Hans Meiser

    Hans Meiser

    D 1992–2001
    1700 Folgen
    Deutsche Erstausstrahlung: 14.09.1992 RTLplus

    Am 14. September 1992 entdeckt das Fernsehen den Nachmittag und ein Name wird Programm: Hans Meiser. Dem RTL Zuschauer als langjähriger Nachrichten-Anchorman und für seine Glaubwürdigkeit bekannt, bekommt er als erster deutscher „Daily Talker“ innerhalb eines Jahres alle populären Fernsehauszeichnungen verliehen: Das Goldene Kabel, die Goldene Kamera und den Bambi. Bis zum 16. März 2001 arbeitete seine Redaktion unermüdlich an der Aufdeckung von unseriösen Machenschaften, an aktuellen Reizthemen und stellte umstrittene Persönlichkeiten in den Mittelpunkt der Talk-Show. Nach fast einem Jahrzehnt und exakt 1700 Sendungen fiel im März 2001 auf eigenen Wunsch des Moderators mit einer spektakulären Abschiedsshow der Vorhang der Hans Meiser Talk-Arena. (Text: CreaTV)

    gezeigt bei Voll total

    Hans Meiser – Community

    iris (geb. 1978) am 28.03.2015: die sollten die serie wieder zeigen dank dieser serie hab ich was von erster hilfe gelernt .und ich hab mir jede einzelne angesehen und wen sie die wieder zeigen würden, würd ich sie mir nochmal ansehen
    Alex (geb. 1979) am 22.09.2010: Ich will die Serie "NOTRUF" wiedersehen mit Hans Meiser. Wiederholt wird heut zu tage jeder blödsinn, aber Kultserien usw. werden nicht wiederholt.*Traurig* Ich werde RTL- Sender usw. solange auf den Kecks gehen, bis Sie Notruf-Wiederholungen wieder ausstrahlen, und wenn sein muss Unterschriften sammeln usw. :o) Gruß Alex
    laura (geb. 1981) am 16.06.2009: ich fand den hans ja schon immer sehr gut aussehend deswegen hab ich mir nur seine show angesehen
    Gerd (geb. 1967) am 27.07.2007: Hans Meiser machte die Talkshow zu dem, was sie eigentlich repräsentierte. Meiser machte von vornherein kein Hehl, dass seine Show durchaus unnützes, aber durchaus unterhaltsames, lustiges Gequassel gleich einem Kaffeeklatsch ist. Meiser stellte von Anfang an klar, dass eine Talkshow nichts weiter ist, als mit Menschen zu quatschen und das das Ganze auch nichts zu bedeuten hat. Das war durchaus genial, denn es passte zu den Schlafzimmer- und anderen Schmuddelthemen, die die Deutschen sowieso immer interessiert haben. Diese Sendung hätte es verdient, dass man sie auch sonntags statt Sabine Christiansen sendet. Vorm Einschlafen wäre es dann nochmal für die Nation lustig geworden. Statt dessen durften sich wichtigtuerische Sebstdarsteller bei Sabine Christiansen präsentieren und taten noch so, als ob es in einer Talkshow überhaupt um etwas geht. Das ist aber nicht der Fall.
    ralfr (geb. 1967) am 03.01.2007: Hallo fand den Hans immer gut,, Hatte immer mein Spaß... Leute suche aus dem Jahr glaube 94,, die sendung Katastophen,,, Menschen die beim Unglück viel Glück hatten,,War in der Sendun,, Würd sie gern auf Dvd haben,, Da ist ne Freundin mit bei die leider Verstorben ist,und ich mit hier den Tag viel Spaß hatte,, Moni,,,,,,Werd dich nie vergessen,, Lg Ralf,,

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Einstündige werktägliche Nachmittags-Talkshow.

    Hans Meiser, der sich als Anchorman der RTL-Nachrichten einen Namen als lockerer, aber halbwegs seriöser Moderator gemacht hatte, wagte als Erster in Deutschland eine tägliche Talkshow nach amerikanischen Vorbildern. Pate standen vor allem Phil Donahue und Oprah Winfrey. Fast alles an dem Format war für deutsche Fernsehzuschauer neu: die Platzierung am Nachmittag (16.00 Uhr), die tägliche Ausstrahlung, die Besetzung mit nichtprominenten Gästen, die Beteiligung des Publikums an der Diskussion – anfangs taten sich die Zuschauer sichtlich schwer damit, den wildfremden Menschen auf der Bühne ihre Meinung zu sagen. RTL selbst beschrieb Hans Meiser 1994 so: „Eine Sendung, in der Menschen zu Wort kommen, über die man sonst nicht redet.“ So durften z. B. Klofrauen ihre schönsten Anekdoten erzählen.

    Anders als seine sämtlichen Kollegen stand Meiser weder im Publikum noch saß er bei den Gästen. Sein Platz war in einem Gang, der beide Gruppen voneinander trennte. Von dort eilte er gelegentlich ins Publikum, um Stimmen einzuholen. Der Moderator trat dabei betont schnoddrig auf („Ja, nun sind wir also zum ersten Mal da“, sagte er zu Beginn der Premierensendung) und verlor häufiger den Faden, womit er gern kokettierte. Themen mit sexuellem Bezug kamen von Anfang an vor, dominierten aber nicht. Meiser betonte dabei häufig, dass man am Nachmittag natürlich nicht schlüpfrig sein dürfe, und tat das so oft, bis die Schlüpfrigkeit sich nicht mehr steigern ließ. Das einfache Verb „stehen“ wurde in solchen Sendungen zu seinem beliebtesten Wort.

    Andererseits besprach Hans Meiser viele ernsthafte Themen und führte Diskussionen, denen man den Anspruch anmerkte, zu informieren oder gar aufzuklären. Thema der ersten Sendung waren Partneragenturen, in den folgenden Tagen ging es u. a. um die Homo-Ehe, Wunderkinder, Überschuldung und minderjährige Mütter. Besonders interessant waren im Lauf der Jahre etwa 1992 „Stumme Schreie – Gewalt gegen Kinder“, 1997 „Ihr lasst uns doch verrecken – Obdachlos in Deutschland“ und 2000 „Unbelehrbar? NPD-Anhänger im Kreuzverhör“. Am 4. September 2000 sollte es in einer Sendung unter dem Titel „Albtraum Schönheit – Ausgenutzt und Abgezockt“ um die Machenschaften des Schönheitschirurgen Dr. Spahn gehen. Obwohl diesem in Deutschland die Approbation entzogen worden war, schnippelte er im Ausland weiter. Im Publikum erwarteten ihn Kriminalbeamte, die ihn eine halbe Stunde vor der Live-Ausstrahlung verhafteten. In der Sendung am 29. September 1999 mit dem Thema „Hans macht dich zum Viva-Star“ wurde Oliver Pocher entdeckt und erstaunlicherweise zum Viva-Star gemacht.

    Hans Meiser entwickelte sich mit bis zu 4,8 Millionen Zuschauern zu einem Riesenerfolg, den viele in den nachfolgenden Jahren vergeblich zu kopieren versuchten. Die hauptsächlich auf Sex und Streit ausgerichtete Konkurrenz hatte jedoch auch Einfluss auf Meisers Themenauswahl, was sich besonders beim Wettstreit um jüngeres Publikum auswirkte. Meiser konnte zwar auch noch mit zehn weiteren täglichen Talkshows als direkter oder indirekter Konkurrenz die höchsten Einschaltquoten verzeichnen, hatte aber leider auch mit die ältesten Zuschauer. In der 850. Sendung liefen in den Werbepausen Spots für Lefax (gegen Blähungen), Fagorotin (für bessere Durchblutung), Cystofink (gegen Reizblasen), ABC-Pflaster und Biovital. Gegen den Trend sollten Sendungen wie „Ich rede nicht viel, ich schlag gleich zu“ und „Du bist doch bloß ein Flittchen“ wirken. Später bereute Meiser öffentlich, den Weg der „Schmuddeltalkshows“ mitgegangen zu sein.

    1999 lieferte er sich allerdings noch eine öffentliche Diskussion, die ungefähr auf dem Niveau seiner damaligen Talkshows lag. Die Sendung „Großmaul trifft Gewitterhexe“ war von der Bayerischen Landesmedienanstalt u. a. beanstandet worden, weil ein F-Wort nicht überpiepst worden war. Der Vorsitzende des Medienrats, Klaus Kopka, sagte öffentlich: „Was bei Hans Meiser läuft, ist unter aller Sau.“ Meiser schrieb ihm einen Brief und warf ihm vor, sein Amt „zur Instrumentalisierung seiner ganz persönlichen geschmäcklerischen Moralvorstellungen“ genutzt zu haben und provozierte ihn u. a. mit einem Kopka-Button, den er in seiner Sendung am Revers trug. Als in einer Sendung ein Gast zu einer dicken Frau sagte, er könne sich nicht vorstellen, „mit einem so dicken Pansen ins Bett zu gehen“, griff Meiser ironisch ein: „ … sonst muss ich ins Abendprogramm.“

    Seiner Zeit voraus war Hans Meiser auch, als er zwei Sendungen mit erfundenen, von Laiendarstellern nachgespielten Geschichten ausstrahlte: Die eine wurde als Aprilscherz produziert, lief aber verwirrenderweise schon am 31. März 1999 („Heute rechne ich mit Dir ab“), die andere wurde sechs Wochen später zum Muttertag gesendet. Das Thema lautete: „Mami, mit dir hab ich noch eine Rechnung offen“. In immer extremeren Situationen prügelten sich in diesen Sendungen Menschen auf der Bühne, Mütter gaben zu, mit ihren Schwiegersöhnen geschlafen zu haben und bewiesen dies durch Kenntnis des Intimschmucks. Erst am Schluss verriet Meiser, dass es sich um „Märchen“ handelte. Die Quoten der beiden Fake-Sendungen waren bombig.

    Anfang 2000 begannen die Quoten aller Daily Talks im Fernsehen zu bröckeln. RTL reduzierte die Zahl seiner fünf täglichen Talks und setzte Birte Karalus und Sabrina im Herbst 2000 ab. Nach acht Jahren auf dem Sendeplatz um 16.00 Uhr talkte Meiser ab jetzt bereits eine Stunde früher. Inzwischen waren auch seine Quoten drastisch zurückgegangen, was er mit Fassung trug („Ich bin nicht traurig, wenn ich diesen Job nicht mehr mache“). Es folgten noch Rettungsversuche durch mehr Live-Shows, die Zuschauern die Möglichkeit boten, direkt in der Sendung anzurufen (in den ersten Jahren war die Show noch regelmäßig live ausgestrahlt worden), sowie durch Versteckte-Kamera-Aktionen und allerlei halbgare Experimente. Doch ein halbes Jahr später war auch für Hans Meiser nach 1700 Talks Schluss. Die letzte Live-Sendung vom 17. Januar 2001 hatte das Thema „Was ist typisch deutsch?“. Als merkwürdiger Gag waren nur der Moderator und das Team angezogen, Gäste und Publikum trugen nichts als Unterwäsche. Die Diskussion war aber brav und sachlich.

    Die Sendung lief anfänglich um 16.00 Uhr, ab 2000 um 15.00 Uhr.