Herbe Mischung

    D / IL 2015 (A Bitter Mix, 90 Min.)
    • Komödie
    Benni (Trystan Pütter) überredet seine Freundin Zahra (Peri Baumeister) ihn nach Tel Aviv zu begleiten. – Bild: BR/​Wiedemann & Berg Television Vered Adir
    Benni (Trystan Pütter) überredet seine Freundin Zahra (Peri Baumeister) ihn nach Tel Aviv zu begleiten.

    Zahra (Peri Baumeister) und Benni (Trystan Pütter) leben in München und sind bis über beide Ohren verliebt. Eine Reise nach Israel stellt ihre Beziehung nicht nur auf den Kopf, sondern schließlich auch infrage. Denn Zahra gilt bei Bennis jüdischer Familie als „herbe Mischung“ – schließlich ist sie nicht nur keine Jüdin, sondern als Tochter eines Ägypters und einer Deutschen eine „halbe Araberin“ und eine „Schickse“… Zahra und Benni sind seit einem Jahr ein glückliches Paar. Gerade haben sie in München eine gemeinsame Wohnung bezogen. Während Benni an seiner Promotion in Botanik arbeitet, betreibt Zahra einen kleinen Teeladen. Doch als Bennis Großvater stirbt, wird das junge Glück auf eine harte Probe gestellt. Denn Benni ist Jude, seine Familie lebt in Tel Aviv. Zahra dagegen ist Tochter eines Ägypters und einer Deutschen.
    Eigentlich hat sie sich damit nie wirklich auseinandergesetzt – warum auch? Sie ist in München geboren und versteht sich als „durch und durch“ deutsch, im Geburtsort ihres Vaters war sie gerade zwei Mal, und das ist Jahrzehnte her. Doch als sie mit Benni zu der Beerdigung nach Tel Aviv reist, wird ihre Herkunft plötzlich zum Thema. Das beginnt schon damit, dass Zahra sich am Grab bekreuzigt, worauf Bennis Familie, die fest davon ausging, Zahra sei Jüdin, schockiert ist. Und Bennis Vater Ephraim erweist sich als Araberhasser, der sein Haus in eine Festung verwandelt hat. Entsprechend entscheidet das Paar, Zahras Abstammung nicht zu thematisieren. Doch ausgerechnet Bennis Tante Edna, die nie akzeptieren konnte, dass sich eine „Schickse“ ihr geliebtes „Bubbele“ geangelt hat, kommt hinter das Geheimnis.
    Von nun an lässt sie nichts unversucht, Zahra zu überführen. Derweil versucht Vater Ephraim ungelenk, sich seinem Sohn anzunähern, der vor drei Jahren im Streit die Familie verließ. Schließlich gerät auch die Beziehung zwischen Zahra und Benni in eine Krise. Mit „Herbe Mischung“ inszenierte Dror Zahavi eine pointierte Culture-Clash-Komödie, die zugleich en miniature den Nahost-Konflikt beinhaltet. Der Regisseur ist geradezu prädestiniert für eine solche zwischen den Kulturen angesiedelte Geschichte. Der 1959 in Tel Aviv geborene Zahavi war 1982 in die ehemalige DDR übergesiedelt, wo er sein Regiestudium an der HFF „Konrad Wolf“ absolvierte. Sein Abschlussfilm „Alexander Penn – Ich will sein in allem“ wurde 1988 für den Studenten-Oscar nominiert.
    Im Anschluss arbeitete Zahavi in Israel als Filmkritiker, bevor er nach der Wende endgültig nach Berlin zurückkehrte und für das deutsche Fernsehen arbeitete, wo er neben Beiträgen für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ auch preisgekrönte Fernsehfilme wie „Kehrtwende“ und „Zivilcourage“ inszenierte. Seinen ersten Kinospielfilm „Alles für meinen Vater“ realisierte Zahavi als deutsch-israelische Koproduktion. Schon hier widmete er sich dem politischen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Mit dem in BR-Koproduktion entstandenen und vor Ort in München und Tel Aviv gedrehten Fernsehfilm „Herbe Mischung“ greift er das Thema wieder auf, großartig gespielt von Peri Baumeister und Trystan Pütter.
    Der charmante Hauptdarsteller übernahm zuletzt in Maren Ades weltweitem Erfolg „Toni Erdmann“ eine Rolle, während Peri Baumeister in verschiedenen Produktionen wie etwa der Literaturverfilmung „Feuchtgebiete“ (2013) und „Unsere Zeit ist jetzt“ (2016) zu sehen war. „Der Film des israelischen Regisseurs bedient sich zwar einiger Klischees und viel Klezmer, spricht aber dennoch einige wichtige Themen der israelischen Gesellschaft an. Etwa den ständigen „Paranoia-Zustand“ des Landes und das nationalistische und rassistische Denken einiger Israelis. Dank komischer Missverständnisse wird der Film nicht zu ernst, bleibt aber bis zum Schluss spannend. Letztendlich zeigt Zahavis „Herbe Mischung“ sogar, was für eine Lösung des Nahostkonflikts auf jeden Fall gebraucht wird: Toleranz, Selbstkritik und etwas Humor.“ (Jüdische Allgemeine, 26.10.2015) (Text: BR Fernsehen)

    Deutsche TV-Premiere04.11.2015Das Erste

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    Mi 04.11.2015
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    20:15–

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