Monty-Python-Mitglied Terry Jones ist tot

    Britischer Starkomiker im Alter von 77 Jahren gestorben

    Glenn Riedmeier – 22.01.2020, 17:06 Uhr

    Terry Jones

    Der britische Komiker und Regisseur Terry Jones ist tot. Der vor allem als Mitglied der berühmten Truppe Monty Python bekannt gewordene Künstler starb am 21. Januar 2020 im Alter von 77 Jahren in London. Dies berichten britische Medien unter Berufung auf sein Management. Bereits seit einigen Jahren war Jones an Demenz erkrankt. „Seine Arbeit mit Monty Python, seine Bücher, Filme, Fernsehsendungen, Gedichte und anderen Arbeiten werden für immer weiterleben – das passende Vermächtnis eines echten Universalgelehrten“, so Jones’ Familie.

    Terence Graham Parry Jones wurde am 1. Februar 1942 in Colwyn geboren. An der St Edmund Hall der Universität Oxford studierte er Englisch und Geschichte, außerdem besuchte er den Experimental Theatre Club. Nach dem Abschluss seines Studiums ging Jones Mitte der 1960er Jahre zum Fernsehen. Zusammen mit seinem Freund Michael Palin verantwortete er Sendungen wie „The Frost Report“ oder „Do Not Adjust Your Set“. Darüber hinaus war Jones als Autor tätig und verfasste Drehbücher zu weiteren britischen Fernsehformaten wie „The Complete and Utter History of Britain“.

    Als Mitglied von Monty Python erlebte Terry Jones seinen Durchbruch. „Monty Python’s Flying Circus“ revolutionierte nicht nur die Comedywelt, sondern veränderte auch Terry Jones’ Leben – mit „Monty Python’s Fliegender Zirkus“ wurden sogar zwei deutsche Episoden produziert. Charakteristisch für den Monty-Python-Humor ist das Brechen mit Humorkonventionen. Bewusst wurde auf erwartbare Pointen oder platte Gags verzichtet, stattdessen wurde auf Absurdität und Surrealität gesetzt. Bei der legendären Komikertruppe war Jones nicht nur als Darsteller und Autor tätig, sondern führte auch Regie bei den bis heute kultigen Filmen „Die Ritter der Kokosnuss“ (zusammen mit Terry Gilliam), „Das Leben des Brian“ und „Monty Pythons Der Sinn des Lebens“. Parallel verfolgte Jones ab den 1970er Jahren auch eigene Projekte wie die TV-Serie „The Ripping Yarns“ (mit Michael Palin) und Filme wie „Die Reise ins Labyrinth“ und „Erik, der Wikinger“. 1988 adaptierte Jones sein Theaterstück „Consuming Passions“ als Kinofilm.

    Jones engagierte sich sehr für den Umweltschutz und verfasste mehrere Bücher, in denen er sich immer wieder sozialkritisch äußerte. 1997 kam der Science-Fiction-Roman „Raumschiff Titanic“ auf den Markt, den Jones zusammen mit Douglas Adams schrieb. Was nur wenige wissen: Jones verfasste auch mit viel Situationskomik, wie beispielsweise „Nicobobinus“, „Wie der tapfere Tom auszog, um Knappe zu werden“ sowie die Fortsetzung „Wie der Knappe Tom einen Handstand machte, sein Herz verlor und beinahe die Wasserspülung erfand“. Ferner war Terry Jones Mitautor eines Sachbuches über die Geschichte der Kreuzzüge. Für die vierteilige BBC-Dokureihe „Die Kreuzzüge“ fungierte er als Moderator und Autor.

    Im Jahr 1970 heiratete Terry Jones seine Frau Alison Telfer, mit der er bis 2004 zusammen war. Die Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, zerbrach, wurde aber nicht geschieden. Terry Jones verliebte sich in die Schwedin Anna Söderström, mit der er 2009 eine Tochter bekam.

    Noch 2015 inszenierte Jones den Film „Zufällig allmächtig“ mit Simon Pegg in der Hauptrolle und den Stimmen der Monty-Python-Komiker. Ein Jahr zuvor fand eine Monty-Python-Reunion statt, bei der die Pythons ihre besten Sketche noch einmal live auf der Bühne aufführten. Schon damals soll bei Jones aufgefallen sein, dass es ihm immer schwerer fiel, sich den Text zu merken. Im September 2016 wurde bei ihm eine Demenzerkrankung diagnostiziert. Als Folge litt Jones an einer primär-progressiven Aphasie (PPA), die seine Kommunikationsfähigkeiten einschränkte, weshalb er keine Interviews mehr geben konnte.

    „Terry war einer meiner engsten und wertvollsten Freunde“, so Monty-Python-Kollege Michael Palin gegenüber der BBC. „Er war freundlich, großzügig, unterstützend und leidenschaftlich, wenn es darum ging, das Leben in vollen Zügen zu genießen.“ Jones sei weit mehr als nur einer der lustigsten Schriftsteller und Schauspieler seiner Generation gewesen. „Er war der komplette Renaissance-Komiker – Schriftsteller, Regisseur, Moderator, Historiker, brillanter Kinderbuchautor und die herzlichste, wunderbarste Gesellschaft, die man sich wünschen kann.“

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