ARD Mediathek: Sechs neue Kurz-Serien auf einen Schlag

    „Muspilli“, „Ollewitz“, „Straight Outta Crostwitz“ und mehr

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 04.02.2022, 15:47 Uhr

    ARD Mediathek: Sechs neue Kurz-Serien auf einen Schlag – "Muspilli", "Ollewitz", "Straight Outta Crostwitz" und mehr – Bild: ARD Design

    Die ARD hat angekündigt, ihre Mediathek mit exklusiven Serien-Inhalten auszubauen und damit attraktiver zu machen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung erfolgt am 23. März. An diesem Tag werden gleich sechs neue Serien auf einen Schlag on Demand verfügbar gemacht. Bei all diesen Produktionen handelt es sich um „Serien für zwischendurch“, wie sie von der ARD bezeichnet werden, allesamt humorvolle Dramedys mit Episoden von wenigen Minuten Länge.

    Muspilli

    Josefine Preuß und Tristan Seith WDR/​Screenshot

    „Muspilli“ erzählt von zwei Außenseitern: Fina (Josefine Preuß) ist bipolar, frisch geschieden und Mutter einer fünfjährigen Tochter. Sie ist fest entschlossen, sich mit allen Mitteln das verlorene Sorgerecht für ihre Tochter zurückzuholen. Ove (Tristan Seith) ist Anfang 40 und ein waschechter Verschwörungstheoretiker. Er hatte noch nie eine Freundin, was vor allem daran liegt, dass er sich als alleiniger Kämpfer gegen die Ausbreitung der dunklen Energie sieht. Fina und Ove lernen sich über eine gemeinsame Freundin kennen. Beim ersten gemeinsamen Dinner-Date wird Schnitzel gegessen. Doch von der bevorstehenden Katastrophe ahnt keiner der beiden etwas. Die Situation eskaliert völlig unerwartet und läuft schließlich noch mehr aus dem Ruder. Nichts ist danach mehr, wie es vorher war. Das Schicksal vereint Fina und Ove im Kampf ums Sorgerecht und gegen die Ausbreitung der dunklen Energie.

    Die Pilotfolge wurde bereits 2020 im Rahmen einer WDR-Serienabstimmung produziert. Nun folgt eine komplette Staffel mit acht zehnminütigen Episoden. Neben Preuß und Seith sind in weiteren Rollen Stephan A. Tölle, Kathrin Bühring, Banafshe Hourmazdi und Joel Williams zu sehen. Nahuel Lopez, der bereits den Pilotfilm inszenierte, fungiert als Regisseur und Produzent nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Lars Lindigkeit und Oliver Keidel schrieb.

    Saubere Sache

    Cristina do Rego und Ben Münchow WDR/​Screenshot

    Als Gewinner-Serie der WDR-Abstimmung ging „Saubere Sache“ hervor. Im Mittelpunkt stehen Juri und Paula, die beide Mitte/​Ende Zwanzig sind, regelmäßig in einen Waschsalon gehen und sich während des Waschgangs in Gespräche vertiefen. Zwischen Vorwäsche und Schleudergang driften ihre Dialoge über komische bis philosophische Alltagsbetrachtungen ins Private. Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Frau im Waschsalon auf, die mit einem Paket vor einer leeren Waschmaschine sitzt. Bevor sie den Waschsalon verlässt, bittet sie Juri und Paula, auf das Paket aufzupassen…

    Cristina do Rego, Ben Münchow und Nicole Johannhanwahr sind in den Hauptrollen zu sehen, Benno Fürmann in einer Gastrolle. Regie beim Pilotfilm führte André Erkau nach einem Buch von Michael Gantenberg.

    Straight Outta Crostwitz

    MDR/​Diane Betties

    Der MDR steuert die Miniserie „Straight Outta Crostwitz“ mit Jasna Fritzi Bauer, Daniel Christensen und Volker Zack bei. Im Mittelpunkt steht Hanka, eine junge sorbische Schlagersängerin, die von einer Karriere als Rapperin träumt. Um ihren Traum zu verwirklichen, muss Hanka sich endlich ihrer Versagensangst stellen und sich von den konservativen Ansichten ihres Vaters befreien. Um ihrer Leidenschaft nachgehen zu können, verkleidet sich Hanka kurzerhand als Mann und nimmt inkognito an einem Rap-Battle teil. Ihr Bruder Beno (Steven Preisner), der sich endlich zu seiner Homosexualität bekennen möchte, steht ihr bei. Für Hanka beginnt ein Spiel der Identitäten mit komischen, überraschenden und dramatischen Verwicklungen zwischen Erfolg und Niederlage, die zu Spannungen in der Familie und ihrem Heimatdorf führen.

    In weiteren Rollen spielen Mirko Brankatschk und der Stand-up-Comedian Samuel Sibilski aka SSYNIC mit. Die Drehbücher stammen von Joe von Hünerbein, Regie führten Daniel Lwowski und Andreas Nowak.

    Die Pflegionärin

    Benita Sarah Bailey (3. v. r.) ist „Die Pflegionärin“ MDR/​Chris Riebe/​Cross Media

    Ebenfalls im Rahmen der MDR-Streaming-Offensive „Mein Schwein pfeift“ entstanden ist „Die Pflegionärin“, das ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema in den Mittelpunkt rückt. Caro Lacher (Benita Sarah Bailey) ist eine Pflegerin aus Leidenschaft, die beim Sozialen Dienst im thüringischen Ilm-Kreis arbeitet. Auf dem Weg zu ihren Patientinnen und Patienten düst die geborene Witzlebenerin in ihrem in die Jahre gekommenen Kleinwagen über die Dörfer. Dabei ist sie immer auf der Hut vor Polizist Ronny Brettschneider (Tobias Schlegl), der das rasante Fahrverhalten Caros trotz Sympathie ahnden muss. Doch für eine Romanze hat Caro keine Zeit, denn Pflegechefin Katja (Carolin Walter) und ein voller Dienstplan sitzen ihr im Nacken. In jeder freien Sekunde kümmert sich die Alleinerziehende um ihren siebenjährigen Sohn Luca (Noah Bailey).

    In weiteren Rollen wirken unter anderem namhafte Schauspieler wie Iris Berben, Maria Ehrich, Ronald Zehrfeld und Carmen-Maja Antoni mit. Die Cross Media Medienproduktion GmbH unter Produzentin Johanna Teichmann zeichnet für „Die Pflegionärin“ verantwortlich. Die Drehbücher stammen von Judith Bonesky, die ebenfalls die Regie übernimmt.

    Ollewitz

    MDR/​Cine Impuls/​Anika Dollmeyer

    „Ollewitz“ spielt in den 1980er Jahren im südlichen Sachsen-Anhalt, geprägt vom Braunkohleabbau und der Renaturierung früherer Tagebaulandschaften. Im örtlichen Vereinsheim des Fußballclubs treffen sich bei diversen Familienfeiern Jung und Alt sowie Stadt und Land unter der Diskokugel mit der Musik der Zeit. Dabei kommen auch die ein oder anderen Geheimnisse ans Licht, die eine explosive Mischung auslösen. Für Außenstehende oder „Zurückgekehrte“ wird die Lage demnach oft so unübersichtlich, dass die Tanzfläche zum Minenfeld und der Gang zur Toilette zum Spießrutenlauf wird. Das Leben der standhaften Einwohner kondensiert dort wie heißer Wasserdampf an einer kalten Duschraumfensterscheibe.

    Als Kathleen Würfel (Cordelia Wege) nach Jahren zur Beerdigung ihres Vaters in ihr Heimatdorf zurückkehrt, mit ihrer fünfzehnjährige Tochter Jessi (Nika Fabich) im Gepack, stehen die Zeichen auf Krawall. Denn Kathleens Bruder Dirk (Stephan Grossmann), seine Exfrau Dana (Tilla Kratochwil) und ihr Sohn Julian (Julian Gutmann) können nur eines noch weniger ertragen als sich selbst: Großstadtschnösel.

    Unter der Regie von Mareike Engelhardt und nach Büchern von Tobias Rohe entstand die Produktion der Cine Impuls Leipzig im Auftrag des MDR. Produzentin ist Anke Kossira.

    All in

    Ganz neu angekündigt wird die achtteilige Miniserie „All in“ von ARD Degeto. Darin ziehen zwei erfolglose Automatenzocker (Daniel Popat und Heiko Pinkowski) einander immer tiefer in den Schlamassel. Schnell, hemmungslos, unerschrocken und melancholisch. Die Zuschauer begleiten die gegensätzlichen Charaktere, während sie mit Verve in die Abwärtsspirale geraten.

    Hinter der Produktion steht das junge Autorenduo Daniel Popat und Marco Hülser, das die tragikomische und berührende Farce als „Mumblecorefilm“ inszenierte. Dieses aus den USA stammende Independent-Genre, macht aus dem geringen Budget eine Tugend und setzt gezielt auf Alltagsnähe, Laiendarsteller und Improvisation.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1967) am

      @jeanyfan:

      Verstehe ehrlich gesagt, nur Bahnhof.

      @Sveta: verstehe ich auch nicht! Auch ich habe mir "Das Seil" angesehen, allerdings in der arte (!!) Mediathek, da ging alles OHNE Probleme!!
      • am via tvforen.de

        Das hat doch System bei den ÖRR, einfach alles so schlecht wie möglich und so kompliziert wie nur irgendwie geht machen und sich dann hinstellen und behaupten mehr ist einfach nicht möglich mit diesen geringen Gebühren. Wir reden hier aber von über 9 Milliarden Euro pro Jahr, macht 1.000.000 Euro pro Stunde. Na wenn das nicht reicht wievielt soll es den sein?
        • am via tvforen.de

          Konnte man sehr gut beim restaurierten Tatort "Duisburg Ruhrort" sehen. Angeblich sind ja noch mehr Schimanskis restauriert worden.

          "Duisburg Ruhrort" hatte satte 4,5GB in HD in der Mediathek, die anderen dann wieder nur 1,2GB, wie meist alle 1,5h langen Filme. Sehr schade.

          Dafür war dieser tatort dann in perfekter Qualität.
      • am

        @Sveta, empfehle in solchen Fällen immer folgende Seite: mediathekviewweb.de 😉
        • am via tvforen.de

          Ich habe mir letztens "Das Seil", eine 3-teilige Serie angeschaut und ich war echt gefrustet!
          Teil 1 habe ich noch recht einfach gefunden - nachdem ich mitbekommen hatte das ich die englischsprachige Arte-Mediathek zuerst auf "Deutsch" umstellen musste um einen deutschen Titel zu finden. Gut - war mein Fehler, aber auch meine Zeit und meine Nerven.

          Nach dem Anschauen des ersten Teils folgte nach wenigen Sekunden Pause dann der nächste... dachte ich. Aber nö, da kam irgendwas völlig anderes. Also zurück ins Hauptmenü dann wieder in die Suche und den Titel eintippen: Ahhh ja, da waren alle drei Teile, super.

          Nach dem Anschauen des zweiten Teils folgte nach wenigen Sekunden Pause dann der nächste... ähhh nö. Es folgte wieder der erste Teil (???). Also nochmal zurück ins Hauptmenü, dann wieder in die Suche und den Titel eintippen: Ahhh ja, da waren sie ja wieder - alle drei Teile aufgelistet.

          So klappte es auch mit Teil 3, auf den ich eigentlich schon keinen Bock mehr hatte aber die ersten beiden hatte ich ja auch ertragen. Also hab ich mir auch den Rest angeschaut - ach hätte ich dochs weggelassen *seufz.

          Falls irgendwer vorhat, die Mini-Serie noch zu schauen: Lass es! Es ist hochgradig frustrierend! Aber zumindest weist du jetzt wie du zumindest technisch hinbekommst ;-)
          Ich für mein Teil werde die Mediathek wie bisher auch nur in Ausnahmefällen nutzen.
          • am via tvforen.de

            Mal abgesehen von der Kritik an der Arte Mediathek fand ich "Das Seil" ziemlich öde. Ich hatte mir mehr davon versprochen.

            Was bei der Arte Mediathek wesentlich besser ist als beim ZDF: Wenn der Film mal stoppt und nicht weiterlaufen will (was bei mir relativ oft passiert und wohl am mangelnden Glasfaser liegt) kann man, wenn man den Film neu beginnt, den Regler problemlos auf die Stelle schieben, wo er vorher gestoppt hat und der Film läuft dort sofort weiter.

            Beim ZDF geht das leider gar nicht und es nervt total. Während man sich in der ARD-Mediathek über das Smartphone anmelden kann und der Film, falls er stoppt später an genau der Stelle automatisch weiterläuft hat das ZDF ein anderes System, was mit meinem TV-Gerät leider nicht kompatibel ist. Da ist man dann mehr oder weniger auf Glück angewiesen, dass man den Film irgendwie wieder zum Weiterlaufen bringt.
          • am via tvforen.de

            Deshalb lade ich mir die Sachen runter, die ich anschauen will, ziehe sie auf nen USB-Stick und dann kann ich das schauen, wie ich das will.
        • am via tvforen.de

          Ja, super. Immer mehr Inhalte in die Mediathek packen und dann die Videoqualität reduzieren, weil "mit der derzeitigen Gebührensituation" keine bessere Qualität möglich sein soll. Dann noch zu blöd sein, die Codierungsparameter richtig einzustellen, dass wenigstens die verringerte Qualität nicht noch weiter herabgesetzt wird als gewollt. Und dann nicht mal auf fundierte Zuschauerkritik reagieren, sondern irgendwas erzählen, was nachweislich widerlegbar ist. Und dann alles Weitere einfach ins Leere laufen lassen. So hat man das gerne.

          weitere Meldungen