„Alles oder Nichts“ endet nach 105 Folgen

    Daily-Soap-Flop wird noch bis Ende März fortgesetzt

    "Alles oder Nichts" endet nach 105 Folgen – Daily-Soap-Flop wird noch bis Ende März fortgesetzt – Bild: Sat.1/Tobias Unger
    „Alles oder Nichts“: Franziska Breite (l.), Raphael Vogt und Anna Mennicken (r.)

    Anfang letzter Woche gab Sat.1 bekannt, seine erfolglose Daily-Soap „Alles oder Nichts“ vorzeitig zu beenden. Aus dem laufenden Programm verschwand sie mit sofortiger Wirkung, doch ganz vorbei ist es noch nicht. Die Serie wird weiterhin produziert und montags bis freitags wird eine neue Folge online gestellt sowie auf dem Pay-TV-Sender Sat.1 emotions ausgestrahlt. Nun steht fest: Nach insgesamt 105 Episoden wird die Serie enden.

    Dies bedeutet, dass für die verbliebenen Zuschauer noch bis Ende März regelmäßig neue Folgen veröffentlicht werden. Nach 50 Folgen zog Sat.1 wegen anhaltend schlechter Quoten die Reißleine, doch letztendlich werden nun also noch einmal mehr als doppelt so viele Episoden abseits des Free-TV veröffentlicht. Sat.1 und die Produktionsfirma Producers at Work wollen die Handlung zu einem runden Ende bringen.

    „Alles oder Nichts“ war von Anfang an vom Pech verfolgt. Bereits die Auftaktfolge enttäuschte am 22. Oktober mit nur 5,8 Prozent Marktanteil in der jungen Zielgruppe. In den Folgewochen ging es kontinuierlich bergab – zuletzt sogar dauerhaft unter 2 Prozent. Tiefpunkt war die Folge vom 2. Januar, die nur noch 1,5 Prozent holte. Insgesamt schalteten nur noch 350.000 Menschen ein. Schlechter lief in den vergangenen Jahren keine Sat.1-Sendung am Vorabend.

    Dabei nahm sich Sat.1 im Vorfeld viel Zeit, um die beste Wahl für das Projekt „neue Daily-Soap“ zu treffen. So wurden Pilotfolgen zu insgesamt vier verschiedenen potenziellen Serien produziert: Eine eher klassische Telenovela, eine Telenovela mit einer dramatischeren Prämisse, eine Kriminalgeschichte und eine humorvolle Serie. Letztendlich fiel die Wahl auf „Alles oder Nichts“. Doch dies entpuppte sich als Fehlentscheidung. Spätestens als die zentrale Hauptdarstellerin Sarah Maria Besgen nach 45 Folgen ausstieg und durch Tanja Wenzel ersetzt wurde, war das Schicksal besiegelt. Sat.1 erhoffte sich durch den Darstellerwechsel einen Quotenaufschwung, doch das Gegenteil trat ein.

    Als Ersatz ist Sat.1 inzwischen zu dem zurückgekehrt, wovon sich der Sender eigentlich verabschieden wollte: Aktuell sind werktags um 18.30 Uhr Wiederholungen der Scripted Reality „Die Ruhrpottwache“ zu sehen. Im Anschluss ist um 19 Uhr die neue Erfindershow „Wie genial ist das denn?!“ im Programm. Beide Formate schlagen sich äußerst schlecht. So holte „Die Ruhrpottwoche“ gestern Abend nur 2,5 Prozent in der Zielgruppe, „Wie genial ist das denn?!“ stürzte anschließend auf 2,0 Prozent. Das Vorabend-Problem wird Sat.1 also voraussichtlich noch länger beschäftigen …

    18.01.2019, 14:36 Uhr – Glenn Riedmeier/fernsehserien.de

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • Bunto am 21.02.2019 09:28

      Es wird immer und auf jedem Sender von der "Zielgruppe" gesprochen. Das sollen 14- bis 49-jährige sein ... und genau diese "Zielgruppe" guckt nicht Sat1. Das ist ein altbackener Sender. Da gibt es glaub ich nichts, was einen Teenager interessieren könnte. Ich bin z.B. 55 und mich interessiert absolut rein gar nichts, was auf diesem Sender läuft. So absolut gar nichts
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      • tv serien (geb. 1974) am 20.01.2019 22:49

        Soll SAT1 doch die britische Vorabendserie Hollyoaks einkaufen (itv) und synchronisieren lassen. Die werktägliche Abendsoap ist wesentlich interessanter, als dieser piefige deutsche Provinzmüll!
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        • DarkBlueSky am 20.01.2019 09:44

          Man merkt deutlich, dass die Programmchefs immer weniger Ahnung haben, was der gemeine Zuschauer sehen will. Vllt sollte man die mal austauschen anstatt Sendungen...
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          • User 1431731 am 18.01.2019 19:53

            wieviel soaps hat sat1 eigentlich schon eingestellt?Ich glaub die sind darin führend.ich erinnere mich in grauer vorzeit an die wagenfelds und geliebte schwestern
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