Frauen verstehen

    D 2014 (88 Min.)
    • Liebesfilm
    • Komödie
    Paul (Henry Hübchen) sitzt mal wieder auf der Straße und weiß nicht, wohin. – Bild: MDR/​Degeto/​Conny Klein
    Paul (Henry Hübchen) sitzt mal wieder auf der Straße und weiß nicht, wohin.

    Beim Scheidungsanwalt überrascht Paul seine Noch-Ehefrau Marlene mit einer unerwarteten Forderung. Seit langem leben beide nicht mehr zusammen, ihr Trennungsjahr aber ist nirgends dokumentiert. Und nun besteht Paul darauf, dies in den kommenden zwölf Monaten nachzuholen. Früher wird Marlene ihren ungeliebten Mann nicht los, und die Heiratspläne mit ihrem neuen Freund Alexander liegen damit erst einmal auf Eis. Um die Sache zu beschleunigen, zieht Marlene wieder in die gemeinsame Wohnung zu Paul. Der Rosenkrieg kann beginnen. In dieser herzerfrischenden Ehekomödie fliegen die Fetzen. Henry Hübchen als liebenswürdiger Hallodri und Senta Berger, die Grande Dame des deutschen Kinos, schenken sich nichts – können am Ende aber nur gewinnen. Das Geschirr ist zertrümmert, der Lampenschirm zerbrochen, der Vorhang heruntergerissen.
    Das Verhältnis zwischen Marlene (Senta Berger) und ihrem Noch-Ehemann Paul (Henry Hübchen) scheint am Ende. Tatsächlich aber haben die beiden sich seit langem nicht mehr so gut verstanden – und aus lauter Übermut gerade ihren Polterabend nachgeholt. Darüber wundert Marlene sich am allermeisten, denn ihr Plan war eigentlich ein ganz anderer: Die Versicherungsmaklerin will sich von ihrem leichtlebigen Gemahl scheiden lassen, der sie in den zurückliegenden 30 Ehejahren permanent betrogen hat. Der ersehnte Schlussstrich wäre mit der Veräußerung ihrer gemeinsamen Berliner Wohnung gezogen. Doch leider ist Paul hier gerade wieder eingezogen, weil eine seiner Geliebten ihn rausgeschmissen hat.
    Verkauf und Scheidung – das geht ihm zu schnell, also stellt er sich beim Anwaltstermin quer: Marlene hat die Trennung von Tisch und Bett nie dokumentiert, und auch die Exfreundinnen wollen nicht bezeugen, dass der Frauenheld bei ihnen wohnte: Folglich besteht Paul im Einklang mit dem Gesetz auf einem offiziellen Trennungsjahr. Marlene kocht vor Wut, denn nun muss sie die geplante Heirat mit ihrem Freund Alexander (Michael Roll) zwölf Monate aufschieben. Es sei denn, Paul würde schon früher einlenken. Um ihm die Hölle heiß zu machen, zieht auch Marlene wieder in die gemeinsame Wohnung. Die (un-)freiwillige Ehe-WG entwickelt sich jedoch anders als erwartet. Scheiden tut weh: In dieser Beziehungskomödie müssen die Rosenkrieger zur Rettung ihrer Ehe erst einmal alles kurz und klein hauen.
    Dabei zeigt Senta Berger als leidgeprüfte Gattin, dass sie kräftig austeilen kann, derweil Henry Hübchen sich auf unnachahmliche Weise vom Weiberhelden zum Frauenversteher mausert. Aykut Kayacik, Michael Hanemann und Ludger Pistor schieben als Pauls Boule-Partner nicht nur eine ruhige Kugel. Und als professioneller Beziehungsexperte muss Michael Roll einiges dazulernen. In ihrem pointenreichen Drehbuch bürsten Maria Solrun und Martina Mouchot altbekannte Rollenklischees vergnüglich gegen den Strich. Jörg Grünler inszenierte die kurzweiligen Szenen einer Ehe in Berlin. (Text: ARD)

    Deutsche TV-Premiere05.09.2014Das ErsteDeutscher Kinostart05.09.2014

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