2025/2026, Folge 15–27
Folge 254
Folge 15 (45 Min.)14-Jährige ersticht Frau – wurde die Gefahr übersehen? „In diesem Fall war das Mädchen ausschließlich mit Selbstverletzungen auffällig geworden. Es gab keine Hinweise auf eine akute Gefährdung gegen andere“, so die Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Trotz der engmaschigen Betreuung sticht die 14-Jährige mit psychischer Erkrankung auf eine fremde 64-Jährige ein, die sich auch auf dem Friedhof aufhält. Das Mädchen soll zuvor starke Medikamente eingenommen haben. Sie war mit drei weiteren Jugendlichen in einer psychosozialen, offenen Wohngemeinschaft mit vier Betreuungspersonen untergebracht.Handelt es sich um einen unvermeidlichen Einzelfall, oder wurde die Krise des Mädchens nicht erkannt? Andrea Poschmaier und Michaela Rädler berichten. Flugzeugabsturz in der kanadischen Wildnis „Plötzlich sinkt das Flugzeug, wir steuern auf die Bäume zu und dann war es irrsinnig laut“, erinnert sich Martin Schotte, der eine Pension in Traiskirchen in Niederösterreich betreibt. Mit seinem besten Freund Harald möchte er durch Kanada reisen, um Lachse zu angeln. Es ist der große Traum der beiden Köche. Doch beim Absturz mit einer einmotorigen Maschine kommt Harald ums Leben, während Martin Schotte sich unverletzt aus dem Wrack befreien kann. Savanka Schwarz mit einer Geschichte über Verlust und Aufarbeitung. Arbeiten im Alter „Ich komme mir so nutzlos vor, wenn ich nur zu Hause liege und nichts mache“, sagt der 69-jährige ehemalige Mietwagenunternehmer Egon Jocher. Er arbeitet in der Pension als Fahrer für seinen ehemaligen Mitarbeiter. Studien zeigen, dass ein abrupter Übergang in die Pension krank machen kann. Die Wertschätzung älterer Mitarbeiter:innen hängt von der Konjunktur ab, sagt der Wirtschaftspsychologe Erich Kirchler: „Bei guter wirtschaftlicher Lage werden ältere Menschen eher behalten. Wenn es schwierig wird, werden die Arbeitsplätze für jüngere Personen reklamiert.“ Sylvia Unterdorfer hat Menschen getroffen, die nach ihrer Pensionierung weiterarbeiten. Stefanie Pesendorfer – Die Eiskunstläuferin über Leidenschaft und Leistungsdruck „Nirgends fühle ich mich so frei wie auf dem Eis.“ Stefanie Pesendorfer trainiert seit fast 20 Jahren. Dabei ist die Oberösterreicherin erst 23 Jahre alt. 2022 wird sie Österreichische Staatsmeisterin und nimmt an den Weltmeisterschaften teil. Erwartungen und Leistungsdruck haben bei ihr eine Essstörung und Depressionen zur Folge. „Ich würde mir wünschen, dass jede Körperform in diesem Sport ihre Berechtigung hat“, sagt sie. Die Wienerin Trixi Schuba hat 1972 bei den Olympischen Spielen im Eiskunstlauf Gold gewonnen. „Es hat sich im Sport wahnsinnig viel verändert, die Anforderungen sind viel größer geworden“, sagt die 74-Jährige. Eva Kordesch hat die beiden für THEMA getroffen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 07.03.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 02.03.2026 ORF 2 Folge 255
Folge 16 (45 Min.)Zwischen Bomben und Hoffnung – iranische Frauen „Ich mache mir große Sorgen um meine Familie im Iran und gleichzeitig hoffe ich, dass sie bald frei leben können“, sagt Parvin Razavi, die als Kind mit ihrer Familie nach Österreich geflohen ist. Die Eskalation bedeutet für viele Iranerinnen und Iraner auch Hoffnung auf ein Ende des Regimes. Gerade Frauen standen in den vergangenen Jahren an der Spitze der Protestbewegungen im Iran. Tausende wurden deswegen getötet. Wie blicken in Österreich Frauen mit iranischen Wurzeln auf ihre Heimat? Gibt es bei manchen die Hoffnung, dass das Mullah-Regime an der Macht bleibt? Savanka Schwarz und Oliver Rubenthaler haben recherchiert.Schwangerschaftsabbruch: Braucht es Schutzzonen? „Ich hätte es trotzdem getan und wäre vielleicht dabei gestorben“, sagt Anja Mochar. Sie hat abgetrieben. Damals wurde die heute 52-Jährige von Abtreibungsgegnerinnen und -gegnern auf dem Weg in die Klinik bedrängt und belästigt. Und auch heute demonstrieren junge Menschen wieder gegen Schwangerschaftsabbrüche. „Wir belästigen nicht. Wir sind nur hier und beten“, sagen Teilnehmerinnen einer 40 Tage und Nächte dauernden Demonstration vor der Ordination Gynmed in Wien. Bisher gibt es in Österreich kein bundesweites Gesetz, das Versammlungen vor Abtreibungskliniken einschränkt. Trotz der Fristenlösung bleibt der Schwangerschaftsabbruch ein Tabuthema, der Zugang ist schwierig. Frauen fordern Schutzzonen vor Kliniken. Andrea Poschmaier und Pia Bichara berichten. Hausärztemangel am Land „Wir haben die Stelle schon 16-mal ausgeschrieben“, sagt Christian Weninger, Bürgermeister von Lackenbach im Burgenland. Verzweifelt sucht er nach einer Hausärztin oder einem Hausarzt für seine Gemeinde. In den kommenden zehn Jahren erreicht mehr als jeder dritte Allgemeinmediziner das Pensionsalter, rechnet die Ärztekammer vor. Der junge Arzt Jakob Naber fährt von Wien in die kleine Gemeinde St. Georgen im Ybbsfelde. Er hatte die Idee, das Problem in Form einer Gemeinschaftspraxis zu lösen: „So habe ich nicht das Gefühl, ich muss mich als Einzelperson komplett verausgaben.“ Eine Reportage von Michaela Rädler. Lebensumstieg auf den Acker „Wenn mich die Nachbarn fragen, was ich da mache, antworte ich, Kulturgut bewahren“, lacht Michaela Schweiger. Die 43-jährige Steirerin ist stolz darauf, mit der Hand Heu zu machen – so wie ihre Großmutter. Dabei ist sie eine Quereinsteigerin in der Landwirtschaft. Als gelernte Hotelkauffrau arbeitete sie in aller Welt. Dann hat sie den 100 Jahre alten Hof ihrer Vorfahren in Villmannsdorf in Rottenmann revitalisiert. Heute ist ihre Marktgärtnerei ein florierender Betrieb. Sonja Hochecker hat sie für THEMA auf ihrem Bauernhof besucht. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 14.03.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 09.03.2026 ORF 2 Folge 256
Folge 17 (45 Min.)„Mein Sohn sagt, er fühlt sich lebendig begraben“, sagt eine Mutter aus der Steiermark, deren Sohn in der Justizanstalt in Krems-Stein inhaftiert ist. Bereits zweimal soll er in der Zelle versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Insassen berichten von überfordertem Justizwachepersonal, während dieses von massiver Unterbesetzung, zahlreichen Überstunden sowie Krankenständen spricht. „Das System quält Menschen“, sagt Pius Prosenz aus Klagenfurt. Er war 45 Jahre als Psychiater und forensisch-psychiatrischer Sachverständiger tätig. Die Zahl psychisch erkrankter Häftlinge in österreichischen Justizanstalten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.Dennoch fehlt es häufig an Zeit und Ressourcen, um diese Probleme zu lösen. Laura Mlakar und Anne-Maria Neubauer haben nachgefragt. ME/CFS – Gefangen im eigenen Körper „Ich habe einfach große Angst, nichts mehr tun zu können“, so Samuel Prinz-Reiterer. Für ihn wurde der Leidensdruck so groß, dass er an seinem 22. Geburtstag durch assistierten Suizid sein Leben beendet hat. Er litt wie etwa 70.000 andere Menschen in Österreich an ME/CFS, bekannt als chronisches Fatigue-Syndrom, das durch Virusinfektionen ausgelöst werden kann. Viele Betroffene sind so schwer krank, dass sie ihr Bett kaum noch verlassen können. Licht oder Geräusche verursachen Schmerzen. „Früher wollte ich reich sein, jetzt will ich einfach, dass meine Mama wieder gesund wird“, sagt Adrian Nekrep. Der 17-jährige Schüler pflegt seine an ME/CFS erkrankte Mutter. In der medizinischen Ausbildung wird die Krankheit kaum berücksichtigt, Anlaufstellen für Betroffene fehlen oder sind erst in Planung. Laura Mlakar hat für THEMA mit Angehörigen und Betroffenen gesprochen. „Forsthaus Schimanek“: Das Ende rechter Umtriebe? Zwölf Monate bedingte Haftstrafe wegen Wiederbetätigung für den ehemaligen FPÖ-Politiker René Schimanek. Er ist von allen politischen Ämtern zurückgetreten, auch als FPÖ-Stadtrat in Langenlois. 18 Monate bedingt für seinen Bruder Hans Jörg junior, ebenfalls wegen Wiederbetätigung. Ein Strafverfahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Hochverrats gegen die beiden Söhne von Hans Jörg Schimanek junior in Deutschland. Das Ziel der „Sächsischen Separatisten“ soll es gewesen sein, mit Waffengewalt Gebiete in Deutschland zu erobern. Ihr Rückzugsort war das Forsthaus neben der Burgruine Kronsegg in Niederösterreich. Pia Bichara und Oliver Rubenthaler berichten für THEMA. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.03.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 23.03.2026 ORF 2 Folge 257
Folge 18 (45 Min.)Asbest im Burgenland: (K)ein Grund zur Sorge? „Überall finde ich Steine, die wahrscheinlich Asbest enthalten und das macht mir Angst“, sagt Julia Stipsits aus Hackerberg im Burgenland, während sie mit ihrem Hund auf einer Schotterstraße spazieren geht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat auf das Asbest-Problem aufmerksam gemacht. Im Jänner dieses Jahres wurden im Burgenland vier Steinbrüche behördlich geschlossen, nachdem Gesteinsmaterial entdeckt worden ist, das einen erhöhten Asbestgehalt aufweist.Asbest, einst im Baugewerbe und in anderen Bereichen verwendet, ist bei Freisetzung der mikroskopisch kleinen Fasern gefährlich und kann tödliche Erkrankungen zur Folge haben. 1990 wurde die Verwendung von Asbest in Österreich verboten. Laura Mlakar und Oliver Rubenthaler haben für „Thema“ recherchiert. 24-Stunden-Betreuung – Angehörige fordern mehr Unterstützung: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange ich das noch schaffe“, sagt René Bizour, der sich zuhause gemeinsam mit einem Pfleger aus Rumänien um seinen 86-jährigen Vater kümmert. Die 24-Stunden- Betreuung daheim ist für den Staat deutlich billiger als die Unterbringung in einem Pflegeheim. Finanzielle und psychische Lasten tragen die Angehörigen. Für die 32-jährige Christine ist die vertraute Umgebung am Hof ihrer Familie aufgrund ihres Autismus am besten. 81 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben den Wunsch, im Falle der Pflegebedürftigkeit zu Hause betreut zu werden. Das hat eine Umfrage des Market-Instituts ergeben. Familien und Trägerorganisationen fordern eine faire Finanzierung. Das Sozialministerium stellt Verbesserungen in Aussicht. Matteo Glaser und Andrea Poschmaier haben nachgefragt. Aus Liebe zum Dorf – Projekte gegen Leerstand: Wenn das Lebensmittelgeschäft zusperrt, die letzten Geschäfte aus dem Ort verschwinden und die Jungen abwandern, wird es in Dörfern einsam. In der Region Schmidatal in Niederösterreich gibt es zwölf Prozent Leerstand. Das will man jetzt ändern. Die Initiative „Landschaftspark Schmidatal“ will Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer dazu bewegen, Leerstände zu nutzen. In Dimbach in Oberösterreich hat man sich diese Gedanken schon vor 20 Jahren gemacht, als Tankstelle, Lagerhaus und Bäckerei aus dem Ort verschwunden sind. „Als dann auch der Lebensmittelhändler aufhören wollte, haben wir gewusst, dass wir etwas tun müssen“, sagt Andreas Schwaighofer vom Dorferneuerungsverein „Die Saat geht auf“. Die Menschen im Ort haben ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und Außergewöhnliches erreicht. Oliver Rubenthaler und Matteo Glaser berichten für „Thema“. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 18.04.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 13.04.2026 ORF 2 Folge 258
Folge 19 (45 Min.)Die Millionen-Masche – Betrugsfalle Polizistentrick „Bei mir rufen keine Betrüger mehr an“, sagt Leopoldine Zöhrer aus Rechnitz im Burgenland. Schon zweimal haben falsche Polizisten versucht, ihr Geld herauszulocken. Aber jedes Mal hat sie die Kriminellen in eine Falle gelockt und geholfen, die Betrüger zu verhaften. Die Tricks der falschen Polizisten werden immer gefinkelter und die Opferzahlen steigen. So wurde erst vergangenen Dienstag eine 91-jährige Wienerin von einem falschen Polizisten um einen fünfstelligen Geldbetrag betrogen. Obwohl die Polizei vor allem bei Seniorinnen und Senioren auf Präventivarbeit setzt und laufend warnt, erschleichen sich die Täter immer wieder sogar Beträge in Millionenhöhe. Sonja Hochecker und Anne-Maria Neubauer sprechen für „Thema“ mit Opfern und echten Polizisten.Tschernobyl – 40 Jahre Super-GAU In der Nacht auf den 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Sie gilt als der bisher schwerste Atomunfall in der Geschichte der Kernkraft. Ein Block des Kraftwerks in der heutigen Ukraine explodierte, große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt und weite Teile Europas kontaminiert. Tausende Menschen sind an den Folgen der Strahlung gestorben. Hunderttausende wurden umgesiedelt. Vor 20 Jahren hat Christoph Feurstein für „Thema“ die Region besucht. Er konnte damals mit Betroffenen sprechen und durfte in das Gebiet rund um das AKW, das zu dieser Zeit noch kaum zugänglich war. Auf die Taube gekommen – Haustier, Supersportler, Ärgernis? „Eine Taube als Haustier klingt vielleicht seltsam, ist aber nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass der Mensch sie über tausende Jahre gezüchtet hat“, sagt Fabian Hummer. Er hat eine Taube gerettet, die seitdem immer an seiner Seite ist. Im Shoppingcenter, beim Spazierengehen und sogar im Urlaub. Manche stören sich am Taubenkot, andere am Gurren, wieder andere züchten Brieftauben. In Wien versucht man die Taubenpopulation einzuschränken. „Wir haben eine Verantwortung den Tieren gegenüber, schließlich sind sie verwilderte Haustiere“, sagt Matthias Amon vom Wildtierservice der Stadt Wien. Wie kann es gelingen, den Tauben ein artgerechtes Leben zu ermöglichen? Und warum wird die Taube so unterschätzt? Savanka Schwarz über den Vogel, der polarisiert. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.04.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 20.04.2026 ORF 2 Folge 259
Folge 20 (45 Min.)Dick-Pics – Machtdemonstration durch unerwünschte Fotos: „Seit ich 14 Jahre alt bin, bekomme ich regelmäßig unerwünschte Dick-Pics von fremden Männern geschickt“, sagt Frederika Ferková. Sie ist damit nicht allein. Rund jede dritte Frau hat bereits ungefragt ein Foto des Geschlechtsorgans eines Mannes geschickt bekommen. Seit September 2025 ist das ungefragte Versenden von Genitalbildern strafbar. Doch obwohl eine Frau in Wien Anzeige erstattet hat und die Männer geständig waren, kam es zu keinem Verfahren. Wie kann das sein? Und was wollen Männer mit sogenannten Dick-Pics bewirken? Savanka Schwarz berichtet.Die Millionen-Masche – Betrugsfalle Polizistentrick: „Bei mir rufen keine Betrüger mehr an“, sagt Leopoldine Zöhrer aus Rechnitz im Burgenland. Schon zweimal haben falsche Polizisten versucht, ihr Geld herauszulocken. Aber jedes Mal hat sie die Kriminellen in eine Falle gelockt, was zu deren Verhaftung geführt hat. Erst vergangenen Donnerstag hat ein 88-jähriger Niederösterreicher falschen Polizisten Gold und Schmuck im Wert eines sechsstelligen Betrags übergeben. Obwohl die Polizei laufend warnt, erschleichen sich die Täter immer wieder sogar Beträge in Millionenhöhe. Sonja Hochecker und Anne-Maria Neubauer sprechen für „Thema“ mit Opfern und echten Polizisten. Vegane Kochlehre – ein Lehrberuf, der polarisiert: „Es sind so kreative Rezepte, die da rauskommen und meistens einfach Geschmacksexplosionen“, sagt Kerstin Helmlinger. Die 23- Jährige ist eine von elf vegan-vegetarischen Kochlehrlingen in Österreich. Köchin darf sie sich nach der dreijährigen Ausbildung trotzdem nicht nennen, sondern nur vegan-vegetarische Fachkraft. Rafael Pils ist nicht begeistert vom neuen Lehrberuf. Der Gastwirt betreibt in sechster Generation ein Wirtshaus in Eschenau in Niederösterreich: „Wir sind ein kleiner Betrieb, da ist es finanziell nicht machbar, dass einer nur für Gemüse zuständig ist.“ Michaela Rädler über die neue Ausbildung, die manche für unnötig, andere für längst überfällig halten. Im Rausch der Blumen: „Ich nenne sie Soulflowers, Blumen für die Seele“, sagt Katharina Reckendorfer. Sie ist Blumenbäuerin in Schönkirchen im Weinviertel. Die studierte Grafikdesignerin baut im Nebenerwerb Tulpen, Pfingstrosen und Dahlien ohne Pestizide an. „Es gibt kaum etwas Schöneres als einen Strauß verwelkender Tulpen“, sagt Franz-Josef Wein. In seiner Meisterklasse im Stift Zwettl wird der Blick für das Ungewöhnliche geschult. Ein luftiger Strauß aus Wiesenblumen und Unkraut zum Beispiel. „Nichts berührt uns so sehr wie Blumen“, sagt er. Sonja Hochecker über die Sehnsucht nach Natur, die kunstvoll in Szene gesetzt wird. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 02.05.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 27.04.2026 ORF 2 Folge 260
Folge 21 (45 Min.)Trockenheit in Österreich – Wenn das Wasser knapp wird: „Ohne Maßnahmen wäre uns am Wochenende das Wasser ausgegangen“, sagt Josef Müller, Bürgermeister von Griffen in Kärnten. In der Marktgemeinde ist derzeit weder Autowaschen noch das Gießen des Gartens erlaubt, Swimmingpools dürfen nicht befüllt werden, Trinkwasser wird aus einer Nachbargemeinde zugeliefert. Kärnten erlebt in manchen Regionen den trockensten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Mühlviertel in Oberösterreich müssen Gemüsebauern bereits intensiv bewässern, Grünlandbauern bangen um den ersten Schnitt.Und aktuell ist keine Entspannung der Situation in Sicht, berichten Oliver Rubenthaler und Markus Waibel. Asbest im Burgenland – Wie groß ist das Risiko? „Unsere Angst ist so groß, dass wir uns nicht trauen einzuziehen.“ Deborah und David Bunas aus Heiligenbrunn im Südburgenland haben sich den Traum vom eigenen Haus erfüllt und aus ökologischen Gründen die Zufahrt geschottert. Doch im Schotter ist Asbest. In Ollersbach im Bezirk Güssing ließ der Bürgermeister nach einem Asbestfund im Gestein einen Kinderspielplatz sperren und will ihn jetzt mitsamt der Zufahrtsstraße sanieren lassen. „Nicht nötig“, sagen die Steinbruchbetreiber und kritisieren die Messmethoden. Wie gefährlich ist die Asbestbelastung im Burgendland tatsächlich? Anne- Maria Neubauer hat recherchiert. Obdachlosigkeit – Wenn Jugendliche kein Zuhause haben: „Es ist ein Leben wie in einem Film, man kann sich das nicht vorstellen“, sagt Naomi Wiener aus Vöcklabruck. Als ihre Mutter sie aus der Wohnung wirft, hat die heute 21-Jährige drei Jahre kein eigenes Zuhause. Ein Drittel der wohnungslosen Menschen in Österreich ist unter 30. Sie schlafen oft nicht auf der Straße, sondern wechseln zwischen den Sofas von Bekannten und Notquartieren. Der 21-jährige Sebastian aus Tirol hofft in Wien auf bessere Chancen. Im JUCA-Haus der Caritas findet er vorübergehend Unterkunft. Die Wartelisten dort sind lang. Ein Bericht von Leon Hoffmann-Ostenhof. Die Nonnen von Goldenstein – Aufregung um Besuch im Vatikan: Sie fahren, sie fahren nicht – groß war die Verwirrung um die geplante Reise der über die Landesgrenzen hinaus bekannten Nonnen von Goldenstein. Am vergangenen Dienstag sind die betagten Frauen schließlich doch in Rom angekommen, haben an der Generalaudienz beim Papst teilgenommen und sich damit, wie sie selbst sagen, einen langgehegten Traum erfüllt. Unklar ist jetzt, welche Konsequenzen diese Reise hat, denn erlaubt war diese angeblich laut Erzdiözese nicht. Es ist ein weiteres Kapitel rund um die Nonnen, die seit vergangenem Jahr um ihren Verbleib im Kloster kämpfen und offenbar immer mehr zum Spielball ihres Umfelds werden, berichten Cornelia Vospernik und Eva Kordesch. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 09.05.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 04.05.2026 ORF 2 Folge 261
Folge 22 (45 Min.)Solomutter – Allein zum Wunschkind „Er ist das Beste, was mir passiert ist“, sagt Astrid Wödl über ihren knapp sechs Monate alten Sohn. Für sie ist es heuer der erste Muttertag, den sie feiern kann. Der Weg zu ihrem Wunschkind war besonders lang. Denn als alleinstehende Frau durfte die Volksschullehrerin in Österreich keine künstliche Befruchtung mit einer Samenspende durchführen lassen. Als THEMA sie Anfang des vergangenen Jahres zum ersten Mal besucht hat, plante sie deshalb ihren Aufenthalt in einer Kinderwunschklinik in München. Wie hat sich ihr Leben seitdem verändert? Und warum kritisieren manche ihr Vorgehen? Savanka Schwarz hat noch einmal Frauen getroffen, die sich für die sogenannte Solomutterschaft entschieden haben.David gegen Goliath: Was SLAPP-Klagen für unsere Demokratie bedeuten „Als ich das Anwaltsschreiben gelesen habe, ist mir die Kinnlade runtergefallen“, sagt Investigativjournalist Alexander Fanta, der wegen seiner Recherchen immer wieder mit rechtlichen Drohungen konfrontiert ist. Sogenannte SLAPP-Klagen sollen Kritiker einschüchtern und davon abhalten, Missstände öffentlich zu machen. Dabei geht es den Klägern oft weniger ums Gewinnen als darum, mit hohen Verfahrenskosten Druck auszuüben. Besonders betroffen sind Journalistinnen, NGOs und Aktivisten. „Hier geht es schlichtweg um das Stummschalten von Kritik und in den letzten Jahren wird es immer mehr“, sagt Jurist Walter Strobl, vom Presseclub Concordia, der sich seit Jahren mit SLAPP-Klagen beschäftigt. Laura Mlakar und Anne Maria Neubauer haben sich angesehen, wie die Einschüchterungsklagen funktionieren und was sie für unsere Demokratie bedeuten. Musik für alle – das Superar-Orchester „Die Musik verbindet uns, egal woher wir kommen“, sagt Emin Merdan. Der Zehnjährige ist seit drei Jahren Teil des Musicalprogramms von Superar und träumt davon, eines Tages Schauspieler zu werden. Der Verein bietet Kindern und jungen Erwachsenen kostenlose musikalische Förderung. Unabhängig von ihrem sozialen, kulturellen oder ökonomischen Hintergrund. „Als ich noch nicht so gut Deutsch konnte, habe ich durch Musik kommunizieren können“, sagt Beyza Ayan. THEMA hat die heute 26-Jährige bereits vor elf Jahren besucht. Bei Superar entdeckte die gebürtige Türkin nicht nur ihre Liebe zur Geige, sondern gewann auch Selbstvertrauen und fand enge Freundschaften. Laura Mlakar berichtet. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 16.05.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 11.05.2026 ORF 2 Folge 262
Folge 23 (45 Min.)Nazi-Parolen beim Gauder Fest: Anfang Mai grölen mehrere junge Männer Nazi-Parolen in einem vollbesetzten Waggon der Zillertalbahn. Sie sind auf dem Weg zum Gauder Fest in Zell am Ziller, einem der größten Trachtenfeste Österreichs. Drei Männer wurden mittlerweile ausgeforscht. Die Polizei ermittelt wegen Wiederbetätigung nach dem NS-Verbotsgesetz. Später am Abend sollen Männer in einer Hotel-Bar in der Nähe des Festgeländes NS-Symbole auf einen Tisch geschmiert haben. Erst durch einen Artikel in der Tageszeitung „Der Standard“ werden die Vorfälle bekannt.Pia Bichara und Michaela Rädler über die Hintergründe solcher Taten und welche Gefahren von ihnen ausgehen. Weniger Bildschirm, mehr Kindheit – Aufwachsen ohne Smartphone: „Viele Zehnjährige bekommen ein Smartphone, weil die Eltern denken, dass sie sonst etwas versäumen“, kritisiert Stephanie Blase. Die zweifache Mutter tritt mit ihrem Verein „Smartphone-freie Kindheit“ dafür ein, dass bis 14 nur Handys mit Telefon- bzw. SMS- Funktion zum Einsatz kommen sollen. Das ab 2027 geplante Social-Media -Verbot der Bundesregierung hält sie für einen ersten wichtigen Schritt. Ihre Initiative will Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten schützen. Markus Waibel hat mit Eltern und Kindern darüber gesprochen und zeigt außerdem, wie Jugendliche beim großen Handy- Experiment freiwillig drei Wochen lang auf ihr Smartphone verzichtet haben. Urbiene, Stadtbiene und Klimagärtner – Koalition für die Zukunft: „Wenn wir jetzt nichts machen, dann ist sie für immer weg“, sagt Meinhard Falkeis aus dem Kaunertal, der sich seit Jahrzehnten für den Erhalt der Urbiene einsetzt. Aus nur vier verbliebenen Völkern versucht er die sogenannte Braunelle zu retten. In Wien zeigt Jacqueline Wollanka von der Wiener Bezirksimkerei, dass Imkern auch in einer Großstadt funktioniert. Sie hält Bienen auf Hausdächern und Einkaufszentren. Der neue Lehrberuf des Klimagärtners unterstützt die Stadtimkerei dabei. Zwölf Lehrlinge helfen, die Stadt klimafit zu machen. Jeder begrünte Quadratmeter kühlt nicht nur in heißen Sommern, sondern wird auch zu einer Insektenweide, berichtet Matteo Glaser. Publikumsliebling Simon Schwarz im Porträt: „Dass ich Schauspieler geworden bin, war weniger die Erfüllung eines langgehegten Traums als eine Notlösung“, sagt Simon Schwarz. Der 55-jährige, vielbeschäftigte Schauspieler hatte es in seiner Kindheit und Jugend nicht leicht. Er galt als schwieriges Kind, musste sechsmal die Schule wechseln und hat letztendlich abgebrochen. Erst im Erwachsenenalter hat er die Diagnose ADHS erhalten, die für ihn rückblickend viel erklärt hat. Im vergangenen Herbst hat er ein Buch darüber veröffentlicht. Jetzt ist er als bester männlicher Darsteller für den Österreichischen Filmpreis nominiert. Eva Kordesch hat ihn für „Thema“ getroffen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 23.05.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 18.05.2026 ORF 2 Folge 263
Folge 24 (45 Min.)„Ich kann zuhause wegen des Lärms die Fenster kaum öffnen. Und wenn wir mit dem Auto fahren wollen, stehen wir ewig im Stau“, sagt Sabine Spari-Gaupp aus Matrei am Brenner. Bei Staus auf der Brennerautobahn rollt die Blechlawine durch den Ort. Deshalb unterstützt sie die Demonstration, die vom Bürgermeister aus Gries am Brenner initiiert wurde: Komplettblockade der A13 am Samstag von bis 11.00 bis 19:00 Uhr. Touristen wird geraten, Reisen durch die Region zu verschieben. Wie kann es gelingen den Transitverkehr über die Brennerautobahn so zu regeln, dass die Interessen der Menschen, die dort leben, geschützt werden? Pia Bichara und Savanka Schwarz mit einem Lokalaugenschein.Sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum „Ich bin einfach schockiert. Ich fühle mich erstarrt. Aber es ist nicht meine Schuld, dass das passiert ist“, erzählt Theresa Scheiber. Die 27-jährige Innsbruckerin wurde in einer Sauna von zwei älteren Männern sexuell belästigt, sie kommen ihr zu nah, bedrängen sie mit ihren Blicken und reißen sexistische Sprüche. Drei von vier Frauen müssen im Laufe ihres Lebens genau das erleben. Sogenanntes Catcalling ist in Österreich nicht strafbar. Es hat aber weitreichende Folgen für die Betroffenen. „Frauen trauen sich oft nicht mehr raus, ziehen sich zurück, haben Angst im öffentlichen Raum“, berichtet Katharina Hölbing von der Tiroler Beratungsstelle Frauen gegen VerGEWALTigung. Pia Bichara hat mit Menschen gesprochen, die sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum erfahren mussten und sich dagegen wehren. Die Besten der Welt – Weltmeister aus Österreich Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. So mancher hat die Hoffnung, dass das Herren-Nationalteam den Titel holen könnte. Vielen anderen Sportlerinnen und Sportlern ist dies bereits gelungen. Was mit Radausflügen mit ihren sportbegeisterten Eltern begann, führte Valentina „Vali“ Höll aus Saalbach in Salzburg zu sechs Weltmeistertiteln im Mountainbiken. Der Kärntner Gernot Bruckmann ist sechsfacher Weltmeister im Modellflug. Markus „Mendy“ Swoboda hat als Kind bei einem Unfall beide Beine verloren und ist mittlerweile achtfacher Weltmeister im Para-Sport. Die in Russland geborene Wissenschafterin Sasha Serebrennikova arbeitet in einem Labor an der Technischen Universität in Graz. In ihrer Freizeit fliegt sie mit ihrem Hängegleiter für Österreich auf Weltklasseniveau durch die Wolken. Oliver Rubenthaler hat für THEMA vier Weltmeisterinnen und Weltmeister aus Österreich getroffen und gefragt, was es braucht, um die oder der beste der Welt zu werden. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 06.06.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 01.06.2026 ORF 2 Folge 264
Folge 25 (45 Min.)Eingemauerte Leiche – Rätsel um Tote in Münchendorf: Im November wäre sie 100 Jahre alt geworden. Ein Bekannter wollte aus diesem Anlass eine Frau in ihrem Haus nahe Wien besuchen. Als niemand öffnet, alarmiert er die Polizei. Spürhunde finden die offenbar schon vor Jahren verstorbene, mumifizierte Frau eingemauert hinter einer Wand. Wer hat die Frau dort versteckt, was ist das Motiv dafür und wer hat in all den Jahren den Garten gepflegt? Die zuständige Staatsanwaltschaft Wien gibt dazu bisher kaum Auskünfte.Doch es soll nach ihrem im Ausland lebenden Sohn gesucht und in Richtung Sozialleistungsbetrug ermittelt werden. Das wäre kein Einzelfall, berichtet Markus Waibel. Getötete Katze – Aufruhr im Dorf nach Tierquäler-Video: „Es war einfach so grauslich und arg. Ich hab nicht ausgehalten, dass diesen Männern nach so einer Tat nichts passiert.“ Es ist die Erklärung der Frau, die ein verstörendes Video veröffentlicht hat: Es zeigt, wie vier junge Männer aus Brixen im Thale eine Katze zu Tode quälen. Das Video geht auf Social Media viral und zieht eine Welle von Hass und Gewaltandrohungen gegen die Tierquäler nach sich. Menschen veröffentlichen online Namen, Adressen und Kontaktdaten der angeblichen Täter und deren Familienangehörigen. Dabei trifft es auch Unbeteiligte. Laura Mlakar und Andrea Poschmaier über einen Vorfall, der einen ganzen Ort zur Zielscheibe macht. Mehr als Überlebenshilfe – 80 Jahre Care-Paket: „Die Care-Pakete waren ein Lichtblick“, erinnert sich die 91- jährige Wienerin Christa Chorherr. 1946, als die österreichische Bevölkerung nach dem Krieg Hunger leidet, bringen die Hilfspakete aus den USA dringend benötigte Nahrungsmittel. Und sie geben auch Hoffnung auf bessere Zeiten sowie das Gefühl, von der Welt nicht ganz vergessen zu sein. Silvia Heimader hat für „Thema“ mit Zeitzeuginnen über ihre Kindheit in der Nachkriegszeit gesprochen und im ORF-Archiv kaum bekanntes historisches Material gefunden. Vatertag – Vater sein einst und heute: „Es war für mich von vornhinein klar, dass Kinderbetreuung nicht Sache der Frau allein sein sollte“, sagt 1984 der Jungvater Erwin Greiner im Interview für die ORF-Sendung „Wir: Die neuen Väter“. 42 Jahre später sind Väter wie er noch immer die Ausnahme. Österreich ist europäisches Schlusslicht in Sachen Väterkarenz. Im Schnitt bleiben Väter neun Tage zu Hause, Mütter länger als ein Jahr. Jakob Steiner hat die Väter von damals wieder besucht und mit ihnen über ihre Alltagskämpfe, aber auch über ihren Blick auf heutige Rollenbilder gesprochen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere Sa. 13.06.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 08.06.2026 ORF 2 Folge 265
Folge 26Original-TV-Premiere Mo. 13.07.2026 ORF 2 Folge 266
Folge 27Original-TV-Premiere Mo. 20.07.2026 ORF 2
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