Dokumentation in 2 Teilen
1. Der Countdown läuft (Le compte à rebours)
Folge 1 (43 Min.)Unter den im Becken gefangenen Lebewesen ist ein Hai-Baby, das es nicht mehr rechtzeitig herausgeschafft hat. Der kleine Hai und seine Mitgefangenen müssen die beengten Verhältnisse, die Hitze und die Konkurrenz untereinander überstehen, bis die Flut sie wieder befreit. Unter und über der Wasseroberfläche offenbaren sich ganz unterschiedliche Strategien, um zu überleben. Am freigelegten Ufer entfaltet sich ein faszinierendes Schauspiel: Meereswürmer buddeln sich ein, Strandflöhe springen das 25-Fache ihrer Körpergröße hoch, um dem Schnabel des Piepers zu entkommen, Möwen kreisen angriffslustig im Gleitflug.Je höher die Sonne steigt, desto mehr erwärmt sich das Becken, und der Sauerstoffgehalt sinkt – eine tödliche Gefahr für den kleinen Hai, der jetzt eigentlich weit draußen auf hoher See sein sollte. Ein Einsiedlerkrebs sucht verzweifelt nach einer neuen Muschel, der Hummer gräbt mit seinen Scheren eine Festung, eine Samtkrabbe legt 200.000 Eier, und die Napfschnecken weiden mit ihrer widerstandsfähigen Raspelzunge die Algen ab. Die Dokumentation macht diesen Thriller hautnah erlebbar. Ihre Dramaturgie folgt dem Rhythmus der Gezeiten: Mit jeder Stunde wird die Lage bedrohlicher: Wer wird bis zur nächsten Flut überleben? Auch viele Nebendarsteller kämpfen ums Überleben. Auf oft verblüffende Art und Weise gelingt es den Akteuren dieser Miniaturwelt, bis zur Flut durchzuhalten: Jagdbündnisse werden geschmiedet, unerwartete Schwächen ausgenutzt. Aber auch für Balz, Paarung und Geburten ist das Gefängnis des Gezeitenbeckens mitunter genau der richtige Ort. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 26.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte 2. Die Rückkehr der Flut (Le retour de l’océan)
Folge 2 (43 Min.)Nach sechs Stunden im Gezeitenbecken sind viele der eingeschlossenen Tiere erschöpft. Die Temperatur ist weiter gestiegen und der Sauerstoffgehalt ist bedrohlich gesunken. Überall lauern Fressfeinde, sowohl im Wasser als auch in der Luft. Wer jetzt noch überleben will, muss erfinderisch sein. Für die hier heimischen Lebewesen bedeutet das, Jagd, Paarung und Fortpflanzung an den Rhythmus der Gezeiten anzupassen.Während sich das Strandkrabbenweibchen häutet, unternimmt das Männchen einen Annäherungsversuch – doch der Krake lauert bereits. Seepocken können sich nicht fortbewegen und hätten es bei der Partnersuche schwer, wenn sie nicht über den längsten Penis im Tierreich verfügen würden. Die Natur passt sich auf vielfältige Weise an. Über der Wasseroberfläche haben mehr als 700 Algenarten verschiedene evolutionäre Strategien entwickelt, um die knappen Ressourcen untereinander aufzuteilen. Unter Wasser betreibt die grüne Samtschnecke Kleptoplastie: Sie lagert Chloroplasten von Algen ein und kann so Fotosynthese betreiben. Mit Einbruch der Nacht ändert sich die Lage erneut und es werden andere Tierarten aktiv. Der Countdown hat begonnen … (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 26.08.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Mi. 02.09.2026 arte
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