sie in einem Tagebuch fest, dessen Aufzeichnungen sie nun in einem Online-Comic verarbeitet. Für Menschen in Südkorea ist die wachsende Rolle des Nordens beunruhigend. Sogenannte Prepper bereiten sich aus Angst vor einem nuklearen Angriff auf den möglichen Ernstfall vor. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 18.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 arte 164. In Russlands Visier
Folge 164 (30 Min.)Die „ausländische Agentin“ Masha Borzunova weiß, mit welchen Mitteln Russland seinen hybriden Krieg gegen den Westen führt.Bild: Kobalt ProductionsWenn Kremlkritiker aus Russland fliehen, um Repressionen zu entkommen und ihr Leben zu schützen, endet die Verfolgung oft nicht an der Grenze. Pavel Krisevich war der jüngste Performancekünstler in Russland, der die Staatsmacht mit mutigen Kunstaktionen auf dem Roten Platz herausforderte. Dafür wanderte er für mehrere Jahre ins Gefängnis. Um härteren Strafen zu entgehen, verließ er das Land und lebt mittlerweile in Paris. Dennoch ist er nach wie vor im Visier des Kreml. Ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied von Pussy Riot wurde Berichten zufolge vom Geheimdienst auf ihn angesetzt.Durch die Sendung führt der Journalist und Filmemacher Igor Saadrev, der ebenfalls Russland verlassen hat und kürzlich vom Kreml zum „ausländischen Agenten“ erklärt wurde. Ein neues Gesetz der Duma entzieht den „Agenten“ jede Lebensgrundlage in Russland: Konten werden gesperrt und Konsulate stellen keine neuen Pässe aus. Belarus geht ähnlich vor. Die Frontsängerin der Band Dymna Lotva wurde fünf Jahre nach ihrer Flucht in Minsk in Abwesenheit wegen Terrorismuspropaganda angeklagt. KGB-Mitarbeiter sollen sogar die Konzerte der Band in Polen überwacht haben. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 25.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 31.10.2026 arte 165. Männlichkeit auf dem Prüfstand – Alles toxisch?
Folge 165 (30 Min.)Mit seiner naturnahen und sportlichen Selbstinszenierung prägt der russische Präsident Wladimir Putin das Bild des „slawischen Mannes“.Bild: Kremlin.ruZu toxisch, zu performativ, zu verweichlicht – darüber, was Männlichkeit alles nicht sein soll, laufen zahlreiche Diskurse parallel. Gleichzeitig maßen sich eine Reihe zweifelhafter Influencer die Deutungshoheit über Männlichkeit an und machen Klicks und Profit mit hanebüchenen Ratschlägen und dem Abfeiern „echter, ursprünglicher“ Männlichkeit. Die finden sie erstaunlich oft bei „den Slawen“. Die russische Propaganda stimmt ein und inszeniert den russischen Präsidenten Wladimir Putin als ultimativ männlichen Anführer, dem der verweichlichte Westen gar nichts kann.Was ist dran am Bild des starken, slawischen Mannes? Wer leidet unter dem Klischee? Und wo gibt es Widerspruch oder Gegenbewegungen? Putins Selbstinszenierung als naturnahes und sportliches Staatsoberhaupt ist in Russland Kult und wird weltweit als Meme verbreitet. Ob oberkörperfrei auf einem Pferd, beim Judo-Training oder in voller Eishockey-Montur auf dem Eis: Diese Bilder haben Wirkung und sind eine dankbare Vorlage für russische Propagandisten. Damit formen sie das Bild des „russischen Mannes“ im In- und Ausland. Gleichzeitig wird mit dem Schimpfwort „Gayropa“ auf Europa gezeigt und der Untergang der westlichen Gesellschaft vorhergesagt. Wie sieht die Realität des „slawischen Helden“ in Wirklichkeit aus und was nützt das ganze Testosteron, wenn man sein Leben angsterfüllt und in einem erbärmlichen Zustand an einen sinnlosen Krieg verliert? „Tracks East“ schaut sich in Europa um und findet heraus, wie dort jeweils mit der männlichen Identitätskrise umgegangen wird. Zwischen neuen Vorbildern, Männlichkeits-Camps und Krieg. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 01.11.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 07.11.2026 arte 166. Kunst, Konzerte, Knast – Putins neue Härte
Folge 166 (30 Min.)Nach den Wahlen drohen Kreml-Kritikern verschärfte Maßnahmen.Bild: Daniel VazomeIn Russland gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem die Repressionen vor den Wahlen nachlassen, um ein möglichst gutes Ergebnis für die Staatsparteien zu erzielen. Nach den Wahlen drohen dann wieder verschärfte Maßnahmen gegen unabhängige Medien sowie weitere Einschränkungen von Meinungs- und Kunstfreiheit. Aber schon vor den Wahlen lag die Zahl politisch motivierter Strafverfolgungen laut Memorial bei rund 500 neuen Fällen pro Quartal. Dabei werden zunehmend schwerwiegendere Vorwürfe wie Terrorismus und Sabotage genutzt. Wie es sich in Wladimir Putins Gefängnissen anfühlt, hat der US-Amerikaner Evan Gershkovich am eigenen Leib erlebt. Der Journalist des Wall Street Journals wurde 2023 in Russland wegen angeblicher Spionage festgenommen und in einem geheimen Prozess zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.Erst nach 491 Tagen Haft, im August 2024, kam er bei einem Gefangenenaustausch frei. Bei „Tracks East“ spricht er über seine Erfahrungen und über sein neues Buch „Dieses verfluchte wunderschöne Land“. Darin erzählt er von seinem Alltag im Gefängnis, von den Verhören und wie er Russland vor seiner Verhaftung erlebt hat. Wer mit Musik oder Kunst Kritik an der Regierung übt, riskiert oft, verhaftet zu werden. Davon erzählt die Mitglieder der Petersburger Band Stoptime: Nachdem ihre regimekritischen Straßenauftritte bekannt wurden, nahmen die Behörden die Musiker mehrfach fest. Schließlich verließen Mitglieder der Band Russland. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 08.11.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 14.11.2026 arte 167. Wer bestimmt, was wahr ist? Der Kampf um die Medien
Folge 167 (30 Min.)Deutsche Streaming-Premiere So. 15.11.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 21.11.2026 arte 168. Überwacht – Sicherheit um jeden Preis?
Folge 168 (30 Min.)Überwachungskameras können heutzutage viel mehr als nur Bilder aufzeichnen.Bild: Yagnik BSogenannte Smart Cities versprechen Sicherheit. Die dazu installierten Kameras stützen sich auf Künstliche Intelligenz, wenn sie Gesichter scannen, Kennzeichen von Autos lesen oder anhand von Verhaltensmustern Gefahrenanalysen erstellen. „Tracks East“ fragt: Wie weit reicht die Überwachung – und wer kontrolliert die Daten? Von seinen Followern wird Nomark als „real life Batman“ bezeichnet. Er filmt sich dabei, wie er Flock-Kameras in den USA demontiert. Damit überschreitet er die Grenzen des Legalen. Doch in den USA regt sich Widerstand gegen diese Kameras, nachdem bekannt wurde, dass die Daten an staatliche Institutionen und private Sicherheitsfirmen verkauft wurden. „Tracks East“ begleitet Nomark in Minneapolis.Die Proteste gegen die Regierung in der georgischen Hauptstadt Tbilissi sind weniger geworden. Ein Grund dafür: die Angst vor den Überwachungskameras. Die Industrial-Metal-Band Quemmekh sang vor zwei Jahren auf den Protesten: „Manchmal muss man alles niederbrennen, bevor etwas neu entstehen kann“. Heute muss sich der Sänger eingestehen, dass die Proteste nicht erfolgreich waren. Der serbische Journalist Aleksa Tešić hat einen Film über die chinesischen Spionage-Programme „Novispy“ und „Pegasus“ gemacht. Sie wurden auf Handys von Studierenden gefunden, die bei einer Routine-Polizeikontrolle kurz ihre Mobiltelefone abgeben sollten. Dieser Fall zeigt nicht nur die wachsende Überwachung, sondern auch den steigenden Einfluss Chinas in Serbien. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.11.2026 arte 169. Tech-Bros und Trump: Wer hat die Macht?
Folge 169 (30 Min.)Bei Donald Trumps zweiter Amtseinführung als Präsident standen sie alle hinter ihm: Tech-Milliardäre wie Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Elon Musk. Anfang 2025 wirkte ihr möglicher Einfluss auf die US-Demokratie noch wie eine vage Bedrohung. Fast zwei Jahre später, kurz vor den Midterms 2026, ist dieser Einfluss Teil der politischen Realität. „Let Data Reign.“, postet der US-Präsident 2026. Damit meint er, dass Künstliche Intelligenz nicht staatlich beschränkt werden soll. Besser noch: Sie soll ab jetzt nur noch „Superintelligenz“ heißen.Weil sie so super für die Wirtschaft und die Zukunft der USA sei. Tatsächlich schafft sie Arbeitsplätze an Orten wie Texas, wo Hunderte neue Datencenter wie Pilze aus dem Boden schießen. Gleichzeitig wächst dort der Widerstand. Stromausfälle und Wassermangel häufen sich für die Menschen in der Region. Selbst republikanische Politiker kämpfen für mehr Regulierung, während das Weiße Haus noch mehr Deregulierung für Rechenzentren fördert. Menschen, die in Texas leben, zeigen, wie sie für ihr Zuhause kämpfen. Auch beim Urheberrecht wächst der Konflikt. Das US-Justizministerium ist der Auffassung, dass Urheberrecht nicht verletzt werde, wenn KI-Modelle an geschützten Inhalten trainieren – ein politischer Eingriff in juristische Prozesse im Namen der Tech-Bros? Und das, obwohl diese mittlerweile sogar selbst vor den negativen Folgen ihrer KI warnen. Aber was tun sie wirklich dagegen? Und wie konnte ihre „Superintelligenz“ zu einer Supermacht werden, die sich kaum noch an Regeln der Demokratie halten muss? Diesen Fragen geht „Tracks East“ nach. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 05.12.2026 arte 170. Nepal – Junge Männer für Putins Krieg
Folge 170 (30 Min.)Die nepalesische Gesellschaft kommt auch 2026 nicht zur Ruhe. Die Bilder der katastrophalen Sturzflut gingen um die Welt: Mindestens 1.450 Menschen starben, Tausende gelten weiterhin als vermisst. Forschern zufolge spielte der Klimawandel eine wichtige Rolle. Nepal liegt mitten im Himalaja und spürt die Folgen besonders unmittelbar. Premierminister Balendra Shah, der in Nepal als Rapper berühmt wurde, fordert deshalb international mehr Unterstützung für Frühwarnsysteme und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Doch er regiert ein Land, in dem eine ganze Generation gerade erst gegen die politische Elite rebelliert hat.2025 gingen Zehntausende junge Menschen der Gen Z auf die Straße. Auslöser war ein Verbot mehrerer Social-Media-Plattformen. Dahinter steckte aber viel mehr: Frust über Korruption, Vetternwirtschaft, Arbeitslosigkeit und ständig wechselnde Regierungen. Die Proteste eskalierten. Sicherheitskräfte schossen auf Demonstrierende, Dutzende Menschen starben. Am Ende musste Premierminister K. P. Sharma Oli zurücktreten. Die anhaltende Perspektivlosigkeit treibt viele junge Nepalesen ins Ausland. Einige gerieten dabei in die Hände skrupelloser Vermittler, die in TikTok-Clips mit falschen Jobversprechen über Russland vermeintlich nach Europa lockten. Am Ende landeten einige stattdessen direkt an der Front im Krieg gegen die Ukraine. Erst massiver diplomatischer Druck aus Kathmandu hat die Anwerbung inzwischen offenbar gestoppt. Doch das System lebt weiter: Laut dem ukrainischen Auslandsgeheimdienst SZRU testet Russland dasselbe Schema auch in anderen Ländern. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 12.12.2026 arte
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