Dokumentation in 2 Teilen

  • Folge 1
    „Wir werden die Stadt verteidigen, oder wir werden bei dem Versuch sterben.“ General Tschuikow gibt die verzweifelte Devise für die nächsten Wochen und Monate aus. Er übernimmt die Verteidigung einer Stadt, die aus strategischen Gründen und auf persönlichen Befehl Stalins um jeden Preis gehalten werden muss – obwohl Tschuikow der Feuerkraft des Gegners nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hat. Schon nach wenigen Wochen ist Stalingrad ein Ruinenfeld. Doch der eigentliche Kampf beginnt erst – um jedes Haus, jede ausgebrannte Ruine, jeden Meter. Die Deutschen hassen diesen „Rattenkrieg“, in dem der Staub der Ruinen die Uniformen unkenntlich macht und Freund und Feind kaum zu unterscheiden sind. So sehr sich Tschuikows Streitmacht auch wehrt – sie wird von den Deutschen auf einen weniger als 1.000 Meter breiten Uferstreifen zurückgedrängt. Im sowjetischen Generalstab reift ein ehrgeiziger Plan: In einer weit ausholenden Zangenbewegung soll Stalingrad von Süden und Norden gleichzeitig eingekesselt werden. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 20.12.2002 Das Erste
  • Folge 2
    Bis auf wenige Widerstandsnester hätten die deutschen Truppen Stalingrad bereits erobert, erklärt Hitler am 9. November 1942 mit höhnischen Seitenhieben auf den „Herrn Stalin und die nach ihm benannte Stadt“. Die Gefahr, die seiner 6. Armee von den Flanken her drohte, hatte er nie recht ernst genommen. Doch es startet eine Offensive, der die deutschen Truppen nicht gewachsen sind. Am 19. November, um 5 Uhr früh deutscher Zeit, beginnen sowjetische Pioniere in weißen Tarnanzügen die Panzerabwehrminen für den eigenen Vormarsch zu entfernen. An diesem Tag ist der weiße Frostnebel „dick wie Milch“. Fünf Tage später ist die 6. Armee umzingelt, eingeschlossen in einen Kessel, aus dem es kein Entrinnen gibt. Aus der Luft soll sie versorgt werden und aushalten, befiehlt Hitler, während General Manstein in aller Eile ein Entsatzheer vorbereitet. Doch die Hoffnungen erweisen sich als illusorisch. Für die Versorgung von 240.000 Mann aus der Luft hat die Luftwaffe nicht genug Flugzeuge, der Treibstoff ist knapp und der Frost hält viele Flugzeuge zusätzlich am Boden. Bald ist es Gewissheit: Weihnachten wird Paulus’ 6. Armee im Kessel von Stalingrad feiern, frieren und hungern müssen. Am 9. Januar fordert der sowjetische Befehlshaber Rokossowski Paulus zur Kapitulation auf. Die Ablehnung beantwortet die sowjetische Artillerie mit schwerem Feuer. Mehrmals bittet Paulus Hitler um die Genehmigung zur Kapitulation – doch der bleibt hart und ernennt Paulus zur Ermutigung zum Feldmarschall. Volle drei Wochen hält Paulus mit seiner Armee aus. Jeden Tag sterben Tausende. Endlich, am 31. Januar 1943, gibt Paulus auf. Zusammen mit elf weiteren deutschen und fünf rumänischen Generälen und den verbliebenen 90.000 Mann seiner 6. Armee ergibt er sich den Russen. Hitler ist außer sich und auch vielen Deutschen wird angesichts der Niederlage klar, dass dieser Krieg verloren ist. Die Rote Armee schöpft neues Selbstvertrauen. Bis zu dieser Schlacht hatten die Vorteile vor allem auf der Seite Hitlers gelegen. Jetzt beginnt sich das Verhältnis zu Gunsten der sowjetischen Seite zu verschieben, um sich nie wieder zur anderen Seite zu neigen. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.12.2002 Das Erste
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