bisher 12 Folgen
War mein Uropa ein Nazi?
Folge 1 (32 Min.)
NS-Täter in der eigenen Familie? Autor Adrian Oeser mit Gedenkstättenleiter Oliver von Wrochem (re.) im ehemaligen KZ Neuengamme.Bild: HR„War mein Uropa ein Nazi?“ „Ja! – Aber warum weiß ich eigentlich nicht, was er genau gemacht hat? Und warum soll das überhaupt wichtig sein?“ Diese Fragen stellt sich Reporter Adrian Oeser und begibt sich auf Spurensuche in seiner Familie, in Archiven, in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Zwei Drittel der Deutschen denken, dass ihre Vorfahren keine Nazis waren. Und auch diejenigen, die wissen, dass sie Nazis in der Familie hatten, kennen meist keine Fakten. Die offizielle Erinnerungskultur wird seit Jahrzehnten gepflegt: mit Mahnmalen, Gedenkveranstaltungen, Jahrestagen. Doch die eigene Geschichte ist in vielen deutschen Familien immer noch ein Tabu, mit Tätern und Tatbeteiligten will niemand verwandt sein.Reporter Adrian Oeser weiß, dass sein Urgroßvater in der SS war. Für den Film will er herausfinden, was genau passiert ist. Er stößt auf umfangreiche Entnazifizierungsverfahren, SS-Personalakten und schließlich auf Unterlagen, mit denen er sich ein Bild von der Rolle seines Urgroßvaters machen kann. Dabei begleitet ihn immer die Frage: „Warum ist es in Deutschland so schwer, sich mit der Rolle der eigenen Vorfahren im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen?“ Wie wurde mit NS-Tätern in der Nachkriegszeit umgegangen? Und wie konnte es sein, dass sogar SS-Männer, die nachweislich hundert- oder tausendfach gemordet hatten, im Nachkriegsdeutschland nicht wegen Mordes verurteilt wurden? Neben Nachfahren von Tätern trifft Adrian Oeser auch Menschen, die als Kinder von Holocaust-Überlebenden mit vererbten Traumata zu kämpfen haben – und nicht selten mit Diskriminierung, auch heute noch. Der Film taucht ein in die NS-Biografie des Urgroßvaters und in eine Nachkriegsgeschichte, die zeigt, dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus noch lange nicht abgeschlossen ist. (Text: tagesschau24) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 20.01.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Do. 30.01.2025 hr-fernsehen Auf Diät Forever? Wie Kalorien Macht über uns erlangten
Folge 2 (30 Min.)Fast immer dreht sich bei Diäten alles um: die Kalorie. Sie ist keine neutrale Maßeinheit. Ihre Recherche führt Y-History- Reporterin Helena Brinkmann in die Zeit der Industrialisierung, als die Kalorie als politisches Instrument genutzt wurde, um Lohnerhöhungen abzuwehren. Die Kalorie zeigt sich durch die Jahrzehnte als mächtig und allgegenwärtig. Doch wäre man besser dran, wenn man sie einfach abschaffen würde? (Text: ARD Mediathek)Deutsche Streaming-Premiere Di. 25.02.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Do. 05.02.2026 MDR Atomkraft – wieder ans Netz?!
Folge 3 (34 Min.)Kaum hat Deutschland die letzten Atom-Meiler endgültig vom Netz genommen, wird der erneute Ausstieg vom Ausstieg diskutiert. Das wichtigste Argument der Fürsprecher*innen der Kernenergie: eine klimafreundliche Technologie ohne direkte CO2-Emissionen. Die Atomkraft erlebt in vielen europäischen Staaten einen regelrechten Boom, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Auch in Deutschland fordern junge Menschen den Wiedereinstieg in die zivile Nutzung der Kernenergie – und nennen sich dabei Umweltschützer. Reporter Nico Schmolke ist 1991 geboren und kennt vor allem die Prostete gegen die Atomkraft und fragt sich jetzt: „Warum wollen junge Menschen plötzlich zurück zur Kernenergie? Woher kommt das Umdenken? Und wie realistisch wäre das wirklich?“ Dabei begibt er sich auf eine Erkenntnisreise durch sechs Jahrzehnte Atomkraft-Geschichte, angefangen in den 1960er Jahren, als die Atomkraft als „sauberster Strom der Welt“ gepriesen wurde, ehe sie in den 1990er Jahren zur „schlimmsten Hinterlassenschaft an zukünftige Generationen“ wurde – und nun von einigen wieder als „gangbarer Weg“ der Energiegewinnung deklariert wird.Er stellt fest: Ein Thema, bei dem Wunsch und Wirklichkeit immer wieder kollidieren und das viel erzählt über Debattenkultur und deutsche Sonderwege. (Text: hr-fernsehen) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 23.04.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Do. 31.07.2025 hr-fernsehen Söldner – Töten für Geld
Folge 4 (29 Min.)Bild: MDR/Milan SchniederMartialisches Auftreten, brutale Kampfeinsätze und Tote, über die niemand spricht, Namen wie die russische „Wagner“-Truppe oder die US-Firma „Blackwater“: Das ist das Bild moderner Söldner und Legionäre. Gefährliche Einsätze für Staaten oder Organisationen, zu denen man nicht gehört – für eine Sache, mit der man eigentlich nichts zu tun hat. Kämpfen und wenn nötig Töten als Geschäft – warum entscheidet man sich dafür und was macht das mit einem? Reporter Milan geht auf die Suche nach Menschen, die das erlebt haben oder die diesen Weg für sich gehen wollen – und er fragt nach dem Riesen-Geschäft hinter der individuellen Berufsentscheidung. (Text: MDR)Deutsche TV-Premiere Do. 29.05.2025 MDR Deutsche Streaming-Premiere Do. 05.06.2025 ARD Mediathek Warum kein Rauchverbot?
Folge 5 (32 Min.)Dass Rauchen schlecht ist, wissen wirklich alle. Und trotzdem hängt in Deutschland immer noch knapp jeder Fünfte am „Glimmstängel“. Vor allem Jüngere rauchen wieder mehr. Y-History-Reporterin Sophie Labitzke wagt nach elf Jahren Zigarette den Rauchstopp und fragt sich: Wie hat der Hype um das Rauchen eigentlich angefangen und warum sind wir immer noch nicht weg davon? Schon die Nazis wollten das „Rassengift“, die Zigarette, loswerden. Aber mit der Kippe ließ sich gleichzeitig auch sehr gut Propaganda machen, erklärt Dirk Schindelbeck.Auf der Dresdner Tabakmoschee „Yenidze“ sprechen der Historiker und Reporterin Sophie über die Anfänge der Zigarette in Deutschland und über ihre sich wandelnde Bedeutung in der Gesellschaft, etwa wenn es um Emanzipation der Frauen ging. Bis 1974 durfte in Radio und Fernsehen noch für Tabak geworben werden – etwa mit dem coolen „Marlboro-Mann“ oder dem „HB-Männchen“. Frank Denecke kennt sie noch alle. Der 61-Jährige erzählt von langen, verrauchten Autofahrten mit der Familie, seiner ersten Zigarette und der Diagnose Kehlkopfkrebs, die er vor rund zwölf Jahren bekam. Wäre der Krebs nicht gewesen, würde er heute immer noch rauchen, sagt er. Die positiven Erinnerungen, die er an die Zeit mit der Zigarette hat, überwiegen. Auch junge Menschen in Deutschland finden offenbar wieder Gefallen am Rauchen. 2022 haben 15,9 Prozent der 14- bis 17-Jährigen geraucht: fast doppelt so viele wie noch im Jahr davor, wie Daten der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) zeigen. Und auch 2024 bleiben die Zahlen bei jüngeren Menschen von 14–24 Jahren hoch, vor allem, wenn es um Tabak UND E-Zigaretten geht. In einer Bremer Raucherkneipe spricht Sophie mit Lale und Caro darüber, warum sie während der Corona-Pandemie angefangen haben. In ihrem Freundeskreis rauchen viele, erzählen sie. Nicht nur wegen der hohen Anzahl an Raucher:innen empfindet die WHO Deutschlands Tabakpolitik als zu „lax“ – warum es immer noch nicht mehr Rauchverbote gibt, fragt Sophie die Bundespolitikerin Linda Heitmann, die für die Grünen im Gesundheitsausschuss sitzt. Seit dem Nichtraucherschutzgesetz 2007 habe sich zwar einiges getan, aber wenn es um das Rauchen geht, wolle sich niemand unbeliebt machen, so die Politikerin. Dass die Tabakindustrie einen großen Anteil am Zigarettenkonsum in Deutschland hat, bestreitet Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuwertiger Erzeugnisse. In Schweden ist Rauchen verpönt: Mit gerade einmal knapp sechs Prozent Raucheranteil in der Bevölkerung gilt das Land statistisch gesehen fast als rauchfrei. Darüber, wie das Land das geschafft hat, spricht Sophie mit der Suchtforscherin Louise Adermark. Die Wissenschaftlerin macht sich allerdings Sorgen, dass durch die niedrigschwellige Verfügbarkeit von Tabakalternativprodukten wie Snus, Nikotinbeuteln oder Vapes wieder mehr Menschen Nikotin konsumieren würden. Die gesundheitlichen Risiken vieler Alternativen seien noch nicht vollends erforscht. Auf ihrem Weg zur Nichtraucherin stellt Sophie fest, wie oft sie im Alltag Tabakkonsum ausgesetzt ist. Was hat die Diskussionen über das Rauchen so sehr aufgeheizt und was stoppt heute weitere Rauchverbote und Gesetze? (Text: ARD) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 07.07.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mo. 04.08.2025 Das Erste Racial Profiling, hat das Tradition?
Folge 6Die Polizei steht vermehrt wegen mutmaßlich rassistischer Verhaltensweisen in der Kritik – wehrt sich jedoch gegen Pauschalverurteilungen. Reporterin Celia Parbey, selbst Person of Color, kennt Racial Profiling durch die deutsche Polizei seit ihrer Kindheit und auch als Journalistin stößt sie immer wieder auf Fälle von Diskriminierung marginalisierter Gruppen. Fünf Jahre nach dem Beginn der Black-Lives-Matter-Bewegung stellt sie sich die Frage, inwiefern Rassismus in der Polizei historische Wurzeln hat. (Text: ARD)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 18.08.2025 ARD Mediathek Arbeit 4.0 – Macht KI meinen Job kaputt?
Folge 7 (30 Min.)Y-History-Reporterin Julia Freistedt erlebt mit Ärzten, Forschern und Kreativen, was KI kann – und was sie möglicherweise besser kann als wir. Und sie begibt sich auf eine Reise durch mehr als 100 Jahre Industrie- und Sozialgeschichte.Bild: HRDer Weberaufstand, Henry Fords Fließband, Computer im Büro: Mit jedem technischen Entwicklungsschub müssen Menschen um ihre Arbeit fürchten. Und reagieren mit Maschinensturm und Massenprotesten, bis sich dann oft herausstellt: Fortschritt kostet zwar Arbeitsplätze, oft bringt er aber auch mehr Lebensqualität und Wohlstand. Das zumindest liest Reporterin Julia Freistedt, als sie für diesen Film recherchiert. Und klar: Dabei nutzt sie auch Künstliche Intelligenzen wie Perplexity oder ChatGPT. Sorgen hat ihr das lange nicht gemacht: „Ich mache schließlich was mit dem Kopf.Das kann mir keiner wegnehmen.“ Doch mittlerweile fragt sie sich: Wie lange noch? Ist das echt „nur“ Arbeit 4.0, mit den üblichen Risiken und Nebenwirkungen? Oder geht es jetzt ans Eingemachte? Wird – nach drei Industriellen Revolutionen – zum ersten Mal in der Geschichte menschliche Arbeit insgesamt überflüssig? Julia Freistedt erlebt mit Ärzten, Forscherinnen und Kreativen, was KI kann – und was sie möglicherweise besser kann als wir. Und sie begibt sich auf eine Reise durch mehr als 100 Jahre Industrie- und Sozialgeschichte. Was sie in den TV-Archiven findet, hält uns den Spiegel vor: die Fortschrittsgläubigkeit der 1950er und 60er (Lochkarten im Büro!), die Ängste der 1970er und 80er (Roboter in den Werkshallen!), das Staunen über die ersten Desktops und gruselige Musikmaschinen. Das ist mal spannend, mal ein Aufreger – und gerne auch mal lustig. Denn selbst Träume und Albträume haben hin und wieder eine komische Seite … (Text: ARD) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 05.09.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mo. 15.09.2025 Das Erste Die ADHS-Karriere – Vom Zappelphilipp-Syndrom zum Internet-Hype
Folge 8 (30 Min.)Dr. Astrid Neuy-Lobkowicz, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, ADHS SpezialistinBild: MDR/Lena Elfers4,5 Millionen Ergebnisse erscheinen, gibt man den Begriff ADHD (englisch für ADHS) bei TikTok ein. In einer neuen „Y-History“-Reportage des MDR trifft Reporter Rieke (Friederike Franke) Betroffene, Expert:innen und fragt vor allem, warum es so lange gedauert hat, bis die Störung überhaupt erst in den Blick der Forschung geriet. Und welche Relevanz ADHS bei Erwachsenen, vor allem bei Frauen hat. (Text: MDR)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.10.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Mi. 29.10.2025 MDR Tabu Nacktheit – Sind wir prüder als unsere Eltern?
Folge 9 (30 Min.)HESSISCHER RUNDFUNK Y-HISTORY: TABU NACKTHEIT – SIND WIR PRÜDER ALS UNSERE ELTERN? Wie bekommt man die jungen Leute in den Verein? Stefan Neuwirth (re.) vom FKK-Verein Oberhessen, im Gespräch mit Reporterin Lisa, weiß nicht weiter.Bild: HR/Marina SchniedersEin sonniger Nachmittag in Berlin: Auf dem Tempelhofer Feld trifft sich eine kleine Gruppe zum Picknick – oben ohne. Aber nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen. „Brust raus!“ ist das Motto. Gleiches Recht für alle, findet Aktivistin Feli und will weibliche Brüste so enttabuisieren. Denn echte nackte Körper im Alltag zu sehen, ist immer noch ein Tabu – während wir in den sozialen Medien und in der Werbung damit zugespamt werden. Wie passt das zusammen? Y-History-Reporterin Lisa Muckelberg will verstehen, warum gerade unter den Jüngeren Nacktsein verpönt ist – während unsere Eltern textilfrei und entspannt am Strand lagen.Deutschland gilt schließlich als Vorreiter der Freikörperkultur. Lisa gräbt im Filmarchiv und sieht, dass es schon in den 1920ern einen echten Kult um Nacktheit gab – der dann in der NS-Zeit politisch instrumentalisiert wurde. In der DDR dagegen war sie eine der wenigen Freiheiten im unfreien System, erzählt Zeitzeugin Jeanette der Reporterin am FKK-Strand. Doch FKK hat ein Nachwuchsproblem, erfährt Lisa beim Besuch eines kleinen hessischen Vereins. Das Durchschnittsalter auf dem Platz liegt bei 66 Jahren, und auf dem eifrig gepflegten Spielplatz haben schon lange keine Kinder mehr gespielt. „Mein Junior würde niemals hierherkommen“, erzählt FKK-Camper Stefan: „Wegen der Nacktheit.“ Woran liegt das? Verbinden wir Nacktheit heute nur noch mit Sexualität? Fühlen wir uns bewertet? Um das herauszufinden, trifft Lisa die spicy Influencerin Susanna. Sie zeigt sich und ihren Körper gern freizügig und hat kein Problem, beim Einkaufen für die nächste sexpositive Party darüber zu sprechen – im Gegenteil. Ein ganz anderer Ansatz als der der Berliner Aktivistinnen: Sie wollen den nackten Körper normalisieren und entsexualisieren. Nicht nur mit dem Oben-Ohne-Picknick – Aktivistin Feli macht auch Fotos von Genitalien und stellt sie aus. Zwischen diesen Fronten versucht Reporterin Lisa nicht nur die großen gesellschaftlichen Fragen zu klären, sondern auch mit ihrer eigenen Nacktheit zurecht zu kommen und an die eigenen Grenzen zu gehen. (Text: hr-fernsehen) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 17.11.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 10.03.2026 hr-fernsehen Aids und die 80er – wie lebte mein queerer Onkel Fred?
Folge 10 (35 Min.)Sabrina Bernd arbeitet im Forum Queeres Archiv München und hilft Y-History-Reporter Phillip Syvarth bei der Spurensuche nach Onkel Fred.Bild: RB/BR/Robin WormsClaudes Onkel Fred war in den Achtzigern ein wichtiger Bestandteil der queeren Community in München, seine Bar „Freds Pub“ ein zentraler Anlaufpunkt. Doch als ein neues Virus nach Deutschland kommt, wird Fred krank – 1998 stirbt er an AIDS. Jetzt sucht sein Neffe nach Antworten. Claude fragt sich: Wer war mein Onkel wirklich und wie hat die AIDS-Krise sein Leben verändert? Reporter Phillip Syvarth hilft Claude bei der Spurensuche. Die Reportage beleuchtet zum Weltaidstag persönliche Schicksale, politische Kämpfe und den unerschütterlichen Mut der queeren Community. (Text: BR)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 01.12.2025 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere So. 18.01.2026 BR 100 Jahre auf Koks
Folge 11 (30 Min.)„Y-History: 100 Jahre auf Koks“.Bild: Radio Bremen/Josephine Gotzes/Imago Allstar/Adobe Stock dima„Kokain ist ein Lifestyle – jeder macht das.“ Mit diesen Sätzen beginnt ein Abend einer jungen Partygruppe, die „Y-History: 100 Jahre auf Koks“ bei ihrem Kokainkonsum begleitet. Der Film fragt, wie Kokain in der Mitte der Gesellschaft ankommen konnte – und warum der Konsum heute für viele nicht mehr als Ausnahme, sondern als Normalität gilt. Y-History-Reporterin Carolin von der Groeben trifft Konsumierende, einen ehemaligen Kokstaxi-Fahrer und einen Menschen, der durch Kokain alles verloren hat – und fragt, wie Kokain zur Volksdroge werden konnte.Die Reportage erzählt 100 Jahre Kokain in Deutschland: von den Exzessen der Weimarer Republik über die Rock-’n’-Roll-Jahre mit Udo Lindenbergs Bassisten Steffi Stephan bis zur heutigen Koksschwemme. Koks gehört heute für einige selbstverständlich zum Feiern dazu. In Clubs, auf Hauspartys, bei Afterhours: Der Konsum findet offen statt, oft beiläufig, fast routiniert. Carolin von der Groeben erlebt aus nächster Nähe, wie sehr Kokain Teil des Ausgehrituals geworden ist – als Stimmungsbooster, als Leistungsversprechen, als scheinbar kontrollierter Genuss. Diese Normalisierung erlebt die Y-History-Reporterin auch in ihrem eigenen Umfeld. In Berlin sind Kokstaxis allgegenwärtig und Apps, über die sich Kokain scheinbar mühelos bestellen lässt, weit verbreitet. Doch warum ist ausgerechnet Kokain zu solch einer populären Droge in Deutschland geworden? Und was sagt dieser Boom über den Zustand der Gesellschaft aus? Der Film erzählt die Geschichte von 100 Jahren Kokain in Deutschland – von den Exzessen der Weimarer Republik bis zur Gegenwart. Ein zentrales Kapitel spielt im deutschen Rock-’n’-Roll-Mythos: Carolin von der Groeben trifft Steffi Stephan, Bassist im Panikorchester und seit über sechs Jahrzehnten eng mit Udo Lindenberg verbunden. Stephan spricht ungewöhnlich offen über den Kokainkonsum im Band- und Tourleben der 1970er- und 1980er-Jahre – vor und nach Auftritten, auf Tour, im Tourbus. Eine bislang unveröffentlichte Tonaufnahme aus den 1980ern dokumentiert diese Zeit: Man hört, wie Lines von Kokain gelegt werden, wie die Stimmung kippt. Stephan sagt rückblickend, er habe damals „das ganze Kokain für sich alleine weggezogen“. Heute blickt er ohne Verklärung auf diese Jahre zurück. Kokain habe ihm nichts gebracht, sagt Stephan – und er ist überzeugt: Hätte er nicht rechtzeitig aufgehört, hätte er es nicht überlebt. Viele andere hätten diese Zeit nicht überstanden. Neben jungen Konsumierenden spricht Carolin von der Groeben mit einem ehemaligen Kokstaxi-Fahrer, der jahrelang kleine Mengen an ganz unterschiedliche Kundschaft geliefert hat. Ein ehemaliger Drogenschmuggler schildert, wie sich Handel, Nachfrage und Strukturen über Jahrzehnte verändert haben. Neben den Einblicken in Konsum, Handel und Geschichte begleitet der Film auch einen Menschen, der durch Kokain alles verloren hat. Er erzählt, wie aus gelegentlichem Konsum eine Abhängigkeit wurde – und wie Kokain Schritt für Schritt Beziehungen, Arbeit und Selbstkontrolle zerstörte. Seine Geschichte macht deutlich, wie sehr Kokain psychisch abhängig macht. Der Preis für den Rausch ist hoch – und wird oft erst sichtbar, wenn es zu spät ist. (Text: ARD) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.02.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 10.02.2026 Das Erste Die Syphilis ist zurück
Folge 12 (30 Min.)Syphilis – Eine intime Geschichte Y-History Ein Film von Helena Brinkmann Helena Brinkmann besucht den Ort in Frankfurt, an dem das erste wirksame Medikament gegen die Syphilis erfunden wurde – hier im Gespräch mit Arzt Thomas Lutz und Dr. Klaus Cussler (Mitte), der sich um das historische Labor kümmert.Bild: HR/Michael ReichertDie Geschlechtskrankheit Syphilis ist mehr als eine Diagnose – sie ist ein gesellschaftliches Urteil. Dieser Film erzählt von dieser gefährlichen Krankheit, die Leid, Lust und Scham seit Jahrhunderten miteinander verknüpft – und heute wieder auf dem Vormarsch ist. Der Film verbindet persönliche Schicksale mit Medizingeschichte und Gegenwart. Er zeigt, warum Syphilis bis heute beschämt – und warum wir endlich anfangen müssen, offen darüber zu sprechen. Reporterin Helena Brinkmann trifft Ben, der sich kürzlich mit Syphilis infiziert hat und ihr erzählt, was die Diagnose mit ihm gemacht hat, wie seine Ärzte reagierten und warum er trotz seiner Offenheit anonym bleiben möchte.Denn die Kranken sind immer noch stigmatisiert, obwohl Syphilis heute mit Antibiotikum geheilt werden kann. Im Infektiologikum Frankfurt begleitet sie Dr. Thomas Lutz durch den medizinischen Alltag und trifft einen Patienten, der sich testen lässt. Der Blick zurück zeigt, wie anders die Krankheit früher behandelt wurde: Im historischen Labor von Paul Ehrlich wird deutlich, welche Zeitenwende der medizinische Durchbruch des 19. Jahrhunderts bedeutete. Historiker Eduard Winter führt durch den Narrenturm in Wien und macht sichtbar, wie Syphilis über Jahrhunderte Angst, Stigmatisierung und brutale Behandlungen nach sich zog – festgehalten in Moulagen und originalen Krankenakten. Doch die Krankheit war nie nur medizinisch, sondern immer auch politisch: Mit Angelika Börner spricht sie über ihre traumatischen Erfahrungen in einer sogenannten „Tripperburg“ der DDR, in der sie als Jugendliche im Namen der Medizin eingesperrt und misshandelt wurde. Medizin-Influencerin Sri erklärt, warum sexuell übertragbare Krankheiten online kaum vorkommen – und warum Aufklärung in queeren Communities oft weiter ist als anderswo. (Text: hr-fernsehen) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.03.2026 ARD Mediathek Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 hr-fernsehen
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