Nachmittagsmagazin „MDR um Zwei“ vor dem Aus

Spardruck fordert sein nächstes Opfer

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 06.05.2026, 18:22 Uhr

Das „MDR um Zwei“-Moderationsteam: (v. l.) Stefan Bernschein, Anja Petzold, Susi Brandt und Marco Pahl – Bild: MDR/Andreas Lander
Das „MDR um Zwei“-Moderationsteam: (v. l.) Stefan Bernschein, Anja Petzold, Susi Brandt und Marco Pahl

Der um sich greifende Sparzwang im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fordert aller Voraussicht nach sein nächstes Opfer: Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, soll das werktägliche Nachmittagsmagazin „MDR um Zwei“ zum Jahresende gestrichen werden. Dadurch wird das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt ein weiteres Format verlieren. Der Grund für das bevorstehende Aus sind nicht etwa die Einschaltquoten, denn die Sendung ist insbesondere beim älteren MDR-Publikum nach wie vor beliebt. Stattdessen fehlen schlichtweg die finanziellen Mittel, um die 25-minütige Live-Sendung fortzusetzen, die montags bis freitags um 14 Uhr zu sehen ist.

Laut der Mitteldeutschen Zeitung seien die betroffenen Mitarbeiter in Magdeburg am gestrigen Dienstag vom Landesfunkhaus-Chef Tim Herden über das Aus informiert worden. Gegenüber DWDL verwies MDR-Sprecher Michael Naumann auf noch ausstehende Gremiensitzungen, aber auch auf die Sparzwänge und Budget-Kürzungen, die aufgrund der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags noch drastischer geworden sind. Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken werden. Gleichzeitig geht es darum, die Stärken des MDR zu bewahren, so Naumann.

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„MDR um Zwei“ ist prinzipiell ein relativ preiswertes Format, da ein Teil der Inhalte mit Zweitverwertungen aus den Ländermagazinen bestückt wird. Dass sich der MDR die Sendung dennoch nicht mehr leisten kann, ist unter diesem Gesichtspunkt schon bemerkenswert und hängt vor allem mit Planungs- und Moderationsaufgaben zusammen, die künftig eben wegfallen. Zum Moderationsteam von „MDR um Zwei“ gehören Stefan Bernschein, Anja Petzold, Susi Brandt und Marco Pahl.

Das bevorstehende Aus ist auch aus einem anderen Grund bitter: Erst 2023 trennte sich der MDR nach 23 Jahren von seinem Vormittagsmagazin „MDR um 11“. Dies hing damit zusammen, dass der MDR die Produktion des gemeinsamen „Mittagsmagazins“ von ARD und ZDF übernahm, das zuvor federführend vom rbb verantwortet wurde – der dies jedoch nicht mehr finanzieren konnte. Die Übernahme des „Mittagsmagazins“ durch den MDR ging einher mit dem Verzicht auf „MDR um 11“. Im Gegenzug zog das bis dahin in Leipzig produzierte Nachmittagsmagazin „MDR um Zwei“ nach Magdeburg um (fernsehserien.de berichtete).

So wie es aktuell aussieht, wird sich der MDR nun jedoch auch von „MDR um Zwei“ trennen müssen, der letzten noch verbliebenen Live-Sendung eines ARD-Regionalsenders am frühen Nachmittag. Die anderen Dritten beginnen ihre Live-Strecken inzwischen allesamt erst am späteren Nachmittag – so wird es wohl künftig auch im MDR sein, wo montags bis freitags um 16 Uhr die beliebte Sendung „MDR um Vier“ beginnt.

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