Neuanfang für den Schwaben-Tatort

Das ‚Ländle‘ wird zum ‚Städtele‘

Mario Müller – 29.08.2007

Neuanfang für den Schwaben-Tatort – Das 'Ländle' wird zum 'Städtele'

Schluss mit dem schwäbelnden Provinz-Kommissar Bienzle! Der neue Stuttgarter „Tatort“ schickt ein Ermittler-Duo ins Rennen, das laut SWR-Intendant Peter Boudgoust „die guten Seiten, das Urbane und Weltstädtische von Stuttgart“ zeigen soll.

Aber die Werbe- und Sympathiekampagne des Landes Baden-Württemberg („Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“) nehmen sich die neuen Kommissare dann doch nicht zu Herzen, denn der neue Hauptkommissar Torsten Lannert (Richy Müller) und sein junger Kollege Sebastian Bootz (Felix Klare) sprechen alles, außer Schwäbisch. Beim 47-jährigen Lannert mag das daran liegen, dass er ursprünglich als V-Mann in Hamburg im Einsatz war und nun nach Stuttgart versetzt wurde. Viel mehr Privates erfährt man über ihn nicht in den ersten beiden Folgen, die in diesem Jahr gedreht werden und 2008 im Ersten laufen sollen.

Im ersten Fall mit dem Titel „Sara-Lena“, für den die Dreharbeiten jetzt starten und bis 21. September dauern sollen, geht es um illegale Kinderadoptionen und den Tod eines fünfjährigen Mädchens aus Weißrussland. Lannert und Bootz ermitteln dazu in Stuttgart, Baden-Baden und Karlsruhe. Sie werden unterstützt von einem festen Ensemble um einen Gerichtsmediziner (Jürgen Hartmann), eine Kriminaltechnikerin (Miranda Leonhardt) und eine Staatsanwältin (Carolina Vera). Holger Karsten Schmidt („Die Sturmflut“) schrieb die Bücher für die beiden ersten Folgen, und die Regie übernimmt Elmar Fischer („Post Mortem“)

Richy Müller, der nach Angaben 80 Prozent seiner Stunts selbst macht, hat auch entscheidend an der Figur des Lannert mitgefeilt. Er will tough sein und unbestechlich, aber auch gelassen und ausgeglichen. Ein Optimist im Dienste des Staates. Vielleicht ist es sogar von Vorteil, dass Müller, wie er zugibt, nach dem Ausstieg von Horst Schimanski aufgehört hat, „Tatort“ zu schauen. Dann ist die Gefahr geringer, andere Kommissare zu kopieren.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • am via tvforen.de

    Ich mochte den Binzle- aber ich mag auch Richy Müller sehr. Bei ihm geht es mir wie bei Al Bundy, ich warte immer irgendwie darauf das ein Lacher aus dem Hintergrund kommt. Das mag damit zusammenhängen, das ich Richy das erte Mal bewusst in einer Komödie gesehen habe. Damals mit Herbert Knaup und Corinna Harfourch (?) in eienr Vaterschaftskomödie.

    Mit Dialekten habe ich so meine Probleme. Ich habe ein Hörproblem und kann dadurch "Klangmelodien" nicht so erfassen. Keine Chance für den Bullen von Tölz usw.
    • am via tvforen.de

      Mir wird das "schwäbeln" fehlen. Solange es nämlich verständlich bleibt, höre ich diesen Dialekt sehr gern.

      Aber mal was anderes: Der eine hat als "V-Mann" in Hamburg gearbeitet? Hab' ich da was nicht mitgekriegt? Ist ein V-Mann (http://de.wikipedia.org/wiki/V-Mann) nicht ein Verbindungsmann der mit der Polizei zusammenarbeitet, selbst aber Mitglied der Unterwelt ist? Was die meinen, ist wohl eher ein verdeckter Ermittler (http://de.wikipedia.org/wiki/Verdeckter_Ermittler), oder?

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