Kein neuer Hollywood-Streik 2026? Erste Gewerkschaft mit neuem Tarifvertrag

Produzenten haben noch Verhandlungen mit zwei Gewerkschaften vor sich

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 07.04.2026, 16:18 Uhr

Kein neuer Hollywood-Streik 2026? Erste Gewerkschaft mit neuem Tarifvertrag – Produzenten haben noch Verhandlungen mit zwei Gewerkschaften vor sich – Bild: WGA/AMTPT

Im Jahr 2023 hatten Streiks der Drehbuchautoren sowie der Schauspieler Hollywood über Monate lahmgelegt. Branchenbeobachter hatten die Befürchtung, dass in diesem Jahr – bei den folgenden Tarifverhandlungen – erneut hart gerungen und eventuell gestreikt würde. Die Gefahr scheint nun überraschend gebannt: Die Drehbuchautoren, vertreten durch die WGA, und der Produzentenverband AMPTP (Alliance of Motion Picture and Television Producers) haben sich im Prinzip auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt – er muss noch in einer Urabstimmung von der Gewerkschaftsbasis angenommen werden, was aber zu erwarten steht.

AMPTP und WGA hatten für die Dauer der Verhandlungen eine Medien-Blackout verabredet, so dass es zwischenzeitlich keine Updates gab. Der bisherige Tarifvertrag läuft am 1. Mai aus.

Für die AMPTP stehen nun Verhandlungen mit der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und dem Regisseuren-Verband DGA an; beide Tarifverträge laufen hier noch bis zum 30. Juni. 2023 hatte sich wie gesagt SAG-AFTRA einem von der WGA begonnenen Streik angeschlossen. In der Vergangenheit haben sich AMPTP und DGA ohne Arbeitskampf einigen können; viele Regisseure steigen in ihrer Karriere in lukrative Produzentenrollen auf.

Der neue Tarifabschluss

Viele Details wurden noch nicht öffentlich. Die Produzenten hatten wohl als eines der Hauptziele, die Laufzeit des Tarifvertrags zu verlängern: Der neue Abschluss soll nun auch vier statt drei Jahre gelten.

Priorität für die Autoren war, überdurchschnittliche Zuwächse für die gewerkschaftliche Krankenversicherung und die Rentenkasse zu erhalten, die beide laut Deadline durch die Veränderungen in der Film- und Fernsehwirtschaft und damit die Einnahmen der Autoren marode geworden waren. Daneben wurden die Schutzvorschriften zur Verwendung von generativer KI aus dem letzten Tarifvertrag weiter ausgebaut und – wie üblich – moderate Erhöhungen der (Mindest-)Bezüge erhandelt.

Laut Deadline hat auch ein Wechsel in der Verhandlungsführung bei der AMPTP zur Deeskalation von Spannungen geführt: Nach dem Streikjahr war die damalige AMPTP-Verantwortliche Carol Lombardini nach 15 Jahren an der Spitze der Organisation abgetreten, den Job hat Greg Hessinger übernommen.

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