bisher 58 Folgen, Folge 41–58
41. Berlins marode Brücken – Bauen ohne Ende
Folge 41 (30 Min.)Eine Stadt – 175 marode Brücken. Dazu noch 86 mit „mangelhaft“ bewertete Bahnbrücken, etliche Autobahnviadukte. Die Brückenstadt Berlin hat ein Problem. Größte Sorgen bereiten den Fachleuten brüchige Stahlverbindungen im Inneren von Betonbrücken. „Das Problem ist, man kanns von außen nicht sehen“, erklärt Gino Ebell vom Bundesamt für Materialforschung. Berlin reagiert mit dem milliardenschweren „Masterplan Brücken“. Was bevorsteht, ist ein Jahrzehnt großer Abrisse, Neubauten, aufwändiger Sanierungen – und Stau.„Ich habe jetzt schon einen Blutdruck von 200“, sagt Anwohner Wolfgang Drost, der an einer der Ausweichstraßen in Charlottenburg lebt. „Tagsüber 12 Stunden lang Stau, nachts dieses LKW-Gedonner. Das hält doch keiner aus.“ Doch auch die Brückenverantwortlichen können nicht immer gut schlafen. „Wir versuchen schon lange, vor die Welle zu kommen, aber es gelingt uns einfach nicht, weil immer neue Bauwerke auf die Sanierungsliste kommen“, sagt Daniel Schramm von der Senatsverwaltung für Verkehr. An der Ringbahnbrücke, die im vergangenen Jahr spektakulär schnell abgerissen wurde, will der Bund zeigen, dass Bauen in Berlin schnell gehen kann. Während sich die Sanierung der Elsenbrücke in Berlin-Treptow nun schon gut 8 Jahre hinzieht, soll der betroffene Autobahnabschnitt am Funkturm in Rekordgeschwindigkeit hochgezogen werden. Ein österreichischer Konzern und viele Facharbeiter aus ganz Europa packen an. Der Film erzählt von den Anstrengungen, das Berliner Brückenproblem in den Griff zu bekommen und begleitet Bauarbeiter, Brückenprüfer und Anwohner durch das Frühjahr 2026. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 08.06.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 rbb 42. Kohleland ist abgebrannt – Was wird aus der Lausitz?
Folge 42 (30 Min.)Neues Bahnwerk Cottbus.Bild: rbb, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter rbb-Sendung bei Nennung "Bild: rbb" (S2+). rbb Presse & Information, Masurenallee 8-14, 14057 Berlin, Tel: 030/97 99 3-12118 oder -12116, presseDer Kohleausstieg ist in vollem Gange. Bis 2038 wird auch das Lausitzer Revier Geschichte sein. Und was kommt dann? Der Bund investiert 10 Milliarden Euro, um Südbrandenburg eine Zukunft ohne Kohle zu ermöglichen. Während Cottbus dadurch zur dynamischsten Stadt in Deutschland geworden ist, bekommen kleinere Städte im Umkreis kaum etwas vom Wandel mit. Wir beleuchten in der Reportage beide Seiten: die Leuchttürme, das Bahnwerk, den Science Park, Aufbruch und neue Institute plus Forschungen. Das alles zieht bundes- und weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Wir schauen aber auch in Regionen, die nichts vom Wandel mitbekommen. Am Ende steht die Frage: Was wird aus der Lausitz? (Text: tagesschau24)Deutsche TV-Premiere Mi. 10.06.2026 rbb 43. Tschüss, Deutschland – Polens Rückkehrer
Folge 43 (30 Min.)Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna sind zurück nach Stettin gezogen.Bild: rbb/Susett KleinePhilip Panek hat sich seinen Studienort bewusst ausgesucht: die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der deutsch-polnischen Grenze. Noch zu Beginn seines Studiums war für ihn klar: Er will in Deutschland bleiben, Karriere machen. Heute sieht er das anders. Er möchte sein Referendariat in Polen absolvieren. Denn dort, sagt er, wartet nicht nur seine Familie, dort wartet auch eine Wirtschaft im Aufbruch. Dass Deutschland für viele Polinnen und Polen keine Option mehr ist, merkt auch Michael Sünkler: Er kennt die Entwicklung aus einer anderen Perspektive.Der Geschäftsführer eines Transportunternehmens hat die Hälfte seiner Belegschaft aus Polen aufgebaut. Doch in den letzten Jahren hat er mehrere Mitarbeiter verloren. Für ihn ist die Abwanderung polnischer Arbeitskräfte kein abstraktes politisches Problem: Es ist ein konkretes wirtschaftliches Risiko. Einer seiner LKW-Fahrer, Tomasz, sitzt schon auf gepackten Koffern. Seit über 10 Jahren arbeitet der Pole in Berlin. Doch die Stadt und Deutschland haben sich verändert, sagt er. Vor allem teure Lebensmittel und gestiegene Miete machen ihm zu schaffen. Sparen ist für ihn längst nicht mehr in dem Maße möglich, wie früher einmal. Sobald seine Tochter die Schule abgeschlossen hat, will er mit seiner Familie zurückgehen. Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits getan. Vor sechs Monaten haben sie ihr Leben in Berlin-Charlottenburg hinter sich gelassen und sind ins polnische Stettin gezogen. Berlin war für sie lange eine Möglichkeit, um ihren Traum der erfolgreichen Selbstständigkeit zu leben. Doch aus dem Traum wurde Erschöpfung. Bürokratie, fehlende Digitalisierung, hohe Steuern, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit in der Hauptstadt, begleitete sie. In Stettin erleben sie das Gegenteil: moderne digitale Verwaltung, niedrigere Steuerlast und Sauberkeit. Deutschland, sagen sie, habe aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Die rbb24-Reportage folgt Menschen, deren Entscheidungen mehr verraten als eine Statistik. Sie zeigt einen Jurastudenten, der Karriere und Familie jetzt in Polen vereinen will, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen LKW-Fahrer, der die Kosten-Nutzen-Rechnung seines Lebens neu aufmacht und ein Paar, das den Schritt schon gewagt hat. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 rbb 44. Mehr als Fußball – kann Cottbus 2. Liga?
Folge 44 (29 Min.)Die rbb-Reportage begleitet Energie Cottbus auf dem Weg in die 2. Bundesliga und fragt, ob Stadt und Region dafür bereit sind. Aufstiegsfeier Energie Cottbus.Bild: rbb/Manfred HagbeckDie rbb-Reportage begleitet Energie Cottbus auf dem Weg in die 2. Bundesliga und fragt, ob Stadt und Region dafür bereit sind. Neben aktuellen Stadionmodernisierungen werden langfristige Pläne für ein neues Stadion thematisiert, inklusive der Rolle einer potenziellen Betreibergesellschaft. Protagonisten wie Rückkehrer Leonardo Bittencourt und der Vereinspräsident geben Einblick in sportliche Ambitionen und wirtschaftliche Herausforderungen. Parallel beleuchten wir den Generationenwechsel im Fanlager – von den „alten“ Erstligazeiten bis zur jungen Fankultur. (Text: rbb)Deutsche Streaming-Premiere Fr. 31.07.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 rbb 45. Wenig Wasser, viel Müll – Spree in Not
Folge 45 (30 Min.)Anoosh und Kaa Faensen, Rechte der SpreeBild: rbb/Martina Hiller von Gaertringen400 Tonnen Müll holen die Berliner Behörden jedes Jahr aus der Spree. Besonders in den Sommermonaten treibt tonnenweise Unrat durch den Fluss: Plastikverpackungen, Zigarettenfilter, Glasflaschen, Kleidung, Metallteile, E-Roller. Doch der sichtbare Müll ist nur ein Teil des Problems. Die Spree ist auch unsichtbar belastet: Ölreste, Fäkalien und Medikamentenrückstände gelangen bei Starkregen regelmäßig in den Fluss. Hinzu kommt eine steigende Sulfatbelastung. Die Stoffe stammen aus dem Braunkohletagebau in der Lausitz und gelangen über die Zuflüsse bis nach Berlin. Unter Druck steht der Fluss außerdem durch den zunehmenden Schiffsverkehr.Immer mehr Freizeitboote und touristische Fahrten drängen auf die Wasserstraße – oft mit Dieselantrieb. Für Besucher ist die Fahrt vorbei am Berliner Dom oder der Museumsinsel ein Erlebnis. Für die Spree bedeuten Motoröl, Treibstoffrückstände und Abgase jedoch eine zusätzliche Belastung. Kann Berlin seine Spree noch retten – oder erlebt die Hauptstadt das schleichende Sterben ihres Flusses? Die Reportage folgt Menschen, die sich für die Zukunft der Spree einsetzen. Dabei beleuchtet sie die Ursachen der Verschmutzung, die fortschreitende Austrocknung und die vielfältigen Belastungen, denen der Fluss ausgesetzt ist. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 17.08.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 rbb 46. CSD under attack – queere Menschen wehren sich
Folge 46 (30 Min.)Queerfeindliche Angriffe im Alltag nehmen zu. Auf der Straße, gegen queere Treffpunkte und Christopher Street Days. Die Bedrohung kommt von allen Seiten: Rechtsextremismus und Islamismus – und manchmal auch aus der Mitte der Gesellschaft. Während der Dreharbeiten zu dieser Reportage erschüttert der tödliche Anschlag auf den Berliner CSD die queere Community. Und plötzlich bekommt die Frage nach Sichtbarkeit und Sicherheit noch eine aktuellere, brutalere Dimension. Der Film begleitet das Berliner CSD-Team in den Tagen nach dem Anschlag: Wie weitermachen nach einem Angriff auf genau den Ort, der für Freiheit, Liebe und Sichtbarkeit stehen soll? In Berlin-Neukölln erzählt die trans Person Roe von einem Alltag, in dem tägliche Anfeindungen und die ständige Angst vor Übergriffen dazugehören – und von der Frage, ob sie den Kiez, den sie liebt, vielleicht verlassen muss.Und in Cottbus bereiten Uwe und das Regenbogenkombinat trotz rechtsextremer Bedrohungen und Brandanschlägen den nächsten CSD vor. Drei Geschichten über Menschen, die unterschiedlich mit der Gefahr umgehen – zwischen Angst und Trotz, Rückzug und Zusammenhalt. Und die sich nicht nehmen lassen wollen, sichtbar zu sein (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.08.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 rbb 47. Stadt im Fieber – Wie Berlin mit der Hitze kämpft
Folge 47 (30 Min.)Fast 40 Grad in einem Dachgeschoss, aufgeheizte Wohnungen ohne Außenjalousien, Nachbarn, die wegen der Hitze ausziehen: In Berlin werden die Sommer heißer, doch die Stadt ist nicht überall darauf vorbereitet: In der denkmalgeschützten Wohnüberbauung „Schlange“ in Berlin-Wilmersdorf leben rund 3.000 Menschen. In den obersten Stockwerken heizen sich die exponierten Wohnungen auf über 30 Grad auf. Außenjalousien oder Klimaanlagen dürfen aber nicht verbaut werden, weil der gesamte Wohnkomplex seit 2017 unter Denkmalschutz steht. Einige Mieterinnen und Mieter tun es trotzdem, andere sind bereits weggezogen, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben.In Berlin-Prenzlauer Berg kämpft ein Anwohner mit einer im Sommer kaum bewohnbaren Dachgeschosswohnung und scheitert am Milieuschutzgebiet des Bezirks, da Klimaanlagen als „Luxussanierung“ gelten und dadurch höhere Mieten verlangt werden können. In Berlin-Zehlendorf sucht eine Seniorin, die von Altersarmut betroffen ist, nach kühlen Orten in ihrem Bezirk und stößt auf schlecht lesbare Karten und seltene Öffnungszeiten. Die zuständige Bezirksstadträtin sagt, dass das Angebot ausbaufähig sei, der Bezirk aber kein zusätzliches Geld kriegt für den Hitzeschutz. In der Torstraße in Berlin-Mitte sollen für ein neues Verkehrskonzept Bäume gefällt werden. Eine Protestbewegung wehrt sich gegen die Pläne und versucht mit wöchentlichen Demonstrationen die Fällungen zu verhindern. Im Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn ist eine Klimamanagerin angestellt, die die Hitzebelastung für Mitarbeitende und Patienten versucht zu verringern. Sie initiiert bauliche Maßnahmen und testet spezielle Kühlkleidung. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 31.08.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 01.09.2026 rbb 48. Ohne Geld keine Bühne – wie viel Kultur braucht Brandenburg?
Folge 48 (30 Min.)Die Reportage begleitet Schauspieler, Bühnenbildern, Theatermacher der Uckermärkischen Bühnen Schwedt die auf dem Land Bühnen aufbauen und ihre Inszenierungen aufführen. Im Zentrum steht das Theater in Schwedt, im Gutshaus Friedenfelde bei Gerswalde wird „Die kleine Hexe“ aufgeführt. Auf dem Gutshof Friedenfelde wiederum findet das Kalit Festival statt: Scheunen und Wiesen verwandeln sich in Bühnen. Konzerte, Lesungen und Gespräche finden dort statt, wo sonst der ländliche Alltag den Ton angibt. Künstlerinnen und Künstler aus Berlin und der Region treffen auf ein Publikum aus der Uckermark und auf die Frage, wie nah sich Stadt und Land in der Kultur wirklich kommen.Gleichzeitig zeigt die Reportage, dass dieser Weg nicht selbstverständlich ist. In Fürstenwalde steht die Kulturfabrik unter Druck. Nach massiven Kürzungen wurden dort zuletzt 14 von 22 Stellen gestrichen. Zwischen Schwedt, Friedenfelde und Fürstenwalde entfaltet sich ein vielschichtiges Bild: von Kultur als Investition, als Engagement im ländlichen Raum und als gefährdetes Gut. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.09.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 15.09.2026 rbb 49. Berlins Trinkwasser – wie sicher ist unsere Versorgung?
Folge 49 (30 Min.)Die Reportage erzählt von einem System, das zuverlässig funktioniert – aber zunehmend an seine Grenzen stößt: Wie steht es um die Qualität des Berliner Trinkwassers und wie zukunftsfähig ist das bestehende System? Wir begleiten die Menschen, die im Klärwerk Schönerlinde ihren täglichen Kampf gegen unsichtbare Schadstoffe führen. Magdalena Gierke, Vizechefin des Klärwerks, arbeitet mit ihrem Team u.a. daran, Medikamentenrückstände in Zukunft besser herauszufiltern zu können. Wir begleiten außerdem den Einsatz von Vanessa Nather und ihrem Kanalreinigungsteam.Sie reinigen und kontrollieren die Abwasserrohre und Pumpwerke der Stadt, damit weiterhin Abwasser in die Klärwerke kommt und der Trinkwasserkreislauf der Stadt funktioniert. Die Reportage beschäftigt sich zudem mit der drängenden Frage, ob in Zukunft genug Wasser da sein. In Brandenburg und Sachsen wird ein entscheidender Teil der Zukunft der Berliner Trinkwasserversorgung entschieden – denn die hängt zu einem sehr großen Teil an der Spree, die Gefahr läuft zukünftig mehr nach Berlin zu tröpfeln, als zu fließen. In der Lausitz wird deutlich, wie stark der Wasserhaushalt bereits unter Druck steht: Sinkende Pegel, sichtbar trockene Landschaften und Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Industrie. Die unsichtbaren Folgen des Bergbaus sind Sulfate, die über die Spree auch ins Berliner Trinkwasser gelangen. Der Film zeigt, vor welchen Herausforderungen die Wasserwirtschaft steht, die Spree als Trinkwassergarant für Berlin zu erhalten. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 21.09.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 rbb 50. Flughafen Tegel – Endlich Baustelle
Folge 50 (30 Min.)Ein Teil eines ehemaligen Gateways des Flughafens Berlin-Tegel.Bild: rbb/Silke CöllnSechs Jahre nach der Schließung gibt es Bewegung in TXL: Geplant ist ein Ort der Zukunft, mit tausenden Wohnungen, einer Hochschule, Startups. Doch in Berlin dauert alles länger – jetzt aber geht es los. Nadine Barabas versorgt ihre Online-Community über Instagram, Facebook und Co. mit dem neuesten Content über TXL. Die Social-Media-Managerin ist ständig auf dem alten Flughafen unterwegs und zeigt, wo sich auf dem Gelände etwas tut: Bei jungen Start-Ups, die in der ehemaligen Zollabfertigung aus Algen Bio-Dünger herstellen oder Solarzellen für die Raumfahrt produzieren.Frank Wolters als Geschäftsführer von TXL-Management ist erleichtert, dass endlich Bewegung aufs Gelände kommt. Viele, zu viele hatten in den vergangenen Jahren reingeredet, Planungen umgeworfen, für Verzögerungen gesorgt. Doch mittlerweile wird Tegel nicht mehr als Ankunftszentrum für Geflüchtete benötigt, der Umbau des Flughafengebäudes ist gestartet. Die denkmalgeschützten Terminals sind jetzt entkernt, endlich Spatenstich – der Innenausbau für die Berliner Hochschule für Technik kann beginnen. Friederike Münn wird die ersten 328 Wohnungen auf dem Flugfeld bauen: Im Auftrag der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft degewo setzt ihr Berliner Familienbetrieb einen Teil der Pläne für das neu entstehende Schumacher-Quartier um. Nachhaltig, mit Holzbauweise. Auch hier der erste Spatenstich mit Politikprominenz. Noch immer ist die Kampfmittelräumung in vollem Gange, das Gelände steckt weiterhin voller Weltkriegsmunition. Begehbar ist aber schon ein Großteil des ehemaligen Flugfelds, wo die Tegeler Stadtheide mit Kühen, Schafen und Experimentierflächen als nachhaltiger Grünzug der Zukunft entsteht, ein neuer Naturraum mitten in Berlin. André Ruppert kümmert sich im Auftrag von Grün Berlin um einen Großteil des ehemaligen Flugfelds: Als Gesamtprojektleiter für „Tegeler Stadtheide“ sorgt er mit seinem Team dafür, dass hier ein neuer Freiraum, ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet entsteht. Zugleich ist die „Tegeler Stadtheide“ ein Forschungsraum für ökologische Bewirtschaftung und eine Ausgleichsfläche für all die Bauprojekte, die in TXL in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Tegel Nord bleibt wegen der politischen Weltlage doch erst einmal Standort der Bundeswehr – und auch beim großen Hangar, wo die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie einziehen soll, verzögert sich die Entwicklung: Es fehlen Gelder, Berlin ist klamm. Die Reporter Arndt Breitfeld und Silke Cölln haben jeden Winkel von TXL besucht – und geschaut, wo es nach jahrelangen Verzögerungen endlich voran geht – aber auch: wo und warum es doch noch hakt, damit die Vision des alten Flughafens als Zukunftsort Wirklichkeit wird. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 05.10.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 06.10.2026 rbb 51. Billig, gepanscht, gefährlich – Die neue Partydroge Mephedron
Folge 51 (30 Min.)Der 30-jährige Jonas hat jahrelang konsumiert und versucht heute, clean zu bleiben. Die Reportage begleitet ihn zurück in die Clubszene und fragt, wie groß die Gefahr eines Rückfalls ist.Bild: rbbMephedron erobert die Berliner Partyszene. Jonas war jahrelang abhängig, Jana geriet nach vermeintlichem Mephedron in einen gefährlichen Rausch. Was macht die Droge so riskant – und warum steckt in den verkauften Pulvern oft etwas ganz anderes? (Text: rbb)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.10.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 13.10.2026 rbb 52. Waffen, Wedding, Widerstand – Rheinmetall im Kiez
Folge 52 (30 Min.)Mit diesem roten Wimpel demonstrieren Anwohner ihre Ablehnung des Rüstungsbetriebs.Bild: rbb/Jan WieseMitten im Wedding steht seit diesem Sommer eine Waffenfabrik. Wo bislang Autoteile vom Band liefen, baut Rheinmetall nun Vorprodukte für weltweit gefragte Artilleriemunition und Kamikazedrohnen. NATO-Draht, Überwachungskameras und Security-Personal sichern das Gelände. Gleich nebenan: Eine Grundschule, ein Schwimmbad und hunderte Anwohner. „Wie stehst du zur Aufrüstung, wenn sie ganz nah ist?“ – dieser Frage können die Anwohner der Waffenfabrik nicht mehr aus dem Weg gehen. Sie beantworten sie ganz unterschiedlich: mit der Furcht um die eigene Sicherheit, mit dem Organisieren von Widerstand, mit dem Überbordwerfen früherer Gewissheiten.Die rbb24 Reportage begleitet eine evangelische Pfarrerin mit ukrainischen Wurzeln, die verhindern will, dass Pazifisten als Putinversteher verunglimpft werden. Sie gibt Einblick in ein deutsch-lettisches Paar, das sich über den Sinn der Aufrüstung streitet und doch offen zueinander bleibt. Und sie zeigt, wie ein syrischer Restaurantbetreiber, der vor den Raketeneinschlägen in seinem Wohngebiet nach Deutschland geflüchtet ist, zum politischen Aktivisten wird und gegen die Fabrik mobilisiert. Ein intimer Blick in einen Kiez, der wie ein Brennglas ist für eine der drängendsten Fragen der Zeit, nämlich die nach Krieg und Frieden. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Di. 13.10.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 14.10.2026 rbb 53. Alarm im Stall – Tierseuchen in Brandenburg
Folge 53 (29 Min.)Landtierarzt Dr. Michael KreherBild: rbb/Sybille SeitzVorsorge, Impfungen, strenge Hygienevorschriften und der Schutz ganzer Tierbestände bestimmen zunehmend den Berufsalltag von Tierärzten. Denn ein Krankheitsausbruch kann nicht nur viele Tiere das Leben kosten, sondern auch die wirtschaftliche Existenz eines Betriebs bedrohen. Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit, West-Nil-Virus – Krankheiten, die Brandenburgs Tierhalter und Veterinärbehörden vor immer neue Herausforderungen stellen. Die rbb24 Reportage „Zwischen Stall und Seuche“ begleitet den erfahrenen Landtierarzt Dr. Michael Kreher durch den Elbe-Elster-Kreis in Südbrandenburg.An seiner Seite ist die Tiermedizinstudentin Hanna Netzker, die später selbst einmal Nutztiere behandeln möchte. Gemeinsam sind sie in Milchviehbetrieben, Schweineställen und bei Pferdehaltern unterwegs. Sie untersuchen Kühe, versorgen verletzte Tiere und erleben, wie aufwendig der Schutz vor Infektionskrankheiten inzwischen geworden ist. Dabei zeigt sich auch, wie anspruchsvoll der Beruf des Landtierarztes ist – und wie wichtig es ist, junge Menschen für diese Arbeit zu gewinnen. Wachsende Herausforderungen kennt auch Mareike Wohlert: Sie ist, Leiterin des Veterinäramts im Landkreis Elbe-Elster, und mit ihrem Team für Tiergesundheit, Seuchenschutz und Tierschutz zuständig. Die Reportage begleitet die Amtstierärztinnen gemeinsam mit der Polizei zu einem Einsatz bei einer Frau, die trotz Tierhaltungsverbots erneut Tiere hält. Drei Katzen und ein Hund werden aus der Wohnung geholt. Der Einsatz zeigt eine andere, zunehmend belastende Seite des Berufs: Anfeindungen, Aggressionen und die Gefahr körperlicher Übergriffe gehören zu den Risiken der amtlichen Kontrollen. Zwischen Tierliebe und Existenzangst, Vorsorge und Ernstfall erzählt der Film von Menschen, die Verantwortung für Tiere tragen. Und von einer Tiermedizin, die sich verändert: durch neue Krankheitserreger, strengere Schutzmaßnahmen, wirtschaftlichen Druck und die Frage, wer diese anspruchsvolle Arbeit künftig übernehmen wird. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 26.10.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 27.10.2026 rbb 54. Häusliche Gewalt – Auf Streife mit der Polizei
Folge 54 (30 Min.)Über mehrere Monate haben die rbb-AutorInnen Polizisten bei ihren Einsätzen wegen häuslicher Gewalt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf begleitet. Die Beamten erleben Männer, die ihre Partnerinnen bedrohen und angreifen. Am Einsatzort kommt es darauf an, die Gewalt zu stoppen und mit den Betroffenen über die nächsten Schritte sprechen und Hilfsangebote vermitteln. [lang] Die Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei – ein Notruf geht ein über die 110. Über Funk wird dann ein Streifenwagen verständigt – mit Blaulicht geht’s zum Einsatzort.Für die rbb24 Reportage „Häusliche Gewalt – Auf Streife mit der Polizei“ begleiten die rbb- Reporter Tina Friedrich und Torsten Mandalka das Team eines Funkwagens in Berlin-Marzahn. Aleksandra Sommer und Lars Krüger sind erfahrene Beamten, die regelmäßig mit Fällen häuslicher Gewalt konfrontiert werden. Die beiden Polizisten erleben Männer, die ihre Partnerinnen angreifen, schlagen und bedrohen. Sie erleben aber auch eine Frau, die unter Alkohol- und Drogeneinfluss die Kontrolle verliert. Am Einsatzort kommt es darauf an, die Gewalt zu stoppen und Spuren zu sichern. Dazu gehört, Fotos zu machen, Verletzungen zu dokumentieren, Fingerabdrücke zu sichern. Ebenso wichtig ist es, dass die Polizisten Betroffene über die nächsten Schritte beraten und ihnen Hilfsangebote vermitteln. Die AutorInnen begleiten die Polizeibeamten Sommer und Krüger über mehrere Wochen hinweg bei ihren Einsätzen und erleben hautnah, wie komplex die Probleme bei häuslicher Gewalt sind. Sie beobachten, wie Oberkommissar Krüger vor Gericht als Zeuge auftritt, und wie schwierig es sein kann, Täter ihrer Strafe zuzuführen. Und sie erleben die beiden Polizisten privat, wenn sie in den eigenen vier Wänden ihren Job reflektieren und zu der Erkenntnis kommen, dass es bei häuslicher Gewalt kaum einfache und schnelle Lösungen gibt. Sensibilität und Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen – das haben sich Aleksandra Sommer und Lars Krüger zur Aufgabe gemacht. Damit sind die Polizisten für Opfer häuslicher Gewalt eine erste und sehr wichtige Hilfe. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.11.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 03.11.2026 rbb 55. Jüdisch sein. Bleiben oder gehen?
Folge 55 (30 Min.)Wie fühlt es sich an, im eigenen Land nicht mehr sicher zu sein? Seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 hat sich die Stimmung für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland verschärft. Antisemitische Beleidigungen, Bedrohungen und Übergriffe häufen sich. Jüdinnen und Juden werden auf der Straße beschimpft, an Hochschulen ausgegrenzt und wegen jüdischer Symbole angegriffen. Der Antisemitismus kommt aus unterschiedlichen Milieus – von Rechtsextremen über islamistische und antiisraelische Strömungen bis in linksextreme Lager. In Berlin wird aktuell besonders darüber gestritten, wo legitime Israelkritik endet und Antisemitismus beginnt und ob der Vorwurf politisch instrumentalisiert wird.rbb-Reporter Marcel Trocoli Castro begleitet Jüdinnen und Juden, die sich die Frage stellen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Zum Beispiel Levi Salomon, der seit Jahrzehnten antisemitische Entwicklungen auf Berlins Straßen dokumentiert. Inzwischen wird der Journalist selbst zur Zielscheibe. Trotz Anfeindungen und Übergriffen setzt er seine Arbeit fort, obwohl er an seiner Zukunft in Deutschland zweifelt. Jael Keck ist jüdische Studentin und politisch links. An ihrer Universität erlebt sie Ausgrenzung und verliert Freundschaften – trotz ihrer Kritik an der israelischen Regierung und ihrer Solidarität mit den Menschen in Gaza. An der TU wird sie nach eigenen Angaben als „Scheiß Zio“ und „Genozidleugnerin“ beschimpft. Rabbiner Andreas Nachama setzt trotz wachsender gesellschaftlicher Spannungen auf den interreligiösen Dialog. Doch angesichts mangelnder Solidarität mit den israelischen Opfern fragt er sich, wie Brücken zwischen den Religionen bestehen bleiben können. Ron Dekel und Tim Kurockin vertreten die Interessen junger Jüdinnen und Juden in der Studierendenunion Deutschland. Trotz persönlicher Bedrohungen engagieren sie sich öffentlich und kämpfen für eine Zukunft, in der sie sich nicht verstecken müssen. Der Lehrer Mehmet Can erlebt, wie der Nahostkonflikt den Schulalltag verändert. Seit fast 20 Jahren versucht er, Vorurteile abzubauen, Jugendliche zu erreichen und einen offenen Umgang mit schwierigen Fragen zu ermöglichen. Die Reportage erzählt von Angst und Ausgrenzung, aber auch von Mut und Zusammenhalt. Sie fragt, was sich verändern muss, damit jüdisches Leben in Deutschland wieder selbstverständlich und sicher sein kann. (Text: rbb) Deutsche Streaming-Premiere Di. 03.11.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 04.11.2026 rbb Folge 56
30 Min.Deutsche TV-Premiere Di. 17.11.2026 rbb Folge 57
30 Min.Deutsche TV-Premiere Di. 01.12.2026 rbb Folge 58
30 Min.Deutsche TV-Premiere Di. 08.12.2026 rbb
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