Das Leben ist ein Bauernhof

    D 2012 (90 Min.)
    • Familie
    • Komödie
    Hannes Stolz (Heio von Stetten) und sein Bruder Bernhard (Dominic Raacke, re.) lassen ihre gemeinsame Jugend wieder aufleben. – Bild: ORF
    Hannes Stolz (Heio von Stetten) und sein Bruder Bernhard (Dominic Raacke, re.) lassen ihre gemeinsame Jugend wieder aufleben.

    Bernhard und Hannes Stolz sind zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während der eine als erfolgreicher Gewürzhändler ein luxuriöses Leben führt, hat sich der andere für eine asketische Existenz als Mönch entschieden. Die Beerdigung ihrer Schwester führt sie nach vielen Jahren gegenseitiger Funkstille wieder zusammen – und zurück in ihren Heimatort, ein Dorf in der bayerischen Provinz. Hier kämpft ihre mittlerweile 17-jährige Nichte Katharina, die beiden völlig fremd ist, nach dem Tod der Mutter um ihre Existenz: Denn der Bauernhof, auf dem einst auch Bernhard und Hannes aufwuchsen, steht mit 300.000 Euro in der Kreide und soll zwangsversteigert werden. – Mit Geschick und Gottvertrauen bringen Dominic Raacke und Heio von Stetten ihr brachliegendes Familienleben auf Vordermann.
    Villa, Segelboot, guter Job, hübsche junge Freundin – der Gewürzhändler Bernhard Stolz führt ein Leben, über das er sich eigentlich nicht beklagen kann. Gerade kommt er von einer Geschäftsreise aus Übersee zurück, da reißt ihn ein Anruf aus der Selbstzufriedenheit: Seine Schwester Marlies, die er seit zwölf Jahren nicht gesehen hat, ist verstorben. Die Bestattung findet in der bayerischen Heimat statt. Bernhard macht sich sofort auf den Weg von Hamburg nach Süddeutschland. Unterwegs holt er seinen Bruder Hannes ab, der einst seinem tiefen christlichen Glauben folgte und nun als Mönch in einem Kloster lebt. Seit damals ist der Kontakt zwischen den beiden Männern abgebrochen, und schnell wird klar, dass ihre persönlichen Weltsichten völlig verschieden sind.
    Doch schon bald werden Bernhard und Hannes gezwungen, sich zusammenzuraufen: Auf der Beerdigung lernen sie ihre gemeinsame Nichte Katharina kennen, die nun ohne Mutter, aber mit einem großen Bauernhof dasteht: dem ländlichen Anwesen, auf dem auch ihre Onkel die Kindheit verbrachten. So keimen bereits bei der Ankunft in Bernhard und Hannes längst vergessen geglaubte Gefühle auf, aber die Vernunft siegt über die Nostalgie: Bernhard legt Katharina nahe, das Gut zu verkaufen. Mit dem Geschäftsmann Alois Hirsegger, dessen Sohn Franz ein Auge auf Katharina geworfen hat, wäre bereits ein Interessent gefunden. Die trotzige 17-Jährige weiß selbst, dass sie mit der Hofarbeit und gleichzeitiger Vorbereitung auf das Abitur überfordert ist, will aber von einem Verkauf nichts wissen.
    So scheint für Bernhard und Hannes an dieser Stelle alles erledigt zu sein, doch in beiden regt sich das Verantwortungsgefühl. Erst recht, als sie feststellen müssen, dass der elterliche Bauernhof bei der Bank mit 300.000 Euro hoffnungslos überschuldet ist und Katharina niemals in der Lage wäre, dieses Geld alleine aufzutreiben. Die Zwangsversteigerung droht. Es muss schnell etwas getan werden – und die beiden heimgekehrten Brüder machen sich ans Werk. – Eine Familienzusammenführung der besonderen Art steht im Mittelpunkt dieser liebenswerten, von einem melancholischen Hauch durchzogenen Komödie.
    Mit Gefühl und behutsamem Humor zeichnet Regisseur und Drehbuchautor Thomas Kronthaler das Porträt einst miteinander verbundener Menschen, die sich durch individuelle Lebensentscheidungen entfremdet haben und den Sinn für echte Gemeinschaft erst wieder neu erarbeiten müssen. Dabei jongliert der Film spielerisch mit den Gegensätzen von Stadt, Land und Persönlichkeiten und weiß die herzlich-deftige Atmosphäre seines bayerischen Landidylls gekonnt ins Bild zu setzen. Mit Dominic Raacke und Heio von Stetten führen zwei ebenso respektierte wie einnehmende Hauptdarsteller das sympathische Ensemble an. (Text: hr-fernsehen)

    Deutsche TV-Premiere25.05.2012Das Erste

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