Dokumentation in 3 Teilen
1. Und sie lebten bis ans Ende ihrer Tage (Ils vécurent presque pour toujours)
Folge 1 (43 Min.)
Der Waldfrosch, auch „Eisfrosch“ genannt, trotzt dem Polarwinter, indem er einen Teil seiner Körperflüssigkeiten einfrieren lässt.Bild: Pernel MediaSeit 350 Millionen Jahren besitzen Amphibien eine unter Wirbeltieren seltene Superkraft: Sie können die Grenzen zwischen Leben und Tod nach hinten verschieben. Amphibien entstanden, als sich die Fluten zurückzogen und bestimmte Wassertierarten zu Landwirbeltieren wurden. Seitdem sind sie in beiden Habitaten zu Hause und besiedeln nahezu alle Lebensräume. Um zu überdauern, haben manche Lurcharten lebensverlängernde Fähigkeiten entwickelt. Der Waldfrosch, auch „Eisfrosch“ genannt, trotzt dem Polarwinter, indem er ein Drittel seiner Körperflüssigkeiten einfrieren lässt: Seine Leber setzt Glukose frei, die wie ein Frostschutzmittel wirkt, und seine Lebensfunktionen kommen zum Stillstand, bis der Frosch im Frühling nach stundenlangem Auftauen zum Leben zurückkehrt.Bei den tropischen Fröschen trotzen einige Arten dem gegenteiligen Extrem: Den Warzigen Makifrosch bewahrt eine aus Hautdrüsen gebildete wachsartige Schutzschicht vor Austrocknung. Doch die beeindruckendste Superkraft ist die Regeneration. Salamander können zwar nicht durchs Feuer gehen, doch manche von ihnen können Gliedmaßen nachwachsen lassen; und der Axolotl, in Mexiko die Verkörperung des Gottes Xolotl, geht noch weiter: Beim Verlust von Körperteilen bilden die Zellen eine Blastem genannte Knospe, die Gewebe, Nerven, Knochen und Haut neu programmiert, um innerhalb weniger Wochen zum Beispiel ein Bein nachzubilden. Die Wissenschaft träumt davon, dieses Wunder zu entschlüsseln, während andere versuchen, daraus Jungbrunnen-Elixiere zu gewinnen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 arte 2. Und sie besiegten ihre Feinde (Ils triomphèrent de leurs ennemis)
Folge 2 (43 Min.)Auch bei der Fortpflanzung zeigen Amphibien erstaunliche Anpassungen: Einige Arten legen etwa ihre Eier in wassergefüllten Baumhöhlen ab, um sie vor Fressfeinden zu schützen.Bild: Pernel MediaAmphibien gehören zu den erfindungsreichsten Überlebenskünstlern der Erde. Seit 350 Millionen Jahren entwickeln sie Strategien, um Fressfeinden, Konkurrenten und widrigen Lebensbedingungen zu trotzen. Ihre Methoden sind so vielfältig wie effektiv – und zeigen, wie kreativ die Evolution sein kann. Pfeilgiftfrösche etwa signalisieren mit knalligen Farben, dass sie giftig sind. Ihre Haut scheidet Toxine aus, die Angreifer abschrecken oder sogar töten. Andere Frösche nutzen eine ähnliche Taktik, ohne selbst giftig zu sein – sie imitieren einfach das Aussehen ihrer gefährlichen Verwandten und profitieren so von deren Abschreckungseffekt.Doch nicht alle Amphibien verlassen sich auf Gift. Manche setzen auf Tarnung: Der Glasfrosch etwa ist dank seines durchsichtigen Bauchs im Blattwerk kaum zu erkennen. Andere Arten wie der Lithodytes lineatus gehen noch weiter und verstecken sich in Ameisenbauten. Sie ahmen den Geruch der Insekten nach und werden so geduldet – ein außergewöhnlicher Trick im Tierreich. Wieder andere Amphibien haben spektakuläre Fluchtmechanismen entwickelt. Einige tropische Laubfrösche springen bei Gefahr einfach ins Leere und gleiten mit ihren Schwimmhäuten von Ast zu Ast, um Feinden zu entkommen. Der Haarfrosch wiederum fährt im Ernstfall knöcherne Krallen aus, um seinen Nachwuchs zu verteidigen – eine seltene und ungewöhnliche Verteidigungsstrategie. Auch bei der Fortpflanzung zeigen Amphibien erstaunliche Anpassungen. Männchen liefern sich Gesangsduelle, um Weibchen zu beeindrucken, oder täuschen Rivalen mit raffinierten Tricks. Einige Arten legen ihre Eier in wassergefüllten Baumhöhlen ab, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Doch gegen einen Feind können all diese Strategien nichts ausrichten: den Menschen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 arte 3. Und sie bekamen viele, viele, viele Kinder (Ils eurent beaucoup, beaucoup, beaucoup d’enfants)
- Alternativtitel: Und sie hatten viele Nachkommen
- Original-Alternativtitel: Ils eurent beaucoup d'enfants
Folge 3 (43 Min.)Amphibien überraschen mit ungewöhnlichen Fortpflanzungsstrategien: Einige Arten füttern ihren Nachwuchs mit befruchteten Eiern, während die Jungen anderer sich durch die Haut ihrer Mutter kämpfen, um ins Leben zu starten.Bild: Pernel MediaSeit 350 Millionen Jahren beherrschen Amphibien die Kunst des Überlebens – nicht nur durch Anpassung an extreme Lebensräume, sondern auch durch außergewöhnliche Fortpflanzungsstrategien. Ihre Methoden sind so vielfältig wie faszinierend, aber immer perfekt an ihre Umwelt angepasst. Einige Arten setzen auf spektakuläre Massenbegegnungen: In den Regenwäldern Französisch-Guayanas versammeln sich Tausende Frösche zu ohrenbetäubenden Paarungsritualen, bei denen die Männchen um die Gunst der Weibchen konkurrieren. Andere, wie der Blauflecken-Querzahnmolch, vermehren sich diskret ohne direkten Körperkontakt.Doch alle haben eines gemeinsam: Sie entwickeln erstaunliche Strategien, um ihren Nachwuchs zu schützen und zu ernähren. Ein extremes Beispiel ist die Große Wabenkröte. Ihre Jungen wachsen in speziellen Hauttaschen auf dem Rücken der Mutter heran. Sobald sie bereit sind, durchbrechen sie die Haut und starten ihr eigenständiges Leben. Noch ungewöhnlicher geht es beim Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch zu: Seine Kaulquappen ernähren sich von befruchteten Eiern, die ihre potenziellen Geschwister enthalten. Doch nicht nur Frösche und Kröten überraschen. Die Brut mancher Blindwühlen frisst sich buchstäblich durch die Haut ihrer Mutter, um an Nährstoffe zu gelangen. Und der Rotaugenlaubfrosch hat eine Notfallstrategie entwickelt: Bei Gefahr beschleunigen seine Embryonen ihre Entwicklung und schlüpfen früher als geplant. Manchmal skurril, oft brutal: Die Fortpflanzung der Amphibien ist ein Schauspiel der Extreme. Sie zeigt, wie weit die Natur geht, um das Überleben einer Art zu sichern. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Do. 22.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Do. 29.10.2026 arte
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