Bild: ZDF/Holger Neuhäuser
    Die biblischen Plagen – Bild: ZDF/Holger Neuhäuser

    Die biblischen Plagen

    Zorn Gottes oder Rache der Natur

    D 2009
    Deutsche Erstausstrahlung: 14.06.2009 ZDF

    Kaum eine Geschichte der Bibel wirkt so nachhaltig im Gedächtnis der Menschheit wie die Schilderung der Zehn Plagen. Innerhalb weniger Monate bricht über Ägypten eine Welle von Katastrophen herein, die Gott Jahwe als grausames Zeichen seiner Allmacht heraufbeschwört. Selbst im Vergleich zum 21. Jahrhundert mit seinen weltweiten Megadesastern überbieten die Biblischen Plagen alles bisher Dagewesene. Verunreinigungen, Verwüstungen, Seuchen und Tod – jede Plage erreicht ein beispielloses Ausmaß und trifft die Menschen am Nil härter als die vorherige.

    In fünf Kapiteln zeichnet das 2. Buch Moses ein dichtes Horrorszenario, das die Grundfesten des Pharaonenreichs bis ins Mark erschüttert. Am Ende der spektakulären Schau steht der Exodus der Israeliten. Der Pharao entlässt das Volk, das er Jahrzehnte lang unterdrückte, aus der Knechtschaft. Unter der Führerschaft von Moses macht sich ein riesiger Treck auf den Weg durch die Wüste. Dem Ruf in die Ferne folgen über 600.000 Menschen, wie die Bibel verkündet. Sie alle hoffen auf eine Heimat in Kanaan, dem Gelobten Land, in dem „Milch und Honig fließen“.

    Seit langem versuchen Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen herauszufinden, ob die Plagen auf wahren Begebenheiten beruhen oder pure Legende sind. Ägyptologen deuten das Jahrtausendereignis als mythisches Duell zwischen Jahwe und den zahlreichen Göttern im Nilland. Ihrer Ansicht nach ist die Erzählung ein Propagandatext, der den Kampf zwischen zwei religiösen Konzepten beschreibt: den Glauben der Israeliten an einen einzigen Gott gegen die Vor-stellung der Ägypter von einem Pantheon aus Tausenden jenseitiger Wesen.

    Naturwissenschaftler halten sich aus derartigen Diskussionen heraus. Sie nutzen die Heilige Schrift als historische Quelle und suchen vornehmlich nach harten Fakten. Die Fraktion konnte beweisen, dass der Bericht über die Plagen auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist. Vor über 3000 Jahren wurde das sensible Ökosystem des Nil immer wieder durch extreme Hochwasser und Dürreperioden aus dem Gleichgewicht geworfen. Die Folgen für die Bevölkerung waren verheerend, denn die gesamte Landwirtschaft des Reiches hing am Tropf des mächtigen Stroms.

    Noch Jahrhunderte nach den Schicksalsschlägen der Natur kursierten die Geschichten über jene dunklen Zeiten im Alten Vorderen Orient. Sie brannten sich auf ewig ins Gedächtnis der Menschen. Medizinische Papyri und uralte Weisheitslehren aus Ägypten liefern Hinweise auf außergewöhnliche Verseuchungen des Nil und der daraus resultierenden Kettenreaktion. Davon war auch Plinius der Ältere überzeugt. Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus vermutete der Vater der Naturkunde hinter den Zehn Plagen die Beschreibung massiver ökologischer Störungen. Der modernen Forschung dienen die lange unbeachteten Schriften als Bestätigung ihrer eigenen Erkenntnisse. (Text: ZDF)

    gezeigt bei Terra X

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