2026 (Folge 213⁠–⁠226)

  • Folge 213 (15 Min.)
    Bild: ZDF
    Bilge Asar, 23, hat das Downsyndrom und absolviert eine inklusive Schauspielausbildung an der Freien Bühne München. Mit Leichter Sprache und Sprechtraining arbeitet sie auf ihren Traumberuf hin. Die 23jährige Münchnerin probt Szenen für Bühne und Kamera, trainiert Tanz, Improvisation und Bühnenkampf. Zuhause spricht sie Deutsch und Türkisch, zusätzlich lernt sie Englisch und Spanisch. In der Logopädie arbeitet sie an Aussprache und Selbstvertrauen. Bilge Asar will Schauspielerin werden. Die 23-Jährige steht an der Freien Bühne München auf der Probebühne, lernt Texte, Timing und Präsenz vor der Kamera. Szenen für einen Kurzfilm werden wiederholt, Zungenbrecher geübt, „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“, sagt sie. Als Ausgleich steht Bühnenkampf und Fitness im Stundenplan. Die Dozentinnen und Dozenten verwenden im Unterricht die „klare Sprache“: Kurze Sätze, viele Wiederholungen. Immer wieder nachfragen, ob alles verstanden wurde. Bilge Asar hat das Downsyndrom. „Andere trauen mir vieles nicht zu. Aber ich kann viel.“ Sie liest, schreibt und spricht. Gleichzeitig weiß sie: „Sprechen geht, aber ich brauche Unterstützung.“ In der Ausbildung wird mit klarer, Leichter Sprache gearbeitet. Komplexe Begriffe werden erklärt, Inhalte strukturiert vermittelt. Das schafft Zugang – nicht nur für sie. Seit ihrer Kindheit begleitet die Logopädin Ruth Seebauer Bilge Asars Sprachentwicklung. „Früher als Kind war sie ganz still“, sagt Ruth Seebauer. Heute nimmt Bilge Korrekturen an, arbeitet an ihrer Aussprache, an Betonung, an Atmung. Auch zuhause spielt Sprache eine große Rolle. Die Familie spricht Deutsch und Türkisch. „Wir haben sie früher unterschätzt“, sagt ihre Mutter rückblickend. Vor der Kamera wirkt Bilge Asar konzentriert und präsent. Sie hat bereits in Werkstätten gearbeitet, im Café oder in einer Montagegruppe. „Da habe ich mich oft gelangweilt.“ Auf der Bühne erlebt sie etwas anderes: „Ich habe hier viel Selbstvertrauen gelernt.“ Eine richtige Schauspielerin zu werden sei schwer, sagt sie. „Aber ich werde das schaffen.“ (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 05.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 23.05.2026 ZDF
  • Folge 214 (15 Min.)
    Alles okay – Beyza lebt mit vier Prothesen an Armen und Beinen.
    2018 verändert eine schwere Meningokokken-Infektion mit Sepsis Beyzas Leben radikal. Was als harmlose Erkältung beginnt, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Notfall. Die damals 21-Jährige wird für zwei Wochen ins künstliche Koma versetzt. Als sie wieder aufwacht, ist nichts mehr wie zuvor: Drei Herzinfarkte, ein Herzstillstand und multiples Organversagen haben ihr Leben für immer verändert. Beyza verliert beide Unterarme und Unterschenkel – muss alles von Grund auf neu lernen. Beyza lernt mit ihren Prothesen umzugehen, ihren Alltag neu zu organisieren und Schritt für Schritt ihre Selbstständigkeit zurückzugewinnen: wie beim Bedienen ihres Smartphones, beim Sport, beim Ausprobieren neuer Looks oder bei gemeinsamen Aktivitäten mit ihrer Schwester. Vieles, was anfangs unmöglich scheint, wird für sie wieder Teil des Lebens. „Ich hatte schwere Tage, ich habe aber trotzdem versucht zu denken, am Ende wird es irgendwie gut. Diese innere Arbeit ist schwieriger als das ganze Drum und Dran“, beschreibt Beyza ihren Weg. „Man lernt plötzlich: Was ist Selbstliebe und Selbstakzeptanz? Und wie gehe ich damit um?“ Die heute 28-Jährige entscheidet sich bewusst dafür, ihre Behinderung öffentlich zu zeigen. Auf Instagram und TikTok spricht sie offen über ihren Alltag, über Vorurteile und über den Umgang mit Prothesen, zeigt aber auch, dass sie mehr ist als Behinderung und eine ganz „normale“ junge Frau. Allein auf Instagram folgen ihr bereits über 160.000 Menschen. „Es war jetzt nicht meine Absicht, bekannt zu werden oder Follower zu kriegen. Es ging hauptsächlich nur um mich, damit ich mich so akzeptiere und ja nicht verstecke. Ich habe einfach versucht, normal weiterzuleben.“ Heute hat sie sich und ihre Prothesen akzeptiert, versucht mehr im Hier und Jetzt zu leben. Anderen Betroffenen rät sie: „Du musst nicht immer stark sein, mach langsam, stress dicht nicht, mache einfach weiter. Das hört sich alles viel einfacher an, als es ist, aber es wird mit der Zeit einfacher.“ (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 30.05.2026 ZDF
  • Folge 215 (15 Min.)
    Shopping, fast wie früher: Gerade beim Shoppen ist Lea (r.) froh über die Alternative zum Rollstuhl.
    Stehen und gehen – das war für Lea lange Zeit nicht möglich. Im Rollstuhl erlebte sie oft mitleidige Blicke. Heute nutzt Lea Habekost im Alltag ein Exoskelett. Das Exoskelett ermöglicht es der 25-Jährigen aus dem Rollstuhl aufzustehen und zu laufen. Seit sie anderen Menschen wieder auf Augenhöhe begegnen kann, fühlt sich Lea selbstständiger, weniger auf ihre Behinderung reduziert. Bewegung war für Lea immer selbstverständlich. Als Kind und Jugendliche mag sie nie lange stillsitzen, fährt Gokart, geht zum Leistungsschwimmen. Doch 2019, nach einer Routineoperation am Fuß kommt es zu einer Entzündung, die aufsteigt und ihre Nerven schädigt. Seitdem kann sie ihre Beine nicht mehr bewegen, nutzt stattdessen einen Rollstuhl. „Ich komme mit dem Rollstuhl gut zurecht. Aber mein Bewegungsradius ist verglichen mit früher deutlich eingeschränkt. Und von anderen werde ich vor allem als behinderte Person wahrgenommen.“ Ihren Beruf als OP-Assistentin kann Lea nicht mehr ausüben, auch im Privaten zieht sie sich häufig zurück. Ende 2024 ändert sich Leas Leben erneut komplett: Auf einer Fachmesse sieht sie ein Exoskelett. Dieses Hightech-Hilfsmittel aus Motoren und Sensoren ermöglicht es Patienten wie ihr, wieder zu stehen, zu gehen, sogar Treppen zu steigen. Die Erweiterung ihres Bewegungsradius durch das Exoskelett – etwa selbst in ein oberes Regal greifen zu können oder Schaufenster aus derselben Höhe wie andere wahrzunehmen – ist für sie wie ein Geschenk. „Das Exoskelett ermöglicht mir Unternehmungen und Aktivitäten im Alltag, die ich vorher ausschließen musst. Von anderen Menschen werde ich als „normalere“ Person wahrgenommen.“ Leas Wunsch: Eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob jemand eine Behinderung hat oder wie er sich fortbewegt. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 06.06.2026 ZDF
  • Folge 216 (15 Min.)
    Philipp wird ohne rechten Unterarm geboren. Seit er drei Jahre alt ist, trägt er eine Prothese. Mit Blicken, Fragen und Zweifeln anderer umzugehen, hat er von Kindheit an gelernt. Die Skepsis von außen wird für Philipp zum inneren Antrieb – egal ob beim Sport oder im beruflichen Kontext. Sein Motto: „Einfach machen, könnte ja geil werden.“ Mit dieser positiven Grundhaltung ist Philipp weit gekommen. Der heute 37-Jährige ist ausgebildeter Tauchlehrer, startete bei Kite-Wettkämpfen und hat seit rund einem Jahr auch den Pilotenschein. Besonders das Fliegen ist für ihn mehr als ein Hobby: Es ist das Gefühl von endloser Freiheit, wo alles möglich zu sein scheint. Für ihn ein wahrhaft „befreiendes“ Gefühl, denn früher fühlte sich der heute 37-Jährige oft auf seinen fehlenden Arm reduziert. Dabei schränkt ihn dieser Umstand in keiner Weise ein. „Ich trage eine Prothese, aber ich bin nicht behindert. Hindern tun mich nur diejenigen, die denken, ich könnte nichts.“ 2017 gründet Philipp ein eigenes Unternehmen für Prothesenschäfte. Sein Vorteil: Er kennt die Bedürfnisse seiner Kundinnen und Kunden aus eigener Erfahrung. Wo Prothesen drücken, welche Anpassungen im Alltag funktionieren und welche nicht – das muss man ihm nicht lange erklären. Seine Kundschaft schätzt diese besondere Expertise. Und auch im Privaten hat Philipp sein Glück gefunden. Seit sechs Jahren sind er und seine Lebensgefährtin ein Paar. Die Prothese war für Dana nie ein Thema: „Philipp managt den Alltag wie alle anderen auch. Und für unsere Tochter ist die Prothese sowieso völlig normal.“ Der Geburt ihres zweiten Kindes im Sommer schauen sie deshalb völlig gelassen entgegen. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 26.05.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 13.06.2026 ZDF
  • Folge 217 (15 Min.)
    Jona Reckers: Gründer und Berater für Menschen mit Behinderung
    Behindert sein und ein Start-up gründen? Für Jona Reckers war das kein Widerspruch – im Gegenteil. Er ist das Risiko bewusst eingegangen und hat seinen Traumjob gefunden. Nach einem Unfall ist Jona Reckers auf den Rollstuhl angewiesen. Immer wieder erlebt er, wie mühsam es ist, notwendige Hilfsmittel und finanzielle Unterstützung bewilligt zu bekommen. Genau aus diesen frustrierenden Erfahrungen mit der Bürokratie entsteht schließlich seine Geschäftsidee. Jona Reckers ist erst 17, als ihn ein einziger unbedachter Moment aus seinem gewohnten Leben reißt. Er läuft mit Freunden über einen Güterbahnhof, als er einem vorbeifahrenden Zug zu nahekommt. Dabei wird er von einem sogenannten Lichtbogen getroffen – einer extrem heißen elektrischen Entladung, bei der Strom durch die Luft überspringt. Die enorme Hitze und Energie schleudern ihn zu Boden. Jona erleidet schwerste Verbrennungen, schwebt in Lebensgefahr und wird ins künstliche Koma versetzt. Als er wieder aufwacht, ist nichts mehr wie zuvor: Er ist querschnittsgelähmt. „Mein erster Gedanke war: Jetzt ist alles vorbei.“ Doch Jona sieht auch das Positive. „Ich habe eine zweite Chance bekommen und aus der will ich das Beste machen.“ In einem Rehazentrum lernt er Ray Baafi kennen, der ist ähnlich wie Jona nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt. Auch er muss sich als Neu-Rollstuhlfahrer durch den Antragsdschungel kämpfen und das in einer Zeit, in der man eigentlich alle Kraft für seine neue Lebenssituation braucht. Aus diesen Erfahrungen entsteht eine gemeinsame Idee: das Start-up HelpYuu. Jona Reckers und Ray Baafi beraten Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 zu ihren Ansprüchen auf finanzielle Leistungen und notwendige Hilfsmittel. Darüber hinaus begleiten sie ihre Kundinnen und Kunden durch den gesamten Antragsprozess. Teile dieser Unterstützung werden inzwischen sogar von Pflegekassen übernommen. Zwei Jahre nach der Gründung hat sich HelpYuu etabliert. Für Jona Reckers steht fest, dass er seinen beruflichen Weg gefunden hat: „Ich mache jetzt eine Arbeit, die mich erfüllt. Ich kann Menschen helfen, die in der gleichen Situation sind wie ich.“ Ursprünglich wollte er Betriebswirtschaft studieren, doch zugunsten seines Unternehmens hat er das Studium aufgegeben – und damit bewusst den Schritt in ein erfüllendes Berufsleben gemacht. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 16.06.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 20.06.2026 ZDF
  • Folge 218 (15 Min.)
    Anna Hörster hat sich mit der Herstellung medizinischer Hilfsmittel für Ernährungssonden, Blasenkatheter und Ports selbständig gemacht.
    Anna Hörster hat das Ehlers-Danlos-Syndrom, eine schwere chronische Erkrankung. Dennoch hat sie sich ihren Traum von beruflicher Selbständigkeit erfüllt. Anna stellt in Eigenregie medizinische Hilfsmittel zum Beispiel Drainage Cover her und verkauft sie über ihren Onlineshop. Außerdem nutzt sie die sozialen Medien, um sich für Inklusion und gegen Ausgrenzung einzusetzen. Anna Hörster lebt von klein auf mit starken Bauchschmerzen, Probleme mit ihrem Rücken und der Schulter kommen hinzu. Erst 2021 erhält sie die Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom. Eine sehr seltene, erblich bedingte Erkrankung des Bindegewebes mit zahlreichen Unterformen, die verschiedene Organe betreffen können. Bei Anna macht sich die Erkrankung sehr vielfältig bemerkbar, unter anderem, in dem immer wieder ihre Gelenke auskugeln oder verkeilen und sie das Gefühl hat, sie kann ihre Muskeln nicht mehr ansteuern. Daher ist sie bei längeren Strecken auf ihren Rollstuhl angewiesen. Seit 2022 muss sie sich aufgrund ihrer Magen-Darmlähmung größtenteils künstlich über Sonden und Pots ernähren. Beruflich wollte Anna schon immer selbstständig sein. So kam ihr die Idee, medizinische Produkte, die sie selbst im Alltag benötigt, schöner zu gestalten. Sie sollen nicht mehr kalt und steril aussehen, sondern freundlich und warm – einfach schön. So begann sie Hilfsmittel wie Hüllen aus schönen, bunten Stoffen für Ernährungssonden, Blasenkatheter und intravenöse Katheter zu entwerfen und selbst zu fertigen. Das soll Betroffenen zu einem positiveren Umgang mit ihrer Erkrankung helfen, den Alltag mit Schläuchen, Infusionsbeutel & Co.angenehmer machen. Die Idee kommt an: Inzwischen bestellen immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen die bunten Hilfsmittel in ihrem Onlineshop, der nach und nach weiterwächst. Ebenso ist Anna auf Social Media aktiv, setzt sich als Influencerin für Inklusion und gegen Benachteiligung von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen ein. Sie will auch Menschen, denen man ihre Erkrankung oder Behinderung nicht ansieht, zu mehr Akzeptanz verhelfen, sie sichtbarer machen. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 16.06.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ZDF
  • Folge 219 (15 Min.)
    Gazi Senlik hat eine starke Sehbehinderung und ist nahezu blind. Auf dem normalen Arbeitsmarkt sieht er für sich kaum Chancen. Also nimmt er sein Leben selbst in die Hand. Senlik kauft ein Taxiunternehmen und übernimmt die Geschäftsführung. Unterstützung bekommt er vor allem von seiner Familie. Senlik baut sich ein Team auf, dem er voll vertrauen kann. Seine Mitarbeitenden werden zu seinen Augen. Heute beschäftigt er bereits mehr als 30 Personen. Schon als Kind verbringt Gazi jede freie Minute auf dem Fußballplatz. Seine große Leidenschaft: Torwart. Doch irgendwann merkt er, dass er die Bälle nicht mehr rechtzeitig erkennt. Sein Sehvermögen verschlechtert sich zunehmend. Die Diagnose der Ärzte: Retinitis pigmentosa – eine seltene, erblich bedingte Netzhauterkrankung, die das Augenlicht Schritt für Schritt zerstört. Auch sein jüngerer Bruder Alper ist betroffen. Für Gazi bricht zunächst eine Welt zusammen. Lange versucht er, seine Sehprobleme zu verbergen. Zunächst arbeitet Senlik in der Gastronomie, später beginnt er eine Ausbildung bei einem Autoteilehändler. Von seiner Sehbehinderung erzählt er dort nichts. Er will kein Mitleid, sondern als ganz normaler Kollege wahrgenommen werden. Doch sein Arbeitstempo gilt als zu langsam. Zahlen und Buchstaben auf Reifen kann er oft nicht schnell genug erkennen. „Mein Ausbilder dachte, ich würde ständig Pause machen“, erinnert sich Gazi. Schließlich verliert er seine Ausbildungsstelle. Doch Aufgeben kommt für ihn nicht infrage. Anfang 20 sucht er nach einer Möglichkeit, selbstständig Geld zu verdienen und später eine Familie zu ernähren. Also steigt er ins Taxigeschäft ein. „In den ersten Jahren habe ich von morgens bis abends gearbeitet. Selbst nachts habe ich nur an Taxis gedacht“, erzählt er. Zunächst wirft das Unternehmen nicht viel ab, seine Frau Elif ist Altenpflegerin und sorgt für das Familieneinkommen. Heute laufen die Geschäfte so gut, dass Gazi problemlos für seine Familie sorgen kann. Gazi Senlik hat gelernt zu seiner Sehbehinderung zu stehen. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 ZDF
  • Folge 220 (15 Min.)
    Endrik Schmid (11) macht Urlaub im Lausitzer Seenland und mag besonders Stand-Up Paddeln am Senftenberger See.
    Ein fehlender Unterschenkel ist für Endrik (11) kein Hindernis. Der Pirnaer verbringt mit seinen Eltern ein aktives Wochenende an der Lausitzer Seenplatte und erkundet barrierefreie Angebote. Das Seenland zwischen Dresden und Berlin ist eine junge Urlaubsregion, die aus gefluteten Tagebauen entsteht. Mit verschiedenen Hilfsmitteln erkundet Endrik die Bergbaufolgelandschaft per Rad, beim Stand-up-Paddeln und auf Entdeckertour eines echten Stahlkolosses. Obwohl Endrik dank Prothesen fast jede Sportart – von Fußball über Skifahren bis hin zum Segeln – ausübt, schätzt die Familie das barrierefreie Angebot der Region. Im Familienpark Senftenberger See nutzt sie einen speziell ausgestatteten Bungalow. Der Badestrand dort verfügt über einen barrierefreien Strandzugang und Strandkörbe für Rollifahrer. Außerdem haben sich die Schmids viel vorgenommen: Eine Radtour zum Leuchtturm am Geierswalder See steht auf dem Programm genauso wie Strandzeit mit Stand-up-Paddeln und eine Hausboottour. Ein besonderes Highlight ist der Besuch des „Liegenden Eiffelturms“ – das Besucherbergwerk F60. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 ZDF
  • Folge 221 (15 Min.)
    Büsra Tutkunkardes (38) im Stall des Reiterhofs Grüneberg in Brandenburg
    Rollstuhlfahrerin Büsra (38) hat schon viel erlebt, doch auf einem Pferd saß sie noch nie. Auf einem barrierefreien Hof in Brandenburg hat sie ihre erste Reitstunde. Gemeinsam mit einer Reisegruppe der „Lebenshilfe Wilhelmshaven e.V.“ erlebt Büsra eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig Mut macht und unterstützt. Beim Kochen, Spazieren und im Austausch entstehen Momente, die verbinden und lange in Erinnerung bleiben. Der Film zeigt, dass Barrierefreiheit mehr ist als Infrastruktur: Eine spezielle Hebevorrichtung ermöglicht Büsra den Zugang zum Therapiepferd. In Beobachtungen und Gesprächen entsteht ein differenziertes Bild von Teilhabe und Gemeinschaft. Der Alltag auf dem Hof – vom gemeinsamen Kochen bis zum Umgang mit den Tieren – wird dabei ebenso sichtbar wie die individuellen Herausforderungen der Teilnehmenden. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 ZDF
  • Folge 222 (15 Min.)
    Bilal Kir im Südblock, einem Veranstaltungsort in Kreuzberg. Hier trifft er Freunde und Weggefährten der Community.
    Bilal Kir lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Der Berliner mit türkischen Wurzeln bewegt sich zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und passt in keine Schublade. Aufgewachsen in Kreuzberg, berät Bilal Kir seit mehr als zwanzig Jahren Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. Zuhause lebt er mit seinem schwerbehinderten Pflegesohn Ali. Er organisiert mit mehreren Assistenzen einen ungewöhnlichen Familienalltag. Bilal Kir kennt das Gefühl, von anderen auf ein einziges Merkmal reduziert zu werden. „Für die einen bin ich der Türke und für die anderen bin ich der Behinderte“, sagt er. Dabei prägen sein Leben viele verschiedene Erfahrungen gleichzeitig. Bilal Kir ist Berliner, Sohn türkischer Eltern, gläubiger Muslim, Peer-Berater, Pflegevater und lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Aufgewachsen ist Bilal Kir rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Bis heute fühlt er sich dem Stadtteil verbunden. „Hier trifft sich die Community und ich habe noch viele Freunde und Verwandte“, sagt er. Seinen persönlichen Erfahrungen hat er zum Beruf gemacht: Seit mehr als zwanzig Jahren berät er als Peer-Berater Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. „Ich komme aus der gleichen Kultur und weiß, welche Knöpfe ich wann drücken muss und welche nicht.“ Auch über schwierige Themen spricht der 46-jährige Berliner offen. Lange beschäftigte ihn die Frage, wo er dazugehört. „Ich hatte mehrere Identitätskrisen“, erzählt er. In Teilen der muslimischen Community erlebt er bis heute Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung. Manche Familien schämen sich aus Angst vor dem Urteil anderer. Bilal Kir hält dagegen. Für ihn sind Behinderung, Glaube, Herkunft und gesellschaftliche Teilhabe kein Widerspruch. So kam er auch zu seinem Pflegesohn Ali. Bilal Kir sollte ursprünglich dessen Familie beraten und verhindern, dass der schwerbehinderte Junge in einer Einrichtung untergebracht wird. Der Junge kann weder sprechen noch alleine essen und benötigt rund um die Uhr Unterstützung. Als sich keine Lösung fand, traf Bilal Kir eine ungewöhnliche Entscheidung. „Dann habe ich zu den Eltern gesagt: Wir finden eh nichts, dann nehme ich ihn auf.“ Seitdem lebt Ali bei ihm, unterstützt von wechselnden Assistenzen. Und vielleicht wird aus Pflegevater und Pflegesohn bald auch ganz offiziell Vater und Sohn. „Mein Plan für die Zukunft: Ich möchte Ali adoptieren“, sagt Bilal Kir. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 ZDF
  • Folge 223 (15 Min.)
    Kitesurfen von Gehörlosen für Gehörlose. Patrick Bauer bietet Kitesurfkurse in Gebärdensprache an.
    Weltweit eine Seltenheit: Patrick Bauer ist gehörlos und gibt auf Rügen Kitesurf-Kurse in Gebärdensprache – als Muttersprachler motiviert er Menschen mit Hörbehinderung für den Sport. Der Kölner IT-Berater wurde 2019 im Surfparadies zwischen Rügen und Hiddensee ausgebildet, vom Anfänger zum zertifizierten Lehrer in nur sechs Monaten. Seitdem gibt Patrick im Juni und September Kurse und übernahm 2024 die Kitesurf-Schule, in der er gelernt hat. Nun gibt er seine Leidenschaft und sein Wissen auch Pauline und Tamara weiter. Er bringt in wenigen Tagen den Anfängerinnen die Grundlagen bei und weil Kommunikation auf dem Wasser unverzichtbar ist, hat Patrick einige Gebärdenvokabeln neu entwickelt. Dafür überträgt die englischen Begriffe vom Kitesurfen in deutsche Gebärdensprache (DGS), denn was viele nicht wissen: auch die Gebärdensprachen unterscheiden sich von Land zu Land. Aber Patrick kann noch mehr Brücken schlagen: als Gebärden-Muttersprachler, der dank eines speziellen Hörgeräts die Lautsprache beherrscht, richtet sich sein Angebot auch an schwerhörige Menschen und er bietet ein Wassersportcamp für Taubblinde an. (Text: ZDF)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathekDeutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 ZDF
  • Folge 224 (15 Min.)
    Abbas Yalahow erblindete als 16j-Jähriger durch einen Granatsplitter in seiner Heimatstadt Mogadischu.
    Durch eine Bombenexplosion in Mogadischu verlor Abbas Yalahow sein Augenlicht. Heute lebt er in Berlin und nutzt seine Erfahrungen, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Weihrauch aus Somalia, Tandemausflüge in Berlin und ein selbstbestimmter Alltag voller Eigeninitiative: Abbas Yalahow hat sich nach Jahren der Unsicherheit ein neues Leben aufgebaut. Heute verbindet er seine Wurzeln in Ostafrika mit seinem Leben in Deutschland. Abbas Yalahow war sechzehn, als eine Explosion in seiner Heimatstadt Mogadischu sein Leben jäh veränderte. Er wurde schwer verletzt und lag mehrere Tage ohne medizinische Hilfe im Krankenhaus. In Somalia gibt es für Menschen mit Behinderung kaum Unterstützung. Sie werden gesellschaftlich geächtet, als Belastung für die Familie angesehen, manchmal sogar getötet. Gemeinsam mit seiner Schwester entschloss er sich deshalb zur Flucht. „Ich kam in ein völlig neues Land mit einer neuen Kultur, einem neuen Klima und einer Sprache, die ich noch nicht konnte“, erinnert sich Abbas Yalahow an seine Ankunft in Deutschland. Inzwischen spricht er perfekt Deutsch, hat eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und sich in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Über einen Internetshop verkauft er Weihrauch und Myrrhe aus Somalia. Die Produkte stammen aus seiner Herkunftsregion: „Sie erinnern mich an meine Kindheit“, so Abbas Yalahow. Abbas Yalahow engagiert sich aber nicht nur für sich selbst. Als der Begleitservice für Menschen mit Behinderung – ein Angebot des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) – vor dem Aus stand, setzte sich Abbas Yalahow öffentlich für dessen Erhalt ein. Für viele blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet das Angebot Mobilität und Unabhängigkeit im Alltag. „Hier habe ich als deutscher Bürger die Möglichkeit, mich einzusetzen – und ich nutze meine Stimme!“ Bis heute erlebt Abbas Ablehnung – wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Blindheit. „Ich erlebe oft doppelte Diskriminierung“, sagt er. Trotzdem richtet er seinen Blick nach vorn, und er wünscht sich für die Zukunft ein Zusammenleben auf Augenhöhe. „Jeder soll die Chance bekommen, seine Träume zu verwirklichen.“ (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 ZDF
  • Folge 225 (10 Min.)
    Inklusionsbotschafter Alhassane Baldé in seiner Wahlheimat Nürnberg
    Alhassane Baldé kam als Kind aus Guinea nach Deutschland. Heute arbeitet der Rollstuhlfahrer als Berater, Unternehmer und Inklusionsbotschafter und setzt sich für Vielfalt und Teilhabe ein. Der Ex-Profisportler startete als einer der jüngsten deutschen Rennrollstuhlfahrer bei mehreren Paralympics. Heute arbeitet er als Berater für den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und unterstützt mit seiner Agentur behinderte Athleten bei der Sponsorensuche. „Viele sehen vielleicht die Hautfarbe oder auch meinen Rollstuhl als Problem oder Hürde. Ich sehe das nicht so.“ Dabei war sein Start ins Leben alles andere als ideal. Weil die Zwillingsschwangerschaft der Mutter nicht erkannt wurde, kam es unter der Geburt zu Komplikationen. So entstand die Querschnittslähmung. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Alhassane Baldé ohne Rollstuhl und ohne medizinische Unterstützung in Guinea. Mit fünf Jahren kam er nach Deutschland und wurde von seinem Onkel und dessen deutscher Frau adoptiert. „Sie wurden für mich zu meinen Eltern.“ Früh entdeckte Alhassane Baldé den Rennrollstuhlsport. Aus kindlichem Spaß an der Geschwindigkeit wurde Leistungssport auf höchstem Niveau. Alhassane Baldé startete bei drei Paralympischen Spielen und gehörte über viele Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Rennrollstuhlfahrern. „Der Sport hat meinen Horizont erweitert“, sagt er. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport helfen ihm bis heute: Ziele setzen, Rückschläge aushalten, weitermachen. Parallel zur Sportlerkarriere studierte er und arbeitet heute als Berater des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit. Sichtbarkeit sei wichtig, sagt er: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte in Chefetagen arbeiten.“ Auch privat kennt er Situationen, in denen Menschen ihn auf Hautfarbe oder Rollstuhl reduzieren. Rassismus und Vorurteile erlebt er bis heute. Gleichzeitig beschreibt Baldé Deutschland als den Ort, an dem er seine Chancen bekommen hat: „Darum möchte ich anderen Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte Mut machen und zeigen, was möglich ist!“ Die Verbindung zu Guinea ist geblieben – durch Familie, Erinnerungen und seinen Zwillingsbruder. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF
  • Folge 226 (15 Min.)
    Arthur Hackenthal setzt sich dafür ein, dass es mehr digitale Angebote für Menschen mit Behinderung gibt, die den Alltag verständlicher und zugänglicher machen. Der 27-jährige Arthur Hackenthal hat das Downsyndrom und entwickelt beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS digitale Angebote mit, die Barrieren abbauen und Menschen mit Lernschwierigkeiten mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Arthur Hackenthal engagiert sich für digitale Teilhabe und Inklusion. Beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS entwickelt und testet er digitale Lösungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Aktuell arbeitet er am Projekt AInfach – einem Lernprogramm, das Menschen mit Lernschwierigkeiten KI- und Medienkompetenzen vermittelt. Arthur Hackenthal war bereits am Vorgängerprojekt VerAInfacher beteiligt – einer KI-gestützten Anwendung, die hilft, komplexe Texte zu verstehen. Früher hat Arthur gar nicht gelesen – heute helfen ihm digitale Werkzeuge wie dieses dabei, Inhalte zu nutzen, die ihn interessieren. Der 27-Jährige ist auch Mitgründer des Berliner Stammtischs PoliTisch leicht. Dort sprechen junge Menschen mit Lernschwierigkeiten einmal im Monat in Leichter Sprache über Politik und aktuelle Themen. Der Film zeigt, wie technologische Innovation echte Teilhabe ermöglicht – wenn Menschen mit Behinderung von Anfang an mit entwickeln. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 22.08.2026 ZDF

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