Der Baum

    F/AUS/D/I 2010 (L’Arbre)
    Familienfilm/Drama (96 Min.)
    Die Kinder Simone (Morgana Davies, Mitte), Lou (Tom Russell) und Charlie (Gabriel Gotting, re. unten) und ihr Lieblingsspielplatz: der Baum – Bild: ARD Degeto/Baruch Rafic/Les Films du Poisson/Taylor Media
    Die Kinder Simone (Morgana Davies, Mitte), Lou (Tom Russell) und Charlie (Gabriel Gotting, re. unten) und ihr Lieblingsspielplatz: der Baum – Bild: ARD Degeto/Baruch Rafic/Les Films du Poisson/Taylor Media
    Dawn O’Neill führt ein glückliches Familienleben auf einer Farm im australischen Outback. Als ihr geliebter Mann Peter einen Herzanfall erleidet und stirbt, steht die junge Mutter plötzlich mit ihren vier Kindern alleine da. Nach Wut und Trauer über den Schicksalsschlag folgt bei ihr eine tiefe Lethargie. Nichts ist mehr, wie es war. Neuen Mut gibt ihr die Vorstellung der achtjährigen Simone, dass der Geist des Vaters im riesigen Feigenbaum weiterlebt, der wie ein Beschützer ihr Haus überragt. Bei leichtem Wind hört das Mädchen ihren Daddy über die wispernden Blätter zu ihr sprechen. Simone und ihren Geschwistern hilft der tröstliche Gedanke seiner Gegenwart, einen besseren Umgang mit dem schrecklichen Verlust zu finden. Für Dawn geht es endlich aufwärts, als sie einen Bürojob bei dem örtlichen Installateur George anfängt. Auch das private Interesse ihres gutmütigen Chefs tut nach vielen durchweinten Nächten gut. Unterdessen entwickelt der Baum ein seltsames Eigenleben: Er greift das Fundament des Haues an, verstopft Wasserleitungen und dringt mit seinen Ästen selbst in Dawns Schlafzimmer ein. Aus dem Seelsorger wird immer mehr eine Bedrohung für die Familie. Als George den Baum fällen möchte, steht der Familie eine schwere Entscheidung bevor. Die französische Regisseurin Julie Bertucelli erlernte ihr Handwerk bei renommierten Kollegen wie Krystof Kieslowski und Bertrand Tavernier. Nach dem Bestseller „Our Father Who Art in a Tree“ von Judy Pascoe drehte sie in Australien eine sensible Familiengeschichte über Liebe, Verlust, Trauer und Zusammenhalt – voller Gefühl, aber ohne Kitsch. Charlotte Gainsbourg („Antichrist“, „Nymphomaniac“) überzeugt als alleinerziehende Witwe; Marton Csokas spielt den neuen Mann in ihrem Leben, der ein mysteriöses Aufbegehren des Baumes auslöst. Das märchenhaft anmutende Familiendrama feierte Premiere beim Filmfestival in Cannes und war für drei Césars nominiert. (Text: rbb)
    Deutsche TV-Premiere: 02.10.2013 arte
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