KI.KA castet Schüler für die „Rap Akademie“

    Rhythmischer Sprechgesang mit jungen Dichtern und Denkern

    Michael Brandes – 16.07.2009

    KI.KA castet Schüler für die "Rap Akademie" – Rhythmischer Sprechgesang mit jungen Dichtern und Denkern – Bild: WDR/Dirk Borm

    Der öffentlich-rechtliche Kinderkanal KI.KA betreut ab Ende August die „Rap Akademie“: In der vom WDR produzierten Doku-Soap sucht eine Jury unter den Schülern der Essener Gesamtschule Holsterhausen nach jungen Musik-Talenten, die selbst getextete Verse oder auch klassische Gedichte in Form von Rap-Songs präsentieren wollen. Ausgestrahlt werden die neun halbstündigen Folgen vom 31. August bis 10. September montags bis donnerstags um 19:25 Uhr.

    Zur Jury, die insgesamt sieben „Bandmitglieder“ casten wird, gehören der Rapper Curse, die Gesangslehrerin Karin Ploog und der japanische HipHop-Tanztrainer Taka. Gastauftritte haben Thomas D. von den Fantastischen Vier und der Schauspieler Ralf Bauer. Sie unterstützen die Kandidaten in Text- und Rezitierworkshops.

    Die Reihe basiert auf einem 2005 ins Leben gerufenen Projekt namens „Junge Dichter und Denker“, in dessen Rahmen Klassiker von Goethe, Schiller, Heine oder Fontane in Rap-Versionen aufgehen. Junge Leute sollen somit „einen anderen und frischen Umgang mit einem Stück deutscher Kultur“ erfahren. Gezeigt werden soll in der „Rap-Akademie“, wie ein Rap-Song entsteht und eigene Texte kreativ in Musik umgesetzt werden können.

    Am 12. September dürfen die Nachwuchsrapper dann in der ARD-Samstagabend-Show „Frag doch mal die Maus“ auftreten.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Endlich einmal eine andere Casting Sendung. Wir haben die Rap Academy gestern als Familie gemeinsam geguckt und wurden gut unterhalten. ich finde es prima, dass endlich einmal auch andere Texte gerappt werden sollen als dieses dumpfe Aggro-Gebrumme von Sido & Co.
      • am via tvforen.de

        Ich habe gestern die erste Folge gesehen und es hat mir und den Kindern (10 und 11) gut gefallen. Goethe und Schiller als Rap ist zwar ungewöhnlich, aber das ganze Projekt ist sympathisch und endlich mal etwas anderes auf Kika. Der ja sonst immer gerne etwas "kindertümelt". Ich finde es gut, wenn der Kika realistischer wird und "richtige" Kinder aus dem richtigen leben zeigt.
        • am via tvforen.de

          Man kann von Rap, wie man ihn aus den Charts momentan kennt, halten was man will, wenn sich Kinder und Jugendliche plötzlich aus eigener Motivation heraus mit Lyrik befassen, dann sehe ich das als eine grundsätzlich positive Entwicklung an. Vielleicht kann man so nicht nur die Klassiker vermitteln, sondern jüngere Generationen dafür sensibilisieren, dass das was man heute in den Charts hört, nicht gerade das Beste ist, was das Genre zu bieten hat.
          Mit Curse hat man einen kommerziell erfolgreichen, aber textlixh herausragenden und technisch versierten Rapper an Land gezogen, der auch wirklich aus der Szene kommt. Vielleicht ist er sogar der Einzige, der irgendwo Anspruch, kommerziellen Erfolg und 'Street Credibility' in sich vereint, sofern das überhaupt möglich ist.
          Diese ganze Casting-Setting wirkt am Anfang schon etwas befremdlich, weil Hip Hop eher einen 'Grass-Roots'-Charakter hat und eine 'Do-It-Yourself'-Mentalität, ähnlich wie im Punk, vorherrscht, aber warum eigentlich nicht? Stil und Technik im Rap sind hinreichend wissenschaftlich erforscht, es gibt musiktheoretische Publikationen und sogar ein Notationssystem, um die Techniken am Plattenspieler als perkussives Instrument zum Scratchen zu umschreiben.
          Ich sehe keinen Grund, warum man das nicht für ein Castingformat nutzen sollte, weil man dem 'Dumb Down' der Musikrichtung entgegenwirken und gleichzeitig etwas Kultur vermitteln könnte. Außerdem sehe ich da eine Chance, das Bild und die Außenwirkung von Hip Hop ein wenig gerade zu rücken, abseits von Gangsterposen, Chromfelgen und Hinterngewackel.
          • am via tvforen.de

            Ab Montag läuft Rap Akademie im Kika. Ich habe den Trailer gesehen mit meinen Kindern. Wir werden zumindest mal reingucken. Goethe und Schiller als Rap? Könnte ja was für uns sein, Hauptsache kein DSDS!
            • am via tvforen.de

              So kann man Rundfunkgebühren auch verschwenden.
              • am via tvforen.de

                Was heisst verschwenden? So ein Projekt kann ja durchaus gut sein, vor allem wenn es um Klassiker geht.
            • am via tvforen.de

              Und irgendwann gehen die Kids auf das McNally Smith College of Music in Minnesota und machen dort ihr Hip Hop-Diplom :D [url]http://rap.de/news/3914[/url]

              Ich werds mir mal anschauen. Könnte ganz interessant werden.
              • am via tvforen.de

                Wenigstens einmal eine andere Idee als die stumpfsinnigen Castings der Privaten. Vielleicht kommt ja Goethe in die Charts?

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