2025/2026 (Folge 215–227)
Lieber nüchtern? Die Macht von Alkohol
Folge 215 (30 Min.)
Bild: ArteEuropa trinkt so viel Alkohol wie keine andere Region der Welt. Zum Ende des Jahres und an den Festtagen frohlocken die Prozente. Aber viele haben heute das Bedürfnis, weniger zu trinken. „Dry January“ oder „Sober October“ erzählen davon. Besonders die Gen Z konsumiert weniger als Generationen vor ihr. #Sobercurious: Eine neue Lust an der Abstinenz? Künstler und Künstlerinnen thematisieren die Macht von Alkohol und wie sie sich ihre Autonomie zurückholen. Rap-Musiker Disarstar ist gerade mit seinem Album „Hamburger Aufstand“, das er mit null Prozent produziert hat, auf Tour.Für den Rapper ist Abstinenz kein Verzicht. Eher habe er, als er noch trank, auf zu viel verzichten müssen. Christine Koschmieder hat ihre Sucht sehr bewegend in ihrem autofiktionalen Roman „Dry“ erzählt. Die meisten Frauen trinken Alkohol, und viele von ihnen, gerade die „High-Performerinnen“, tun das in bedenklichem Maße. Tendenz: steigend. Koschmieder beschreibt die Befreiung, die ihr gelungen ist – in ihrem Leben und dem Schreiben. Was sollen wir dann trinken? Benoît d’Onofrio ist der erste „Sobrelier“ Frankreichs. Ein Sommelier, der nüchtern (französisch „sobre“) bleibt? Mit seinen Drinks sorgt er für Égalité im Glas durch exquisite alkoholfreie Getränke. Wo früher Champagner floss, soll in Zukunft mit seinen „Sobrevages“ angestoßen werden – ohne den Kater danach. Werden wir bald ganz auf Alkohol verzichten? Songwriter Martin Bechler, Frontmann der Independent-Band Fortuna Ehrenfeld, ist ein Genießer. Er hat zusammen mit einem Winzer seine eigene Cuvée hergestellt und einen Roman über Wein geschrieben. Doch heute beweist der Musiker, dass Rausch auch anders geht. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 21.11.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 23.11.2025 arte Die Kunst der Leichtigkeit
Folge 216 (30 Min.)Bild: ArteHarter Techno und Leichtigkeit – für DJ Anna Reusch kein Widerspruch. „Twist“ begleitet sie zum Amsterdam Dance Event, wo sie mit leichter Hand und lauten Beats die Menge bewegt. Privat findet sie Ruhe auf einem Hof in Dänemark, zwischen Pferden, Katzen und Hunden. Der Rhythmus des Landlebens hilft ihr, nach Partynächten Kraft zu tanken. In „Twist“ erzählt sie, wie schwer es ist, sich als Techno-DJ die eigene Leichtigkeit zu bewahren. In Berlin versucht Illustrator Christoph Niemann („The New Yorker“, „Sunday Sketches“) der Schwere zu entkommen.„Dieses Zen-Gefühl der Leichtigkeit suche ich – aber das ist nicht meine Stärke“, sagt er. Seine Kunst wirkt dennoch spielerisch und leicht, auch wenn der Weg dorthin frustrierend sein kann. Durchhalten, weitermachen – bis die gute Idee kommt. Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt seine Solo-Schau „Randnotizen“. Wenn Max Richter auf der Bühne des Opernhauses Zürich zum Sprung ansetzt, spürt man, wie viel Disziplin dahintersteckt. Die nonbinäre Ballerina tanzt Solorollen beim Ballett Zürich und weiß, dass scheinbare Leichtigkeit harte Arbeit ist. In „Oiseaux Rebelles“ zeigt sie, wie innere Freiheit entsteht, wenn Körper und Kopf im Einklang sind. In Paris baut der Künstler Vincent Leroy Gebilde, die mit Wind, Sonne und Wolken spielen und die Umgebung reflektieren. Seine kinetischen Installationen wirken schwerelos. Eigene Leichtigkeit findet er beim Fahrradfahren an der Seine – am liebsten freihändig. „Twist“ zeigt vier Wege zur Leichtigkeit – und warum sie gerade dann entsteht, wenn man bereit ist, loszulassen. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 28.11.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 30.11.2025 arte Think small – Große kleine Kunst
Folge 217 (30 Min.)Bild: SWRIsaac Cordal erzeugt mit seiner kleinen Kunst große Wirkung. Der Spanier hat eine spezielle Form der Streetart entwickelt. In seinem Atelier in Bilbao fertigt er Miniaturmenschen, die er in absurde Situationen bringt und diese fotografiert. Etwa einen Mini-Anzugsträger, der mit gelber Bade-Ente in einer Pfütze schwimmt. Auf dem Foto sieht es dann so aus, als versinke die Stadt im Meer. Mit seiner Arbeit möchte er zum Nachdenken anregen, über virulente gesellschaftliche Themen wie die Klimakrise oder Einsamkeit. Katharina Raab erschafft filigrane Fantasie-Welten und postet ihre Werke auf Social Media.Gerade hat sie einen alten Flohmarktkoffer in ein eigenes Universum verwandelt. Das langsame Arbeiten im Kleinen ist für sie auch Rebellion – ein Gegenentwurf zur schnelllebigen Leistungsgesellschaft. Ihren Erfolg auf TikTok und Instagram nutzt sie auch dafür, Haltung zu zeigen, denn Kunst ist für sie auch immer politisch. Winzig kleine Bakterien macht sich der Künstler Wolfgang Ganter zunutze. Sie sind seine kreativen Helfer. Für die Reihe Works fotografierte er historische Gemälde und infizierte die Dias beim Entwickeln mit Bakterien – mit unvorhersehbarem, bizarr-schönem Ergebnis. Das veränderte Dia lässt er auf Gemäldegröße drucken und macht so Vorgänge im Kleinen im Großen sichtbar. Mini-Porträts der großen Liebe, im Medaillon oder auf Ringen, waren im 17. und 18. Jahrhundert en vogue. „Man konnte sie ans Herz drücken, sie küssen oder im Rocksaum verschwinden lassen“, erzählt Bernd Pappe. Mit unglaublicher Präzision restauriert der Kunsthistoriker solch kostbare Miniaturen unter dem Mikroskop. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 05.12.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 07.12.2025 arte Comeback der Poesie? – Von Rilke bis Insta
Folge 218 (30 Min.)Bild: nb studios/WDRInmitten von gesellschaftlicher Überforderung und digitalem Dauerrauschen scheint das Gedicht plötzlich eine neue Sprache für unsere Zeit zu bieten, persönlich, politisch, präzise. „Twist“ fragt: Warum trenden Rilke und andere Dichter? Was sagt der neue Lyrik-Hype über uns aus? Und wie klingt Dichtung, wenn sie heute auf der Bühne, im Netz, in Popsongs oder auf der Straße entsteht? Der britische Musiker Kae Tempest erzählt, warum Menschen derzeit Worte suchen, die Verdichtung und Klarheit bieten. Qualitäten, die Rilkes Texte seit Generationen auszeichnen. Die französische Dichterin Nathalie Man macht deutlich, wie Lyrik im öffentlichen Raum wirken kann. Ihre Straßengedichte im Stadtbild von Bordeaux greifen soziale Themen auf.Sie knüpfen an Rilkes Idee an, dass Poesie unmittelbar und persönlich sein darf. Die Lyrik der Pariserin Kiyémis handelt von Rassismus, Körperbildern und Selbstbestimmung. Ihre Texte machen deutlich, dass Poesie auch heute gesellschaftliche Fragen präzise benennen kann. Die Medienkünstlerin Katia Sofia Ditzler übersetzt Gedichte ins Digitale und zeigt, wie die poetische Sprache zwischen Film, KI und Social Media neue Formen findet. Der österreichische Musiker Ariel Oehl beschreibt, warum Rilkes Sprache gerade auf TikTok wieder auftaucht und wie ihre Klarheit und Emotionalität sich mit Popmusik verbinden lassen. Was verrät dieses Rilke-Revival nun über unsere Gegenwart? Und warum greifen viele gerade jetzt wieder zu Gedichten? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 12.12.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 14.12.2025 arte Selbstoptimierung: Wann bin ich gut genug?
Folge 219 (30 Min.)Bild: ArteDie Leipziger Schriftstellerin Verena Keßler erzählt Selbstoptimierung als Kammerspiel im Fitnessstudio. Anerkennung und der Druck, die Beste zu sein, treiben ihre Protagonistin an, bis Körper und Psyche an ihre Grenzen stoßen. Die Primaballerina Yasmine Naghdi tanzt am Royal Ballet und spricht über Perfektion und ihren Leistungsanspruch. Wegen ihrer Schwangerschaft pausiert sie erstmals in ihrer Karriere. Der spanische Cyborg-Artist Manel De Aguas erweitert mit implantierten Sensoren die menschliche Wahrnehmung und macht seinen Körper selbst zum Instrument. Die Videokünstlerin Julika Rudelius analysiert Wunschbilder und Selbstinszenierung im kapitalistischen Alltag. Und die französische Autorin und Unternehmerin Gaëlle Prudencio setzt dem Optimierungsdruck radikale Selbstakzeptanz entgegen. „Twist“ fragt: Wann wird Selbstoptimierung zur Belastung? Und was passiert, wenn wir aufhören, uns ständig verbessern zu wollen? (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere Fr. 09.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 11.01.2026 arte Patchworkfamilie: Chaos oder Chance?
Folge 220 (30 Min.)Bild: HRIn einer Zeit, in der fast die Hälfte aller Ehen in Frankreich und jede dritte in Deutschland geschieden wird, erlebt das traditionelle Familienmodell einen tiefgreifenden Wandel. Patchworkfamilien boomen. Und wo einst die klassische Kernfamilie der Maßstab war, ist heute Raum für verschiedene Lebensentwürfe aus Eltern, Geschwistern, Bonuseltern, Bonuskindern, Halbgeschwistern und Ex-Partnern. Für Erwachsene bedeutet dieser Übergang oft Neuorientierung, für Kinder eine Extremsituation. Sie pendeln zwischen Welten und suchen Sicherheit in einem System, das sich neu ordnet. Patchwork ist komplex und sensibel – wie kann das funktionieren? Und ist es mehr als nur der Versuch, eine Kernfamilie nachzubauen? Welche Persönlichkeiten – große wie kleine – bringt es hervor? Die Frankfurter Künstlerin Irene Hardjanegara findet in ihrer Patchworkfamilie Freiraum für monumentale Malerei.Der Architekt Graeme Williamson und die Designerin Melanie Mues haben in London ein „Zwillingshaus“ für die beiden Familienhälften auf der Fläche einer Doppelgarage gebaut. Der Filmemacher Dario Aguirre hat ein verborgenes Kapitel seiner Familiengeschichte entdeckt und dokumentiert, wie es über Generationen nachwirkt, während der Illustrator Cookie Kalkair zeigt, wie alte Brüche heilen können. Patchwork: nicht nur Chaos und Lebensrealität, sondern auch kreative Kraft und neue Perspektiven? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 16.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 18.01.2026 arte Deutsche TV-Premiere ursprünglich angekündigt für den 11.01.2026Geniale Blender – Bin ich ein Hochstapler?
Folge 221 (30 Min.)Bild: ArteZweifel an der eigenen Leistung kennen viele Menschen – es gibt sogar einen Namen dafür: das Hochstapler-Syndrom. Künstlerinnen und Künstler erzählen offen von Selbstzweifeln und Täuschungen. Willy Cartier, Maler, Designer und Schauspieler, begann seine Karriere als Model für Givenchy und Karl Lagerfeld – und ist dennoch bis heute nicht überzeugt von seinen Fähigkeiten. Der dänische Konzeptkünstler Jens Haaning geht den umgekehrten Weg. Er macht aus seiner Hochstapelei eine Kunstaktion. Für eine Ausstellung in Aalborg wollte er Banknoten in Bilderrahmen kleben, umgerechnet 70.000 Euro bekam er dafür. Haaning behält das Geld und schickt leere Rahmen zurück. Kunst, sagt er.Betrug, sagt das Museum. Der Filmemacher Ole Juncker hat Haaning in seinem Film „Take the Money and Run“ porträtiert. Die Kunstwelt fordere zur Hochstapelei geradezu heraus, meint die Philosophin Ariadne von Schirach. Ob Maurizio Cattelans Banane an der Wand oder die Balloon Dogs von Jeff Koons – der reale Wert hat nichts mit dem Verkaufspreis zu tun. Und doch liege in der Überhöhung ein Sinn, sagt Schirach: Die Kunst stapelt hoch, damit wir weiter sehen können. Bleibt die Frage: Kann Kunst ohne Lüge und Illusion überhaupt existieren? Eine Antwort gibt die Münchner Künstlerin Betty Mü, die mit Projektionen, Geo-Mapping und VR-Welten arbeitet – nicht als Betrug, sondern als Kunst. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 23.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 25.01.2026 arte Hin und weg, die Schönheit vergänglicher Kunst
Folge 222 (30 Min.)Bild: ArteIn den französischen Alpen sieht man aus dem Skilift geometrische Strukturen. Früh am Morgen ist Simon Beck im Skigebiet Les Arcs aufgebrochen, um ein neues Kunstwerk in den Schnee zu treten – mit Schneeschuhen. Stundenlang macht er tausende Schritte mit Kompass und Maßband, um Mandalas zu hinterlassen, die man nur von oben sieht. Seine größte Sorge ist, dass Pistenraupen oder unachtsame Skifahrer sein Werk kaputtfahren. Kann man eine Wolke ausstellen? Der niederländische Künstler Berndnaut Smilde kreiert künstliche Wolken in Räumen und hält diese magischen Momente in Fotos fest. „Twist“ begleitet den Wolkenmacher nach Portugal, wo er im prächtigen Palacio De Estói ein ephemeres Kunstwerk erschafft. Seine Werke feiern die Schönheit der Natur: Der britische Landartist Jon Foreman legt Steine, Muscheln oder Blätter zu kunstvollen Mustern.„Sculpt the world“ heißt sein erfolgreicher Insta-Account, dem Hunderttausende folgen. Jedes Jahr findet im niederländischen Biddinghuizen ein Eisfestival statt. 45 internationale Künstler arbeiten wochenlang an Skulpturen. Anique Kuizenga ist Eisarchitektin und kümmert sich um das Gesamtkonzept. In diesem Jahr heißt es „Let’s go to the movies“. Mit Kettensägen, Meißeln und Feilen sind die Eis-Schnitzer bei der Arbeit. Die Schweriner Künstlerin Stephanie Lüning bereitet im österreichischen Flachau eine besondere Aktion vor: Sie lässt farbigen Schnee auf die Pisten regnen und bestückt dafür Schneekanonen mit gefärbtem Wasser. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 30.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 01.02.2026 arte Retro-Träume – Mehr als nur Nostalgie?
Folge 223 (30 Min.)„Twist“ taucht in die Nostalgie-Welle ein und besucht Margit und Martin Schwed, die in der Nähe von Wien leben und wohnen wie in den 1920 Jahren. Sie kochen auf dem Holzofen und spülen das alte Geschirr von Hand. Nur beruflich geht es nicht ganz ohne Smartphone und Laptop. Ihr selbstgebautes Haus – nicht nur für sie ein Refugium vor der hektischen Gegenwart. In Nantes trifft „Twist“ den Musiker Mattyeux. Er liebt den Sound und die Ästhetik der 80er und 90er Jahre. Eine Zeit, die der junge Franzose nie erlebt hat und die dennoch sein künstlerisches Universum prägt. In seinen Songs erzählt Mattyeux von Jugend, Liebe und der Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplexen Welt.Während der Vintage-Look von Karolina Żebrowska an vergangene Jahrzehnte erinnert, ist ihre Arbeit fest in der Gegenwart verankert: Auf YouTube begeistert die polnische Modehistorikerin ein breites Publikum. In ihren Videos analysiert sie mit viel Humor, wie authentisch Kostüme aus Filmen und Serien überhaupt sind. Die englische Historikerin Agnes Arnold-Forster bezeichnet Nostalgie in ihrem Buch als „gefährliches Gefühl“. Populisten nutzen Nostalgie immer mehr, um Wähler zu manipulieren. Doch die Autorin, selbst bekennende Nostalgikerin, spricht sich klar für einen „Retro-Lifestyle“ aus: Vergangenheit als Inspiration für eine bessere Zukunft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Fr. 06.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 08.02.2026 arte Folge 224
30 Min.Deutsche Streaming-Premiere Fr. 13.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 15.02.2026 arte Folge 225
30 Min.Deutsche Streaming-Premiere Fr. 20.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 arte Folge 226
30 Min.Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 01.03.2026 arte Folge 227
30 Min.Bild: ArteDeutsche Streaming-Premiere Fr. 06.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere So. 08.03.2026 arte
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