Alpine Natur, gelebte Tradition und Menschen mit Leidenschaft: Das Stubaital vereint auf einer Länge von 35 Kilometern – umrahmt von Dreitausendern – all das, was Tirol ausmacht. Im Winter wie im Sommer ist das Leben der Menschen im Stubaital geprägt vom Bergtourismus. Ihre Heimat zum Erlebnis für Gäste zu machen, ist für viele mehr als nur ein Beruf – ob für den Ski- und Bergführer, den Almgastronomen oder für die Gleitschirm-Fluglehrerin. Das Stubaital ist eines der touristischen Ballungszentren Tirols – begünstigt auch durch die Nähe zur Landeshauptstadt Innsbruck.
Mehrere Bergbahnen auf überschaubarem Raum und umfassende Wanderrouten sorgen dafür, dass die Bergwelten erkundet werden können. Im Winter dominiert der Skisport den Alltag im Stubaital. Die Inbetriebnahme der Stubaier Gletscherbahn 1973 hat maßgeblich zum touristischen Aufschwung des Tals beigetragen. Von der Bergstation am Stubaier Gletscher aus macht sich der Berg- und Skiführer Leonhard Siller aus Neustift am winterlichen Morgen mit einer kleinen Gruppe Gäste zu einer Skitour auf. Sein Alltag bewegt sich zwischen Berg und Tal.
Das erfordert Ausdauer. Wenn er von der Tour zurück ist, ruft noch die Arbeit auf seiner Landwirtschaft in Neustift. In den Sommermonaten bewirtschaftet Leonhard gemeinsam mit seiner Frau Martina die Nürnberger Hütte auf knapp 2300 Metern Seehöhe am Fuße des Wilden Freigers. Das ist gelebte Familientradition in vierter Generation. Seit 1914. Der Familientradition treu geblieben ist auch die Paragleiterin Johanna Eller. Bereits im Alter von 18 Monaten hat sie mit ihrem Vater, der 1986 in Neustift eine der ersten Drachen- und
Gleitschirmflugschulen Österreichs eröffnet hat, ihren ersten Tandemsprung absolviert.
Heute ist Johanna selbst Fluglehrerin. Der ideale Startplatz für ihre Übungsstunden befindet sich am Hang unmittelbar neben der Bergstation der Elfer-Bahnen. Die luftigen Höhen sind nicht das Einzige, was das Stubaital bekannt gemacht hat: Werkzeuge, Eispickel und Karabiner haben ihren Teil dazu beigetragen – die Produkte der Stubaier Werkzeugindustrie, die seit 1897 besteht. Peter Gleinser hat jahrzehntelang in der Werkzeugindustrie gearbeitet.
Inzwischen wacht er im örtlichen Schmiedemuseum über die stolze Geschichte der einst so zahlreichen Schmieden in Fulpmes. Feuer und Stahl: Daraus besteht die Welt von Michael Wilberger. Der junge Schmied hat sich auf die Produktion von Damastmessern spezialisiert. Darüber hinaus bietet er Messerschmiedekurse für Interessierte an. Im Zug der Industrialisierung wurde Fulpmes – und damit das Stubaital – mit der 1904 eröffneten Stubaitalbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die günstige Anbindung im öffentlichen Verkehr an das nah gelegene Innsbruck ist heute von großer Bedeutung für den Tourismus.
Imposant und erfrischend ist der Grawa-Wasserfall, Gastlichkeit und hochwertige Kulinarik bietet man auf der Tschangelair-Alm. Dort kümmert sich Peter Zittera um die höchstgelegene Quellwasser-Fischzuchtanlage der Alpen, in deren klarem Wasser Saiblinge und Forellen heranwachsen. Als Küchenchef ist Peter für das Wohl der Gäste zuständig – auf der Alm, aber auch im „Hoferwirt“, einem schmuckvollen Traditionsgasthaus in Neustift. Erbaut wurde das Haus im Jahr 1674, seit 1922 ist es im Besitz der Familie Zittera. (Text: 3sat)
Deutsche TV-PremiereMo. 12.10.20263sat
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