1. Hauptsache lecker
Folge 1Was ist uns Genuss heute wert? Wann wird Essen zum Luxus – und wo beginnt eigentlich das Besondere? Die „ZDF.reportage: Essen – Hauptsache lecker“ nimmt das Publikum mit in eine Welt zwischen Sterneküche, Edel-Kebab und Luxus-Cocktails – und trifft Menschen, für die Geschmack mehr ist als ein Produkt: nämlich Haltung, Handwerk und Hingabe. Im Zwei-Sterne-Restaurant Vendôme in Bensberg arbeitet der 34-jährige Küchenchef Dennis Kuckuck daran, jeden Abend absolute Perfektion auf den Teller zu bringen. Ein Menü kostet hier mehrere Hundert Euro pro Person – entsprechend hoch ist der Anspruch.Jeder Griff muss sitzen, jeder Teller wirkt wie ein Kunstwerk. „Der Druck ist hoch. Jeden Tag bist du in einem Champions-League-Endspiel. Du bist im Finale“, sagt Kuckuck. Während in der Küche mit Pipette und Pinzette gearbeitet wird, bereitet sich Auszubildende Anna-Lena Klare auf einen Abend vor, an dem kein Fehler passieren darf. „Die Zufriedenheit der Gäste steht über allem. Das ist quasi die Aufgabe am Abend“, sagt sie. Denn wer hier speist, erwartet nicht weniger als Spitzenleistung. Ein paar Hundert Kilometer weiter in München serviert Unternehmer Cihan Anadologlu einen der teuersten Kebabs Deutschlands: ein 35-Euro-Sandwich mit Wagyu-Rind aus Japan. Luxus als Fastfood – Marketing oder kulinarische Vision? Für Anadologlu ist es vor allem Respekt vor dem Produkt: „Das ist kein Stück Fleisch, das man liegen lässt und sich dann um andere Sachen kümmert. Es hat den Respekt verdient.“ Einige Gäste sparen für den besonderen Biss, andere teilen sich das Edel-Sandwich – und alle stellen sich dieselbe Frage: Schmeckt man den Unterschied? In Köln kreiert Volker Seibert in seiner vielfach ausgezeichneten Bar Cocktails, die zum Teil im dreistelligen Preisbereich liegen – serviert in Gold, Porzellan oder glitzernden Inszenierungen. Auch hier geht es um weit mehr als ein Getränk: um Präzision, Dramaturgie und die Suche nach dem perfekten Moment. Die „ZDF.reportage“ begleitet Menschen, die für Qualität alles geben – und Gäste, die bereit sind, für Genuss tief in die Tasche zu greifen. Ein Film über Exklusivität, Leidenschaft und die Frage, warum wir uns manchmal etwas ganz Besonderes gönnen wollen. „Essen – Hauptsache lecker“ ist Teil der dreiteiligen „ZDF.reportage“-Reihe „Essen XXL“. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 04.04.2026 ZDF 2. Hauptsache satt
Folge 2Steigende Lebensmittelpreise sind nicht nur für Rentner und Empfänger von Bürgergeld ein Problem. Auch Menschen aus der Mittelschicht müssen beim Einkauf inzwischen genau rechnen. Von Juni 2020 bis Juni 2025 sind die Preise für Lebensmittel laut Verbraucherpreisindex um insgesamt 33 Prozent gestiegen. Obwohl sich die Lage bei Lieferketten und Energiekosten inzwischen etwas entspannt hat, erhöhen sich die Lebensmittelpreise weiter. Mit akademischem Abschluss und zwei Einkommen gehört Familie Pflaum aus Aachen eigentlich zur Mittelschicht. Aber für eine Familie mit fünf Kindern ist nicht nur die Wohnung teuer, sondern eben auch der Wocheneinkauf.„Was bei uns täglich auf den Tisch kommt, bestimmen die Rabattangebote der Discounter und der Schrebergarten“, so Friederike Pflaum. Weitere Low-budget-Strategien: günstige Ware in Mengen kaufen zum Einfrieren und eine App, über die sie sehen, welche Geschäfte kurz vor Feierabend noch Lebensmittel besonders preiswert anbieten. Doch der Blick auf die Kontoauszüge zeigt: Die tägliche Versorgung einer Großfamilie ist eine echte Herausforderung. Wenn gar nichts mehr geht, bleibt für viele Berliner nur der Weg in die Suppenküche Franziskanerkloster im Stadtteil Pankow. Hier versorgt Küchenchef Thorsten Horstmann täglich rund 200 Menschen mit einer warmen Mahlzeit. „Wie viele Menschen genau kommen, wissen wir vorher nie. Wir kochen täglich zweimal 70 Liter Suppe, damit garantiert alle satt werden.“ Die Suppenküche ist vollständig spendenfinanziert. Horstmann arbeitet mit den Zutaten, die er aus Gastronomie und Lebensmitteleinzelhandel bekommt, kauft nur gelegentlich etwas dazu. Dennoch bekommen sie hier meistens alle satt. Der Imbiss „Alte Tanke“ von Nicole Dams im brandenburgischen Rhinow ist Kult. Hier gibt es täglich günstige Snacks und Mittagessen. Kein Schnickschnack, sondern Hausmannskost in ordentlichen Portionen für Handwerker, Lkw-Fahrer, Stammkunden aus der Umgebung. Seit 2020 musste auch Nicole Dams die Preise erhöhen, aber nur so viel wie zwingend nötig: „Viele meiner Kunden könnten sich das Essen nicht mehr leisten, wenn ich es teurer mache.“ Um die Preise halten zu können, achtet Nicole besonders darauf, alle Lebensmittel zu verwerten, beim Großhändler einzukaufen und täglich nur zwei Mittagsgerichte anzubieten. Eine „ZDF.reportage“ über den Kampf für wenig Geld satt zu werden. Die dreiteilige „ZDF.reportage“-Reihe „Essen XXL“ wird samstags um 17:35 Uhr gesendet. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 11.04.2026 ZDF 3. Hauptsache viel
Folge 3Wenn Deutschland Hunger hat, wird groß gedacht: Berge von Lebensmitteln, Tausende Portionen – die „ZDF.reportage“ zeigt, wie Großküchen täglich Höchstleistungen bringen. Ob Kantine, Knastküche oder Restaurant: Jeden Tag werden hierzulande Millionen Mahlzeiten produziert. Die Reportage blickt hinter die Kulissen von Großküchen und XXL-Gastronomie – von Eintopf über Pekingente bis hin zum Monsterburger. „Zu Hause denkste klein, hier denkste groß“, sagt Küchenchef Christian Neumeier der Audi-Betriebskantine.Dort werden täglich bis zu 11.000 Mahlzeiten für 40.000 Mitarbeiter zubereitet. „Bei so vielen Gerichten muss man organisiert und routiniert sein, sonst geht es schief.“ Riesige Dampfgarer, Grillstationen und KI-gestützte Planung sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft. Der Renner bleibt die Currywurst – an manchen Tagen gehen 280 Pizzen in zwei Stunden über den Tresen. Auch in der Justizvollzugsanstalt Aachen ist die Küche das Herzstück. Für 720 Gefangene wird täglich gekocht – sparsam und nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Die Messer werden am Ende alle abgezählt“, erklärt Roland Suchart, Justizvollzugsbeamter und Küchenaufsicht. Er arbeitet seit 17 Jahren in der JVA-Küche und weiß genau, wie Knastküche geht. Scharfe Gewürze wie Chili und Pfeffer sind streng kontrolliert, denn sie könnten zur Waffe werden. Deshalb dürfen sie nur im Beisein der Küchenaufsicht und der Vollzugsbeamten verwendet werden. Doch Gewürze müssen sein, denn oberster Priorität ist: Hauptsache es schmeckt den Inhaftierten. Denn: „Mit dem Essen steht und fällt die Stimmung im Knast. Wenn da was nicht schmeckt, merkt man das auf den Gefängnisfluren“, weiß der Leiter der JVA Dr. Jörg-Uwe Schäfer. Ganz anders in Berlin: Gastronom René Dost setzt auf Monsterportionen. „Ich habe XXL-Essen erfunden“, sagt der 57-Jährige. In seinen sieben Restaurants gibt es zwei Kilo Schnitzel, 4,4-Kilo-Burger und meterlange Currywürste. „Im Notfall lässt man die Beilagen liegen, sonst schafft man es nicht.“ In Hamburg wiederum dreht sich alles um Authentizität. Quiyi Chen betreibt eines der größten chinesischen À-la-carte-Restaurants Deutschlands. „Wir versuchen, die chinesische Küche möglichst authentisch zu kochen.“ Im „Yu Garden“ bereiten acht Köche bis zu 300 Gerichte am Abend zu, darunter die berühmte Pekingente – fast 4000 Mal pro Jahr. Die „ZDF.reportage“ zeigt, wie XXL-Küchen funktionieren, welche Herausforderungen dahinterstecken und warum gutes Essen manchmal einfach groß sein muss. Letzte Folge der „ZDF.rportage: Essen – Hauptsache viel“ (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Do. 02.04.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 18.04.2026 ZDF
