Neben dem Öl birgt das Meer noch viele andere, für den Menschen nützliche Stoffe. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte Fritz Haber in geheimer Mission vergeblich, Gold aus Meerwasser zu extrahieren, um die Reparationen zu bezahlen. Mit mehr Erfolg bemüht sich heute Japan, Lithium aus dem Meer zu gewinnen.Manganknollen auf dem Meeresboden enthalten hohe Konzentrationen an Mangan, Kobalt, Nickel, Titan und Molybdän. An ihrer industriellen Nutzung wird gearbeitet. In Ozeangräben gibt es Thermalquellen, die hydrothermalen Schlote. In ihrer Umgebung leben bei Temperaturen um 100 Grad Bakterien, die statt Licht Schwefelwasserstoff als Energiequelle nutzen. Solche
Hitze liebenden Mikroben kultiviert und erforscht Karl O. Stetter in Regensburg. Die Bakterien könnten möglicherweise zur Entschwefelung von Rauchgas eingesetzt werden. Stetter interessiert sich auch für die hitzestabilen Enzyme der Bakterien, für die verschiedene industrielle Anwendungen in Aussicht stehen.In Meeresorganismen sucht man nach Naturstoffen, die sich als Arzneimittel zur Behandlung etwa von Krebs, Malaria oder Aids eignen. Haie bekommen keinen Krebs. Aus dem Dornenhai hat man ein Krebsmedikament isoliert, das bereits klinisch geprüft wird. Im Meer fand man das erste Tier, das es fertig bringt, sich zu verjüngen. (Text: Bayerisches Fernsehen)
Deutsche TV-PremiereSa. 24.06.2000Bayerisches Fernsehen