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    • 4. Die Ötztaler Alpen
      Folge 4

      Die vierte Etappe der großen Alpenrundreise beginnt im Ötztal in Tirol. Das kleine Team um Franz Xaver Gernstl fährt im roten Bus eher ziellos durch die Dörfer. Es gibt keinen Drehplan, die drei filmischen Pfadfinder halten einfach Ausschau. Im Ort Oetz sehen sie im heimelig erleuchteten Fenster eines Bauernhauses einen alten Mann sinnierend über Fotografien sitzen. Bei laufender Kamera ans Fenster geklopft, ,,Servus!“, und schon sind sie drin im Haus. Schnell entspinnt sich ein erstaunlich vertrautes Gespräch mit dem Kunstsammler Hans Jäger. Der ehemalige Bauer erzählt seine Lebensgeschichte. Früh hat er die Liebe zur Kunst entdeckt, sich im Selbststudium weitergebildet und all sein Geld in Bilder investiert. Im Ort als ,,Spinner“ verschrien, hat er mittlerweile eine viel beachtete Sammlung von Gemälden, Fotos und Stichen aus dem Ötztal, die zeigen, wie der Tourismusboom die bäuerliche Kultur im Tal mehr und mehr auslöscht. Am nächsten Tag gehts weiter im Bergtaxi. Der abenteuerliche Weg hinauf nach Farst, der ältesten Siedlung im Ötztal, ist nur mit Allradantrieb zu befahren. Dafür winkt oben eine deftige ,,Jause“. Während die alte Bäuerin Sabina Falkner Brot bäckt, Speck, Bergkäse und Buttermilchserviert, erzählt sie von ihrer entbehrungsreichen Jugend. Bequem ist das Leben in dem abgeschiedenen Weiler immer noch nicht, ,,aber dafür haben wir ja einen wunderschönen Ausblick“, sagt sie, und ,,im Tal unten, da würde ich gleich sterben“. In Imst am Inn lernt Gernstl die kauzigen Brüder Ewald und Gerhard Casari kennen. Drei Jahre lang waren sie zusammen auf einem Fischkutter vor Grönland unterwegs. Jetzt schnitzt Gerhard Masken für die traditionelle Imster Fastnacht. Er verdient den Lebensunterhalt der beiden, während Ewald kocht und das Haus in Schuss hält. Gerhard war mal verheiratet, aber das ging nicht lange gut. ,,Wir haben schon immer alles zusammen gemacht“, sagt Ewald und nimmt seinen Bruder in den Arm. ,,Wir haben auch immer eine gemeinsame Kasse gehabt, was ihm gehört, gehört auch mir.“ In Landeck steht eine Herde von 25 Lamas auf einem Hügel. ,,Seit ich die Tiere habe, bin ich ein anderer Mensch geworden“, sagt ihr Besitzer, Josef Thöni, und schwärmt von der Intelligenz und Sanftheit der Tiere. Abends sitzt der ,,Lama-Joe“ im Stall und schaut ihnen beim Fressen zu. ,,Das beruhigt“, meint er. Zusammen mit zwei der Lamas machen sich Franz Gernstl und der Lamazüchter auf zu einer kleinen Trekking-Tour in das berühmt-berüchtigte Schnapsbrennerdorf Stanz. Dort werden Franz Gernstl und der ,,Lama-Joe“ von einigen der 68 Schnapsbrenner im Dorf nach allen Regeln der (Schnaps-)Kunst verwöhnt. In einem idyllischen kleinen Tal bei Piller im Pitztal entdeckt das Gernstl-Team eine japanisch anmutende Stein-Skulptur zwischen den Bäumen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass der ganze Wald voller Skulpturen ist. Der ,,Stein-Künstler“ Kassian Erhart hat sie rund um sein Haus platziert. Im Gegensatz zu seinen Künstlerkollegen wehrt sich Erhart mit Händen und Füßen gegen Busladungen von Urlaubern, die der Tiroler Tourismusverband gerne zu seiner Werkstatt lotsen würde. Er will keine Reklame für seine Arbeit, empfängt aber gerne jeden Besucher, der seine Kunstwerke zufällig im Wald entdeckt. (Text: Bayerisches Fernsehen)

      Deutsche Erstausstrahlung: Sa 03.01.2004 Bayerisches Fernsehen

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      Sa
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      13:15–14:00
      Fr
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