• Folge 21 (60 Min.)
      Viele unserer Vorstellungen über Zukunft erscheinen bedrohlich und angsteinflößend. Stephanie Rohde diskutiert mit ihren Gästen über Erzählungen einer positiven Zukunft. Ob KI und Robotik oder die Klimakrise und das Artensterben – die Liste möglicher Untergangszenarien ist lang. Doch ohne positive Erzählungen werden wir in unserem Handeln gelähmt. Und düstere Prognosen werden zu selbsterfüllenden Prophezeiungen. Dystopisches Denken im Angesicht der Herausforderungen der Zeit ist kein Alleinstellungsmerkmal unserer Tage: Dystopien und Utopien waren über alle Zeiten hinweg mehr oder weniger stark ausgeprägt. Und was für den einen die Utopie war, war möglicherweise für den anderen oder unter einer anderen Betrachtungsweise eine Untergangserzählung. Utopie und Dystopie bedingen sich gegenseitig. So machen Dystopien zum Beispiel auf Widersprüche und Gefahren aufmerksam und werden oft zu Türöffnern neuer positiver Utopien. Wie das funktioniert, darüber diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde mit ihren Gästen. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-Premiere Do. 10.09.2026 3sat
    • Folge 22 (60 Min.)
      Lange galt Dopamin als simples Glückshormon. Alena Buyx zeigt in ihrer Sendung, dass der Botenstoff viel mehr kann: Er wirkt als hochpräziser Steuermechanismus im Gehirn. Statt uns einfach nur glücklich zu machen, bestimmt Dopamin, wie wir lernen, Entscheidungen treffen und die Welt interpretieren. Es prägt Erwartungen und Vorhersagefehler – also die Diskrepanz zwischen dem, was wir erwarten, und dem, was tatsächlich eintritt. Genau diese Signale formen unsere Wahrnehmung, Motivation und letztlich unser Verhalten. Dabei wirkt Dopamin nicht diffus im ganzen Gehirn, sondern punktgenau in lokalen Netzwerken – wie ein präziser Laser. Dopamin steuert sowohl Annäherung als auch Vermeidung, je nach Kontext. So beeinflusst es Emotionen, soziale Entscheidungen und komplexe Lernprozesse. Dopamin ist damit mächtiger als bislang angenommen. Besonders deutlich wird die Bedeutung von Dopamin in der Medizin. In der Parkinson-Forschung zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Dopamin gilt nicht mehr nur als „Antrieb“ für Bewegung, sondern als grundlegende Voraussetzung dafür, dass Bewegung überhaupt möglich ist. Denn wenn Dopamin in den fein abgestimmten neuronalen Systemen fehlreguliert ist, führt dies neben Parkinson auch zu psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörungen, Sucht oder Schizophrenie. Die Medizin hat heute ein tieferes Verständnis des Botenstoffs und kann daraus innovative Therapien ableiten, die erstaunliche Ergebnisse versprechen. Aber auch in der Populärmedizin ist der Botenstoff im Trend: Beim „Dopamin Detox“ wird bewusst auf schnelle Reize wie Smartphones, Soziale Medien und ungesundes Essen verzichtet. Wissenschaftlich gesehen wird das Gehirn dabei nicht chemisch „entgiftet“, vielmehr werden neue Verhaltensweisen trainiert. Das Ziel: verbesserte Impulskontrolle und Konzentration. Damit wird klar: Dopamin ist kein Randphänomen des Wohlbefindens, sondern ein zentraler Baustein menschlicher Denk- und Verhaltensprozesse. Wer seine Funktionsweise versteht, bekommt tiefe Einblicke in die Mechanik des Gehirns – und neue Ansätze, um einige der größten neurologischen und psychischen Erkrankungen unserer Zeit zu behandeln. Alena Buyx geht gemeinsam mit ihren Gästen der Frage nach, wie Dopamin als unterschätzte Macht im Gehirn unser Leben bestimmt. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-Premiere Do. 24.09.2026 3sat
    • Folge 23 (60 Min.)
      Familie wurde selten so vielfältig gelebt wie heute: Patchwork, Co-Parenting oder queere Familien. Und kaum etwas prägt uns so wie Familie. Die klassische Kernfamilie gilt weiterhin als gesellschaftliches Leitbild. Sie wird von Politik und Rechtsprechung privilegiert, die sich dabei an überholten Vorstellungen orientiert. Moderne Familien definieren sich heute eher als Verantwortungsgemeinschaften. Denn Familie konstituiert sich nicht ausschließlich durch Ehe, biologische Verwandtschaft und traditionelle Rollenbilder, sondern zunehmend dort, wo Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen. Wie gut passen unsere rechtlichen Regelungen noch zu modernen Familienbildern? Wer wird benachteiligt, wenn Fürsorge und Care-Arbeit außerhalb traditioneller Familienstrukturen organisiert werden? Und welche Antworten finden andere Länder auf diese Herausforderungen? Wie wird Familie heute gelebt? Welche politischen und rechtlichen Veränderungen könnten notwendig sein? Und warum kann die Vielfalt moderner Familien auch eine Chance für mehr Zusammenhalt und gesellschaftliche Resilienz sein? Darüber diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde mit ihren Gästen. (Text: 3sat)
      Deutsche TV-Premiere Do. 08.10.2026 3sat
    • Folge 24 (60 Min.)
      Das Artensterben ist die größte Menschheitskrise. Denn ohne Vielfalt ist kein Leben auf der Erde möglich – auch nicht für den Menschen. Darüber diskutiert Alena Buyx mit ihren Gästen. Versiegelung von Flächen, intensive Landwirtschaft, Umweltgifte und der Klimawandel zerstören Ökosysteme. Doch Biodiversität braucht intakte Lebensräume. Sie ist kein Luxus, sondern die kritische Infrastruktur unseres Planeten. Doch die Zerstörung geht weiter. Nach Einschätzung des Weltbiodiversitätsrats IPBES ist Biodiversitätsverlust damit längst nicht mehr nur ein Naturschutzproblem, sondern ein systemisches Risiko für Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen und Volkswirtschaften sind von Leistungen der Natur abhängig, etwa von Wasserverfügbarkeit, fruchtbaren Böden, Rohstoffen oder Hochwasserschutz. Nur intakte Ökosysteme liefern sauberes Wasser, saubere Luft und tragen zur Regulierung von Krankheiten bei. Besonders wichtig ist die Vielfalt der Mikroorganismen im Boden. Bakterien, Pilze und andere Bodenlebewesen bauen organisches Material ab, stellen Nährstoffe bereit, speichern Kohlenstoff und ermöglichen Pflanzenwachstum. Wenn diese unsichtbare Biodiversität verloren geht, sinken Bodenfruchtbarkeit, Ernteerträge und die Widerstandsfähigkeit ganzer Ökosysteme. Welche Möglichkeiten hat die Wissenschaft, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten? Mithilfe der Synthetischen Biologie versuchen Wissenschaftler beispielsweise Organismen gezielt zu verändern, um Ökosysteme widerstandsfähiger zu machen. Neue Verfahren der Genom-Editierung ermöglichen mittlerweile Eingriffe in die DNA von Pflanzen und Tieren, um gefährdete Arten resistenter zu machen und an veränderte Bedingungen anzupassen. Lässt sich verlorene Natur technologisch ersetzen? Entstehen dadurch neue Risiken für bestehende Ökosysteme? Wie weit darf der Mensch in die Evolution eingreifen? Wird die Rettung der Artenvielfalt künftig im Labor entschieden? Welche Verantwortung tragen wir für kommende Generationen? (Text: 3sat)
      Deutsche TV-Premiere Do. 15.10.2026 3sat

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