2026 (Folge 218–237)
Anna Dorina Hörster: Ich mach mein Ding
Folge 218 (15 Min.)
Anna Hörster hat sich mit der Herstellung medizinischer Hilfsmittel für Ernährungssonden, Blasenkatheter und Ports selbständig gemacht.Bild: ZDF und thomas_eidamAnna Hörster hat das Ehlers-Danlos-Syndrom, eine schwere chronische Erkrankung. Dennoch hat sie sich ihren Traum von beruflicher Selbständigkeit erfüllt. Anna stellt in Eigenregie medizinische Hilfsmittel zum Beispiel Drainage Cover her und verkauft sie über ihren Onlineshop. Außerdem nutzt sie die sozialen Medien, um sich für Inklusion und gegen Ausgrenzung einzusetzen. Anna Hörster lebt von klein auf mit starken Bauchschmerzen, Probleme mit ihrem Rücken und der Schulter kommen hinzu. Erst 2021 erhält sie die Diagnose Ehlers-Danlos-Syndrom.Eine sehr seltene, erblich bedingte Erkrankung des Bindegewebes mit zahlreichen Unterformen, die verschiedene Organe betreffen können. Bei Anna macht sich die Erkrankung sehr vielfältig bemerkbar, unter anderem, in dem immer wieder ihre Gelenke auskugeln oder verkeilen und sie das Gefühl hat, sie kann ihre Muskeln nicht mehr ansteuern. Daher ist sie bei längeren Strecken auf ihren Rollstuhl angewiesen. Seit 2022 muss sie sich aufgrund ihrer Magen-Darmlähmung größtenteils künstlich über Sonden und Pots ernähren. Beruflich wollte Anna schon immer selbstständig sein. So kam ihr die Idee, medizinische Produkte, die sie selbst im Alltag benötigt, schöner zu gestalten. Sie sollen nicht mehr kalt und steril aussehen, sondern freundlich und warm – einfach schön. So begann sie Hilfsmittel wie Hüllen aus schönen, bunten Stoffen für Ernährungssonden, Blasenkatheter und intravenöse Katheter zu entwerfen und selbst zu fertigen. Das soll Betroffenen zu einem positiveren Umgang mit ihrer Erkrankung helfen, den Alltag mit Schläuchen, Infusionsbeutel & Co.angenehmer machen. Die Idee kommt an: Inzwischen bestellen immer mehr Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen die bunten Hilfsmittel in ihrem Onlineshop, der nach und nach weiterwächst. Ebenso ist Anna auf Social Media aktiv, setzt sich als Influencerin für Inklusion und gegen Benachteiligung von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen ein. Sie will auch Menschen, denen man ihre Erkrankung oder Behinderung nicht ansieht, zu mehr Akzeptanz verhelfen, sie sichtbarer machen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 16.06.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 ZDF Gazi Senlik: Sehen, was möglich ist
Folge 219 (15 Min.)Gazi Senlik hat eine starke Sehbehinderung und ist nahezu blind. Auf dem normalen Arbeitsmarkt sieht er für sich kaum Chancen. Also nimmt er sein Leben selbst in die Hand. Senlik kauft ein Taxiunternehmen und übernimmt die Geschäftsführung. Unterstützung bekommt er vor allem von seiner Familie. Senlik baut sich ein Team auf, dem er voll vertrauen kann. Seine Mitarbeitenden werden zu seinen Augen. Heute beschäftigt er bereits mehr als 30 Personen. Schon als Kind verbringt Gazi jede freie Minute auf dem Fußballplatz.Seine große Leidenschaft: Torwart. Doch irgendwann merkt er, dass er die Bälle nicht mehr rechtzeitig erkennt. Sein Sehvermögen verschlechtert sich zunehmend. Die Diagnose der Ärzte: Retinitis pigmentosa – eine seltene, erblich bedingte Netzhauterkrankung, die das Augenlicht Schritt für Schritt zerstört. Auch sein jüngerer Bruder Alper ist betroffen. Für Gazi bricht zunächst eine Welt zusammen. Lange versucht er, seine Sehprobleme zu verbergen. Zunächst arbeitet Senlik in der Gastronomie, später beginnt er eine Ausbildung bei einem Autoteilehändler. Von seiner Sehbehinderung erzählt er dort nichts. Er will kein Mitleid, sondern als ganz normaler Kollege wahrgenommen werden. Doch sein Arbeitstempo gilt als zu langsam. Zahlen und Buchstaben auf Reifen kann er oft nicht schnell genug erkennen. „Mein Ausbilder dachte, ich würde ständig Pause machen“, erinnert sich Gazi. Schließlich verliert er seine Ausbildungsstelle. Doch Aufgeben kommt für ihn nicht infrage. Anfang 20 sucht er nach einer Möglichkeit, selbstständig Geld zu verdienen und später eine Familie zu ernähren. Also steigt er ins Taxigeschäft ein. „In den ersten Jahren habe ich von morgens bis abends gearbeitet. Selbst nachts habe ich nur an Taxis gedacht“, erzählt er. Zunächst wirft das Unternehmen nicht viel ab, seine Frau Elif ist Altenpflegerin und sorgt für das Familieneinkommen. Heute laufen die Geschäfte so gut, dass Gazi problemlos für seine Familie sorgen kann. Gazi Senlik hat gelernt zu seiner Sehbehinderung zu stehen. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 ZDF Endrik macht Urlaub im Lausitzer Seenland
Folge 220 (15 Min.)Endrik Schmid (11) macht Urlaub im Lausitzer Seenland und mag besonders Stand-Up Paddeln am Senftenberger See.Bild: ZDFEin fehlender Unterschenkel ist für Endrik (11) kein Hindernis. Der Pirnaer verbringt mit seinen Eltern ein aktives Wochenende an der Lausitzer Seenplatte und erkundet barrierefreie Angebote. Das Seenland zwischen Dresden und Berlin ist eine junge Urlaubsregion, die aus gefluteten Tagebauen entsteht. Mit verschiedenen Hilfsmitteln erkundet Endrik die Bergbaufolgelandschaft per Rad, beim Stand-up-Paddeln und auf Entdeckertour eines echten Stahlkolosses. Obwohl Endrik dank Prothesen fast jede Sportart – von Fußball über Skifahren bis hin zum Segeln – ausübt, schätzt die Familie das barrierefreie Angebot der Region.Im Familienpark Senftenberger See nutzt sie einen speziell ausgestatteten Bungalow. Der Badestrand dort verfügt über einen barrierefreien Strandzugang und Strandkörbe für Rollifahrer. Außerdem haben sich die Schmids viel vorgenommen: Eine Radtour zum Leuchtturm am Geierswalder See steht auf dem Programm genauso wie Strandzeit mit Stand-up-Paddeln und eine Hausboottour. Ein besonderes Highlight ist der Besuch des „Liegenden Eiffelturms“ – das Besucherbergwerk F60. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 ZDF Büsra Tutkunkardes: Urlaub auf dem Reiterhof
Folge 221 (15 Min.)Büsra Tutkunkardes (38) im Stall des Reiterhofs Grüneberg in BrandenburgBild: ZDFRollstuhlfahrerin Büsra (38) hat schon viel erlebt, doch auf einem Pferd saß sie noch nie. Auf einem barrierefreien Hof in Brandenburg hat sie ihre erste Reitstunde. Gemeinsam mit einer Reisegruppe der „Lebenshilfe Wilhelmshaven e.V.“ erlebt Büsra eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig Mut macht und unterstützt. Beim Kochen, Spazieren und im Austausch entstehen Momente, die verbinden und lange in Erinnerung bleiben. Der Film zeigt, dass Barrierefreiheit mehr ist als Infrastruktur: Eine spezielle Hebevorrichtung ermöglicht Büsra den Zugang zum Therapiepferd. In Beobachtungen und Gesprächen entsteht ein differenziertes Bild von Teilhabe und Gemeinschaft. Der Alltag auf dem Hof – vom gemeinsamen Kochen bis zum Umgang mit den Tieren – wird dabei ebenso sichtbar wie die individuellen Herausforderungen der Teilnehmenden. (Text: ZDF)Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 18.07.2026 ZDF Bilal Kir: Ich passe in keine Schublade
Folge 222 (15 Min.)Bilal Kir im Südblock, einem Veranstaltungsort in Kreuzberg. Hier trifft er Freunde und Weggefährten der Community.Bild: Martin Langner / ZDFBilal Kir lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Der Berliner mit türkischen Wurzeln bewegt sich zwischen unterschiedlichen Lebenswelten und passt in keine Schublade. Aufgewachsen in Kreuzberg, berät Bilal Kir seit mehr als zwanzig Jahren Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. Zuhause lebt er mit seinem schwerbehinderten Pflegesohn Ali. Er organisiert mit mehreren Assistenzen einen ungewöhnlichen Familienalltag. Bilal Kir kennt das Gefühl, von anderen auf ein einziges Merkmal reduziert zu werden. „Für die einen bin ich der Türke und für die anderen bin ich der Behinderte“, sagt er.Dabei prägen sein Leben viele verschiedene Erfahrungen gleichzeitig. Bilal Kir ist Berliner, Sohn türkischer Eltern, gläubiger Muslim, Peer-Berater, Pflegevater und lebt seit seinem 15. Lebensjahr mit Multipler Sklerose. Aufgewachsen ist Bilal Kir rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg. Bis heute fühlt er sich dem Stadtteil verbunden. „Hier trifft sich die Community und ich habe noch viele Freunde und Verwandte“, sagt er. Seinen persönlichen Erfahrungen hat er zum Beruf gemacht: Seit mehr als zwanzig Jahren berät er als Peer-Berater Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte. „Ich komme aus der gleichen Kultur und weiß, welche Knöpfe ich wann drücken muss und welche nicht.“ Auch über schwierige Themen spricht der 46-jährige Berliner offen. Lange beschäftigte ihn die Frage, wo er dazugehört. „Ich hatte mehrere Identitätskrisen“, erzählt er. In Teilen der muslimischen Community erlebt er bis heute Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung. Manche Familien schämen sich aus Angst vor dem Urteil anderer. Bilal Kir hält dagegen. Für ihn sind Behinderung, Glaube, Herkunft und gesellschaftliche Teilhabe kein Widerspruch. So kam er auch zu seinem Pflegesohn Ali. Bilal Kir sollte ursprünglich dessen Familie beraten und verhindern, dass der schwerbehinderte Junge in einer Einrichtung untergebracht wird. Der Junge kann weder sprechen noch alleine essen und benötigt rund um die Uhr Unterstützung. Als sich keine Lösung fand, traf Bilal Kir eine ungewöhnliche Entscheidung. „Dann habe ich zu den Eltern gesagt: Wir finden eh nichts, dann nehme ich ihn auf.“ Seitdem lebt Ali bei ihm, unterstützt von wechselnden Assistenzen. Und vielleicht wird aus Pflegevater und Pflegesohn bald auch ganz offiziell Vater und Sohn. „Mein Plan für die Zukunft: Ich möchte Ali adoptieren“, sagt Bilal Kir. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 28.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 01.08.2026 ZDF Patrick Bauer: Kitesurfen für Gehörlose
Folge 223 (15 Min.)Kitesurfen von Gehörlosen für Gehörlose. Patrick Bauer bietet Kitesurfkurse in Gebärdensprache an.Bild: ZDFWeltweit eine Seltenheit: Patrick Bauer ist gehörlos und gibt auf Rügen Kitesurf-Kurse in Gebärdensprache – als Muttersprachler motiviert er Menschen mit Hörbehinderung für den Sport. Der Kölner IT-Berater wurde 2019 im Surfparadies zwischen Rügen und Hiddensee ausgebildet, vom Anfänger zum zertifizierten Lehrer in nur sechs Monaten. Seitdem gibt Patrick im Juni und September Kurse und übernahm 2024 die Kitesurf-Schule, in der er gelernt hat. Nun gibt er seine Leidenschaft und sein Wissen auch Pauline und Tamara weiter. Er bringt in wenigen Tagen den Anfängerinnen die Grundlagen bei und weil Kommunikation auf dem Wasser unverzichtbar ist, hat Patrick einige Gebärdenvokabeln neu entwickelt.Dafür überträgt die englischen Begriffe vom Kitesurfen in deutsche Gebärdensprache (DGS), denn was viele nicht wissen: auch die Gebärdensprachen unterscheiden sich von Land zu Land. Aber Patrick kann noch mehr Brücken schlagen: als Gebärden-Muttersprachler, der dank eines speziellen Hörgeräts die Lautsprache beherrscht, richtet sich sein Angebot auch an schwerhörige Menschen und er bietet ein Wassersportcamp für Taubblinde an. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 07.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Di. 04.08.2026 ZDF Abbas Yalahow: Ich gehe meinen Weg
Folge 224 (15 Min.)Abbas Yalahow erblindete als 16j-Jähriger durch einen Granatsplitter in seiner Heimatstadt Mogadischu.Bild: Martin Langner / ZDFDurch eine Bombenexplosion in Mogadischu verlor Abbas Yalahow sein Augenlicht. Heute lebt er in Berlin und nutzt seine Erfahrungen, um Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Weihrauch aus Somalia, Tandemausflüge in Berlin und ein selbstbestimmter Alltag voller Eigeninitiative: Abbas Yalahow hat sich nach Jahren der Unsicherheit ein neues Leben aufgebaut. Heute verbindet er seine Wurzeln in Ostafrika mit seinem Leben in Deutschland. Abbas Yalahow war sechzehn, als eine Explosion in seiner Heimatstadt Mogadischu sein Leben jäh veränderte.Er wurde schwer verletzt und lag mehrere Tage ohne medizinische Hilfe im Krankenhaus. In Somalia gibt es für Menschen mit Behinderung kaum Unterstützung. Sie werden gesellschaftlich geächtet, als Belastung für die Familie angesehen, manchmal sogar getötet. Gemeinsam mit seiner Schwester entschloss er sich deshalb zur Flucht. „Ich kam in ein völlig neues Land mit einer neuen Kultur, einem neuen Klima und einer Sprache, die ich noch nicht konnte“, erinnert sich Abbas Yalahow an seine Ankunft in Deutschland. Inzwischen spricht er perfekt Deutsch, hat eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und sich in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Über einen Internetshop verkauft er Weihrauch und Myrrhe aus Somalia. Die Produkte stammen aus seiner Herkunftsregion: „Sie erinnern mich an meine Kindheit“, so Abbas Yalahow. Abbas Yalahow engagiert sich aber nicht nur für sich selbst. Als der Begleitservice für Menschen mit Behinderung – ein Angebot des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) – vor dem Aus stand, setzte sich Abbas Yalahow öffentlich für dessen Erhalt ein. Für viele blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet das Angebot Mobilität und Unabhängigkeit im Alltag. „Hier habe ich als deutscher Bürger die Möglichkeit, mich einzusetzen – und ich nutze meine Stimme!“ Bis heute erlebt Abbas Ablehnung – wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder seiner Blindheit. „Ich erlebe oft doppelte Diskriminierung“, sagt er. Trotzdem richtet er seinen Blick nach vorn, und er wünscht sich für die Zukunft ein Zusammenleben auf Augenhöhe. „Jeder soll die Chance bekommen, seine Träume zu verwirklichen.“ (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 28.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 08.08.2026 ZDF Alhassane Balde: Ich habe meinen Platz gefunden
Folge 225 (10 Min.)Inklusionsbotschafter Alhassane Baldé in seiner Wahlheimat NürnbergBild: ZDF und Martin LangnerAlhassane Baldé kam als Kind aus Guinea nach Deutschland. Heute arbeitet der Rollstuhlfahrer als Berater, Unternehmer und Inklusionsbotschafter und setzt sich für Vielfalt und Teilhabe ein. Der Ex-Profisportler startete als einer der jüngsten deutschen Rennrollstuhlfahrer bei mehreren Paralympics. Heute arbeitet er als Berater für den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit und unterstützt mit seiner Agentur behinderte Athleten bei der Sponsorensuche. „Viele sehen vielleicht die Hautfarbe oder auch meinen Rollstuhl als Problem oder Hürde.Ich sehe das nicht so.“ Dabei war sein Start ins Leben alles andere als ideal. Weil die Zwillingsschwangerschaft der Mutter nicht erkannt wurde, kam es unter der Geburt zu Komplikationen. So entstand die Querschnittslähmung. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Alhassane Baldé ohne Rollstuhl und ohne medizinische Unterstützung in Guinea. Mit fünf Jahren kam er nach Deutschland und wurde von seinem Onkel und dessen deutscher Frau adoptiert. „Sie wurden für mich zu meinen Eltern.“ Früh entdeckte Alhassane Baldé den Rennrollstuhlsport. Aus kindlichem Spaß an der Geschwindigkeit wurde Leistungssport auf höchstem Niveau. Alhassane Baldé startete bei drei Paralympischen Spielen und gehörte über viele Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Rennrollstuhlfahrern. „Der Sport hat meinen Horizont erweitert“, sagt er. Die Erfahrungen aus dem Leistungssport helfen ihm bis heute: Ziele setzen, Rückschläge aushalten, weitermachen. Parallel zur Sportlerkarriere studierte er und arbeitet heute als Berater des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit. Sichtbarkeit sei wichtig, sagt er: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte in Chefetagen arbeiten.“ Auch privat kennt er Situationen, in denen Menschen ihn auf Hautfarbe oder Rollstuhl reduzieren. Rassismus und Vorurteile erlebt er bis heute. Gleichzeitig beschreibt Baldé Deutschland als den Ort, an dem er seine Chancen bekommen hat: „Darum möchte ich anderen Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte Mut machen und zeigen, was möglich ist!“ Die Verbindung zu Guinea ist geblieben – durch Familie, Erinnerungen und seinen Zwillingsbruder. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 28.07.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 15.08.2026 ZDF Arthur Hackenthal: KI für Alle
Folge 226 (15 Min.)Arthur Hackenthal setzt sich für digitale Teilhabe ein.Bild: ZDFArthur Hackenthal setzt sich dafür ein, dass es mehr digitale Angebote für Menschen mit Behinderung gibt, die den Alltag verständlicher und zugänglicher machen. Der 27-jährige Arthur Hackenthal hat das Downsyndrom und entwickelt beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS digitale Angebote mit, die Barrieren abbauen und Menschen mit Lernschwierigkeiten mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen. Arthur Hackenthal engagiert sich für digitale Teilhabe und Inklusion. Beim Berliner Sozialunternehmen KOPF, HAND und FUSS entwickelt und testet er digitale Lösungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten.Aktuell arbeitet er am Projekt AInfach – einem Lernprogramm, das Menschen mit Lernschwierigkeiten KI- und Medienkompetenzen vermittelt. Arthur Hackenthal war bereits am Vorgängerprojekt VerAInfacher beteiligt – einer KI-gestützten Anwendung, die hilft, komplexe Texte zu verstehen. Früher hat Arthur gar nicht gelesen – heute helfen ihm digitale Werkzeuge wie dieses dabei, Inhalte zu nutzen, die ihn interessieren. Der 27-Jährige ist auch Mitgründer des Berliner Stammtischs PoliTisch leicht. Dort sprechen junge Menschen mit Lernschwierigkeiten einmal im Monat in Leichter Sprache über Politik und aktuelle Themen. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 18.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 22.08.2026 ZDF Andreas Loose: Blind in Bewegung
Folge 227 (15 Min.)Andreas Loose engagiert sich für mehr Orientierung und Teilhabe im Alltag blinder Menschen. Er zeigt, wie digitale Hilfen Orientierung geben und Barrieren abbauen.Bild: ZDF und Florian LengertAndreas Loose engagiert sich für mehr Orientierung und Teilhabe im Alltag blinder Menschen. Er zeigt, wie digitale Hilfen Orientierung geben und Barrieren abbauen können. Der 57-jährige Andreas Loose ist bei einem Unfall erblindet. Heute sind digitale Helfer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Sein Wissen bringt er bei der Entwicklung der Fernassistenz-App TOWER ein, die blinden Menschen schnelle Hilfe im Alltag bietet. Andreas Loose ist immer in Bewegung – und das als blinder Mensch. Bei Rundgängen durch seine Heimatstadt Kassel lässt er sehende Menschen an seinen Erfahrungen und seinem Alltag teilhaben.Und dann gibt es da noch sein großes Hobby: das Tandemfahren. Mit seinem Piloten legt er gerne Strecken von mehr als 100 Kilometern zurück, spürt den Wind im Gesicht und liebt das Geräusch der Reifen auf dem Asphalt. Sein Leben wird dabei von verschiedenen digitalen Helfern unterstützt – einen davon hat er sogar selbst mitentwickelt: die Fernassistenz-App TOWER. Sie bietet blinden Menschen schnelle und unkomplizierte Hilfe. Wenn sie beispielsweise etwas verloren haben, orientierungslos sind oder kurzfristig Unterstützung beim Fotografieren benötigen, können sie sich von geschulten Assistentinnen und Assistenten unterstützen lassen. Heute gehört es zu Andreas Aufgaben, die App bekannter zu machen. Dafür ist er auf der SightCity, der größten internationalen Fachmesse für Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen. Dort berät und informiert er die Zielgruppe und kann gleichzeitig selbst neue Technologien und Hilfsmittel testen, die ihm den Alltag erleichtern könnten. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 18.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 29.08.2026 ZDF Christian Bayerlein: Aktivist und digitaler Grenzgänger
Folge 228 (15 Min.)Christian Bayerlein ist Experte für Technologie und Digitales.Bild: Tillmann Both / ZDF und Tillmann BothTechnik bestimmt das Leben von Christian Bayerlein. Der Informatiker tüftelt, bastelt und entwickelt. Und gestaltet sein Leben als digitaler Entdecker zwischen Kunst, Reisen und Aktivismus. Mit neun Jahren bekommt Christian Bayerlein aus Koblenz einen Computer. Seitdem ist der Informatiker mit spinaler Muskelatrophie digitaler Grenzgänger. Er gibt Seminare über assistive Technologien und stellt digitale Kunst aus. Und er reist mit seinem Hightech-Rollstuhl. Als er als Kind seinen ersten Computer bekam, eröffnete sich für Christian Bayerlein eine neue Welt. Denn von Geburt an sitzt er im Rollstuhl.Die Technik hat ihm neue Möglichkeiten geboten: Informatikstudium, Programmieren, algorithmische Kunst – der 51-jährige Koblenzer ist heute ein digitaler Entdecker. Seine Erfahrungen als Mensch mit Behinderung gibt er auch in Seminaren weiter. An der Universität Koblenz berichtet er Studierenden von seinem Leben mit spinaler Muskelatrophie und über die Entwicklung assistiver Technologien. Christian liebt das Reisen und ist ein geselliger Mensch, der ständig unterwegs ist. Auf dem Forestival in Lahnstein – einem Kunstfestival mitten im Wald – stellt er seine digitale Kunst aus. Diese thematisiert seine eigene Lebensrealität und möchte mit einem Augenzwinkern auf Themen wie Barrierefreiheit aufmerksam machen. Als Tüftler bastelt Christian Bayerlein ständig an Technologien, die sein eigenes Leben verbessern. Bei sich zu Hause nutzt er „Smart Home“-Anwendungen, mit denen er über Sprachsteuerung und sein Smartphone Türen öffnen, technische Geräte bedienen und programmieren kann. Der Film zeigt, wie technologischer Fortschritt Leben immer weiter verbessern kann – vor allem, wenn Menschen mit Behinderung selbst entwickeln. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 18.08.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 05.09.2026 ZDF Robin Schmetzer: Das Leben wartet nicht!
Folge 229 (15 Min.)Vor acht Jahren erfuhr Robin Schmetzer von seiner unheilbaren seltenen Erkrankung.Bild: Richard Pennington / ZDFRobin Schmetzer hat Spinozerebelläre Ataxie Typ 2 – eine fortschreitende seltene Erkrankung. Sie führt zum Absterben von Nervenzellen in Kleinhirn und Rückenmark. Der 26-Jährige ist inzwischen auf Rollator und Rollstuhl angewiesen. Er hat Sprach- und Schluckbeschwerden und zittert stark. Doch Robin ist ein Kämpfer und will sein Leben intensiv und erfüllt leben. Robin ist als Kind und Jugendlicher ein begeisterter Sportler, spielt Fußball und American Football. Erst im Alter von 15 Jahren bemerkt er erstmals, dass etwas nicht stimmt. Er fällt häufiger hin, hat einen unsicheren Gang und Gleichgewichtsstörungen.Kein Arzt kann eine Ursache finden. Drei Jahre dauert es, bis Robin eine Diagnose erhält. Und die Information, dass durch die extrem seltene Erkrankung seine Lebenserwartung stark verkürzt sein wird. Kaum fünf Jahre war die Prognose eines Arztes damals. Denn eine zugelassene heilende Therapie gibt es noch nicht für die erblich bedingte Erkrankung. Man kann nur versuchen, die Symptome abzumildern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Dafür geht Robin regelmäßig zur Physiotherapie und Logopädie. Im Jahr 2025 trifft Robin und seine Familie dann ein weiterer schwerer Schicksalsschlag. Ihr Haus brennt ab. Robin kann gerade noch gerettet werden, auch der Rest der Familie bleibt körperlich unversehrt. Trotz aller Schicksalsschläge will Robin ein aktives Leben führen. So geht der begeisterte Fußballfan regelmäßig zu Spielen seines Lieblingsvereins VfB Stuttgart. Oder macht mit seiner Familie Ausflüge in die Umgebung. Robin sagt von sich selbst, dass er ein Rebell ist und sich sein Leben nicht von der Krankheit diktieren lassen will. Und er weiß, er ist nicht allein. Seine Eltern und drei Geschwister sind immer an seiner Seite. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 08.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 12.09.2026 ZDF Katharina Fritzen: Für mich zählt jeder Tag!
Folge 230 (15 Min.)Katharina Fritzen hat eine seltene Stoffwechselstörung. Sie studiert und will später in der Industrie arbeiten.Bild: ZDF und Philipp HühnerfeldKatharina Fritzen hat eine seltene Stoffwechselkrankheit. Sie ist nur ein 1,15 Meter groß. Aufgrund ihrer Einschränkungen kann sie sich nur mit Laufrad oder Rollator fortbewegen. Katharina Fritzens Erkrankung ist fortschreitend und wird sie in ihrem Alltag immer stärker einschränken. „Davor kann ich Angst haben oder mir mein Leben so gut wie möglich machen.“ Dazu gehören für die junge Frau ihre Freundschaften, ihr Studium und ihr Sport. Katharina ist erst vier Jahre alt, als sie und ihre Familie die Diagnose Mukopolysaccharidose Typ IV bekommen.Katharinas Körper fehlt ein Enzym, das er für einen gesunden Stoffwechsel braucht. Die Folgen sind Skelettveränderungen, Gelenkinstabilität, Schwerhörigkeit, Atemstörungen – und sie wird immer sehr klein bleiben. Schon früh fängt Katharina an, für alle Probleme und jede Widrigkeit eine Lösung zu suchen. Sie kann nicht lange laufen und stehen, deshalb fährt sie mit ihrem Laufrad durch die Schule. Dennoch fühlt sie sich ausgegrenzt. Ihre Mitschüler flitzen über den Schulhof, während sie allein zurückbleibt. Doch dann lernt sie Vanessa kennen, auch sie findet nur wenig Anschluss zu den anderen Schülern. Die beiden freunden sich an und Katharina fühlt sich nicht mehr allein. Bis heute sind die beiden beste Freundinnen. Ein weiterer Befreiungsschlag ist ihr Auto: Lange war Katharina darauf angewiesen, dass ihre Mutter sie zu Ärzten und anderen Terminen fährt. Dann wendet sich Katharina an eine Fahrschule, die auf Fahrschüler mit Handicap spezialisiert ist und lässt sich einen Wagen nach ihren Anforderungen umbauen. Das Auto braucht Katharina auch für den Weg zu ihrer Hochschule. Sie studiert Ingenieurwissenschaften und hat ganz klare Ziele: Sie will sich eine Stelle in der Industrie suchen und ein gutes Gehalt bekommen. In ihrer Freizeit spielt Katharina Rollstuhl-Rugby, die Mannschaft ist inklusiv. Ihre Mitspieler sind oft größer und mobiler als sie. Doch was ihr als körperlicher Kraft fehlt, ersetzt Katharina mit Strategie – sie ist aus dem Team nicht mehr wegzudenken. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 08.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 19.09.2026 ZDF Tom Giese: Mein neues Leben mit Krankheit
Folge 231 (15 Min.)Die Krankheit hat Toms Blick auf die Welt verändert.Bild: ZDF und Felix WeymannVor einem Jahr erhält Tom Giese die Diagnose aplastische Anämie. Nach langwieriger Diagnose und belastender Therapie findet er seinen Weg zurück in den Alltag. Die seltene, lebensbedrohliche Erkrankung verändert Toms Leben von einem Tag auf den anderen. Plötzlich ist er schwerbehindert. Heute bewertet der Vater von zwei Kindern vieles anders und blickt bewusster auf sein Leben. Tom Giese führt ein ganz normales Leben, bis er 2025 plötzlich schwer erkrankt. Nach einer Erkältung leidet er unter Nasenbluten, Schwindel und extremer Erschöpfung. Lange ist unklar, was dahinter steckt.Dann die Diagnose: aplastische Anämie – eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark angreift. Dadurch kommt es zu einem Mangel aller lebenswichtigen Blutzellen. Unbehandelt verläuft die Erkrankung tödlich. Es folgen Monate im Krankenhaus mit Bluttransfusionen, einer belastenden medikamentösen Therapie und strenger Umkehrisolation. Nach mehr als drei Monaten kann Tom das Krankenhaus verlassen. Er ist zu 100 Prozent schwerbehindert und muss regelmäßig zur Kontrolle ins Klinikum. Langsam findet zurück in seinen Alltag. Unterstützung bekommt er durch seine Familie und bei der Stiftung Lichterzellen, die Menschen mit aplastischer Anämie begleitet. Inzwischen kehrt Tom Schritt für Schritt immer besser in sein Leben zurück. Seine Blutwerte stabilisieren sich, nach einer medizinischen Rehabilitation bereitet er sich auf die Wiedereingliederung in seinen Beruf vor. Viel Zeit verbringt er in der Natur. Mit seiner Kamera fotografiert er Tiere und Landschaften, fährt wieder mit dem E-Bike und achtet bewusst auf eine gesunde Ernährung und Sport und versucht so seine Einschränkungen auszugleichen. Die lebensbedrohliche Erkrankung hat Tom verändert. Er genießt den Alltag bewusster und schiebt Wünsche nicht mehr auf. Mit seiner Geschichte möchte er anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass auch nach einer schweren seltenen Erkrankung ein erfülltes Leben möglich ist. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 08.09.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 26.09.2026 ZDF Rayk Siemers: Lieblingsjob Landwirt
Folge 232 (15 Min.)Rayk Siemers möchte Landwirt werden.Bild: ZDFRayk Siemers steht kurz vor seinem Abschluss. Die Ausbildung zum Werker ist theoriereduziert – und damit für den 21-Jährigen mit Lernbeeinträchtigung genau das Richtige. Seine Begeisterung für Landwirtschaft hat der Norddeutsche, seit er ein Kind war. Die Liebe zur Natur hat seine Berufswahl dann besiegelt. Trotz ausgeprägter Legasthenie und Wahrnehmungsstörung sind die Träume des Azubis groß. Wenn er den Abschluss zum Werker schafft, will er mit der Regelausbildung zum Landwirt weitermachen. Sein jetziger Chef ist überzeugt, dass er auch das packt: „Rayk will immer alles richtig machen und sucht nach Lösungen, wenn ihm etwas schwerfällt.“ Auch wenn der Alltag ihm nicht immer leichtfällt, Rayk geht selbstständig seinen Weg: Vor Kurzem ist er von zu Hause ausgezogen und er ist Mitglied bei der Feuerwehr.Dort spielt seine Beeinträchtigung kaum eine Rolle. Nur wenn es stressig wird, kommt er schneller durcheinander – aber die regelmäßigen Übungen helfen. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 10.10.2026 ZDF Axel Duensing: Der blinde Landwirt
Folge 233 (15 Min.)Axel Duensing ist ein blinder Landwirt.Bild: ZDF„Moin Leute, ich bin’s, Axel, euer blinder Landwirt aus Norddeutschland“ – so beginnen die Videos von Axel Duensing. Doch er will mit seiner Reichweite mehr als nur Likes. Der 34-Jährige lebt mit der Erbkrankheit Retinopathia pigmentosa. Zusammen mit seinen Schwestern, die ältere ebenfalls erkrankt, seiner Frau und weiteren Mitgliedern gründet Duensing gerade einen Verein, um soziale und inklusive Projekte verwirklichen zu können. Von seiner Community mit 42.000 Follower bei Instagram erhält Axel viel Zuspruch.Er vermittelt, dass Landwirtschaft vielfältig ist und inklusiv gestaltet werden kann. Dafür macht er seine Videos, und das möchte er in Zukunft auch direkt auf dem Hof vermitteln: als Ausbildungsbetrieb für Menschen mit Behinderung, für Events wie Dinner im Dunkeln oder als Ausflugsziel für Kitas und Schulklassen. Denn auch wenn Axel zu Beginn seiner Erkrankung nicht daran geglaubt hat, den Hof übernehmen zu können: Ein blinder Ziegenhirt in Kanada hat ihm gezeigt, dass Landwirtschaft auch ohne Augenlicht möglich ist. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 17.10.2026 ZDF Jacob Götz: Ich bleibe Landwirt
Folge 234 (15 Min.)Jacob Götz bei seinen täglichen Arbeiten im Kuhstall.Bild: ZDF„Es war nicht einen Moment die Frage, was anderes zu machen“. Das sagt Jacob Götz über seinen schweren Unfall. Und so ist der 31-Jährige jetzt Landwirt im Rollstuhl. Bei einem Arbeitsunfall 2021 wird Jacob schwer am Rückenmark verletzt. Die Querschnittslähmung ist inkomplett, im rechten Bein gewinnt er etwas Mobilität zurück. Trotzdem teilt sich sein Leben ab jetzt in ein davor und ein danach. Jacob ist ehrgeizig. Er schafft es wieder auf den Traktor, den Mähdrescher und den gesamten Hof zu bewirtschaften. Er optimiert die Maschinen und die Abläufe, damit sie zu ihm passen.Und er übernimmt viele Aufgaben als Vater. Denn Kinderaktivitäten fallen oft genau in die Melkzeiten, die jetzt von Jacobs Frau übernommen werden. Freya und die beiden gemeinsamen Söhne sind für Jacob Unterstützung und großes Glück. Neben der Landwirtschaft, denn die ist nun mal einfach „sein Leben“. Weitere Informationen sind zu finden unter www.einfachmensch.zdf.de. Die Sendereihe entsteht in Kooperation mit der „Aktion Mensch“ und ist mit Untertitelung, Gebärdensprache und Audiodeskription verfügbar. (Text: ZDF) Deutsche Streaming-Premiere Di. 06.10.2026 ZDFmediathek Deutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 ZDF Carlo Nowak und Justin Triebel: Gemeinsam unter einem Dach
Folge 235 (15 Min.)Justin Triebel (r.) und Carlo Novak (l.) leben Tür an Tür in einem inklusiven Wohnprojekt. Die Gemeinschaftsküche ist ihr Treffpunkt.Bild: Martin Langner / ZDFCarlo Novak und Justin Triebel sind Nachbarn. In einem inklusiven Wohnhaus in Berlin-Lichterfelde erleben sie, wie ein Zusammenleben ganz selbstverständlich funktionieren kann. In dem Berliner Hausprojekt leben Menschen aus aller Welt mit und ohne Behinderung in einem Haus zusammen. Sie teilen Garten und Küchen, organisieren ihren Alltag und feiern gemeinsam Hausfeste. Privatsphäre gehört ebenso dazu wie Streit um den Putzplan oder Musik. Zuvor hat Carlo Novak bei seinen Eltern und in einer Lern-WG gelebt.Erst nach mehreren Anläufen fand der 24-Jährige das passende Zuhause: „Ich bin froh, dass ich diesen Ort gefunden habe“, betont er. Der 23-jährige Justin Triebel gehört zu den ersten Bewohnern des Hauses. Im Alltag unterstützen sich die Bewohner gegenseitig, kochen und spielen zusammen oder kümmern sich um den Garten. Gleichzeitig kann sich jeder in sein eigenes Apartment zurückziehen. Auf dem Gelände stehen zwei Häuser. Auf den einzelnen Etagen gibt es jeweils bis zu sieben Apartments mit eigenem Bad und einer Gemeinschaftsküche. Carlo Novak und Justin Triebel verbringen in ihrer Freizeit häufig Zeit zusammen: beim Wäsche aufhängen, in der Küche oder bei der Gartenarbeit. „Wir haben denselben Humor“, so Carlo Novak. Justin Triebel schätzt an seinem Nachbarn Carlo Novak besonders dessen Spontaneität: Aus einer unvermittelten Frage entstehe oft ein interessantes Gespräch – über Bücher und Filme, aber auch über Probleme im Alltag. Das Haus war ursprünglich ein Seniorenheim. Heute wohnen dort Menschen aus aller Welt, mit und ohne Behinderung, Auszubildende und Studierende. Hausleiterin Nicole Hotzel vom Träger Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH beschreibt die Idee knapp: „Unser Angebot ist, ein gemeinsames Leben miteinander zu gestalten.“ Das heißt nicht, dass immer alles harmonisch läuft: Kühlschrank, Putzplan, Unordnung oder laute Musik sorgen auch hier für Ärger. Doch Probleme werden bei den regelmäßigen Bewohnertreffen angesprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 07.11.2026 ZDF Paul Lampe: Mit Leidenschaft am Gleis
Folge 236 (15 Min.)Züge und Bahnen waren schon immer Paul Lampes große Leidenschaft.Bild: ZDF und Martin LangnerPaul Lampe arbeitet am Berliner Hauptbahnhof für die ICE-Bordgastronomie. Sein Ziel: ein fester Job bei der Deutschen Bahn und damit der Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Paul Lampe arbeitet im Team der Warenlogistik. Die Bahn ist für ihn mehr als ein Arbeitsplatz: Schon als Kind begeisterten ihn Züge. Heute ist sein Hobby zugleich sein Traumjob. Paul Lampe arbeitet seit Mai 2025 auf einem ausgelagerten Werkstattarbeitsplatz bei der Deutschen Bahn am Berliner Hauptbahnhof. Angestellt ist der 27-jährige Berliner weiterhin bei den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung (BWB). Sein Ziel ist ein regulärer Arbeitsvertrag bei der Deutschen Bahn – und damit der Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.Im Arbeitsalltag stellt Paul Lampe Waren für die Bordgastronomie zusammen, belädt Transportwagen und bringt sie durch den oft vollen Hauptbahnhof zum richtigen Gleis. Am Anfang musste er die neuen Abläufe erst lernen. Heute erledigt er viele Aufträge selbstständig. Schon als Kind war Paul Lampe von Zügen begeistert, und bis heute ist die Eisenbahn auch sein Hobby. Gemeinsam mit seinem Bruder engagiert er sich beim Verein Historische S-Bahn in Erkner. Acht Jahre lang arbeitete Paul Lampe nach der Förderschule in einer Werkstatt. Dort fuhr er Paletten, räumte auf und erledigte Lagerarbeiten. Irgendwann wollte er etwas anderes ausprobieren. Jobcoach Christian Eisenhauer von den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung begleitete diesen Weg und beobachtet eine deutliche Entwicklung: Paul Lampe habe immer mehr Verantwortung übernommen und sei selbstsicherer geworden. Auch die Deutsche Bahn sieht die Voraussetzungen für eine Festanstellung grundsätzlich als gegeben. Standortleiter Enrico Spannaus sagt, dass ein möglicher Vertrag nicht an Paul Lampes Qualifikation scheitere. Sobald eine passende Stelle in der Warenlogistik frei werde, könne er nachrücken. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 14.11.2026 ZDF Anja Wackerbarth: Gemeinsam Freizeit erleben
Folge 237 (15 Min.)Anja Wackerbarth auf einer Bergwanderung für Menschen mit und ohne BehinderungBild: ZDF und Christopher BrechtAnja Wackerbarth ist sportlich, liebt das Reisen und lebt doch mit einer Muskeldystrophie. Eine genetisch bedingte Erkrankung, die zu einer fortschreitenden Abnahme der Muskelkraft führt. Sie entschließt sich zu einem Rollstuhl. Ob beim Bergwandern, Segeln oder bei Fernreisen. Wackerbarth bemerkt in jungen Jahren, dass sie körperlich nicht fit ist. Sie stürzt öfter, ist plötzlich unsicher auf den Beinen. Nach und nach nimmt ihre Muskelkraft ab. Als Teenager kann sie nicht mehr selbständig vom Stuhl aufstehen. Während ihres Studiums der Sozialen Arbeit werden die Beschwerden so groß, dass sie sich für einen Rollstuhl entschließt.Damit beginnt mit der Diagnose Muskeldystrophie ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Nach einer Eingewöhnungsphase merkt Wackerbarth schnell, dass der Rollstuhl ihr wieder mehr Möglichkeiten bietet, am Leben teilzunehmen. Sie kann wieder längere Strecken zurücklegen, die ohne Rollstuhl nicht möglich waren. Wann immer sie neben ihrer Arbeit im sozialen Dienst frei hat, ist Wackerbarth unterwegs. Sie geht regelmäßig schwimmen, wandern, spielt Tischtennis oder unternimmt Ausflüge. So war sie schon auf einem inklusiven Segeltörn oder beim inklusiven Paddeln. Anja Wackerbarth ist es wichtig, ihre Freizeit gemeinsam mit Menschen mit und ohne Behinderung zu verbringen. Für sie geht es um Begegnungen, den Austausch untereinander. Und darum, gegenseitig mögliche Berührungsängste abzubauen. Denn noch immer erlebt sie häufig, dass viele unsicher sind im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Auch längst sind nicht alle Orte barrierefrei – die wichtigste Voraussetzung für ein gemeinsames Miteinander. Anja Wackerbarth hofft, dass Deutschland in Sachen Inklusion vorankommt. Und somit auch gemeinsame Freizeit für Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich wird. (Text: ZDF) Deutsche TV-Premiere Sa. 21.11.2026 ZDF
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