2025/2026 (Folge 223⁠–⁠243)

  • Folge 223 (30 Min.)
    Bild: Arte
    „Twist“ taucht in die Nostalgie-Welle ein und besucht Margit und Martin Schwed, die in der Nähe von Wien leben und wohnen wie in den 1920 Jahren. Sie kochen auf dem Holzofen und spülen das alte Geschirr von Hand. Nur beruflich geht es nicht ganz ohne Smartphone und Laptop. Ihr selbstgebautes Haus – nicht nur für sie ein Refugium vor der hektischen Gegenwart. In Nantes trifft „Twist“ den Musiker Mattyeux. Er liebt den Sound und die Ästhetik der 80er und 90er Jahre. Eine Zeit, die der junge Franzose nie erlebt hat und die dennoch sein künstlerisches Universum prägt. In seinen Songs erzählt Mattyeux von Jugend, Liebe und der Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplexen Welt. Während der Vintage-Look von Karolina Żebrowska an vergangene Jahrzehnte erinnert, ist ihre Arbeit fest in der Gegenwart verankert: Auf YouTube begeistert die polnische Modehistorikerin ein breites Publikum. In ihren Videos analysiert sie mit viel Humor, wie authentisch Kostüme aus Filmen und Serien überhaupt sind. Die englische Historikerin Agnes Arnold-Forster bezeichnet Nostalgie in ihrem Buch als „gefährliches Gefühl“. Populisten nutzen Nostalgie immer mehr, um Wähler zu manipulieren. Doch die Autorin, selbst bekennende Nostalgikerin, spricht sich klar für einen „Retro-Lifestyle“ aus: Vergangenheit als Inspiration für eine bessere Zukunft. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 arte
  • Folge 224 (30 Min.)
    Für viele ihrer Fans sind sie Trostspender: die Songs der vierköpfigen Indie-Pop-Band Jeremias. Frontman Jeremias Heimbach und Gitarrist Oliver Sparkuhle erzählen, wie wichtig es ist, sich in traurigen Momenten gesehen zu fühlen, dass Lieder im besten Fall wie eine Umarmung wirken können und wie sie sich auch gegenseitig mit Songs stützen. Und was, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Kann es da überhaupt Trost geben? Oder lernt man vor allem, mit dem Verlust umzugehen? Die Dichterin Nora Gomringer hat sich nach dem Tod der Mutter intensiv mit deren Leben, der eigenen komplizierten Familiengeschichte und ihrer Trauer auseinandergesetzt. Daraus ist ein unfassbar komisches, tieftrauriges und tröstliches Buch geworden: „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“. Yeo-Rhim Yoon spielt meisterhaft Cello. Ein Instrument, das besonders berührt, weil es der menschlichen Stimme so nahekommt. Das erlebt sie vor allem, wenn sie auf Beerdigungen spielt. Jetzt kommt ihr erstes Soloalbum mit Werken zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten heraus: „Solace“ heißt es – Trost. Und was hilft, wenn überhaupt nix hilft? Ein Teller heiße Suppe. Inmitten von Krieg in der Heimat sucht die ukrainisch-britische Köchin Olia Hercules im gemeinsamen Essen Trost. Die prominente Food-Autorin, die auch für Ottolenghi gearbeitet hat, kocht für „Twist“ Borschtsch und erzählt von der heilenden Kraft von Comfort-Food. Darüber schreibt sie auch in ihrem neuesten Buch „Strong Roots“. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 15.02.2026 arte
  • Folge 225 (30 Min.)
    Schlechter Schlaf macht reizbar, aggressiv und krank. Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen. Was bedeutet die Krise des Schlafs für die Gesellschaft? Was raubt den Menschen die Nachtruhe? „TWIST“ spricht mit Kreativen, deren Kunst sich um Schlaflosigkeit dreht. Slam-Poetin Aylin Celik treiben viele Sorgen um, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen: was tun gegen Rassismus? Werden junge Stimmen in der Politik gehört? In der Hamburger Elbphilharmonie tritt sie mit einer Montage aus Einschlafpodcast und kreisenden Gedanken auf. Die spanische Illustratorin Ana Penyas erzählt in ihrer Graphic Novel „En Vela“ von Menschen, die nachts wach liegen, weil sie prekär leben. Für sie ist Schlaf ein Luxus – und Schlaflosigkeit eng verknüpft mit Armut. Der Roman „Der Schlaf der Anderen“ von Tamar Noort spielt in einem Schlaflabor. Die Autorin kennt die Qual schlafloser Nächte aus eigener Erfahrung. Doch für sie ist es mehr als ein individuelles Problem: Es hat auch mit ungleich verteilter Care-Arbeit und Überlastung zu tun, wenn vor allem Frauen nachts schlecht schlafen. Die britische Künstlerin Kate McDonnell zeigt ihre große Installation „Night Tides“ in London. Ihr Material: gebrauchte Hotelbettwäsche. Ihre Mission: Sie will Schlaflosigkeit enttabuisieren. Der Pariser Künstler Virgile Novarina hält Schlaf für vollkommen unterschätzt. Mit öffentlichen Schlafperformances in Schaufenstern wirbt der „Botschafter des Schlafes“ dafür, dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er hält auch Vorträge in Gefängnissen und zeigt Inhaftierten, wie sie Schlaf als Moment der Freiheit nutzen können. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 arte
  • Folge 226 (30 Min.)
    Hoffnung und Zuversicht sind wie Grashalme: fragil, unscheinbar – und dennoch etwas, woran wir uns festhalten können, wenn permanente Alarmbereitschaft Angst zum Grundgefühl macht. Gleichzeitig steht Hoffnung in einer Welt der Polykrisen unter Verdacht, naiv oder vereinfachend zu sein. In Kunst, Musik und Performances bricht sie sich Bahn. „Twist“ fragt, was Hoffnung heute sein kann. Nur Träumerei oder Widerstand? In dem Stück „Hope“ spielt der niederländische Theatermacher Guy Weizman mit seiner Truppe NITE verschiedene Szenarien der Hoffnung durch, bis sie als trainierbarer Muskel erscheint. Radikal anders: Die iranische Filmemacherin Mahnaz Mohammadi, mehrfach inhaftiert für ihren Widerstand gegen das Mullah-Regime. Für sie entsteht Hoffnung durch Handeln im Hier und Jetzt, wie in ihrem Film „Roya“, der auf der Berlinale gezeigt wird. Der Künstler Tomás Saraceno verbindet Hoffnung mit ethischer Verantwortung: In Projekten mit indigenen Gemeinschaften lernt er von Spinnennetzwerken. Hoffnung heißt hier: handeln, Gemeinschaft stärken, Untergangserzählungen kreativ entgegensetzen. In digitalen Netzwerken wird Hoffnung ästhetisch: Unter #hopecore kursieren Clips mit Dur-Musik, die Zuversicht ohne Analyse wecken. Der Musiker Anatole Muster macht das hörbar: Sein Album Hopecore erzeugt Leichtigkeit, ohne die Schwere zu leugnen. Das Street-Art-Duo Various & Gould trägt Hoffnung in die Stadt, mit bunten Murals für Vielfalt und Solidarität, als bewusste Entscheidung gegen Resignation. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 01.03.2026 arte
  • Folge 227 (30 Min.)
    Ausgerechnet die sozialen Netzwerke beleben ein jahrhundertealtes Medium neu und begeistern eine junge Generation wieder fürs Lesen. Unter dem Hashtag BookTok tauschen sich online Millionen Bücherfans weltweit aus. Reaction-Videos, Buchempfehlungen, Lese-Sessions – BookTok gibt der Literaturkritik neuen Raum. Die französische Autorin Morgane Moncomble ist eine der prägenden Stimmen dieser Bewegung. Mit 30 Jahren gehört sie zu den erfolgreichsten Romance-Autorinnen Frankreichs. Ihr Erfolg zeigt: BookTok schafft Platz für neue, vor allem weibliche Stimmen und verschiebt die Regeln des klassischen Literaturbetriebs. Auch das Aussehen von Büchern wird wichtiger. Sie sind Statussymbole, die vor der Kamera ebenso wie im Regal glänzen müssen. Die britische Malerin Maisie Matilda ist mit einer jahrhundertealten Technik auf TikTok zum viralen Hit geworden: dem Fore-Edge-Painting. Sie bemalt Buchschnitte und macht so jedes ihrer Werke zum Sammelobjekt. Die BookTok-Bewegung existiert auch offline: In Zürich treffen sich junge Menschen regelmäßig zum „Silent Reading Rave“ – jeder liest für sich und doch gemeinsam. Ein stiller Gegenentwurf zur lauten Welt, inspiriert von einer digitalen Bewegung. Dass Geschichten nicht auf der letzten Seite enden müssen, erklärt die Hamburger Autorin Simoné Goldschmidt-Lechner, Expertin für Fanfiction-Foren. Dort schreibt das lesende Publikum ihre Lieblingsbücher online weiter. „Twist“ taucht in diese Community ein und fragt: Was taugt der Hype? Wie verändert sich die Art zu lesen? Und welche Konsequenzen hat das für die Literaturwelt? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 08.03.2026 arte
  • Folge 228 (30 Min.)
    In besetzten Häusern und Kellerclubs Londons entsteht 1976 eine radikale Ästhetik, die Popkultur und Gesellschaft erschüttert. Punk steht für Selbstermächtigung, für „Do it yourself“. Musikalisch geprägt von Bands wie den Sex Pistols oder The Clash, die mit drei Akkorden einen neuen schrillen Ton setzen. Damit stehen sie für den Mut, Autoritäten infrage zu stellen. Wie wirkt diese Ära bis heute nach? Die französische Illustratorin Magali Le Huche findet in der Musik von The Clash Halt im Kampf gegen ihre Brustkrebserkrankung. Für die Pariser Designerin Jeanne Friot ist ihre Mode ein politisches Statement – nachhaltig produziert und vor allem kompromisslos. Der weltberühmte Maler Daniel Richter hat einst in den besetzten Häusern Hamburgs gelebt. Punk hat seine Kunst geprägt. Doch wie sehr kann jemand Punk sein, dessen Kunst inzwischen Millionen wert ist? In Georgien wird Punk erneut zum Sprachrohr des Widerstands: Die Band Gerchi eröffnet in der Stadt Kutaisi einen Punk-Club als Raum für Solidarität und Protest gegen die Regierung. „Twist“ zeigt, wie vielfältig Punk heute in Europa ist. Aber kann diese Haltung die Welt noch verändern? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 15.03.2026 arte
  • Folge 229 (30 Min.)
    „Musik macht Stille hörbar“, sagt Martin Kohlstedt. Niemand weiß, was bei seinen Konzerten zu hören sein wird, auch er selbst nicht. Der Klangkünstler spielt am Klavier und improvisiert parallel mit Keyboards und Synthesizern. Ruhe und Inspiration findet Kohlstedt auch im Wald. „Twist“ besucht ihn in seiner Wahlheimat Weimar. Im traditionellen Yoga gilt Stille als Heilmittel gegen Leiden, die durch den äußeren Lärm versursacht werden. Doch in der westlichen Welt wurde es „laut“ im Yoga und die Selbstheilung zum Mittel der Selbstoptimierung, schreibt die Politologin Zineb Fahsi in ihrem Buch „Yoga, der neue Geist des Kapitalismus“. In Lyon unterrichtet sie achtsames Yoga – gegen Normierung und Leistungsdruck. Für Andreas de Bruin spielt Stille eine zentrale Rolle. Er meditiert täglich und malt leuchtend farbige Bilder, die ihm in der Stille begegnen. Als erster Professor in Deutschland unterrichtet er Achtsamkeit und Meditation als reguläres Fach. Sein „Münchner Modell“ wurde international wegweisend. Im Kurs „Meditation and Art“ führt der gebürtige Niederländer Studierende in der Alten Pinakothek zu „Kraftblöcken“: Gemälde von Rafael, Dürer oder da Vinci. Die Puppentrickfiguren Kurt und Klara sind völlig sprachlos. Sie leben in einer Zauberwelt und haben keine Münder. Die Idee zum Computerspiel „Out of Words“ hatte der Trickfilmer Johan Oettinger. Im meditativen Arbeitsprozess werden die Puppen Bild für Bild animiert. Ziel des Spiels ist, dass Kurt und Klara ihre Sprache wiederfinden. Lösen lassen sich die kniffligen Aufgaben nur im Team. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 22.03.2026 arte
  • Folge 230 (30 Min.)
    Scheitern die Männer am Ideal der Männlichkeit? Neue Fälle von sexualisierter Gewalt und Deepfakes in Deutschland und Frankreich erschüttern die Öffentlichkeit. Die Manosphere auf Social Media schürt frauenfeindliche Fantasien. Denken Männer selbst über ihre aktuelle Rolle nach? Was wollen sie verändern? In seinem Buch „Alpha Boys“ wirft Comedian und Podcaster Aurel Mertz einen satirischen Blick auf die neue Hypermaskulinität. Für seine Recherchen reiste er bis nach Asien in ein Männer-Camp. Warum tun sich Männer so schwer, sich sensibel und verletzlich zu zeigen? Künstler Norbert Bisky zeigt genau dies in seinen großformatigen Porträts, oft von Männern. Der deutsche Maler ist ein genauer Beobachter. Sind die jungen Männer abgehängt? Frauen holen in Bildung und Erwerbsarbeit auf. Typische Männerjobs sind rar geworden, besonders in der Arbeiterklasse. Prekäre Verhältnisse kennt auch Schriftsteller Michael Pedersen in Schottland. Er weiß um den Kampf der Working-Class-Boys, die sich nicht mehr an der Männlichkeit der Väter orientieren können („Der letzte Leuchtturm“, Dumont Verlag). Studien zeigen, dass Männer der GenZ traditionelle Rollenmodelle bevorzugen. Wie bewahren wir Jungs davor, wütende und frauenverletzende Männer zu werden? Das beschäftigt Autor Fikri Anıl Altıntaş. In Workshops sucht er mit Schülern und Männern Vorbilder jenseits der Manosphere. In seinem Roman „Im Morgen wächst ein Birnbaum“ (btb Verlag) verbindet er das Thema mit der eigenen Biografie. „Twist“ trifft Künstler, die sich bereits länger mit diesen Fragen beschäftigen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.03.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 29.03.2026 arte
  • Folge 231 (30 Min.)
    Wer über Unendlichkeit nachdenkt, merkt schnell, wie die eigene Wahrnehmung versagt. In einer großen Einzelausstellung im Kölner Museum Ludwig zeigt die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ihre berühmten Spiegelräume und entführt so in ihre unendlichen Welten. Die Schweizer Künstlerin Isabelle Krieg fühlt sich sehr unwohl mit der Grenzenlosigkeit der Unendlichkeit. In einer riesigen Installation aus 400 Straußeneiern versucht sie das Thema zu fassen. Der Astrophysiker und Buchautor Heino Falcke befasst sich abstrakter mit Unendlichkeit und versucht sie wissenschaftlich zu erforschen. Für ihn zeigt sich Unendlichkeit aber auch in seinem tiefen religiösen Glauben. Wie sich ein unendlicher Moment in der Liebe anfühlt, darüber schreibt die französische Schriftstellerin Ghislaine Dunant in ihrem preisgekrönten Roman „L’amour infini“, auf Deutsch „Eine unendliche Liebe“. Aber wie lässt sich Unendlichkeit nicht als abstrakte Idee oder als Gefühl, sondern als körperliche Erfahrung darstellen? Die Humanhood Dance Company aus Barcelona und Birmingham versucht genau das in ihrem Stück „Infinite“. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 03.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 05.04.2026 arte
  • Folge 232 (30 Min.)
    Bjarke Ingels ist Gründer des renommierten Architekturbüros BIG. Der Name ist Programm. Der Visionär ist bekannt für ikonische Bauten und hat gerade den Wettbewerb für die neue Oper in Hamburg gewonnen. Ingels plant groß: ganze Städte der Zukunft wie in Bhutan und sogar Häuser für den Mond! Dort könnten bald 3-D-gedruckte Behausungen aus Mondstaub entstehen. Ein riesiges Rhinozeros füllt einen Kirchenraum in Magdeburg. Ein kolossales Kunstwerk des Israelis Itamar Gov. Auch der Niederländer Florentijn Hofman kreiert gigantische Tierskulpturen. Er schickt überdimensionale aufblasbare Badeenten um die Welt. Auf den ersten Blick verspielt, aber immer mit Message. In der Altstadt von Bari wächst eine monumentale Basilika in den Himmel – nicht aus Stein oder Beton, sondern aus filigranem Drahtgewebe. Der italienische Bildhauer und Bühnenbildner Edoardo Tresoldi lässt über den Ruinen verloren gegangene Architektur wiederauferstehen – als maßstabsgetreue Drahtinstallationen. Rund eine Million getrockneter Blumen – daraus erschafft die Britin Rebecca Louise Law ein raumgreifendes florales Werk im norddeutschen Schloss Gottorf. Groß ist auch die Zahl der Helfenden, die die Künstlerin vor Ort eingebunden hat, in eigens gegründeten Blomentüddel-Clubs. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 10.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 arte
  • Folge 233 (30 Min.)
    Das geliebte Tier ist Muse, Spiegel und Gefährte des Menschen. Und gerade in der Kunst scheint die Beziehung zwischen Haustier und Herrchen – oder Frauchen – eine besondere Kraft zu entfalten. Viele Künstlerinnern und Künstler pflegen eine innige, manchmal sogar symbiotische Beziehung zu ihren Haustieren. Doch warum ist das so? Und wie beeinflusst diese Nähe das künstlerische Schaffen? Das Künstlerpaar Geo & Daniel Fuchs erklärt, wie ihre Hündin Halva zur Protagonistin eines außergewöhnlichen Kunstprojekts wurde. Für das Halva Project wurde sie von namhaften Kunstschaffenden porträtiert, von Anton Corbijn bis zu Herbert Brandl. Die Filmemacherin Marthe Peters rückt in ihrem Berlinale-Kurzfilm „Henry Is a Girl Who Likes to Sleep“ ihre eigene Katze ins Zentrum. Sie fragt sich, was sie den ganzen Tag treibt, was sie beschäftigt, und erkundet auf diese Weise die Beziehung zwischen ihnen. Der Entertainer und Influencer Patrick Thomalla verbindet mit seinen Pferden nicht nur das Gefühl von Freiheit, er hat ihnen auch seine kreative Laufbahn zu verdanken. Auch den französischen Internetstar Plumes macht die Gesellschaft von Tieren glücklich. Sogar so sehr, dass er ihnen etwas zurückgeben will: Er spielt Musik für sie. Er singt auf Weiden, in Zoos und Bauernhöfen. Die emotionalen Reaktionen der Tiere erfreuen ein Millionenpublikum. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 17.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 19.04.2026 arte
  • Folge 234 (30 Min.)
    „Der große Feind der Liebe ist die Romantik“, sagt Alain de Botton. Der Philosoph und Schriftsteller hält Liebesgeschichten à la Romeo und Julia für hochgefährlich. De Botton hat internationale Bestseller und Romane über die Liebe geschrieben und plädiert für eine neue Nüchternheit: Nur wenn wir an uns und unseren Beziehungen arbeiten, die Macken des anderen aushalten und die eigenen, haben wir die Chance auf ein glückliches Liebesleben. Jeanne Kiviger hat reichlich Erfahrungen mit Dating-Apps gesammelt. Diese haben die französische Comicautorin zu ihrem Band „Love Machine“ inspiriert. Darin treibt sie ihre Erlebnisse humorvoll und böse auf die Spitze. Doch die 25-Jährige kann als eher introvertierte Person den Dating-Plattformen auch etwas abgewinnen. Arlo Parks, britische Sängerin und Dichterin, hat gerade das Album „Ambiguuos Desire“ herausgebracht, in dem es um Liebe und Begehren geht. Sie gilt als Stimme der Gen Z, ist bekennende Romantikerin. Für sie ist die „face-to-face“-Kontaktaufnahme nicht zuletzt nach Corona essenziell. Liebe ist für sie eine Entscheidung. Hanna Mattes, Fotografin und Künstlerin aus Berlin, hält es mit „Relationship Anarchy“. Sie glaubt nicht daran, dass eine Person alle emotionalen Ansprüche abdecken kann und man romantische Partner automatisch über die Beziehung zu Freunden und Familie stellen muss. Ihr ist auch die Beziehung zu ihren Eltern wichtig: der Schauspielerin Eva Mattes und dem Regisseur Werner Herzog. Das dokumentieren ihre Doppelportraits in dem aktuellen Foto-Band „Love“. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 24.04.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 26.04.2026 arte
  • Folge 235 (30 Min.)
    Alpen: Die perfekte Postkarten-Idylle! Die Wanderwege sind wieder frei, die Wiesen blühen, und viele folgen dem Ruf der Berge auf der Suche nach neuer schöpferischer Kraft. Kreative entdecken in der alpinen Welt eine besondere Inspirationsquelle. Der Österreicher Rupert Elias Kreuzer ist wie sein Vater Bildhauer. Er verbindet traditionelle Handwerkskunst mit zeitgenössischen Einflüssen. Neben Krampusmasken schafft er kraftvolle Mischwesen aus Zirbenholz – zwischen Mensch und Natur. Silvia Bastiani, italienische Malerin in den Dolomiten, steigt für ihre Aquarelle in die Berge. In konzentrierter Einsamkeit nimmt sie Schönheit und Ruhe der Landschaft auf – Wind, Kälte, Licht und Stille sind Teil ihres Malprozesses. Seit mehr als zehn Jahren zieht es auch den Flachland-Tiroler Thomas Wrede aus Münster in die Berge. Seine Fotografien zeigen verstörend-traumhafte Bilder vom Abschmelzen alpiner Gletscher – zwischen Schönheit und Katastrophe. Die in Innsbruck lebende, im Ötztal aufgewachsene Musikerin Nenda Nintendo verarbeitet ihr Anderssein als mixed race person musikalisch. Ihr Debüt „Mixed Feelings“ verbindet Deutsch, Englisch und Tirolerisch und thematisiert Alltagsrassismus. Ihr neuer Song „KRRRA!“ ist für die Amadeus Austrian Music Awards 2026 nominiert. Jean-Marc Rochette, in Grenoble groß geworden, verbindet Bergsteigen und Kunst. In seiner Graphic Novel „Altitude“ verarbeitet er seine Jugend und einen folgenschweren Unfall. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 01.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 03.05.2026 arte
  • Folge 236 (30 Min.)
    Zwischen Nebelschwaden singt ein großer Mann von großer Liebe: Der französische Musiker Sébastien Tellier („La Ritournelle“) malt Bilder mit Worten und Klaviertasten. Hinter Rauschebart und dunkler Sonnenbrille versteckt sich ein zarter Träumer. Nur auf der Bühne könne er seine Angst vor der Welt ablegen. Er sei hypersensibel: Gefühle anderer fühle er mit. An diesem Abend in Berlin fühlt ein ganzer Saal mit ihm – Sommerliebe, Sehnsucht, Ewigkeit. Ich liebe dich für immer? Eventuell. Fuffifufzich („Heartbreakerei“) glaubt nicht an ewige Liebe. Die Wahlberlinerin schreibt ihre Songs in Zeiten von Datingplattformen und unverbindlichen Beziehungen. Sie singt von Herzschmerz und Selbstliebe und sagt: „Gefühle sind cool und ich will keine Angst vor ihnen haben.“ Seine Gefühle zu teilen, sei ein Risiko, sagt Queralt Lahoz. Die spanische Sängerin verbindet Hip-Hop, Flamenco und Soul. Lange habe sie über romantische Liebe nicht singen wollen: „Männer haben im Laufe der Geschichte aus einer Position der Macht über Liebe gesungen – wir aus Trauer.“ Heute sucht sie Versöhnung, auch mit der romantischen Liebe. „Twist“ trifft Queralt Lahoz in Barcelona. Lewis OfMan sucht die Liebe in „dicken Drums und fettem Bass“: Der französische Multiinstrumentalist experimentiert mit elektronischen Sounds. Er kann aber auch ganz sanft und leise werden, wenn er das Verliebtsein in Worte fasst: „Je pense à toi“ – „Ich denke an dich“. Er sagt: „Für mich gibt es keinen schlechten Kitsch. Ich bin ein Verfechter des Kitsches.“ (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 08.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 10.05.2026 arte
  • Folge 237 (30 Min.)
    Logo Twist
    Verwandeln uns Make-up und Masken in die vermeintlich beste Version unseres Selbst? Die britische Make-up-Künstlerin Alex Box bezeichnet sich als Schönheitsfuturistin. Sie kämpft für einen anderen Blick auf Beauty. Ihre visionären Looks wurden von Stars wie Lady Gaga präsentiert. Im Fokus steht für Alex Box dabei, das wahre Wesen eines Menschen zu unterstreichen. Dafür nutzt sie auch eine Make-up-Software, die sie gerade entwickelt. Jay Miniano aus München verwandelt sich für die Bühne in die Kunstfigur Pinay Colada. „Als Drag-Artist ist Make-up für mich das Medium, um einen bunteren und lauteren Teil von mir zu zeigen“, sagt er. Als Dragqueen setzt er sich auch für die Rechte queerer Menschen ein. Geboren auf den Philippinen, versteht sich der Cis-Mann als Mentor der Drag-Community und liebt die Verwandlung mit Make-up. Die Familie Flöz ist eine besondere Theatergruppe, sie spielen alles mit Masken. Auf internationalen Bühnen hauchen sie diesen seit 30 Jahren Leben ein. Die Stücke funktionieren ganz ohne Dialoge, allein mit Körpersprache. „Twist“ besucht eine Vorstellung in Mailand und die Maskenwerkstatt in Berlin. Dort baut Hajo Schüler, Leiter und Gründungsmitglied der Familie Flöz, die Masken selbst. Die Französin Ines Alpha ist eine Pionierin des digitalen Make-ups und stellt so die klassischen Schönheitsideale in Frage. Ihre künstlerische Arbeit ist innovativ, verbindet 3D-Make-up mit Technologien wie Augmented Reality und KI. Das Gesicht wird so zu einem Spielfeld für grenzenlose Make-up-Ideen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 15.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 17.05.2026 arte
  • Folge 238 (30 Min.)
    „Ich liebe Deadlines. Ich liebe das zischende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeiziehen.“ Mit diesem berühmten Satz bringt der Schriftsteller Douglas Adams ein Phänomen auf den Punkt, das fast alle kennen: Prokrastination. Das Bedürfnis, sich ausgerechnet dann mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, wenn etwas anderes dringend erledigt werden müsste. Staubsaugen, Doomscrollen, den Schrank ausmisten – und schon rauscht die nächste Deadline vorbei. Aber warum fällt es oft schwer Aufgaben konsequent zu erledigen? „Twist“ begleitet vier Kunstschaffende, die sehr unterschiedlich mit dem Thema umgehen: Einige geben sich selbst strenge Regeln, andere feiern den Stillstand und schöpfen Inspiration daraus. Der Grafiker Camillo Richter erzählt von einer Phase, in der sein Drang nach Ablenkung ihn ständig blockierte – bis er sich mit Disziplin und radikaler Produktivität daraus befreite. Musiker Majan dachte lange, er sei einfach faul, bis er feststellte, dass das Aufschieben für ihn nicht einfach eine schlechte Gewohnheit, sondern das Symptom einer Erkrankung ist. Die spanische Künstlerin Clara Nubiola beschäftigt sich mit dem Thema auf gesellschaftlicher Ebene. Sie hat die aufgeschobenen Probleme in ihrer Heimatstadt Barcelona satt. Denn während die Sagrada Família für Touristen als Hotspot inszeniert wird, herrscht für die Bewohner Stillstand. Jetzt hat sie einen Anti-Reiseführer geschrieben, der den Problemstau sichtbar macht. Die Unproduktivität und den Stillstand feiert der isländische Künstler Ragnar Kjartansson als Quell der Inspiration. Seine Performances sind herrlich schräge Zeitschleifen. Ein Beitrag über Prokrastination in einer Welt, in der Leistung und Produktivität verlangt wird. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 22.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 24.05.2026 arte
  • Folge 239 (30 Min.)
    Elmgreen & Dragset gehören seit mehr als 30 Jahren zu den einflussreichsten Künstlerduos der Welt. In ihren Installationen verschieben sie vertraute Orte, so dass plötzlich etwas nicht mehr stimmt: ein verlassenes Baby auf dem Boden der Ausstellung, ein Koffer auf einem einsamen Förderband. Für ihre aktuelle Ausstellung „Stillleben mit Gemüse“ nehmen sie das Frankfurter Städel Museum komplett in Beschlag. „Twist“ besucht das Duo im Berliner Atelier und führt durch die Schau. Der Deutsche Pavillon auf der 61. Kunstbiennale Venedig steht in diesem Jahr im Zeichen einer tragischen Abwesenheit. Henrike Naumann, die gemeinsam mit Sung Tieu den Pavillon gestalten sollte, erlag im Februar 2026 im Alter von gerade einmal 41 Jahren ihrer Krebserkrankung. Was wir in den Giardini sehen, ist ihr letztes Werk – und es trägt dieselbe Überzeugung, die beide Künstlerinnen verbindet: Räume sind immer politisch. Das französisch-italienische Duo Bêka & Lemoine richtet in Filmen die Kamera nicht auf spektakuläre Architektur, sondern auf das Leben darin und zeigt, wie sich Gebäude und Räume anfühlen. Bühnenbildnerin Michela Flück baut für „Il Gattopardo“ am Schauspielhaus Zürich opulente Palastszenen, in denen eine Aristokratie ihren eigenen Untergang bereits ahnt. „Twist“ lüftet das Geheimnis: Räume sind nie einfach nur Räume. Sie erzählen Geschichten über Macht, Zugehörigkeit, Gefühle und halten uns den Spiegel vor. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 29.05.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 31.05.2026 arte
  • Folge 240 (30 Min.)
    Singen macht glücklich, schüttet Endorphine aus. Singen in der Gemeinschaft macht doppelt glücklich. Chorsingen hilft gegen Einsamkeit, kann hochanspruchsvoll sein und ist eine Schule fürs Leben. Hier lernt man, die eigene Stimme zu finden, ohne andere zu übertönen. Denn wer nicht gut zuhört, kommt klanglich nicht zusammen. Der „Mädchenchor Hamburg“, unter der Leitung von Gesa Werhahn, ist mit der Performance von „Fire“ in der Elbphilharmonie viral gegangen: mehr als 18 Millionen Klicks auf Instagram für Frauenpower und Female Rage. Ob entfesselte Kraft oder ganz zart, ob in Konzerthallen oder in Kirchen: Dieser Chor ist einfach mitreißend. Beim „Heaven Can Wait Chor“ hat Jan-Christof Scheibe die Leitung inne. Das Motto lautet: Rappen und rocken statt Ruhestand. Erst ab 70 Jahren darf man mitmachen. Der Senioren-Chor singt keine Volkslieder, sondern die Charts rauf und runter – und geht dabei ziemlich ab. Wenn die alten Sängerinnen und Sänger „Rage Against The Maschine“ performen, fühlt man: Hier wird das Leben gefeiert! Eric Whitacre ist ein Star in der Welt der Chöre, als Dirigent – und als Komponist. Der Amerikaner lebt in Antwerpen. Er sagt: „Nichts eint eine Gruppe schneller, als gemeinsam einzuatmen und zu singen. Wenn alle Mächtigen mal eine halbe Stunde zusammen singen würden, wäre die Welt ein besserer Ort.“ Singen im Chor kann sehr politisch sein: In Litauen sind die großen Liederfeste eine Selbstbehauptung der eigenen Kultur. Wenn am 6. Juli in Vilnius 23.500 Kinder und Jugendliche in einem riesigen Chor singen, soll das auch ein Statement sein gegen die latente Bedrohung durch Russland. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 05.06.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 07.06.2026 arte
  • Folge 241 (30 Min.)
    „Alle haben ja jetzt ADHS!“ Ist das so? Keinesfalls. Es ist keine Modediagnose. In Deutschland sind es 2,5 %- 4,7 % der Erwachsenen, in Frankreich rund 3 %. Viele werden spät diagnostiziert, nach einer Biografie des Kämpfens und Scheiterns. Wie der französische Comic-Künstler Olivier Laude. Er hat sein ADHS-Leben im grellen Turbostil gezeichnet: Der Comic „Tdaaaaaah“ ist sein Coming-Out als neurodivergenter Künstler und Vater. Auch Musikerin und Schauspielerin Alli Neumann lebt mit ADHS. „Ich kann gar nichts“ singt sie in ihrem jüngstem Album – dabei ist sie heute eine der ausdrucksstärksten Sängerinnen des deutschen Pop. In „Twist“ spricht sie offen über den Balanceakt als neurodivergente Künstlerin. Menschen mit ADHS tragen ihren Kampf häufig unsichtbar aus. Sie versuchen sich, unter größter Anstrengung anzupassen, „Maskierung“ nennt man das. Bei einigen Formen des Autismus und des Tourette-Syndroms ist dies unmöglich: Sie provozieren die Gesellschaft. Regisseur Kirk Jones hat in seinem neuen Kinofilm „Verflucht Normal“/​ „Plus fort que moi“ das Leben des britischen Tourette-Aktivisten John Davidson verfilmt. Turbomodus und Totalblockade: Zwischen diesen Extremen pendeln auch die Lambrini Girls, das feministische Punk-Duo aus Brighton. Sängerin Phoebe hat ADHS, Bassistin Selin ist Autistin. Zusammen machen sie explosiven Punk: „Es fühlt sich an, als würden tausend Bienen gleichzeitig in deinem Gehirn fliegen“, so Selin im „Twist-Interview“. Sind ADHS & Co. nicht nur Defizit und Beeinträchtigung, sondern auch kreative Superkraft? (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 12.06.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 14.06.2026 arte
  • Folge 242 (30 Min.)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 19.06.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 21.06.2026 arte
  • 30 Min.
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 26.06.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 arte

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