Im Jahr 2002 strandeten mehr als 15 Wale an der Küste Fuerteventuras. Die Einheimischen stellten rasch eine Verbindung zu einem NATO-Seemanöver her, das mit 58 Schiffen in der Nacht zuvor das Aufspüren von U-Booten übte. Die Sonare der Marine waren im Einsatz, um über die zurückgeworfenen Echos die Standorte der U-Boote zu bestimmen. Doch das Militär wies jeden Zusammenhang mit rätselhaften Walstrandungen zurück. Autopsien brachten kein klares Ergebnis, aber ein Indiz. Es wurden Gasblasen in lebenswichtigen Organen der Tiere gefunden. Sind sie ein Hinweis für das Auftreten einer extremen Taucherkrankheit bei Walen? Könnte es sein, dass die extrem schallempfindlichen Tiere, deren feiner Ortungssinn auf Echos ausgesendeter Tonsignale beruht, durch die vielfach lauteren Sonare der Marine in Mitleidenschaft gezogen werden? Antonella Servidio versucht, all jenes Wissen zu sammeln, das
bisher nur in den Labors ihrer Kollegen zusammengetragen wurde.
In der schottischen U-Boot-Basis Faslane trifft sie sich mit einem Sonar-Experten, der ihr die raffinierte militärische Technologie erklärt. Anschließend besucht sie den Walforscher Mark Johnson und sein Team, das mit einer neuen Methode den Schnabelwalen erstmals bei ihrer Jagd in die bisher unzugängliche Tiefsee folgen kann, um offene Fragen der Meeresforschung enträtseln.
Zum ersten Mal wird mit 3D-Animationen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten angefertigt wurden, der Tauchgang eines Schnabelwales in über 500 Meter Tiefe sichtbar gemacht. Bei Antonella Servidio verdichtet sich der Verdacht, dass Zusammenhänge zwischen den Walstrandungen und den militärischen Sonareinsätzen bestehen. Doch noch sind zu viele Fragen ungeklärt, um Gewissheit zu erlangen. (Text: arte)