„Bibo“-Performer Caroll Spinney verstorben

    Legendärer Puppenspieler prägte die „Sesamstraße“

    Ralf Döbele – 09.12.2019, 11:35 Uhr

    Caroll Spinney spielte von 1969 bis 2018 Big Bird in der US-Version der „Sesamstraße“

    Fast 50 Jahre lang erweckte er Bibo alias Big Bird in der „Sesamstraße“ zum Leben. Caroll Spinney prägte als Puppenspieler die legendäre Kindersendung und schlüpfte im Zuge dessen auch in die Rolle des missmutigen Oscar, der in seiner Mülltonne lebt. Spinney ist am gestrigen Sonntag im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Dystonie-Erkrankung gestorben.

    Caroll Edwin Spinney wurde 1933 in Waltham, Massachusetts geboren und begann sich bereits in jungen Jahren für Puppen zu begeistern. Später sagte er, dass er deshalb oft von Gleichaltrigen drangsaliert worden sei. Im Alter von 19 Jahren trat Spinney in die Air Force ein. In dieser Zeit nutzte er sein Talent für das Zeichnen, um „Harvey“, einen Comic über das Leben beim Militär, zu kreieren.

    Nach vier Jahren im Dienst der Luftstreitkräfte sammelte er in Las Vegas und Boston erste professionelle Showbusiness-Erfahrungen. Anfang der 1960er Jahre lerne er den späteren „Sesame Street“-Erfinder Jim Henson kennen und wurde zum festen Ensemble-Mitglied des Kinder-Formats „Bozo the Clown“, das bei verschiedenen Lokalsendern in den USA große Erfolge feierte.

    1969 stieß Caroll Spinney schließlich zu Jim Hensons Muppeteers – ein Vollzeitjob und der Einstieg in die „Sesamstraße“, die im gleichen Jahr beim öffentlich-rechtlichen US-Sender PBS Premiere feierte. Spinneys Figuren Big Bird, im Deutschen „Bibo“, und Oscar the Grouch wurden so legendär wie das Format selbst und so trat Spinney bis zum Beginn seines Ruhestands im Oktober 2018 in mehr als 4000 Folgen auf. Auch bei zahllosen öffentlichen Auftritten spielte Spinney ebenfalls den großen gelben Vogel und den missmutigen Bewohner der Mülltonne, so auch in Europa, Australien, China und Japan.

    In seinen Rollen verfasste Caroll Spinney zudem die beiden Bücher „How to Be a Grouch“ (1976) und „The Wisdom of Big Bird: Lessons from a Life in Feathers“ (2003). Im Laufe seiner Karriere wurde Spinney vier Mal mit einem Daytime Emmy Award ausgezeichnet. Außerdem erhielt er zwei Grammys und eine Ehrung für sein Lebenswerk durch die National Academy of Television Arts and Sciences. Seit 1994 ist Spinney auch mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame vertreten.

    Spinney hinterlässt seine Ehefrau Debra Jean Gilroy, mit der er seit 1979 in zweiter Ehe verheiratet war, sowie drei Kinder aus erster Ehe und vier Enkelkinder.

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