Aus für „Neues aus Büttenwarder“: NDR beendet Serie nach Ausstieg von Peter Heinrich Brix

    „Ohne Adsche möchten wir die Serie nicht weiterführen.“

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 16.08.2021, 18:09 Uhr

    Das „Neues aus Büttenwarder“-Kultduo: Peter Heinrich Brix (l.) und Jan Fedder (r.) – Bild: NDR/Nicolas Maack
    Das „Neues aus Büttenwarder“-Kultduo: Peter Heinrich Brix (l.) und Jan Fedder (r.)

    Überraschende Meldung aus Norddeutschland: Peter Heinrich Brix hat seinen Abschied aus der NDR-Kultserie „Neues aus Büttenwarder“ bekanntgegeben. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärte der 66-jährige Schauspieler, dass der Tod seines langjährigen Serienpartners Jan Fedder im Dezember 2019 seine Entscheidung beeinflusst habe. Darüber hinaus ist Brix der Meinung: Wir sind aus der Zeit gefallen. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Ausstiegs von Brix teilte der NDR seinen Entschluss mit, dass die Serie eingestellt wird.

    Es war für mich keine leichte Entscheidung. Aber auch schwere Entscheidungen müssen getroffen werden. Ottfried Fischer hat in einem ähnlichen Zusammenhang einmal gesagt: Nicht traurig sein, dass es vorbei ist, sondern dankbar sein, dass es gewesen ist. Es war doch eine wunderbar herrliche Zeit in ‚Büttenwarder‘!, zitiert der NDR Peter Heinrich Brix.

    Seit Beginn der in Schleswig-Holstein produzierten Serie im Jahr 1997 verkörperte Peter Heinrich Brix den Bauern Arthur „Adsche“ Tönnsen. Bis 2019 bildete er gemeinsam mit Jan Fedder als Bauer Kurt Brakelmann ein kongeniales Duo und das Herzstück der Serie. Ich denke, es gibt eine Zeit für alles und irgendwann ist diese Zeit um. Wenn man dann zu dieser Überzeugung kommt, sollte man auch entsprechend handeln, so Brix gegenüber der NOZ.

    Während seines letzten Büttenwarder-Drehs im Juni und Juli dieses Jahres in Granderheide und Grönwohld (Kreis Stormarn) habe Brix ein paar Stichworte zur Serie notiert: Alles mündete in dem Satz: Wir sind aus der Zeit gefallen, erklärt er. Ein bedeutsamer Grund für seine Entscheidung sei natürlich der plötzliche Tod seines Schauspielkollegen Jan Fedder gewesen. Jans Tod war in vielerlei Hinsicht ein großer Verlust. Brakelmann und Adsche waren schon ein bisschen so wie Bier und Köm, um im Bild zu bleiben. Man kann beides einzeln trinken, aber den meisten schmeckt es zusammen am besten.

    Die letzten vier Folgen (die Episoden 95 bis 98) erzählen zum ersten Mal eine fortlaufende Geschichte: Adsche Tönnsen soll von Brakelmanns Hof vertrieben werden, weil Bürgermeister Griem (Jürgen Uter) ganz andere Pläne mit dem Hof hat. Nach und nach begreift Adsche, dass sein Zuhause einem Truppenübungsplatz weichen soll. Adsche ist verzweifelt und sucht Hilfe bei den Mitgliedern seiner Familie, doch die haben mit eigenen Problemen zu kämpfen (fernsehserien.de berichtete).

    Die abschließenden vier Folgen von „Neues aus Büttenwarder“ werden nach aktueller Planung im kommenden Weihnachtsprogramm des NDR ausgestrahlt. Eine direkte Abschiedsfolge gibt es laut Brix nicht. Er selbst hat sich aber ein Erinnerungsstück an seine Paraderolle Adsche Tönnsen gesichert: Sein Hut liegt bei mir zu Hause.

    Frank Beckmann, NDR Programmdirektor Fernsehen, kommentiert: ‚Neues aus Büttenwarder‘ ist viel mehr als nur eine Serie. In zweieinhalb Jahrzehnten wurde sie zum Kult: durch äußerst liebenswerte Charaktere, die das norddeutsche Wesen trocken und oft überspitzt auf den Punkt bringen. Die Verdienste von Peter Heinrich Brix daran kann ich gar nicht genug würdigen. Dass er ‚Büttenwarder‘ verlässt, ist ein herber Verlust – ohne Adsche als durchgehende Hauptfigur möchten wir die Serie nicht weiterführen. Ich danke ihm aus vollem Herzen für sein wunderbares Schauspiel, die langjährige Treue und für alles, was er in die Serie eingebracht hat. Zugleich gilt mein Dank dem gesamten Team, das all die Jahre die Serie liebevoll begleitet und weiterentwickelt hat, unter ihnen Drehbuchautor Norbert Eberlein und Redakteurin Diana Schulte-Kellinghaus.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Peter Heinrich Brix hat die richtige Entscheidung getroffen.
      Wer mag, kann ja ab und zu mal Wiederholungen
      anschauen. Aber wenn jetzt Schluß ist, ist es doch ok.
      Ich sage: danke Adsche.
      • am via tvforen.de

        Nachdem Kurt Brakelmann und Bürgermeister Waldemar Schönbiehl nicht mehr dabei sind, habe ich N a B nur noch minutenweise gesehen. Einzig und allein Adsche Tönnsen und Pferdeknecht Kuno halten die Serie noch am Laufen, obwohl mir Kunos Begeisterung für "Killerkralle" doch schon irgendwie auf den Zeiger ging.
        • am via tvforen.de

          Ohne Brakelmann hat das Ganze doch kein' Nennwert mehr.
          • am via tvforen.de

            Bei den Folgen, in denen Jan Fedder nur noch im Sitzen oder im Liegen gezeigt werden konnte, blieb mir das Lachen im Halse stecken. Die Leichtigkeit der Serie war damit verschwunden.

            Eine Ausnahme allerdings war die Folge "Gerlinde", die überraschend voller Poesie war. Vor allem die Schlussszene, als Adsche seiner großen Liebe - Gerlinde - hinterherblickt, als sie Büttenwarder wieder verlässt. Ein Dorfbewohner will ihn trösten. ""Nee! Wieso denn? Heute ist der schönste Tag in meinem Leben gewesen!" lächelt Adsche selig.

            Komik über alltägliche Possen angesichts eines realen Sterbeprozesses funktioniert wohl nicht, Poesie aber eben doch.

            Auf der anderen Seite finde ich es bemerkenswert, dass die Brakelmann-Rolle nicht schon zu dieser Zeit herausgeschrieben wurde und Jan Fedder weiterhin mitmachen wollte/sollte. Ich kann mich erinnern, dass Fedder sich vor Jahren mal in einer Talkshow massiv dafür einsetzte, dass die Serie fortgeführt werden soll, als sie mal auf der Kippe stand: "XXX - du alter Marder! Wir wollen unser Büttenwarder!" XXX war der Name des damaligen NDR-Intendanten (weiß ich nicht mehr). Will heißen: "Büttenwarder" war für ihn (und wohl auch für Brix) eine Herzensangelegenheit, was man der Serie m. E. auch angemerkt hat.

            Die Entscheidung von Brix und vom NDR finde ich konsequent und richtig.
        • am via tvforen.de

          Nachvollziehbare Entscheidung. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich das freigewordene Budget in neue Folgen von "Jennifer - Sehnsucht nach was Besseres" investieren. Aber ich fürchte, das wird ein Wunschtraum bleiben.
          • am via tvforen.de

            Ich kann es nachvollziehen. Ohne Kurt Brakelmann, das waere ja so, wie Dallas ohne J. R. Ewing.
            Aber ich dachte, dass Buettenwarder mit Axel Milberg und P. H. Brix
            weiter gehen wuerde.
            Schade.
            • am via tvforen.de

              Dem NDR wird das wohl nicht ungelegen kommen, setzen sie ja in letzter Zeit eine gute Sendung nach der anderen ab. Ich persönlich finde es schade, die Serie verkörperte in der Tat eine Art Idylle, die es heute nicht mehr gibt. Da hat Herr Brix wohl recht.

              Mir persönlich hat die Serie auch noch als Argumentationshilfe gedient wenn mir als Ostgeborener mal wieder gezeigt werden sollte "wie hier im Westen gearbeitet wird". Ich hab dann einfach gesagt: "Das weiß ich doch wie ihr arbeitet, ich schau immer Büttenwarder" ;-)
              • am via tvforen.de

                Ja, das stimmt, aber ich kann ihn schon verstehen. Es würde nicht mehr wie vorher sein.

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