ZDFmediathek: Sendungen bald deutlich länger verfügbar?

    ZDF will „Online Only“-Inhalte bereitstellen

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 16.09.2019, 15:43 Uhr

    ZDFmediathek: Sendungen bald deutlich länger verfügbar? – ZDF will "Online Only"-Inhalte bereitstellen – Bild: ZDF

    Einer der dringlichsten Wünsche vieler Mediatheken-Nutzer ist, dass die entsprechenden Sendungen länger auf Abruf verfügbar sind, als es aktuell der Fall ist. Eventuell könnte sich in naher Zukunft etwas in dieser Richtung bewegen. Denn am vergangenen Freitag legte ZDF-Intendant Dr. Thomas Bellut dem Fernsehrat in Mainz ein Änderungskonzept zu den Telemedienangeboten des Senders vor. Vorrangig geht es darin um das Vorhaben, exklusive Inhalte im Netz anzubieten („Online-Only“), aber auch darum, Sendungen des linearen Fernsehens deutlich länger in der ZDFmediathek anbieten zu können.

    Erprobt wurden exklusive Onlineinhalte bereits 2012, als zu den Olympischen Spielen zusätzliche Livestreams angeboten wurden. Diese Möglichkeit könnte künftig auch bei anderen Live-Sport-Übertragungen verstärkt genutzt werden. Das ZDF stellt heraus, dass dadurch Randsportarten auch abseits von Pay-TV eine große Öffentlichkeit geboten werden könnte. Weitere Online-Only-Angebote seien in den Bereichen Kultur oder Wissenschaft mit eigenständigen Rubriken denkbar. Die Nachrichtensendung „heute“ könnte sein Informationsangebot zudem ohne zwingenden Sendungsbezug schneller und besser präsentieren. Auch für die Kindermarke ZDFtivi sollen eigens produzierte Inhalte entwickelt werden, etwa Informations- und Wissensangebote oder interaktive Shows für Kinder.

    Neben den Online-Only-Inhalten sieht das von Bellut vorgestellte Konzept eine generell längere Verweildauer von Inhalten im ZDF-Onlineangebot vor. Aktuell verschwinden manche Sendungen schon nach sieben Tagen wieder aus der Mediathek. Der Programmauftrag müsse laut Bellut aber auch in den immer stärker genutzten Onlinemedien erfüllt werden, daher sollen die Verweildauern zwar nicht grundsätzlich abgeschafft, aber Öffnungen vorgesehen werden. Namentlich sollen Nachrichten, aktuelle Informationen, Gesprächssendungen, Magazine, Reportagen, politisches Kabarett, Comedy und Satire bis zu zwei Jahre verfügbar sein. Fiktionale Inhalte wie Filme, Reihen und Serien sollen bis zu zwölf Monate im Angebot bleiben. Inhalte von ZDFtivi sowie aus den Bereichen Wissenschaft, Technik, Theologie, Ethik, politische Bildung, Umwelt, Arbeit und Soziales sollen gar bis zu fünf Jahre auf Abruf erhalten bleiben. Großereignisse, Spiele der Fußball-Bundesliga oder angekaufte Spielfilme, die keine Auftragsproduktionen sind, könnten hingegen bis zu 30 Tage nach der Ausstrahlung bereitgestellt werden. Darüber hinaus sollen ausgewählte Inhalte verstärkt auch über Drittplattformen wie YouTube verbreitet werden.

    Die vorgelegten Änderungsvorschläge sind nach dem neuen Telemedienstaatsvertrag, der Anfang Mai in Kraft getreten ist, grundsätzlich möglich. Soweit damit eine erhebliche Änderung des bestehenden Telemedienkonzepts verbunden ist, muss ein sogenannter Drei-Stufen-Test durchgeführt werden. Der Fernsehrat beauftragt nun einen Gutachter, der die Auswirkungen der wesentlichen Änderungen der Telemedienangebote des ZDF auf allen relevanten Märkten untersuchen und bewerten soll. In der Sitzung am 13. Dezember 2019 soll dem Plenum des Fernsehrates das Gutachten zur Beratung vorgelegt werden.

    Dank der Neuregelung im 22. Rundfunkänderungsstaatsvertrag kann das ZDF seit einigen Monaten fiktionale Lizenzware bis zu 30 Tage nach der linearen TV-Ausstrahlung anbieten (fernsehserien.de berichtete). Zuvor konnten zugekaufte Fernsehserien und Spielfilme, die keine Auftragsproduktionen waren, überhaupt nicht in der Mediathek zur Verfügung gestellt werden.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1979) am melden

      Ich liebe die Mediatheken. Da ich immer sehr früh raus muss, kann man so beispielsweise die heute-Show am nächsten Tag anschauen 
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