ZDF will Doku-Reihen stärken und personalisieren

    Rundfunkräte von MDR und BR kritisieren ARD-Reform

    Michael Brandes – 13.12.2010

    ZDF will Doku-Reihen stärken und personalisieren – Rundfunkräte von MDR und BR kritisieren ARD-Reform – Bild: ZDF

    Die Entscheidung der ARD-Intendanten, ab Herbst 2011 auf die Ausstrahlung von Dokumentationen zur Primetime zu verzichten (fernsehserien.de berichtete), stößt ebenso wie die tägliche Talkshow-Schiene hausintern weiterhin auf Kritik. „Der künftige einheitliche Sendetermin der ‚Tagesthemen‘ ist zwar zu begrüßen, nicht widerspruchslos hingenommen werden können jedoch die Ballung von Gesprächssendungen sowie die Aufgabe des bisherigen Sendeplatzes für Dokumentationen am Montag um 21.00 Uhr“, heißt es in gleichlautenden Erklärungen der MDR- und BR-Rundfunkräte.

    Beim ZDF gibt es derartige Doku-Streichungspläne nicht, wie ZDF-Intendant Markus Schächter versicherte: „Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen spielen die dokumentarischen Genres eine wichtige Rolle. Sie sind besonders geeignet, tatsächliche Geschehnisse für den Zuschauer begreifbar und nacherlebbar zu machen.“ Die ZDF-Redaktionen sollen dabei auf dem nationalen und internationalen Fernsehmarkt für Trends sorgen. Mit den nach modernstem technischen Standard gestalteten Doku-Reihen wie „Universum der Ozeane“ (in den USA vom National Geographic Channel ausgestrahlt) und „Terra X“ sei das ZDF laut Schächter „führender Anbieter von Hochglanz- und Event-Dokumentationen im deutschen Fernsehen“.

    Stärker personalisieren wollen die Mainzer ihre Wissensdokus – am Beispiel von Dirk Steffens in „Faszination Erde“, Maximilian Schell in „Imperium“ und Frank Schätzing in „Universum der Ozeane“. So erfolgt im Rahmen von „Terra X“ 2011 die Premiere von Hape Kerkelings sechsteiliger Reihe „Unterwegs in der Weltgeschichte“.

    Im Rahmen der ZDF-Programmreform, die zum 1. April 2011 in Kraft tritt, werden die Wissensdokus künftig im sonntäglichen Vorabendprogramm gebündelt. Dokumentationen zum aktuellen politischen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen erhalten einen neuen Sendeplatz am Mittwochabend um 22.45 Uhr (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Jetzt benötigt man schon Silberlocken oder eine bekannte Fernsehfresse für Dokumentationen. Na gut, eher: "Dokumentationen". In den vornehmlich unnützes Wissen vermittelt wird, weshalb man sich auch so gern an Technik und Naturwissenschaften klammert, derweil Geisteswissenschaften im Fernsehen fast gar nicht mehr vorkommen.

      Lieber beispielsweise bunte Bildchen von Fischen zeigen und dazu sagen: "Man sollte man was gegen die Umweltzerstörung tun", statt zu erklären, weshalb nichts gegen die Umweltzerstörung getan wird.

      Diese "Alles in unserer Welt ist so ungeheuer aufregend und faszinierend"- und "Wir drehen die Weltgeschichte mit Laiendarstellern nach, die wie in einer Seifenoper agieren"-Filmchen haben ja nichts mehr mit den intelligenten, geistreichen, kritischen Dokumentationen eines Klaus Wildenhahn, Eberhard Fechner, Hans-Dieter Grabe oder Hartmut Bitomsky zu tun, geschweige denn mit den oft bissigen Produkten der "Stuttgarter Schule". Vergangene Fernsehzeiten...
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        Das kann man drehen und wenden wie man will- aber lieber Silberlocken im Fernsehen und seichte Dokus als noch mehr Zoogeschichten, Lebenserfahrungen ala Rtl, Pro 7 etc.

        Und mir ist es lieber, wenn Maximilian Schell meine Tochter am Sonntag um 19,30 Uhr am Fernsehen hält als eine Hanna Montana. Und die Neugierde auf tiefes Wissen fängt meist mit einer seichten----"Alles in unserer Welt ist so ungeheuer aufregend und faszinierend"----Ansicht an.
        Hanns Joachim Friedrichs hat in seinen "Wunder der Erde" Sendungen auch nicht die Haare in einer Suppe gesucht-aber viele Menschen auf die Natur aufmerksam gemacht.
        Die Problematik unserer Umwelt kommt erst in zweiter Linie. Ich kann z. B. einen Wolf nicht schützen, wenn ich gar nicht weiss, dass es ihn gibt.

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