rbb Story Folge 12: Windkraft vor der Tür: Was bringt’s den Gemeinden?
Folge 12
12. Windkraft vor der Tür: Was bringt’s den Gemeinden?
Folge 12 (45 Min.)
Brandenburg ist Vorreiter der Energiewende. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es pro Einwohner so viel Wind- und Solarenergie. Doch beliebt sind die Anlagen nicht. Wo gebaut werden soll, gibt es oft Protest. Mittlerweile müssen Betreiber die betroffenen Gemeinden finanziell beteiligen. Doch kommt das Geld auch bei den Anwohnern an? Und können Abgaben wie der „Windeuro“ die Stimmung drehen? – Windräder Bertikow
Bild: rbb/Stefanie Otto
Früher war Matthias Schilling kein Fan der Windräder vor seiner Tür. Seitdem er sich kommunalpolitisch engagiert, hat er einen anderen Blick auf das Thema. Als Bürgermeister der Gemeinde Uckerland, einem Landstrich mit über 100 Windrädern, sieht er in den Erneuerbaren die einzige Chance, um die Ausgaben seiner Gemeinde noch zu stemmen. Durch die Zahlungen der Betreiber kann er sogar in ein eigenes Nahwärmenetz investieren, um seine Einwohner unabhängig von den hohen Gaspreisen zu machen. Doch vielerorts weht der Wind aus einer anderen Richtung. Wo bereits große Windparks stehen, fragen sich Bürger, wo die Einnahmen „des Windeuros“ landen und wofür sie verwendet werden.
Liegt es an Betreibern, die nicht zahlen? Oder an den Verwaltungen, die überfordert sind oder intransparent arbeiten? Zudem steigt der Frust, wenn Anwohner trotz ihrer Nähe zu den
Windrädern dennoch sehr hohe Strompreise tragen müssen. „Die Menschen vor Ort müssen einen konkreten Nutzen haben“, sagt Michael Raschemann aus Kallinchen, wenn es um Akzeptanz geht. Der Gründer der Firma energiequelle begann schon während seines Studiums in den 1990er Jahren die ersten Windanlagen in Brandenburg zu bauen.
Heute beschäftigt sein Unternehmen 450 Mitarbeiter und setzt Projekte in mehreren Ländern um. Raschemann beteiligt Gemeinden konsequent an den Einnahmen aus dem Windgeschäft. Die „rbb Story“ besucht Orte in Brandenburg, die sich durch den Ausbau von Windparks stark verändern. Der Film zeigt Gemeinden, die sich neue Handlungsspielräume ermöglichen aber auch Menschen vor Ort, die mit den neuen Herausforderungen zu kämpfen haben und er stellt die Frage, ob sich das Gerechtigkeitsversprechen des Windeuros wirklich einlöst. (Text: rbb)