bisher 2 Folgen

  • Folge 1 (45 Min.)
    In Wien spricht Jessy Wellmer mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Während seiner Amtszeit wurde Anfang der 2000er das Beamtensystem in Österreich grundlegend reformiert. – Bild: NDR/​beckground tv/​Tom Schünemann
    In Wien spricht Jessy Wellmer mit dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Während seiner Amtszeit wurde Anfang der 2000er das Beamtensystem in Österreich grundlegend reformiert.
    Es wird wieder heftig diskutiert über das Beamtentum in Deutschland: Vor dem Hintergrund der großen Reformen der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung und den damit verbundenen sozialen Einschnitten stellen sich die Fragen: Sind die Privilegien, die Staatsdiener genießen, noch zeitgemäß? Ist es gerecht, dass Beamte von der Sozialversicherungspflicht befreit sind, dass ihr Pensionsniveau deutlich über dem der Rente bei Angestellten liegt und sie in der Regel privat krankenversichert sind? Kann sich Deutschland eine solche privilegierte Gruppe noch leisten? Wie reformfähig ist das Land, wenn es um das Beamtentum geht? Diesen Fragen geht Jessy Wellmer in ihrer neuen Reportage „Deutschland, deine Beamten: Zeit für Reformen?“ nach. „Ohne Beamte würden Teile unseres Staates nicht funktionieren. Unser Anspruch ist es, einmal ganz sachlich zu schauen, in welchen Bereichen wir noch Beamte brauchen und welche Privilegien noch gerechtfertigt sind“, so Jessy Wellmer. Auf der Suche nach Antworten besucht Jessy Wellmer unter anderem zwei Gymnasiallehrerinnen in Chemnitz. Beide arbeiten an derselben Schule – eine ist verbeamtet, eine nicht. Obwohl sie die gleiche Arbeit leisten, verdient die Beamtin mehr und ist im Alter deutlich besser abgesichert. Empfinden die Kolleginnen das als gerecht? Und wünschen sie sich eine Änderung des bestehenden Systems? Müssen Lehrerinnen überhaupt verbeamtet sein? Jessy Wellmer trifft andererseits die oberste Steuerfahnderin von Nordrhein-Westfalen, Stephanie Thien, für deren Arbeit der Beamtenstatus elementar wichtig ist. Mit der Komikerin Tülin Sezgin, die früher auch Beamtin war, spricht Jessy Wellmer über Klischees und Wirklichkeit des Beamtenalltags. Und sie erfährt bei einem weiteren Dreh, dass nicht jeder Beamte auf Rosen gebettet ist. Schließlich beschäftigt sich Jessy Wellmer mit der Frage, wie eine Reform aussehen könnte – in Gesprächen mit Politikern und dem Chef des DBB Beamtenbundes, Volker Geyer. Ihre Recherche führt sie zudem nach Österreich, wo das Beamtensystem schon Anfang der 2000er-Jahre grundlegend reformiert wurde. Ergänzt wird die Reportage mit einer exklusiven infratest-dimap-Umfrage: Wie blicken die Deutschen auf die Beamten? Und wie notwendig erachten sie Reformen? (Text: ARD)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 16.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 19.10.2026 Das Erste
  • Folge 2 (45 Min.)
    Caren Miosga mit Petra Junker-Jung und deren Tochter Kim Junker-Mogalle. Petra Junker-Jung hat nach einem Hirnaneurysma und mehreren Schlaganfällen Pflegegrad 5 und wurde acht Jahre lang zu Hause gepflegt.
    Es ist eine riesige Gruppe: Bis zu zehn Millionen Menschen pflegen in Deutschland ihre Angehörigen zu Hause. Hinter dieser Zahl stehen persönliche Schicksale, die der Pflegebedürftigen selbst, aber auch die der Familien, die diese Pflege leisten und für eine würdevolle Betreuung kämpfen. Caren Miosga hat sich für diese Dokumentation auf den Weg gemacht, diese Menschen zu treffen. Und sie erzählt dabei auch von sich selbst. Pflege ist in Deutschland vielfach eine stille Angelegenheit: Sie findet zu 85 Prozent zu Hause statt, hinter geschlossenen Türen, getragen von Menschen, die selten gefragt werden, wie es ihnen dabei geht. Bis zu 49 Stunden Arbeit leisten pflegende Angehörige pro Woche – oft ohne Anerkennung, ohne Auszeit, ohne Aussicht auf Entlastung. Für viele bedeutet dieser Alltag eine enorme, oft erdrückende Belastung. „Der Gedanke daran, dass ich es irgendwann nicht mehr schaffe, lässt mich verzweifeln“, sagt Jürgen Mehl, der seit Jahren seine Frau pflegt. Gleichzeitig ist ihre Arbeit für das deutsche Pflegesystem unverzichtbar: Ausreichend Heimplätze oder Kapazitäten professioneller Pflegedienste sind nicht vorhanden. Und ein Pflegesystem ohne die flächendeckende Versorgung durch Millionen von Angehörigen wäre schlicht nicht finanzierbar. Wie groß diese Belastung wirklich ist, mit welchen Herausforderungen pflegende Angehörige täglich zu kämpfen haben und wie sie auf die Zukunft der Pflege blicken, das erzählt diese Dokumentation mit eindringlichen Begegnungen und ehrlichen Einblicken in ein Thema, das angesichts des demografischen Wandels dringlicher ist denn je. Wie wollen wir als Gesellschaft mit Pflege umgehen? Welchen Stellenwert messen wir ihr bei? Und was bedeutet es, alt und auf Hilfe angewiesen zu sein – in Würde? Auch Caren Miosga erging es so: Als ihre Mutter pflegebedürftiger wird und ihr Vater mit der Pflege seiner Frau zunehmend an seine Grenzen gerät, müssen sie und ihre Geschwister sich plötzlich ganz neuen Fragen stellen. Was ist das Beste für unsere Eltern? Was kommt auf uns zu? Welche Entscheidungen sind zu treffen? Was bedeutet es, so lange wie möglich zu Hause gepflegt zu werden? „Deshalb ist dieses Thema für mich nicht irgendeines, sondern ein ganz persönliches“, sagt Caren Miosga. „Viele der Fragen und Probleme, die in diesem Film zur Sprache kommen, kenne ich von zu Hause.“ Diese persönlichen Fragen sind der Ausgangspunkt einer Reportage, in der Caren Miosga pflegende Angehörige trifft, die sich seit vielen Jahren aufopfernd um ihre erkrankten Partner oder Familienangehörigen kümmern. Es sind Menschen, die schildern, wie Pflege ihren Alltag durchdringt und verändert. Die Zeiten, in denen es gelingt, und die Momente, in denen alles zu viel wird. Menschen, die beklagen, dass fast alle nach den Pflegebedürftigen fragen, aber kaum jemand nach ihnen selbst. Eine von ihnen ist Angelina Kusterer, die seit Jahren ihre beiden Eltern pflegt und dafür Job, Freizeit und eigene Pläne aufgegeben hat. Sie beschreibt in dieser Dokumentation einen Moment, der zeigt, wie nah die Grenzen des Erträglichen sein können: „Ich war so am Ende, dass ich in dem Moment überlegt habe, ob ich jetzt einfach vom Balkon ’runterspringe. Und dann hat es ein Ende.“ Es ist ein Satz, der aufwühlt und der zugleich stellvertretend steht für das, was Millionen in Deutschland im Verborgenen durchleben. Neben solchen Momenten der Erschöpfung und Verzweiflung erlebt man in diesem Film auch eine tiefe Opferbereitschaft und liebevolle Zuwendung. Einblicke in Pflegesituationen, die für Betroffene alltägliche Herausforderung sind und die alle anderen mit einer Frage zurücklassen: Wie würde ich mich in ähnlicher Lage verhalten? Zu Wort kommen auch Menschen, die das Thema Pflege mit Blick auf die Herausforderungen für Angehörige und die anstehende Pflegereform einordnen. Denn obwohl jeder Mensch einmal alt, krank und auf Unterstützung angewiesen sein wird, beschäftigen sich die meisten erst damit, wenn es unausweichlich ist. Diese Dokumentation verdeutlicht, worüber die Menschen dieser Gesellschaft schon heute denken und entscheiden sollten. (Text: ARD)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 23.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 26.10.2026 Das Erste
Erhalte Neuigkeiten zu Wie reformfähig ist Deutschland? direkt auf dein Handy. Kostenlos per App-Benachrichtigung. Kostenlos mit der fernsehserien.de App.
Alle Neuigkeiten zu Wie reformfähig ist Deutschland? und weiteren Serien deiner Liste findest du in deinem persönlichen Feed.

Hol dir jetzt die fernsehserien.de App