Feuer unter Deck

    DDR 1977
    Spielfilm (92 Min.)
    Freundin Caramba (Renate Krößner), Leiterin eines Restaurants, hat es satt, immer auf den Dickschädel Kapitän Otto Scheidel (Manfred Krug) Rücksicht zu nehmen. – Bild: MDR/Progress
    Freundin Caramba (Renate Krößner), Leiterin eines Restaurants, hat es satt, immer auf den Dickschädel Kapitän Otto Scheidel (Manfred Krug) Rücksicht zu nehmen. – Bild: MDR/Progress
    Kapitän Otto Scheidel liebt seinen alten Elbe-Raddampfer wie Freundin Caramba gleichermaßen. Sie aber hat es satt, den Mann mit dem Schiff zu teilen und gibt ihm den Laufpass. Wenig später verliert Otto auch den Dampfer. Er wird außer Dienst gesetzt und zum schwimmenden Restaurant umgebaut, in dem ausgerechnet Caramba die Chefin wird. Schwer zu verkraften für einen gestandenen Mann. Kapitän Otto Scheidels (Manfred Krug) Liebe gehört gleichermaßen einem alten Raddampfer namens „Jennissei“ und der hübschen Kellnerin Carola Schneider, genannt Caramba (Renate Krößner). Aber Carola hat es satt, den Mann mit dem Schiff zu teilen und gibt ihrem Otto mit Caramba den Laufpass. Kaum hat sich dieser von dem unerwarteten Schlag erholt, kommt der nächste: Sein Raddampfer, der letzte seiner Art, wird außer Dienst gestellt. Nun hat der arme Otto weder Frau noch Schiff. In einem tollkühnen Handstreich kapern er und seine ehemalige Mannschaft ihren alten, inzwischen umgebauten Dampfer, um unter großem persönlichen Einsatz zwei Lastkähne von einem unfreiwilligen Sandbankaufenthalt zu befreien. Dabei kommt es zu handfesten Reibereien zwischen Kapitän Otto und Caramba, die inzwischen Chefin des nun schwimmenden Restaurants wurde und ihr „Heiligtum“ beim harten Havarieeinsatz in die Brüche gehen sieht. Doch dieser Piratenstreich des Kapitäns a.D. führt ihn nicht nur zur Einsicht, sondern auch wieder zu der Frau, die Caramba heißt. Herrmann Zschoche inszenierte diesen originellen Film u.a. an Originalschauplätzen in Dresden. In Renate Krößner fand er für den schnoddrigen, dickschädeligen Scheidel-Krug den gleichwertigen eigenwilligen Widerpart, der ihm nichts schuldig bleibt. In „Manfred Krug. Seine Filme – sein Leben“ (1993) erinnert sich Zschoche: „Soweit ich seine (Manfred Krugs) Filme kenne, war die Krößner eigentlich die erste, die ihm Paroli bot, auch was das Tempo anbelangt. Da gab es ganz verrückte Szenen, und die haben sich gegenseitig gesteigert. Das Ganze kriegte dann ein enormes Tempo. Manfred Krug sah das kommen und sagte zu ihr: ‚Du wirst dich noch wundern, das muss ja alles noch synchronisiert werden! Du wirst dich nicht mehr einkriegen.‘ Und so war es dann auch: die Krößner kam ganz schön ins Schwitzen und Krug sagte nur: ‚Siehste!‘“. Der Film sollte im Juni 1977 ins Kino kommen, da Manfred Krug vier Monate vorher seinen Ausreiseantrag gestellt hatte, waren die Mächtigen vergnatzt: Die Premiere wurde bis auf Weiteres storniert. Erst über zwei Jahre nach seiner Fertigstellung erschien die Komödie ohne größeres Aufsehen im DDR-Fernsehen, 1982 im Kino. „Feuer unter Deck“ ist der einzige Kinofilm in der gesamten DEFA-Geschichte, zu dem in der DDR keine Kritik erscheinen durfte. Mit dem „Tatort: Tod vor Scharnhörn“ am 8.2., um 22:05 Uhr beendet das MDR FERNSEHEN die Retrospektive von Filmen mit Manfred Krug, der am 8. Februar 80 Jahre alt geworden wäre. (Text: mdr)
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