• Folge 320 (30 Min.)
      Ein Ort der Extreme: Im Winter versinkt Bodø in Norwegen wochenlang in Dunkelheit, im Sommer scheint die Sonne bis tief in die Nacht. Umgeben von Bergen, Fjorden und der norwegischen Küste liegt hier, nördlich des Polarkreises, eine Stadt mit gerade einmal 50.000 Einwohner. Und es gibt einen Fußballverein, der in ganz Europa für Aufmerksamkeit sorgt. Der F.K. Bodø/​Glimt ist bekannt für eine der außergewöhnlichsten Erfolgsgeschichten des europäischen Fußballs. Noch vor wenigen Jahren kämpft der Club mit finanziellen Problemen. Heute ist Glimt norwegischer Spitzenclub, mehrfacher Meister und auf der europäischen Fußballbühne angekommen. Autor Jakob Silvester Schmidt geht im nordnorwegischen Sommer auf Spurensuche, begegnet Menschen hinter dem Erfolg, trifft einheimische Fans, die besten Spieler und entdeckt einen Verein, der untrennbar mit seiner Heimat verbunden ist. (Text: NDR)
      Deutsche Streaming-Premiere Do. 03.09.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere So. 06.09.2026 NDR
    • Folge 321 (30 Min.)
      Wenn Tischtennis-Weltmeister Hans Nolte einen zu hohen Ball serviert bekommt, zögert er nicht lange. Dann zieht er durch. Vorhand. Klack. Punkt. So hat er schon gespielt, als er jung war – offensiv, entschlossen, oft ein bisschen ungeduldig. Und genauso spielt er noch im Alter von 90 Jahren. Seine Schmetterbälle machen jedem Gegner Angst. In der Sporthalle von Kirchweyhe in Niedersachsen, unweit von Bremen, kennt jeder diesen Moment. Nolte steht leicht vornübergebeugt an der Platte, konzentriert, ruhig. Die Gegner sind oft 60 oder 70 Jahre jünger als er. Hans Nolte ist zweifacher Senioren-Europameister im Tischtennis. Aber er hat noch ein größeres Ziel: die Senioren-Weltmeisterschaft in Südkorea. Er hat Europa noch nie verlassen. Aber mit 90 tut er es. Die Reise geht nach Gangneung in Korea, wo 2018 die olympischen Eiswettbewerbe stattgefunden haben. Rund 3000 Athletinnen und Athleten über 45 Jahre sind im Juni in die koreanische Küstenstadt gereist, um ihre Weltmeister in verschiedenen Altersklassen zu ermitteln. 17 Männer davon spielten in der Altersklasse Ü90, darunter die beiden Norddeutschen Hans Nolte aus Kirchweyhe und Horst Hedrich aus Bad Essen. Der Film begleitet die beiden 90-jährigen Spieler zu diesem Turnier und erzählt gleichzeitig eine größere Geschichte: die Geschichte eines Sports, der gerade wieder entdeckt wird. Tischtennis war lange ein unterschätzter Sport. Zu wenig Glamour, zu sehr Vereinsheim, zu wenig große Arena. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Tischtennis hat Eigenschaften, die kaum eine andere Sportart vereint. Man braucht wenig Platz, kaum Ausrüstung, und vor allem: Es gibt kaum Verletzungsrisiko, man kann es ein Leben lang spielen. Oder wie Horst Hedrich sagt: „Tischtennis is for life.“ Hans Nolte ist dafür das beste Beispiel. Geboren 1935, begann er in den 1950er-Jahren mit dem Sport. Damals war Konrad Adenauer Bundeskanzler und Deutschland gerade zum ersten Mal Weltmeister im Fußball geworden. Und in vielen Turnhallen standen einfache Tischtennisplatten. Seitdem hat Nolte den Schläger kaum noch aus der Hand gelegt. Heute trainiert er mehrmals pro Woche beim SV Kirchweyhe in Niedersachsen. Besonders gern spielt er mit Jugendlichen. Die Jungen profitieren von seiner Erfahrung, und Nolte profitiert von ihrer Energie. Wer mit 18-Jährigen trainiert, muss wach bleiben. Doch die Tischtennisplatte ist für ihn mehr als ein Ort des Wettkampfs. Vor einigen Jahren verlor Hans Nolte seine Frau. Der Sport, sagt er selbst, hat ihm geholfen, diese Zeit zu überstehen. Der Verein wurde zu einer Art zweiter Familie. Diese Begegnungen zwischen Generationen gehören zu den schönsten Momenten des Films. Hier wird sichtbar, was Tischtennis sein kann: ein Sport, der Menschen verbindet. Beim Ü90-Turnier von Gangneung zeigt sich schnell, dass Hans und Horst zu den stärkeren Spielern gehören. Aber im Halbfinale treffen die beiden jeweils auf einen Chinesen, auch im Senioren-Tischtennis die absolute Weltklasse. Immerhin einer der beiden nimmt diese Hürde, es kommt zu einem deutsch-chinesischen Showdown in Korea. Am Ende fließen Tränen in der riesigen Olympia-Halle von Gangneung. Weniger wegen des Ausgangs des Final-Matches, sondern weil Hans Nolte klar wird, dass er wohl zum letzten Mal hier mitgespielt hat. „Mit 92 habe ich keine Chance mehr. In meinem Alter wirkt jedes Jahr wie vier oder fünf, wenn man jung ist.“ (Text: NDR)
      Deutsche TV-Premiere So. 13.09.2026 NDR

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