„Notruf“ mit Hans Meiser wird aus dem Archiv geholt

    RTLplus wiederholt Reality-Magazin über Rettungseinsätze

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 10.06.2021, 16:45 Uhr

    Hans Meiser moderierte „Notruf“ von 1992 bis 2006 – Bild: TVNOW
    Hans Meiser moderierte „Notruf“ von 1992 bis 2006

    Ziemlich überraschend wird demnächst ein Format aus dem RTL-Archiv geholt. Zwar hat sich der Spartensender RTLplus generell auf die Fahne geschrieben, Klassiker zu wiederholen – meistens geht man dabei jedoch nicht allzu weit in die Vergangenheit zurück. Jetzt allerdings gibt es ein Wiedersehen mit „Notruf“, dem Reality-Magazin mit Hans Meiser, das von 1992 bis 2006 nachgestellte Unfälle und Rettungsaktionen zeigte. Ab dem 4. Juli wiederholt RTLplus immer sonntags zwei Folgen am Stück – und zwar sowohl morgens um 7:15 Uhr sowie nachmittags um 16:45 Uhr. Die Ausstrahlung wird mit der Folge vom 24. Februar 2002 begonnen.

    In „Notruf“ zeigte Hans Meiser, der in den 1990er Jahren eine nach ihm benannte Talkshow bei RTL hatte, wie schnell Unaufmerksamkeit und Übermut zu lebensbedrohlichen Situationen führen können – ob selbst verschuldet oder unverschuldet. Die spektakulären Unglücke und die dramatischen Rettungsaktionen wurden mit den Originalbeteiligten an den Originalschauplätzen nachgestellt. Gezeigt wurden die Einsätze der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW), der Deutschen Rettungsflugwacht und anderen Rettungsdiensten.

    Von Wildwasser-Rafting in engen Schluchten über Luftrettung aus einer Berggondel bis hin zu Paragliding in Marokko – kein Weg war Meiser zu weit und kein Aufwand zu groß, um dramatische Rettungsaktionen zu rekonstruieren. Nicht wegschauen, sondern helfen, lautete das Motto. Die Zuschauer wurden vor alltäglichen Gefahren und Leichtsinn gewarnt. So wurde etwa gemahnt, dass Alkohol und Medikamente am Steuer nichts zu suchen haben, und gezeigt, wie man sich im Brandfall richtig verhält.

    Als Vorbild für „Notruf“ fungierte die US-Reihe „Rescue 911“, von der anfangs auch Beiträge übernommen und synchronisiert wurden, bis RTL allmählich eigene Filmbeiträge produzieren ließ. In den Folgejahren verzichtete man schließlich vollständig auf eingekaufte Beiträge. Obwohl „Notruf“ selbst mit nachgestellten Szenen arbeitete, löste das Format eine Welle an ähnlichen Sendungen aus, die tatsächlich Rettungsteams bei ihren echten Einsätzen begleiteten. Da die Kamerateams dadurch mitunter die Einsatzkräfte behinderten, gerieten derlei Formate in die Kritik, auch weil sie Voyeurismus bedienten.

    „Notruf“ lief in der Anfangszeit donnerstags um 21:15 Uhr. Später wanderte die Reihe auf den Sonntagvorabend um 19:10 Uhr. Zeitweise liefen von 1998 bis 2001 zusätzliche halbstündige Ausgaben namens „Notruf täglich“. Zudem kam auf dem Höhepunkt des Erfolgs im Jahr 2000 ein monatliches Printmagazin zur Sendung auf den Markt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Ja, die ersten Folgen waren auf jeden Fall interessanter.

      Hatte ich mir aber gleich schon gedacht, daß nur die neueren Folgen wiederholt werden.

      Irgendwie blockt RTL ja alles aus seiner frühen Anfangszeit ab.
      • am via tvforen.de

        Schade - mich hätten die frühesten Folgen aus den 90er Jahren interessiert.

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