2026 (Folge 3846–3870)
Sendung vom 28.06.2026
Folge 3846 (58 Min.)
Bild: ArteAnpassung an die Erderwärmung: Kann Frankreich seinen Rückstand noch aufholen? Frankreich erlebt in dieser Woche eine Hitzewelle mit möglicherweise historischen Temperaturrekorden. Stadtplanung, Verkehr, Gebäude und öffentliche Räume: Die extremen Wetterlagen werfen die Frage auf, wie gut das Land auf steigende Temperaturen vorbereitet ist. Darüber sprechen wir mit Arnaud Gossement, einem auf Umwelt- und Städtebaurecht spezialisierten Rechtsanwalt. Großbritannien zehn Jahre nach dem Brexit: Zurück zur EU – und alles wieder wie zuvor? Am 23. Juni 2016 stimmten die Britinnen und Briten für den Brexit.Zehn Jahre später halten 57 Prozent von ihnen den Austritt aus der Europäischen Union laut einer YouGov-Studie für einen Fehler. Das Bedauern ist inzwischen so weit verbreitet, dass dafür ein neues Wort in die öffentliche Debatte Eingang gefunden hat: „Bregret“. Seit dem Brexit hat sich das britische Wirtschaftswachstum verlangsamt, der Handel mit der Europäischen Union ist schwieriger geworden, und die Migrationsfrage sorgt weiterhin für heftige Debatten. Durch seine Unbeliebtheit geschwächt und in den eigenen Reihen umstritten, kündigte Premierminister Keir Starmer am Montag, den 22. Juni, seinen Rücktritt an. Sein Nachfolger wäre damit bereits der siebte Regierungschef seit 2016. Die Produktion von Colchicin, einem Medikament gegen Gicht, wird nach Auxerre zurückverlagert – Anlass für Xavier Mauduit, auf die Geschichte Krankheit zurückzukommen, die seit der Antike bekannt ist. Marie Bonnisseau berichtet über den Marseiller „Marché du Soleil“. Der Prozess wegen Produktfälschung, Geldwäsche und Korruption wird in dieser Woche fortgesetzt. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 arte Sendung vom 29.06.2026
Folge 3847 (58 Min.)Bild: ArteParalympics-Sieger Michaël Jeremiasz will den Blick junger Menschen auf Behinderung verändern In Rebondir (Zurück ins Leben, Nathan) berichtet Michaël Jeremiasz, wie er nach einem Skiunfall sein Leben und seine sportliche Laufbahn neu aufbaute. Bis zu seinem 18. Lebensjahr galt er als vielversprechendes Tennistalent. Nach dem Unfall setzte er seine Karriere im Rollstuhltennis fort und wurde Paralympics-Sieger. Heute engagiert er sich für die Inklusion von Menschen mit Behinderung und den Behindertensport. Mit seiner Erzählung möchte er seine Geschichte einem breiten Publikum zugänglich machen. Klimawandel: Steht Somalia vor einer Hungersnot? In Somalia hat es seit drei Jahren kaum geregnet.Das Land ist mit einer beispiellosen, verheerenden Dürre konfrontiert. Inzwischen droht eine weit verbreitete Hungersnot: Jeder dritte Mensch in Somalia leidet unter akutem Hunger. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) sind das etwa 6,5 Millionen Menschen, darunter fast 1,9 Millionen Kinder. Konflikte und Gewalt sind die Hauptursachen der Krise. Hinzu kommt der wirtschaftliche Schock infolge der Sperrung der Straße von Hormus, durch den die Lebensmittel- und Kraftstoffpreise gestiegen sind. Zugleich ist die internationale humanitäre Hilfe in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Die Vereinten Nationen fordern ein rasches und koordiniertes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft. Die USA kündigten vergangene Woche einen Beitrag von 800 Millionen Dollar an das WFP an, um dessen humanitäre Einsätze angesichts des erheblichen Finanzierungsdefizits zu unterstützen. Außerdem: Xavier Mauduit berichtet über das Fiasko bei der Renovierung des Reflexionsbeckens am Lincoln Memorial in Washington, die Donald Trump anlässlich des 250. Jahrestages der Vereinigten Staaten am 4. Juli angeordnet hatte. Marie Bonnisseau erklärt kurz vor Beginn des Sommerschlussverkaufs, warum Umkleidekabinen aus den Geschäften verschwinden. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 29.06.2026 arte Sendung vom 30.06.2026
Folge 3848 (58 Min.)Bild: ArteDie außergewöhnlichen Kräfte des Wattwurms, der Leben rettet Am 2. Juli wird in Berlin der Europäische Erfinderpreis 2026 verliehen. Zu den Finalisten zählt der französische Meeresbiologe Franck Zal. Er hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Spenderorgane länger konservieren lassen. Seine Innovation beruht auf einem Molekül des Wattwurms, der in der Nordsee, im Ärmelkanal und im Atlantik vorkommt. Es kann große Mengen Sauerstoff transportieren und ermöglicht dem Tier, stundenlang unter dem Sand zu überleben. Mithilfe dieses Moleküls lässt sich eine Niere vor der Transplantation bis zu sieben Tage lang konservieren – statt wie bisher nur zwölf Stunden.Gesetz gegen Ultra-Fast-Fashion: Kann Shein einpacken? Nach zweijährigen Beratungen hat die Nationalversammlung am 24. Juni ein Gesetz zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Fast Fashion verabschiedet. Es richtet sich gegen Unternehmen, die sehr große, ständig wechselnde Sortimente anbieten. Vorgesehen sind unter anderem Geldstrafen von bis zu 50 Prozent des Produktpreises. Ab 2027 soll zudem Werbung für entsprechende Produkte und Anbieter verboten werden. Mehrere Umweltverbände sprechen von einem „Anti-Shein-Gesetz“: Es ziele vor allem auf chinesische Plattformen wie Shein und Temu, lasse große europäische Modeketten wie Zara oder Kiabi jedoch weitgehend außen vor. Außerdem: Nachdem die Europäische Weltraumorganisation ein bislang unveröffentlichtes Bild vom Zentrum der Milchstraße veröffentlicht hat, blickt Xavier Mauduit auf William Herschel zurück, der als Erster die Galaxie kartografierte. Marie Bonnisseau berichtet über ein britisches Experiment, bei dem Freiwillige mehrere Wochen wie Wildtiere lebten, um die Gefahren, denen diese ausgesetzt sind, besser zu verstehen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 arte Sendung vom 01.07.2026
Folge 3849 (58 Min.)Bild: ArteAm Freitag entschlüsselt Renaud Dély mit unseren Clubmitgliedern das aktuelle Geschehen. Heute dabei: Léo Rosell (Politikdozent an der Universität Paris Dauphine), Noémie Halioua (Publizistin, Mitglied des Herausgeberkomitees der Nouvelle Revue politique), Isabelle Saporta (Publizistin und Leitartiklerin) sowie die Pressezeichnerin Coco. 250 Jahre USA: Nationalfeiertag oder politische Vereinnahmung durch Donald Trump? Donald Trump leitete die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli bereits am 24. Juni mit einer Rede ein, in der er vor allem seine eigene Bilanz lobte.Entgegen der Tradition ging er kaum auf die Gründerväter der 1776 gegründeten Nation ein. Klimaanlagen: Welche Partei hat den Deutungskampf gewonnen? Während Frankreich seit einer Woche unter einer historischen Hitzewelle leidet, verweist der Rassemblement National darauf, bereits im vergangenen Jahr als erste Partei „einen groß angelegten Plan für die Installation von Klimaanlagen“ vorgelegt zu haben. Die Grünen und La France Insoumise halten Klimaanlagen hingegen nicht für die alleinige Lösung. Wir begrüßen den Dramatiker und Schriftsteller Éric-Emmanuel Schmitt, Präsident und künstlerischer Leiter der 30. Ausgabe des Festival de la correspondance, das vom 6. bis 11. Juli in Grignan stattfindet. Auf Wunsch der Familie von Marc Bloch blieb der Rassemblement National der Zeremonie zu seiner Aufnahme ins Panthéon am 23. Juni fern. Jordan Bardella würdigte den 1944 von der Gestapo hingerichteten Historiker, Widerstandskämpfer und Juden dennoch. Jean-Luc Mélenchon prangerte die „wahlpolitische Verkleidung“ des RN-Vorsitzenden an – das Duell der Woche von Frédéric Says. Der US-amerikanische, maskulinistische Influencer Clavicular, dem auf Instagram und TikTok zwei Millionen Menschen folgen, besuchte diese Woche Paris. Videos zeigen, wie mehrere Pariserinnen seine Annäherungsversuche zurückweisen. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Außerdem: die Internationale Schlagzeile zum Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes’ Welt der Dinge über Käse. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 01.07.2026 arte Sendung vom 02.07.2026
Folge 3850 (43 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 02.07.2026 arte Sendung vom 03.07.2026
Folge 3851 (46 Min.)Gegen den Leistungswahn: Ein Biophysiker plädiert für eine widerstandsfähigere Gesellschaft In seinem im Mai 2026 erschienenen Buch „Chroniques d’un monde qui craque“ (Chronik einer Welt, die aus den Fugen gerät, Odile Jacob) vertritt Olivier Hamant, Biologe und Forschungsdirektor am Nationalen Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt (INRAE), die These, dass jüngste Krisen wie die Covid-19-Pandemie und wiederkehrende Hitzewellen die Grenzen einer auf Leistung und Optimierung ausgerichteten Gesellschaft offenbaren. Diese mache uns anfälliger für Störungen und Krisen. Hamant plädiert deshalb für eine kollektive Organisation, die auf Robustheit setzt.Nach dem Vorbild lebender Organismen soll sie Schocks standhalten und sich an Unwägbarkeiten anpassen können. Maskulinismus: Bedrohung für Frauen und Gefahr für die Demokratie? Braden Eric Peters, bekannt als „Clavicular“, hat mehrere hunderttausend Follower auf Instagram. Dort verbreitet er ultrakonservative Ansichten, insbesondere über Frauen und gesellschaftlichen Erfolg. Als Anhänger des „Looksmaxxing“, einer aus maskulinistischen Online-Milieus hervorgegangenen Strömung, spricht der Streamer während seiner Live-Übertragungen auf der Plattform Kick regelmäßig junge Frauen im öffentlichen Raum an – zuletzt in Paris. Gleichzeitig veröffentlichte die Senatsdelegation für Frauenrechte am 24. Juni einen Bericht, der vor dem Erstarken maskulinistischer Netzwerke warnt. Außerdem: Xavier Mauduit erzählt die Geschichte der Marke Vespa, die ihr 80-jähriges Bestehen mit einer großen Parade durch Rom feierte. Marie Bonnisseau berichtet über den ersten Fall in Frankreich, bei dem die Identität eines Autors mithilfe Künstlicher Intelligenz missbraucht wurde. Ein vollständig von KI-generiertes Buch erschien auf Amazon unter dem Namen des Schriftstellers Julien Blanc-Gras – ohne dessen Wissen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 03.07.2026 arte Sendung vom 04.07.2026
Folge 3852 (46 Min.)Philippe Maurice: Frankreichs letzter zum Tode verurteilter Häftling wurde zum Symbol der Abschaffung der Todesstrafe Anlässlich des 45. Jahrestags der Abschaffung der Todesstrafe in Frankreich findet vom 30. Juni bis 2. Juli 2026 in Paris der 9. Weltkongress gegen die Todesstrafe statt. Zu Gast ist Philippe Maurice. 1979 wurde er wegen Mordes an einem Polizisten verurteilt. Wenige Tage nach seiner Wahl begnadigte ihn François Mitterrand – noch bevor über die Abschaffung der Todesstrafe abgestimmt wurde. Maurice studierte im Gefängnis und engagiert sich heute gegen die Todesstrafe.Hitzewelle: Warum erwärmt sich Europa doppelt so schnell wie der Rest der Welt? Nach Temperaturrekorden in Frankreich und Großbritannien wurde in mehreren mitteleuropäischen Ländern in den vergangenen Tagen die 40° C-Marke überschritten. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Hitzewelle bereits auf über 1.300. Laut Copernicus steigen die Temperaturen in Europa doppelt so schnell wie im weltweiten Durchschnitt. Solche Extremereignisse werfen die Frage auf, ob die Europäische Union ihre Klimapolitik ausreichend anpassen kann. Außerdem: Am 29. Juni empfing Emmanuel Macron den König von Thailand im Élysée-Palast. Der letzte offizielle Besuch dieser Art lag im Jahr 1960 – Anlass für Xavier Mauduit, auf die historischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zurückzublicken. Marie Bonnisseau befasst sich mit Emmanuel Macrons berühmter Pilotenbrille, durch die der inzwischen insolvente französische Hersteller Dalloz ins Rampenlicht rückte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 arte Sendung vom 06.07.2026
Folge 3853 (46 Min.)Der Alltag der Nordkoreaner, wie Sie ihn noch nie gesehen haben Zwischen 2017 und 2020 reiste der Fotograf Stéphan Gladieu fünfmal für jeweils etwa zwei Wochen nach Nordkorea, einem der abgeschottetsten und autoritärsten Staaten der Welt. Aus diesen Aufenthalten entstand die Ausstellung Nordkorea, die bis zum 2. Januar 2028 im Musée des Confluences in Lyon zu sehen ist. Stets von offiziellen Begleitern überwacht, gelang es Gladieu, meist an ihren Arbeitsplätzen eine Serie von Porträts Unbekannter aufzunehmen. Die streng komponierten Bilder orientieren sich an der Propagandaästhetik des Landes und zeigen die Gesichter einer Bevölkerung, die nur selten zu sehen ist.Dürre und Wasserverteilung: Sollten Landwirte Vorrang haben? Während die Grundwasserstände zu Jahresbeginn noch zufriedenstellend waren, hat sich die Lage in Frankreich inzwischen verschlechtert. Nach dem jüngsten Bericht des französischen geologischen Dienstes gehen mittlerweile 86 % der Grundwasserstände zurück. Die Hitze der vergangenen Wochen wirkt sich zwar nicht unmittelbar auf die Grundwasservorkommen aus, erhöht aber den Wasserbedarf von Landwirtschaft und Bevölkerung und verstärkt so den Druck auf die Ressource. Am 29. Juli begann der Senat mit der Prüfung des Dringlichkeitsgesetzentwurfs zum Schutz und zur Souveränität der Landwirtschaft. Im Mittelpunkt der Debatte steht ein Änderungsantrag, der der Landwirtschaft Vorrang bei der Wassernutzung einräumen soll. Außerdem: Keiko Fujimori hat die Präsidentschaftswahl in Peru gewonnen. Die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori stammt aus einer japanischstämmigen Familie – Anlass für Xavier Mauduit, auf die Geschichte der japanischen Einwanderung in Peru zurückzublicken. Das französische Kulturministerium hat unterdessen eine Liste mit 22 französischen Entsprechungen für Begriffe aus dem Basketball veröffentlicht. Marie Bonnisseau befasst sich mit den Bemühungen, englische Begriffe im Sport durch französische zu ersetzen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 06.07.2026 arte Sendung vom 07.07.2026
Folge 3854 (46 Min.)„No kids“: Chronik einer Gesellschaft, die ihre Kinder nicht mehr liebt Die Romanautorin und Übersetzerin Clémentine Beauvais, die unter anderem Werke von J. K. Rowling ins Französische übertragen hat und an der Universität York lehrt und forscht, veröffentlicht L’enfance, qu’est-ce que ça change? (Kindheit – was verändert sie?). Darin prangert sie die zunehmende „Infantophobie“ an. Diese zeige sich unter anderem in der wachsenden Zahl von „No Kids“-Bereichen im öffentlichen Raum, die Kinder ausgrenzten. Beauvais fordert, Kinder von Geburt an als vollwertige Personen anzuerkennen, und plädiert für ein an ihren Bedürfnissen ausgerichtetes Umfeld, wie es Maria Montessori konzipiert hat.Erdbeben in Venezuela: Versagt ein Regime am Ende seiner Kräfte? Eine Woche nach den beiden Erdbeben, die Venezuela am 24. Juni erschütterten, liegt die offizielle Bilanz bei 2.395 Toten und mehr als 11.000 Verletzten. Die UNO schätzt die Zahl der Vermissten auf 50.000. In den am stärksten betroffenen Gebieten fehlt es an Lebensmitteln, zugleich wächst die Gefahr von Epidemien. Die Kritik an den Behörden nimmt zu: Einwohner beklagen verspätete Hilfsmaßnahmen und berichten, dass die Armee den Zugang zu bestimmten Katastrophengebieten einschränke. Dadurch werde die Arbeit von Freiwilligen und NGOs erschwert. Eine Katastrophe dieses Ausmaßes hat das Land seit 1900 nicht mehr erlebt. Außerdem: Seit dem 1. Juli gilt in der Pariser Diözese ein Reservierungssystem, das den Zugang zu Notre-Dame für Fremdenführer stark einschränkt. Xavier Mauduit nimmt uns mit an die Ufer der Seine. Marie Bonnisseau blickt auf das Kräftemessen zwischen dem Vatikan und der Priesterbruderschaft St. Pius X. zurück, nachdem in der Schweiz gegen den Willen des Papstes vier Bischöfe geweiht worden waren. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 07.07.2026 arte Sendung vom 08.07.2026
Folge 3855 (46 Min.)Bild: ArteRenaud Dély analysiert mit unseren Clubmitgliedern das aktuelle Geschehen. Heute dabei: Jean Quatremer (Journalist, Spezialist für europäische Themen), Samah Karaki (Neurowissenschaftlerin), Iannis Roder (Geschichtslehrer an einem Collège im Departement Seine-Saint-Denis) sowie die Pressezeichnerin Louison. Ist die französische Justiz befugt, über Israels Krieg im Libanon zu urteilen? Ein französisch-libanesischer Staatsbürger hat in Frankreich Klage gegen Unbekannt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingereicht. Bei einem israelischen Bombenangriff im Libanon waren Familienangehörige des Klägers ums Leben gekommen.Das Verfahren stützt sich auf den Grundsatz der universellen Gerichtsbarkeit, der es der französischen Justiz erlaubt, internationale Verbrechen zu verfolgen. Die Linke will die Regierung wegen ihres Umgangs mit der Hitzewelle per Misstrauensvotum stürzen Nach der Hitzewelle verzeichnete die französische Gesundheitsbehörde Santé publique France mindestens 2.025 zusätzliche Todesfälle. Die Grünen fordern die Einsetzung einer Untersuchungskommission zum Umgang mit der Hitzewelle und zur Anpassung an den Klimawandel. Zu Gast ist Jérémy Lempin anlässlich seiner Ausstellung L’École de la vie. Liberté. Égalité. Invisibilité. (Die Schule des Lebens. Freiheit. Gleichheit. Unsichtbarkeit), die in der Cité internationale de la langue française in Villers-Cotterêts zu sehen ist. Darin dokumentiert er den Alltag von Menschen, die weder lesen noch schreiben können. Brüssel will seine Abhängigkeit von Starlink verringern und stattdessen auf europäische Satelliten setzen. Eine Entscheidung, die laut SpaceX Folgen für den Dienst des Unternehmens in der Ukraine haben könnte – das Duell der Woche von Frédéric Says. In Paris steht ein Jugendlicher mit dem Spitznamen „Hamza la douane“ in den sozialen Netzwerken in der Kritik, weil er Passanten mit Wasser bespritzt hat. Eine auf den ersten Blick belanglose Begebenheit, die sich zu einem medialen und politischen Phänomen entwickelt hat. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Der Teppich von Bayeux hat Frankreich verlassen und ist auf dem Weg ins British Museum in London, wo er im September ausgestellt wird. Das ist die Geschichte der Woche von Alix Van Pée. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 08.07.2026 arte Sendung vom 09.07.2026
Folge 3856 (46 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 09.07.2026 arte Sendung vom 10.07.2026
Folge 3857 (46 Min.)Bild: ArteAngst: Ein lebenswichtiges Gefühl, das übermächtig geworden ist Der Mensch hält sich für die intelligenteste Spezies im Tierreich – und ist doch zugleich die ängstlichste geworden. Verantwortlich dafür sind neue, von ihm selbst geschaffene Ängste: Klimawandel, Kriege, die Entwicklung künstlicher Intelligenz … In seinem neuen Buch „Pourquoi avons-nous peur ?“ (Warum haben wir Angst?) geht der Neurowissenschaftler Sébastien Bohler den Ursprüngen dieses Gefühls nach und erklärt, wie die Mechanismen der Angst dazu führen, dass wir die Zukunft fürchten. Für ihn ist das Verständnis der Angst zugleich ein Weg, besser mit ihr umzugehen.Beisetzung Ali Khameneis im Iran: Steht die Nation wirklich „geschlossen hinter ihrem Märtyrer“? Ali Khamenei, der am 28. Februar bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen getötet wurde, wird im Iran mit mehrtägigen nationalen Trauerfeierlichkeiten geehrt. Die Zeremonien begannen am Samstag, den 4. Juli, in Teheran und sollen sechs Tage lang in mehreren Städten im Iran und im Irak stattfinden, bevor Khamenei im iranischen Maschhad beigesetzt wird. Bereits zum Auftakt strömten mehrere tausend Gläubige zur Großen Mosalla, einem religiösen und politischen Versammlungsort in der iranischen Hauptstadt, wo der Sarg des Obersten Führers aufgebahrt ist. Sein Nachfolger Mojtaba Khamenei, der Sohn Ali Khameneis, nahm nicht an der Zeremonie teil. Seit seinem Amtsantritt ist er noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Außerdem: In einem Postamt in Nagoya wurde versehentlich Bärenspray freigesetzt. Fünf Menschen mussten daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden. Marjorie Adelson berichtet über den Vorfall in Japan. Théophile Cossa gibt einen Überblick über die dritte Ausgabe der Pariser E-Sport-Weltmeisterschaft, an der fast 2.000 Spieler sowie 200 Vereine teilnehmen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 10.07.2026 arte Sendung vom 11.07.2026
Folge 3858 (46 Min.)Bild: ArteHat Emmanuel Macron recht, auf al-Scharaas Syrien zu setzen? Als erster europäischer Staatschef seit dem Sturz Baschar al-Assads ist Emmanuel Macron zu einem offiziellen Besuch nach Damaskus gereist und hat den neuen syrischen Behörden unter Ahmad al-Scharaa seine Unterstützung zugesichert. Frankreich will sich am Wiederaufbau beteiligen und zugleich seinen Einfluss in der Region stärken. Ein gewagtes Unterfangen in einem weiterhin instabilen Land, in dem der Islamische Staat noch immer über Schläferzellen verfügt. Zwei Explosionen nahe dem Hotel, in dem Macron übernachtet hatte, verletzten am 7. Juli 18 Menschen und zeigten, wie brüchig der Übergangsprozess ist.Kann Frankreich in dieser konfliktreichen Region gegenüber den USA und den regionalen Mächten an Einfluss gewinnen? Marine Le Pen: Ist die Justiz für den RN Waffe oder Klotz am Bein? Das Berufungsgericht von Paris verkündet heute seine Entscheidung über Marine Le Pens Ämtersperre. Verhängt wurde eine sogenannte Nichtwählbarkeit von 45 Monaten, davon 30 Monate auf Bewährung. Da die verbleibenden 15 Monate als bereits verbüßt gelten, kann Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl 2027 kandidieren. Innerhalb des Rassemblement National wird Jordan Bardella bereits als Alternative gehandelt. Doch inzwischen holen auch ihn juristische Ermittlungen ein: Die Europäische Staatsanwaltschaft ließ in vier Ländern Durchsuchungen vornehmen. Die rechtsextreme Partei wirft der Justiz vor, Einfluss auf den politischen Zeitplan zu nehmen, während die Richter betonen, ihre Entscheidung sei rein juristischer Natur. Wird dieses Urteil den RN ausbremsen oder ihm vielmehr ein neues Wahlkampfargument liefern? Außerdem: Marjorie Adelson befasst sich mit dem lukrativen Geschäft mit Sicherheitsausrüstung in Frankreich. Théophile Cossa berichtet über das Gespräch zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino im Oval Office, das während der Fußball-Weltmeisterschaft stattfand. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 11.07.2026 arte Sendung vom 13.07.2026
Folge 3859 (46 Min.)Die Recherche, die die Mauer des Schweigens in Frankreichs Küchen durchbricht Nach vierjähriger Recherche veröffentlicht die Journalistin Nora Bouazzouni ihr Buch Violences en cuisine. Une omerta à la française (Gewalt in der Küche. Eine französische Mauer des Schweigens, Points). Die Enthüllungsreportage aus dem Inneren der französischen Gastronomie versammelt Hunderte Zeugenaussagen über Gewalt, Demütigungen und schlechte Arbeitsbedingungen in den Küchen. Bouazzouni zeigt, wie das Prestige der Gastronomie dazu beiträgt, diese Praktiken zu verschweigen, und fragt, warum es in der Branche bislang keine wirkliche „MeToo“-Bewegung gegeben hat.Hitzewelle: Kann ein Klimanotstandsgesetz unser „kollektives Überleben“ sichern? Frankreich erlebt innerhalb weniger Wochen bereits die dritte Hitzewelle. In einem offenen Brief, der am 6. Juli in der Tageszeitung Le Monde veröffentlicht wurde, fordern rund hundert Wissenschaftler, Klimatologen, Juristen und Ökonomen ein Klimanotstandsgesetz. Unter anderem schlagen sie vor, Verantwortliche großer Unternehmen, die weiterhin auf fossile Energien setzen, strafrechtlich zu verfolgen und eigens für sie den Straftatbestand des „Globozids“ einzuführen. Außerdem fordern sie einen mit 20 Milliarden Euro ausgestatteten „Grünen Fonds“ für die Regionen. Der Aufruf erfolgte, nachdem TotalEnergies am 24. Juni – dem heißesten jemals in Frankreich gemessenen Tag – angekündigt hatte, in ein neues fossiles Energieprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu investieren. Außerdem: Marjorie Adelson berichtet über die Hauptrolle von Tilly Norwood, einer mithilfe künstlicher Intelligenz geschaffenen Schauspielerin, im Film Misaligned. Théophile Cossa erklärt, wie die elektronische Fußfessel funktioniert, die Marine Le Pen ein Jahr lang tragen muss. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 13.07.2026 arte Sendung vom 14.07.2026
Folge 3860 (46 Min.)Nicht alle Imperien führen nach Rom In einer Zeit, in der sich Wladimir Putin und Xi Jinping auf das Erbe großer Reiche berufen, um ihre geopolitischen Ambitionen zu rechtfertigen, lädt die Historikerin Marie Favereau dazu ein, den Begriff des Imperiums neu zu denken. In ihrem Buch „Les empires anciens“ (Die alten Reiche, Perrin) zeichnet sie 25 imperiale Herrschaftsformen nach und untersucht, wie diese Staaten das Zusammenleben verschiedener Völker, Sprachen und Religionen organisierten. Ist Wolodymyr Selenskyj der große Gewinner des NATO-Gipfels? Während Russland seine Angriffe auf die Ukraine fortsetzt, bekräftigten die Bündnismitglieder auf dem NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli ihr „unerschütterliches Engagement“ für die gemeinsame Verteidigung Kiews und sagten für 2026 und 2027 Hilfen in Höhe von 70 Milliarden Euro zu.Donald Trump kündigte an, der Ukraine die Lizenzproduktion von Patriot-Raketen zu gestatten. Das vom US-Unternehmen Raytheon entwickelte System wird vom US-Militär und von mehreren NATO-Staaten eingesetzt. Trotz dieser vielfältigen Unterstützung wird ein möglicher NATO-Beitritt der Ukraine in der Abschlusserklärung nicht erwähnt. Um Reisende zu beruhigen, wurde ein Gütesiegel gegen Bettwanzen für touristische Unterkünfte eingeführt. Marjorie Adelson berichtet über die Initiative. Wenige Stunden vor dem Spiel zwischen Frankreich und Marokko sorgt die Ansetzung von fünf argentinischen Schiedsrichtern für Kontroversen. Théophile Cossa erklärt, wie Schiedsrichter für bedeutende Spiele ausgewählt werden. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Di. 14.07.2026 arte Sendung vom 15.07.2026
Folge 3861 (46 Min.)Renaud Dély analysiert mit unseren Clubmitgliedern das aktuelle Geschehen. Heute dabei: Thomas Porcher (Ökonom, Mitglied der Économistes Atterrés), Philippe Manière (Publizist, Co-Gründer und Vorsitzender von Vae Solis Communications), Blanche Léridon (Leiterin der Frankreichstudien am Institut Montaigne) und die Pressezeichnerin Coco. NATO: Zwischen Donald Trump und den Europäern – eine Hassliebe? Auf dem NATO-Gipfel in Ankara brachte Donald Trump seinen Unmut über die Europäer zum Ausdruck. Er warf ihnen mangelnde Unterstützung in Bezug auf den Iran und Grönland vor und nahm anschließend Spanien ins Visier, das er als „hoffnungslosen Fall“ bezeichnete.Außerdem kündigte er an, jeglichen Handel mit Madrid einzustellen. Marine Le Pen: Haben die Wähler das letzte Wort – oder die Richter? Am Tag nach ihrer Verurteilung zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder absolvierte Marine Le Pen ihren ersten Wahlkampfauftritt in der Sarthe, wo sie von einem Teil des Publikums ausgebuht wurde. Sie forderte das Innenministerium auf, einen „normalen, gewaltfreien“ Wahlkampf zu gewährleisten. Zu Gast ist Pénélope Bagieu. In ihrem ersten dokumentarischen Comic „Incendie ! Canadair à la rescousse“ „Feuer! Löschflugzeuge im Einsatz“ sensibilisiert sie Kinder für die ökologischen Herausforderungen im Zusammenhang mit Waldbränden. Die Nationalversammlung hat in erster Lesung einen Gesetzentwurf angenommen, nach dem bei Polizisten und Gendarmen beim Schusswaffengebrauch künftig zunächst von Notwehr ausgegangen wird. Der LFI-Koordinator Emmanuel Bompard spricht von „völliger Straffreiheit“, während Innenminister Laurent Nuñez das Gesetz verteidigt – das Duell der Woche von Valérie Brochard. Angesichts der großen Hitze nehmen im Internet Betrugsfälle mit Ventilatoren und Klimaanlagen zu. Fanny Weil berichtet im Point Com. Der US-Milliardär Bryan Johnson, der dafür bekannt ist, jedes Jahr Millionen Dollar auszugeben, um seinen Alterungsprozess zu verlangsamen, hat bekannt gegeben, dass er an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung leidet. Das ist die Geschichte der Woche von Alix Van Pée. Außerdem: die Internationale Schlagzeile über Emmanuel Macrons Besuch in Syrien, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie Theoretisch von Aurore Vincenti über körperliche Aktivität, die die Lebenserwartung erhöhen könnte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 15.07.2026 arte Sendung vom 16.07.2026
Folge 3862 (46 Min.)Bild: ArteDeutsche TV-Premiere Do. 16.07.2026 arte Sendung vom 17.07.2026
Folge 3863 (46 Min.)Zum Neu- und Wiederentdecken: Gäste, die in den vergangenen Wochen im Studio von 28 Minuten zu Besuch waren. Auf dem Programm: (La)Horde und ihr engagierter Tanz im Zeichen aktueller Kämpfe; Antonin Baudry, Regisseur von La Bataille de Gaulle; die promovierte Pharmazeutin Clémence Marque über die Verstaatlichung lebenswichtiger Medikamente; die Geografin und Umweltexpertin Magali Reghezza-Zitt; Marc-André Selosse, Biologe und Professor am Muséum national d’Histoire naturelle, mit seinem Appell, die Biodiversität zu retten, um die Menschheit zu retten sowie der Freiwasserschwimmer und Abenteurer Stève Stievenart. Außerdem blicken wir zurück auf eines der Themen, die die jüngsten Nachrichten geprägt haben: den Boom beim Verkauf von Elektroautos in Frankreich. Und natürlich die Kolumnen von Victor Dekyvere, Xavier Mauduit und Marie Bonnisseau! (Text: arte)Deutsche TV-Premiere Fr. 17.07.2026 arte Sendung vom 19.07.2026
Folge 3864 (46 Min.)Zum Neu- und Wiederentdecken: Gäste, die in den vergangenen Wochen im Studio von 28 Minuten zu Besuch waren. Auf dem Programm: der lebensrettende Wattwurm mit dem Meeresbiologen Franck Zal; der Alarmruf von Emmanuelle Périé-Bardout, Rebreather-Taucherin und Co-Direktorin des Expeditionsprogramms Under The Pole, über unsere Ozeane, die still vor sich hin brennen; eine Analyse des Rückstands Frankreichs beim Umgang mit der Bipolarität mit dem Psychiater Michael Sikorav; psychedelische Substanzen als potenzielles therapeutisches Mittel mit der Psychiaterin Caroline Depuydt sowie der Forscher Fabien Esculier von der École nationale des ponts et chaussées. Außerdem blicken wir zurück auf eines der Themen, die die jüngsten Nachrichten geprägt haben: Kann man angesichts geopolitischer, gesundheitlicher und ökologischer Krisen überhaupt noch reisen? Und natürlich die Kolumnen von Victor Dekyvere, Xavier Mauduit und Marie Bonnisseau! (Text: arte)Deutsche TV-Premiere So. 19.07.2026 arte Sendung vom 20.07.2026
Folge 3865 (46 Min.)Krebs heilen: Das kühne Vorhaben eines französischen Forschers In einer am 18. März in Nature veröffentlichten Studie stellen der französische Genetiker Justin Eyquem und die Chemie-Nobelpreisträgerin Jennifer Doudna eine Methode vor, mit der sich Immunzellen direkt im Körper umprogrammieren lassen, um Krebs zu bekämpfen. Getestet wurde diese Technik an Mäusen mit Leukämie: Nach einer einzigen Injektion konnte die Krankheit bei fast allen behandelten Tieren beseitigt werden, da ihre Immunzellen in Waffen gegen den Krebs umgewandelt wurden. Justin Eyquem ist unser Gast. Hitzewellen in Serie: Geht Frankreich das Wasser aus? Drei Hitzewellen in zwei Monaten, wiederholte Waldbrände, seit Wochen kein Regen: Die Dürre in Frankreich verschärft sich.Am 13. Juli zählte VigiEau 98 Départements, die unter Beobachtung stehen und in denen Einschränkungen beim Wasserverbrauch verhängt werden könnten. Ein Viertel der kleinen Flüsse ist inzwischen ausgetrocknet, der Trinkwasserverbrauch ist sprunghaft gestiegen – in einigen Regionen um bis zu 50 Prozent -, und drei französische Kernreaktoren mussten abgeschaltet werden, um Schäden an aquatischen Ökosystemen durch erwärmtes Kühlwasser zu begrenzen. Am 16. Juli müssen sich Abgeordnete und Senatoren im Vermittlungsausschuss auf das Agrar-Notstandsgesetz einigen, in dem die Wasserverteilung eine zentrale Rolle spielt. Außerdem: Marjorie Adelson berichtet über das Auftauchen einer satirischen Statue von Donald Trump in der Nähe des Weißen Hauses. Das von einem Kollektiv anonymer Künstler geschaffene Werk nutzt eine Trophäe, um sich über Donald Trump und dessen Verstrickung in den Krieg gegen den Iran lustig zu machen. Théophile Cossa befasst sich mit dem Phänomen Paul Seixas: Mit nur 19 Jahren sicherte sich der Franzose seinen ersten Etappenpodestplatz bei der Tour de France. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mo. 20.07.2026 arte Sendung vom 21.07.2026
Folge 3866 (46 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 21.07.2026 arte Sendung vom 22.07.2026
Folge 3867 (46 Min.)(1): Wolodymyr Selenskyj bei der Parade am 14. Juli: Macrons europäisches Vermächtnis Bei seiner letzten Parade am 14. Juli vor der Präsidentschaftswahl inszenierte Emmanuel Macron ein wiederbewaffnetes Europa und ein Frankreich an vorderster Front. Die Zeremonie stand unter dem Motto „Strategisches Erwachen Europas“ und fand in Anwesenheit seines Ehrengastes Wolodymyr Selenskyj statt. (2): Lebensende: Frankreich schafft ein Recht auf Sterbehilfe – ein Akt der Solidarität? Die Nationalversammlung hat am 15. Juli 2026 das Gesetz zur Sterbehilfe endgültig verabschiedet. Der Text erlaubt unter bestimmten Bedingungen assistierten Suizid und in Ausnahmefällen aktive Sterbehilfe.Wir begrüßen Pauline Verduzier, eine auf Sexualität spezialisierte Journalistin. In ihrem Buch Trois soirs par semaine (Drei Abende pro Woche, Grasset) zeichnet sie die Entwicklung der Sexualität in der Ehe nach und hinterfragt den Maßstab für das Glück in der Partnerschaft. Am 13. Juli kündigte Marco Rubio an, den Internationalen Strafgerichtshof „Stein für Stein, wenn es sein muss“ zerschlagen zu wollen, und warf ihm vor, das „sogenannte Völkerrecht“ gegen die Vereinigten Staaten einzusetzen – das Duell der Woche von Valérie Brochard. Frankreich ist nach seiner Niederlage gegen Spanien im Halbfinale aus der Weltmeisterschaft ausgeschieden – Grund genug für Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Fanny Weil berichtet im Point Com. Laut zwei am 13. Juli veröffentlichten Recherchen der New York Times und von Haaretz soll der Mossad jahrelang versucht haben, den ehemaligen iranischen Präsidenten und Israel-Gegner Mahmud Ahmadinedschad zu umwerben, um ihn als Kontaktperson in Teheran zu gewinnen. Das ist die Geschichte der Woche von Alix Van Pée. Außerdem: die Internationale Schlagzeile zu den Waldbränden, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie Theoretisch von Aurore Vincenti über die Frage, ob das Patriarchat bereits bei den Primaten existierte. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Mi. 22.07.2026 arte Sendung vom 23.07.2026
Folge 3868 (46 Min.)Deutsche TV-Premiere Do. 23.07.2026 arte Sendung vom 24.07.2026
Folge 3869 (46 Min.)Bild: ArteMacht Napoleon wahnsinnig? Jean-Christophe Rufins neuer Aurel-Krimi Mit „Les Aventures d’Aurel le consul – La Folie Sainte-Hélène“ (dt. „Der Wahnsinn von St. Helena“, erschienen bei Calmann-Lévy) legt Jean-Christophe Rufin den siebten Band seiner erfolgreichen Krimireihe um den Konsul und Ermittler Aurel Timescu vor. Rufin, der selbst als Arzt, ehemaliger Botschafter, Mitbegründer von Ärzte ohne Grenzen und Mitglied der Académie française ein bewegtes Leben führt, verarbeitet in seinen Romanen eigene Erfahrungen – und gewährt durch die Figur des Aurel Timescu ungewöhnliche Einblicke in die Welt der Diplomatie.In seinem neuen Fall wird Timescu auf die abgelegene Insel St. Helena entsandt, um das rätselhafte Verschwinden eines Konsuls aufzuklären. Doch der Krimi ist mehr als nur eine spannende Ermittlung: Rufin verbindet die Handlung mit historischen und geopolitischen Themen und schafft so einen Roman, der Unterhaltung mit profundem Hintergrundwissen verbindet. WM 2026: Triumph von Geld und Politik? Unter Buhrufen betraten Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino das MetLife Stadium nahe New York, um den spanischen Fußballerinnen den Weltmeisterpokal zu überreichen. Doch die Zeremonie endete mit einem unübersehbaren Eklat: Nach der Übergabe versuchte der ehemalige US-Präsident, sich demonstrativ in das offizielle Siegerfoto der Mannschaft zu drängen. Infantino griff ein und zog Trump am Ärmel vom Podium weg. Das Turnier war bereits im Vorfeld von Diskussionen über die ungewöhnlich enge Beziehung zwischen Trump und dem FIFA-Chef überschattet worden. Doch nicht nur die politischen Verflechtungen sorgten für Kritik: Die Weltmeisterschaft stand ganz im Zeichen wirtschaftlicher Interessen. So wurden Tickets für das Finale für Zehntausende Dollar gehandelt, und selbst die Erfrischungspausen der Spielerinnen wurden in Werbeblöcke umgewandelt. Ab dem 4. August ist ein Lego-Set mit 4.000 Teilen zu Gustav Klimts „Kuss“ zum Preis von 299 Euro erhältlich. Marjorie Adelson berichtet über die Zusammenarbeit zwischen der Marke und dem Belvedere-Museum in Wien. Théophile Cossa gewährt einen Blick hinter die Kulissen des außergewöhnlichen Transports des Teppichs von Bayeux zum British Museum in London. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Fr. 24.07.2026 arte Sendung vom 25.07.2026
Folge 3870 (46 Min.)Die Comédie-Française auf der Leinwand Ab dem 22. Juli kommt „De la Comédie-Française“ in die Kinos – eine temporeiche Komödie, die drei Stunden vor einer Premiere spielt. Was als routinierter Abend beginnt, entwickelt sich zum turbulenten Balanceakt: Unvorhergesehene Pannen, persönliche Rivalitäten und abergläubische Rituale bringen die Aufführung an den Rand des Scheiterns. Bertrand Usclat und Martin Darondeau inszenieren gemeinsam mit Pauline Clément ein liebevoll-ironisches Porträt des Theateralltags. Mit viel Humor und Einfühlungsvermögen zeigen sie, was wirklich hinter den Kulissen der berühmten Bühne passiert. Pauline Clément ist im Film zu sehen – und verrät im Gespräch, wie viel Wahrheit in der Fiktion steckt.Andy Burnham in Downing Street: „Britain First“? Nur einen Tag nach seinem Amtsantritt als sechster britischer Premierminister innerhalb von zehn Jahren hat Andy Burnham am 21. Juli erste Maßnahmen angekündigt, um die Lebenshaltungskosten zu senken. Sein zentrales Versprechen: die vollständige Abschaffung der Obdachlosigkeit. Damit will der „König des Nordens“ und Nachfolger von Keir Starmer einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit markieren – und verspricht einen „Elektroschock“ sowie tiefgreifende Reformen. Der Vorstoß ist nur der erste Schritt: Noch in diesem Jahr soll ein umfassender Zehnjahres-Plan folgen, der Labour zurück zu ihren Wurzeln führen soll. Burnham inszeniert sich damit als Reformer, der nicht nur Worte, sondern konkrete Taten liefert – und setzt gleich zu Beginn ein starkes Zeichen. Außerdem: Marjorie Adelson berichtet über den archäologischen Fund einer 2.500 Jahre alten Nekropole unter einer Pastafabrik in der Nähe von Neapel, deren Schätze – darunter ägyptische Skarabäen – vom Austausch zwischen den Zivilisationen des Mittelmeerraums lange vor dem Römischen Reich zeugen. Théophile Cossa erklärt, wie Feuerwehrleute, Gendarmen und Förster Waldbrände untersuchen und deren Ursprung zurückverfolgen. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.07.2026 arte
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